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Test zu Neo ATLAS 1469 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Neo ATLAS 1469
  • USA USA: Neo ATLAS 1469
  • Japan Japan: Neo ATLAS 1469
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.04.2018
Vertrieb
Artdink
Entwickler
Artdink
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Zu viele Köche verderben den Atlas

Von Dirk Apitz () Wer von euch kennt das PC-Spiel Patrizier? Eine Aufbausimulation, in der es um den Handel von Waren geht, den ihr über eure Schiffe tätigt. Neo Atlas 1469 hatte dieses Spiel wohl zum Vorgänger und kombiniert das Ganze mit einer Schnitzeljagd. Klingt ja erstmal interessant und solche Spiele sind auf der Nintendo Switch natürlich gern gesehen. Doch das Konzept soll nicht ganz aufgehen und bleibt hinter den Erwartungen.

Doch erstmal alles langsam. Ihr übernehmt eine kleine Firma im Jahre 1469. Für den Handel sind vor allem die Schiffe wichtig. Doch es gibt gleich mehrere Probleme. Ihr habt euren wichtigsten Admiral verloren und aktuell keinen, der eure Schiffe lenkt. Und als wäre das nicht schon Problem genug, habt ihr auch nicht mehr so viele Geldreserven und steht kurz vor dem Bankrott. Wir sagen es, wie es ist: Die Lage könnte besser sein. Mit Handelswegen müsst ihr also wieder Geld erwirtschaften und dabei noch einige Entdeckungen machen, damit der Fortschritt auch weitergeht. Direkt am Anfang bekommt ihr natürlich etwas Unterstützung und damit startet dann auch das Tutorial, für das ihr einiges an Zeit investieren solltet.

Diese Bilder versprechen am Anfang einiges, gehalten wird aber kein Versprechen.

Das Tutorial ist im Übrigen sehr lang aber leider unverzichtbar, denn so wirklich selbsterklärend ist die Mechanik nicht. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn dazwischen nicht noch viel unnötiger Text stehen würde. So wird eine Geschichte erzählt, die aber sehr uninteressant ist und irgendwie eher nervt. Ihr bekommt im Laufe des Spieles sogenannte Admirals, die eben nicht nur die Schiffe steuern, sondern auch Gebiete erkunden können oder euch nützliche Tipps geben. Auch der König beobachtet euer Handeln und möchte, dass ihr neue Zivilisationen entdeckt und mit ihnen Kontakt aufnehmt. Leider sind die Dialoge auch nach dem Tutorial sehr störend und irgendwie ist man sofort genervt, sobald das nächste Gespräch kommt. In Ruhe seine Firma aufbauen ist einfach nicht möglich. Für eine Wirtschaftssimulation hat dieses Spiel also viel Story und das würde vielleicht auch gar nicht so als Störfaktor gelten, wenn eben die Dialoge und die Geschichte selbst nicht so belanglos wären. Dazu kommt auch, dass ihr immer wieder Hinweise für Nebenmissionen bekommt. Ein richtig freies Spielen ist daher eigentlich unmöglich, wird man doch immer wieder mit Tutorial-Einlagen, auch Stunden nach dem Spiel, belästigt. Für unsere Leser ohne Englischkenntnisse sei dazu noch gesagt, dass dieses Spiel nicht lokalisiert wurde und sie bei dem vielen Text schon etwas Englisch können sollten.

Ist die Erde rund? Das Spiel ist es jedenfalls nicht!
Schon sehr schnell wollt ihr, dass euer kleiner Helfer schnell die Klappe hält. Was aber auch sofort auffällt ist, dass das Gameplay zwar, wie bereits erwähnt, nicht selbsterklärend ist, dafür aber auch überraschend viel Tiefe vermissen lässt. Die Admirals könnt ihr in die unbekannte Welt hinaus senden und wenn sie dann zurückkehren, berichten diese von ihren Entdeckungen. Die Reiseroute kann man selbst bestimmen, nur sollte man darauf achten, dass die Schiffe überhaupt so weit kommen. Jederzeit könnt ihr die Berichte eurer Entdecker aber auch ablehnen und dann bleibt die Karte verborgen. Warum sollte dies passieren? Nun, entsendet ihr einen anderen Admiral, entdeckt er oft etwas anderes. Das hat zur Folge, dass ihr den weiteren Verlauf der Welt bestimmt. Was aber wieder dagegenspricht, sind die bereits festgelegten Punkte. So entsteht leider immer wieder ein dickes Fragezeichen, wie genau denn nun die Gesetze dieses Spiels funktionieren. Schon wieder entsteht der Eindruck, dass das Spiel nicht bis zum Schluss durchdacht ist, wenn aber auch gut gemeint. Dazu gibt es noch so kleine Wolken, die anzeigen, dass es zu einem Gebiet Gerüchte gibt. So habt ihr ungefähr eine Ahnung davon, was euch hier erwarten wird und könnt so vorausplanen.

Bevor wir zum Handel kommen: Piraten und Monster gibt es auch noch aber keine Kämpfe. Die vordefinierten Zahlen bestimmen den Ausgang dieser Begegnung. Ehrlich gesagt ziemlich schade, hätten solche Kämpfe doch für etwas mehr Spannung gesorgt. Die Haupteinnahmequelle ist natürlich aber der Handel, immerhin seid ihr ein Handelsunternehmen. Jede Zivilisation besitzt dabei eine Ware, die ihr nirgendwo anders bekommt. So gibt es in London Fässer und in Lissabon zum Beispiel Weintrauben. Solltet ihr nun einen Handelsweg mit diesen zwei Städten kombiniert haben, entsteht dadurch eine neue Ware, nämlich Wein. Ihr schafft damit also nicht nur neues Geld heran, sondern erschafft auch neue Waren, mit denen noch mehr Geld zu machen ist. Wieder kommt dabei ein Widerspruch auf. Ihr könnt pro Stadt immer nur einen Handelsweg bestimmen. Das bedeutet, erst wenn ihr genug Weinflaschen angesammelt habt, könnt ihr diese benutzen, um damit sinnvoll zu handeln. Warum man nicht mehrere Handelswege einer Stadt zuordnen kann und damit ein richtiges Netzwerk, bleibt wohl ein Rätsel. Aber hier kommt schon das nächste Problem. Eure einzigen Abzüge sind die Admirals, ansonsten habt ihr immer genug Geld. Einfache Handelswege mit einfachen Waren reichen daher völlig aus. Im Grunde ist das Wirtschaften hier ziemlich unwichtig.

Kennt ihr den Laden "Nanunana"? Die Engel könnten direkt von dort erworben worden sein...

Am Ende gibt es noch die Schatzsuche und diese ist nun alles andere als spannend gestaltet. Auf der ganzen Karte sind Truhen zu finden. Manche von ihnen seht ihr sofort, andere erst wenn ihr ganz nah heranzoomt. Klickt ihr auf eine Kiste, dann bekommt ihr Gold und Einträge in die Enzyklopädie, die viele Einträge hat und euch so dazu motiviert, das Spiel auch so lange zu spielen, bis ihr alle gefunden habt. Dank einer Wünschelrute habt ihr es dann auch einfacher, diese Kisten zu finden. Zudem können eure Admirals auch verdächtige Orte erkunden und so wertvolle Relikte oder Bücher beschaffen. Diese Bücher sind nicht so unwichtig, da diese es euch ermöglichen, neue Schiffe zu bauen. Insgesamt ist schon nach nur wenigen Minuten die Luft raus. Die Handelssimulation ist zu simpel, die Schatzsuche zu einfach und das Erkunden neuer Gebiete etwas unlogisch wie auch langweilig. Insgesamt merkt der Spieler sofort, dass es hier viele gute Ideen und Ansätze gibt, doch alles wirkt nicht wie aus einem Guss. Vielleicht hätten sich die Entwickler lieber auf einen Aspekt konzentrieren sollen, damit dabei am Ende ein rundes Ergebnis herauskommt.

Richtig rund wirkt auch die grafische Präsentation nicht. Ich habe beim ersten Anspielen erst einmal recherchiert, ob dies nicht der Port einer Wii-Version ist. Nicht nur grafisch könnte dies möglich sein, auch das Design des Menüs erinnert stark an die gute alte Wii. Plottwist: Das Spiel kam erst letztes Jahr für den PC heraus. Das Menü sieht im Übrigen völlig merkwürdig aus. Mal passt es zum restlichen Spiel, mal wirkt es wie aus einem anderen. So zieht sich das komplett durch. Die Engel, die euch oben rechts ein paar Hinweise geben, wirken wie ein Fremdkörper und wenn dann die Portraits der Charaktere vorkommen, dann will gar nichts mehr zusammenpassen. Alle sind klassisch gezeichnet und eure kleinen Helfer fallen dann völlig aus dem Raster, wenn sie nur halb so groß sind wie die restlichen Charaktere. Auch die Städte solltet ihr nicht aus der Nähe angucken, denn wirklich schön sind sie nicht. Im Grunde passt dieser undurchdachte und zusammengewürfelte Haufen an Stilen perfekt zum Spiel. Als hätten hier verschiedene Teams zusammen ein eigenes Spiel entwickelt. Wenigstens der Soundtrack passt, auch wenn dieser nicht auffällig ist. Dafür ist dieser schön ruhig und entspannt euch ein wenig.

Redaktionswertung

3

Eher nicht überzeugend

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Unser Fazit zu Neo ATLAS 1469

Meinung von Dirk Apitz
Insgesamt bin ich von diesem Spiel wahnsinnig enttäuscht. Ich habe eine solide Wirtschaftssimulation mit neuen und interessanten Aspekten erwartet. Was bekommt aber der Konsument am Ende? Einen Flickenteppich von einem Spiel. Nichts wirkt durchdacht oder rund und irgendwie wussten die Entwickler scheinbar selbst nicht, was genau sie eigentlich wollten. Ja, man hat zuweilen das Gefühl, dass hier eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Fans des Genres werden zudem von der simplen Handelsmechanik ziemlich gelangweilt sein, die ja auch nicht gut durchdacht ist. Ja, die Nintendo Switch braucht Spiele aus dem Genre, aber nicht so ein Spiel. Darauf können die Fans gern verzichten.
Mein persönliches Highlight: Der entspannte Soundtrack

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