Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Streets of Red: Devil’s Dare Deluxe - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Streets of Red: Devil’s Dare Deluxe
  • USA USA: Streets of Red: Devil’s Dare Deluxe
  • Japan Japan: Streets of Red: Devil’s Dare Deluxe
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
12.04.2018
Vertrieb
Secret Base
Entwickler
Secret Base
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Streets of kenn'-ich-schon

Von David Pettau () Das Rogue-like-Subgenre scheint sich auf der Nintendo Switch mittlerweile pudelwohl zu fühlen. Zahlreiche Vertreter dieses Genres haben sich bereits im Nintendo eShop eingefunden – das Schöne daran ist, dass diese in Kombination mit den verschiedensten Hauptgenres daherkommen. Manchen dieser Genres stehen Rogue-like-Elemente dabei allerdings deutlich besser als anderen. Mit Streets of Red erhielt vor einiger Zeit ein klassisches Beat ‘em up mit Rogue-like-Elementen Einzug in den Nintendo eShop – angelehnt an alte Arcade-Klassiker versucht das Spiel dabei, die Beat ’em up-Essenz um Permadeath und Co. zu bereichern... So richtig zünden will diese Mischung dabei allerdings nicht.

Streets of Red steckt zunächst einmal voller Anspielungen auf diverse Werke der Unterhaltungsindustrie, egal ob Film oder Videospiel. Die passende Bühne für diese Anspielungen bietet dabei das Szenario einer Zombie-Apokalypse, der ihr euch mit bis zu drei Freunden stellen könnt. Ein solches Setting in einem Spiel, das sich nicht allzu ernst nehmen will, dürfte mittlerweile niemanden mehr vom Hocker hauen – ja, dem Szenario des Spiels mangelt es an eigener Identität. Dabei hilft auch der unverkennbare Artstyle des Spiels nicht unbedingt – Streets of Red präsentiert sich in Pixel-Optik und verlässt sich dabei vor allem auf braune und rote Farbtöne. Dies verhilft dem Beat ’em up zwar zu einem gewissen Wiedererkennungswert, zu einem Hingucker wird es allerdings keineswegs.

Streets of Red präsentiert sich in einem einheitlichen rot-braunen Look.

Sowohl im Arcade-Modus, in dem euch eine seichte Handlung durch diverse Level lotst, als auch im Survival-Modus des Spiels, in dem ihr euch immer härteren Wellen von Gegnern stellt, schlüpft ihr in die Rolle eines von insgesamt sechs Charakteren. Diese unterscheiden sich in den Arten der Angriffe, die sie ausführen können, während die Anzahl der möglichen Aktionen immer gleich bleibt. Jeder der Charaktere vollführt eine kurze Kombo an normalen Angriffen, kann einen Angriff aus dem Sprint heraus starten oder vollführt einen von drei verschiedenen Spezialmanövern. Mithilfe dieser Aktionen schnetzelt, prügelt oder ballert ihr euch nun durch große Horden an verschiedenen Gegnertypen, die allesamt verschiedene Angriffsmuster aufweisen. Euer Ziel sollte es meist sein, eine lange Kombo vom Stapel zu lassen, in der möglichst viele Feinde gefangen sind, um im richtigen Moment zu einem Spezialmanöver anzusetzen, das einen "Fatality" zur Folge hat. Fatalities bringen euch bestimmte Boni wie etwa Geld oder Lebensmittel, die eure Lebenspunkte regenerieren, ein.

Euer Geld ist dabei euer wichtigstes Gut: Im Falle eines Todes müsst ihr blechen, um wiederbelebt zu werden. Solltet ihr nicht mehr genügend Zaster haben, so zwingt euch das Spiel auf charmante Art und Weise dazu, euren Spielstand zu löschen und einen neuen Versuch zu starten. Wenn ihr allerdings nicht gerade sterbt, so wollt ihr auch stets zum Ende eines Levels hin genügend Geld zusammengespart haben. Dort könnt ihr euch für einen von jeweils mehreren Boni entscheiden, die beispielsweise euren Charakter auf unterschiedliche Arten stärken. Das große Problem ist allerdings, dass diese stets zufällige Auswahl an Boni keinerlei wirklich spürbare Wirkung mit sich bringt, die etwa den Wiederspielwert anheizen würde. Das Moveset eures Charakters bleibt stets wie es ist, nur kleine Nuancen werden angepasst – so spielt sich der letzte Level eines Durchgangs im Zweifelsfall genauso, wie der erste. Abgesehen vom witzig inszenierten Permadeath wirken die Rogue-like-Elemente, als wären sie lieblos ins Spiel gequetscht worden, um es von üblichen Beat ’em ups abzuheben. Dem Beat ’em up-Gameplay tut dies zwar keinen Abbruch, wirklich überzeugend fühlt es sich aber natürlich ebenfalls nicht an.

Hat man nur wenige Gegner am Leben gelassen, hat man mit dem Boss leichtes Spiel.

Doch kommen wir einmal zum besagten Gameplay selbst: Ein wirklicher Flow kommt leider nicht zustande, während ihr die verschiedenen Zombiearten in euren Kombos gefangen haltet. Streets of Red setzt auf ein suboptimales Trefferfeedback, das zwar seine gewünschte Wirkung erzielt, den Spielfluss allerdings auch immer wieder verlangsamt. Bei jedem Treffer, insbesondere bei Spezialangriffen, friert der Bildschirm für einen kurzen Moment ein, was euch die Power eurer Angriffe förmlich spüren lässt. Vor allem bei großen Gegnergruppen kann dies allerdings schnell einmal nerven, da es sich so anfühlt, als wolle euch das Spiel ständig zügeln oder als würde es gar ruckeln. Die Kombomöglichkeiten selbst sind dabei leider auch sehr begrenzt, da sich die verschiedenen Movesets der Charaktere im Wesentlichen auf normale Angriffe und drei oftmals sehr ähnliche Spezialangriffe beschränken. Spaß machen die Gefechte dennoch, was vor allem an den diversen Gegnertypen liegt, die euch in Streets of Red erwarten. Neben den normalen, hirnlosen Zombies gibt es etwa schwangere Zombiefrauen, deren Babys ihnen aus ihren Bäuchen schießen, massige Zombiekerle mit ordentlich Durchschlagskraft oder beispielsweise sehr dürre Zombies, die mit einer Peitsche nach euch schlagen. Vor allem in späteren Levels des Arcade-Modus‘ müsst ihr stets die Übersicht über die aktuell auflaufenden Gegnerhorden behalten, sodass ihr immer abschätzen könnt, welche potenziellen Angriffe auf euch zukommen.

Gekrönt werden einige der Level schlussendlich mit einem Bosskampf. Die Bosse haben meist nur zwei oder drei Aktionen auf Lager, denen ihr im direkten Duell ohne größere Schwierigkeiten ausweichen können solltet. Erschwert werden diese Kämpfe allerdings durch eine kleine Armee an normalen Gegnern, die euch zusätzlich zum Boss selbst an die Gurgel will. Dies sorgt in den Bosskämpfen gerne einmal für hektische Situationen, da die Angriffe der Bosse euch oftmals davon abhalten, euch der normalen Gegner zu entledigen, um mithilfe von Fatalities eure Lebensenergie wieder aufzufüllen. Dies scheint ohnehin der einzige Grund zu sein, weshalb der Boss immer von einer kleinen Streitmacht begleitet wird – man will euch die Möglichkeit geben, euch zu heilen. Dieses System hat dabei eine leicht auszunutzende Macke: Neue Gegner tauchen immer erst dann auf, wenn ihr alle normalen Gegner beseitigt habt, was sich nicht unbedingt durchdacht anfühlt, da ihr dieses Prinzip zu eurem eigenen Vorteil aushebeln könnt. So bleibt Streets of Red im Endeffekt ein nettes, kleines Beat ’em up, das wohl vor allem durch seinen Koop-Modus für bis zu vier Spieler auftrumpfen kann. Zusammen macht bekanntermaßen alles mehr Spaß, und so trübt das kooperative Spielen im Falle von Streets of Red auch über die diversen Macken des Spiels hinweg.

Redaktionswertung

4

Erträglich

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Streets of Red: Devil’s Dare Deluxe

Meinung von David Pettau
Ich bin nicht der Meinung, Zombies seien mittlerweile ausgelutscht. Als ausgelutscht betrachte ich vielmehr die Art und Weise, wie Zombies in diversen Filmen und Spielen die meiste Zeit über eingesetzt werden – und in genau diese Kerbe schlägt auch Streets of Red. Es mangelt schlicht an eigener Identität. Dem könnte man natürlich verzeihen, wäre das Gameplay selbst ausgeklügelter, nur bekommt man hier ein maximal durchschnittliches Beat ’em up serviert, dessen Rogue-like-Ansätze kaum nennenswert sind. Speziell im kooperativen Spiel mit Freunden kann Streets of Red aber dennoch auftrumpfen – doch gemeinsam mit Freunden gibt es wohl auch kein Spiel, das keinen Spaß bereiten kann.
Mein persönliches Highlight: Die Art und Weise, wie man im Falle eines Game Overs zur Löschung des eigenen Spielstands gezwungen wird.

Kommentare 0

  • Noch keine Kommentare verfasst :(