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Test zu BAFL: Brakes Are For Losers - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: BAFL: Brakes Are For Losers
  • USA USA: BAFL: Brakes Are For Losers
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.04.2018
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital
Genre
Rennspiel, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 8 - Online: 0
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Bremsen verboten!

Von Daniel Kania () Vor einiger Zeit erschien ein kleiner Nintendo eShop-Titel für die Nintendo Switch, der mit einer simplen Prämisse versuchen wollte, ein eingerostetes Genre aufzupeppen. Wer an 2D-Top-Down-Racer denkt, der wird ein wohl ziemlich klassisches Gameplay und eine simple Spielstruktur erwarten. Nicht aber bei BAFL: Brakes Are For Losers vom Entwickler Plug In Digital. Schon der Spielname implizierte eine der Kernmechaniken – oder sollte ich besser sagen: das Fehlen einer Kernmechanik? –, die das Spiel einzigartig machen. In diesem Arcade-lastigen Renntitel fahrt ihr um den Goldpokal, ohne auch nur einmal zu bremsen. Mit Vollgas schauen wir uns einmal an, was dieses rasante Spiel sonst noch zu bieten hat.

Ich geb' Gas, ich hab' Spaß!

Was BAFL: Brakes Are For Losers auszeichnet, habe ich bereits angeschnitten: Bremsen sind nicht erlaubt. Euer Fahrzeug fährt vollautomatisch nach vorne, ihr könnt eure Geschwindigkeit nicht verlangsamen, ihr könnt nicht rückwärts fahren – einfach nur auf die Tube drücken. Und genau darauf sind auch die etwa 10 Strecken des Spiels ausgelegt, weshalb ihr auf einige fiese Kurven und schmale Geraden treffen werdet. Gegen den Streckenrand zu prallen ist dabei praktisch schon vorprogrammiert und auch ein entscheidender Teil des Spielgeschehens. Während euer Hauptziel natürlich darin besteht, möglichst gut im Rennen abzuschneiden, indem ihr Kurven scharf nehmt und Kontrahenten auf geradlinigen Strecken durch Turbo-Boosts überholt, müsst ihr genauso darauf achten, euren fahrbaren Untersatz möglichst heile zu behalten.

Auf diesem futuristischen Highway fahrt ihr manchmal durch Portale, was euch Konfrontationen mit anderen Fahrern erspart.

Jede Berührung mit einem gegnerischen Gefährt oder mit Streckenobjekten lässt euren Wagen Lebenspunkte verlieren, die durch einen Balken an euch angezeigt werden. Eure Gegner zu rammen und dadurch zu verlangsamen ist also nicht immer die beste Wahl, wenn ihr selber gerade kurz davor seid einen Totalausfall zu erleiden. Leert sich euer Lebensbalken vollständig, müsst ihr für kurze Zeit stehenbleiben und eine Reparatur durchführen. Wollt ihr vorzeitig die Energie eures Wagens wiederherstellen, könnt ihr genauso einen "Boxenstopp" einlegen, wobei dieser strategisch geplant werden sollten, wenn ihr nicht wollt, dass eure ärgsten Verfolger an euch vorbeiziehen.

Was euch außerdem einen Vorteil verschaffen kann, ist die Nutzung von Items. Ihr werdet nicht zu oft auf sie stoßen und ihr Auftauchen ist mehr Zufall als sonst was, allerdings mischen Bomben, Eis-Attacken, eine umgekehrte Steuerung und mehr das Fahrerfeld ordentlich auf. Leider kann es durchaus nerven, wenn einmal zu viele Items auftauchen und ihr von den vorderen Plätzen direkt wieder nach hinten katapultiert werdet. Aufholen geht in BAFL: Brakes Are For Losers leider nur schwer – erst recht, wenn euch selbst dann nicht viele der Items vergönnt sind.

Die verschiedenen Modi wählt ihr über eine kleine Oberwelt aus, welche vom Aufbau her an Racer-Klassiker Diddy Kong Racing erinnert. Fahrt ihr vom Startbereich aus nach links, gelangt ihr zu besonderen Herausforderungen. Jede Strecke hat dabei ihr eigenes "Tor", was ihr passieren müsst, um den jeweiligen Auswahlbildschirm zu erreichen. Dort trefft ihr dann auf zwei verschiede Herausforderungsarten: einmal das Zeitrennen und einmal das "Perfekte Rennen". Während ihr beim ersten Typus gegen die Zeit antretet und versucht eine bestimmte Rundenanzahl so schnell wie möglich zu absolvieren, dürft ihr euch beim zweiten Typus keine Treffer leisten. Gezählt wird dabei die Distanz, die ihr ohne Schaden zurücklegen könnt – kracht ihr gegen die Wand, beginnt der Zähler wieder bei 0. Für eure erbrachten Leistungen in diesen Herausforderungen könnt ihr Flaggen sammeln, die als Währung dafür gelten neue Bereiche im linken Teil der Oberwelt freizuschalten. Damit dürft ihr euch auch auf noch mehr knackige Herausforderungen freuen, die es wirklich in sich haben können. Nichtsdestotrotz bieten diese Missionen nur Highscore-Jägern wirklichen Wiederspielwert. Alle anderen werden nach einigen wenigen Versuchen bereits abwinken.

Viele Fahrer, viele Wege. Abkürzen gilt hier jedoch nicht, ihr müsst euch an den vorgeschriebenen Weg halten!

Auf der rechten Seite der Oberwelt lassen sich die verschiedenen Mehrspieler-Modi sowie die Meisterschaft finden. Während es beim Mehrspieler-Spaß nichts außergewöhnlich Neues gibt – Optionen für die Streckenwahl, KI-Stärke und Co. sind alle mit dabei –, bietet der Meisterschafts-Modus einen recht spannenden Twist. Zwar kämpft ihr, wie man es nicht anders kennt, in einer Reihe an Rennen um den ersten Platz in der Gesamtabrechnung, zwischen den Rennen erhaltet ihr allerdings die Möglichkeit, euer im Spiel gewonnenes Geld für Fahrzeug-Upgrades auszugeben. So könnt ihr eure Geschwindigkeit erhöhen, für mehr Haftung auf der Strecke sorgen, die Reparatur eures Fahrzeugs beschleunigen und einiges mehr. Es wird sogar eine übertrieben teure Option angeboten, welche euch erlauben würde zu bremsen. Ob man diese jedoch wirklich freischalten kann, konnte ich nicht ausprobieren. Es wäre sicherlich ein gelungener Gag. Erfreulich an diesem Upgrade-System ist es, dass man die Änderungen wirklich aktiv beim Fahren spüren kann. Wenn ich all mein Geld für eine bessere Verteidigung ausgebe, kann ich drei Runden am Streckenrand entlang schleifen und trotzdem noch keine Reparatur benötigen. Jeder Spieler wird hier seine eigenen Stärken und Schwächen versuchen auszubalancieren, was für eine erfrischende Priese Strategie sorgt. BAFL: Brakes Are For Losers spielt man also am besten mit mehreren Spielern zusammen. Das Spiel bietet dabei sogar scheinbar die Möglichkeit mit bis zu 8 Spielern an einer Nintendo Switch loszulegen. Aufgrund fehlender Controller konnte ich aber leider auch das nicht wirklich ausprobieren. So viele Joy-Con nun wie Wii-Fernbedienungen damals hat man leider nicht.

Auf der technischen Seite ist das Spiel grundsolide. Dafür, dass das Spiel von wohl nur wenigen Personen hauptsächlich entwickelt wurde, kann man auf ein ganz schönes Endprodukt zurückblicken, was vor allem auch mit einer charmanten Note an gut dosiertem Humor (in den Streckenbezeichnungen) daherkommt. Die Strecken selbst sehen in Ordnung aus, wobei sie unscharf und verwaschen werde, wenn beim Ende eines Rennens zum eigenen Wagen hereingezoomt wird. Das ist kein allzu großes Problem, aber sieht doch unschön aus, wenn die Umgebungen und Autos sonst so schick im comic-haften Look dargestellt werden. Auch konnte ich beim Spielen gelegentliche Einbrüche der Bildrate feststellen, wobei das Spiel meistens flüssig zu spielen ist. Für die Ohren gibt es nicht allzu viel Besonderes, aber das braucht man bei einem quietschigen, auf Mehrspieler-Spaß ausgelegten Top-Down-Racer auch nicht erwarten.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu BAFL: Brakes Are For Losers

Meinung von Daniel Kania
BAFL: Brakes Are For Losers hält ein, was der Name des Spiels verspricht: Bremsen? Gibt's nicht! Mit Vollgas düst ihr über eine Handvoll an charmant aussehende Strecken und versucht die meisten Runden zu absolvieren. Gutes Fahren wird mit wenig Schaden für euren Wagen belohnt euch und lässt euch an euren Gegnern vorbeiziehen, die gerade durch eine Reparatur bedingt auf der Strecke stehen bleiben müssen. Das ist nicht nur witzig, sondern sorgt auch für zumindest etwas taktische Tiefe im Mehrspieler-Tohuwabohu. Manche der Items werden eure Freunde sicher zum Fluchen bringen! Der Meisterschafts-Modus bringt noch eine weitere Prise Strategie mit hinein, während die Einzelspieler-Herausforderungen auch als netter Zeitvertreib für Highscore-Jäger angesehen werden können. Audiovisuell solide, technisch gut.
Mein persönliches Highlight: Der verhaltene Applaus gepaart mit dem "...wow.", wenn man den siebten Platz belegt.

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