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Test zu Nintendo Labo: Toy-Con 01 - Multi-Kit - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Nintendo Labo: Toy-Con 01 - Multi-Kit
  • USA USA: Nintendo Labo Toy-Con 01 - Variety Kit
  • Japan Japan: Nintendo Labo Toy-Con 01 - Variety Kit
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
27.04.2018
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Genre
Party
Spieleranzahl
Lokal: 0 - Online: 0
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Zahlreiche Möglichkeiten mit Nintendo Labo

Von Dennis Gröschke () Mit der Einführung von Nintendo Labo möchte Nintendo den potentiellen Kundenkreis für die Nintendo Switch erweitern. Bereits zur Ankündigung der neuen Produktlinie stellte man klar, dass mit Nintendo Labo eher junge Spieler oder solche mit einem junggebliebenen Gemüt angesprochen werden sollen. Selbstverständlich fallen auch Familien mit in diese Kategorie hinein, bietet Nintendo Labo doch neben dem Spielen auch das Bauen und Entdecken als weitere Erfahrungswerte. In wieweit bei Nintendo Labo ein pädagogisch wertvoller Nutzen gegeben ist, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Als erstes Toy-Con nehmen wir uns das RC-Auto vor, legen wir los!

Mit diesem Test des Nintendo Labo Multi-Set möchte ich die Gelegenheit nutzen, um nach und nach die einzelnen Toy-Con-Modelle vorzustellen und meine Erfahrungswerte mit euch zu teilen. Gemeinsam mit meinem 8jährigen Sohn habe ich mich in den vergangenen Tagen immer mal wieder zusammengesetzt und eines der Modelle zusammengefaltet. Ich werde den Test eher wie einen kurzen Blog gestalten, zunächst findet ihr hier also die beiden ersten Toy-Con-Modelle „RC-Auto“ und „Angel“. In den nächsten Tagen werde ich diesen Test dann nach und nach erweitern und die weiteren Modelle hinzufügen. Eine abschließende Wertung findet ihr dann, wenn der Test vollständig ist und mein Sohn und ich alle 5 Modelle aufgebaut und uns intensiv mit Nintendo Labo beschäftigt haben.

Zunächst stand für uns das RC-Auto als erstes Modell zum Aufbau an. Mit einer angegebenen Aufbauzeit von 10 Minuten auf der Verpackung kann dieses Modell auch gern noch an einem späten Nachmittag begonnen werden. Das Hauptaugenmerk bei meinem Sohn und mir lag auf dem Spaß des Zusammenbauens. Wenn wir uns hingesetzt haben, um uns mit Labo zu beschäftigen, dann wollten wir das Modell auch möglichst in einem Rutsch durchziehen. Nun gut, das RC-Auto war da weniger ein Problem, denn nach kurzer Zeit stand das Modell tatsächlich auf unserem Tisch und wir waren bereit, das Auto jeweils links und rechts mit einem Joy-Con auszustatten. Also ab damit auf den Küchenboden und ausprobieren!

Die Vibrationen der Joy-Con bewegen das Auto über glatte Oberflächen.

Gesteuert wird das RC-Auto über den Touchscreen der Nintendo Switch. Dabei steht euch links und rechts auf dem Bildschirm jeweils eine Schaltfläche zur Verfügung, die bei Berührung den jeweiligen Joy-Con vibrieren lässt. Betätigt ihr also die rechte Schaltfläche im Steuerungsschema, vibriert der Joy-Con der rechts am Auto befestigt wurde und ihr steuert dadurch nach links. Mittels der linken Schaltfläche entsprechend umgekehrt. Lasst euch nicht davon verwirren, dass der eigentlich linke Joy-Con (also der ohne Infrarot-Kamera) hier auf der rechten Seite des Autos befestigt wird. Macht ihr euch davon frei (oder seid ein Kind, dem das völlig „schnurz“ ist) könnt ihr über den Küchenboden fegen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit klappt das auch ganz gut und ihr gelangt tatsächlich zum angepeilten Ziel.

Bevor wir anfangen zu bauen macht es Sinn, alle benötigten Teile aus dem Pappbogen herauszudrücken. Für die Anleitung stellt ihr die Nintendo Switch vor euch auf den Tisch.

Mein Sohn hat dann auch direkt die erweiterte Steuerung ausprobiert, die von Software-Seite aus erst im „Entdecken“-Modus vorgesehen ist. Mittels Knopfdruck kommt ihr nämlich auch im einfachen Steuerungsschema direkt zur erweiterten Steuerungsübersicht, die euch noch einige Feinheiten einstellen lässt. Hier habt ihr die Möglichkeit, die Intensität der Vibration der einzelnen Joy-Con zu verändern. Dies funktioniert direkt mit einem Schieberegler, der für beide Seiten zur Verfügung steht. Die Auswirkungen lassen sich dann auch live erleben, ändert ihr den Regler, reagieren die Joy-Con unmittelbar darauf. Das macht es einfach, für sich die passende Einstellung zu finden. Weder bei der sehr groben noch bei der sehr feinen Abstufung lässt sich das „Auto“ aber vernünftig steuern, die Mitte scheint hier bereits die korrekte Wahl darzustellen.

In der erweiterten Steuerung lässt sich auch die Infrarot-Kamera einschalten, sie zeigt euch ein Bild, was dem einer Nachtsichtkamera ähnelt. Auf dem Bildschirm der Nintendo Switch können wir nun live das Bild sehen, was die Kamera des rechten Joy-Con in unserem Auto erfasst. In der Ferne sehen wir so den Futternapf unserer Katzen, der auch mal wieder aufgefüllt werden sollte.

Die Kamera ist auch ein wichtiger Bestandteil, wenn es darum geht, das Auto automatisch fahren zu lassen. Faltet ihr euch nämlich eine Fahne mit einem Marker (Aufkleber, der dem Set beiliegt) und stellt diese Fahne in Richtung der Infrarot-Bewegungskamera, macht sich euer Auto selbständig auf den Weg und folgt dem Marker. Dazu schaltet ihr von der Nachtsichtkamera aus um und erkennt nun auf dem Bildschirm auch die Markierung auf der Fahne. Euer Fahrzeug macht sich nun unmittelbar auf den Weg und fährt solange in die entsprechende Richtung, bis die Kamera den Aufkleber nicht mehr erkennt. Wirklich beeindruckend, weil sich damit auch jede Menge kreative Dinge anstellen lassen. Habt ihr zwei Paar Joy-Con daheim, könnt ihr ein zweites RC-Auto mit vorhandenem Material bauen, das zweite Joy-Con-Paar dort hinein klemmen und gemeinsam oder gegeneinander Rennen fahren.

"Soll ich Dir einen Napoleon-Lippfisch fangen, Papa?"

Konnten wir das RC-Auto innerhalb von ein paar Minuten aufbauen, nimmt die Angel dafür mehr Zeit in Anspruch. Das Auto ließ sich in zwei kurzen Abschnitten basteln, die Angel besteht direkt aus fünf einzelnen Elementen, die zusammengefügt dann die erwähnte Angel ergeben. Dies ist schon eine Nummer umfangreicher, auch wenn mein Sohn nur wenig Probleme mit dem Aufbau hatte. Wenn eure Kinder im Lauf der letzten Jahre schon mal ein größeres Set von LEGO aufgebaut und sich mit einem Smart-Device in eurem Haushalt auseinandergesetzt haben, dürften die Bedienung der Software und die Aufbaustufen von Nintendo Labo kein größeres Problem für sie darstellen. Die Anleitung ist wirklich in viele kleine Schritte unterteilt, die alle jederzeit wiederholt werden können. Dazu befinden sich unter dem Video zwei Pfeilsymbole, einer zum Vorspulen und einer zum Zurückspulen des Videos. Lasst ihr einen der Pfeile los, stoppt das Video an der Stelle und ihr könnt euch alles in Ruhe ansehen. Ebenso lassen sich die Videos jederzeit um 360 Grad drehen oder heran zoomen, sodass ihr euch schon sehr anstrengen müsst, etwas zu verpassen. Hier hat Nintendo wirklich großartige Arbeit geleistet, jeder kleine oder große Bauherr kann so in seiner Geschwindigkeit mit Labo seine Freude haben.

Hier basteln wir den "Maxi"-Abschnitt zusammen.

Ich wurde bereits beim Angel-Toy-Con von meinem Sohn zum „Vorspuler“ degradiert. Im Klartext bedeutet das: Mein Sohn knickt, faltet und steckt Laschen in die entsprechenden Öffnungen, während er mir sagt, wann ich das Video weiterlaufen lassen darf. Wir sitzen zwar gemeinsam an einem Tisch, jedoch empfiehlt es sich natürlich die benötigten Papp-Elemente zu Beginn des Aufbauens aus den Pappbögen herauszutrennen. Dann liegen nur noch die folgend benötigten Teile auf dem Tisch und man (in diesem Fall mein Sohn) kann sich voll und ganz auf den Bauvorgang konzentrieren.

Die Angel habt ihr in 1 bis 1,5 Stunden fertig gebaut, erstmals kamen hier auch Ösen zum Einsatz und das eine oder andere Mal lohnt es sich, die Anleitung aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Habt ihr alle Teile ineinandergesteckt und die Angel fertig gebaut, legt ihr einen linken Joy-Con in die Halterung für die Kurbel und den rechten Joy-Con unten in das Endstück des Griffes. Nun wollen wir natürlich auch ein paar Prachtexemplare fangen und begeben uns dazu ans Meer, wo wir unsere Angel sogar bis zum Meeresgrund ablassen können. Hier lasst ihr mittels Kurbel euren Haken samt Schnur in das Gewässer hinab und stoßt schon bald auf die ersten Fischschwärme. Gezeigt wird euch das aus einer seitlichen Perspektive, in der sowohl im Vordergrund als auch Hintergrund die Meeresumgebung als auch unterschiedliche Fische zu sehen sind. Habt ihr einen Fisch am Haken, signalisiert euch das Spiel dies durch eine kurze Vibration des Joy-Con. Nun heißt es schnell zu sein und sofort die Angel hochzureißen. Zusätzlich dazu kurbelt ihr was das Zeug hält, um die Schnur einzuholen und wieder an die Wasseroberfläche zu gelangen. Dort bekommt ihr dann die Informationen zu Art des Fisches, Gewicht und Größe. Habt ihr 3 Tiere geangelt, ist eine Runde vorbei. Dann bekommt ihr noch eine Zusammenfassung eurer gefangenen Tiere in Form einer kurzen Übersicht und wie umfangreich euer Fang in Kilogramm war.

Beim Angeln ist Geduld gefragt. Ein Fisch am Haken kann sich auch wieder losreißen.

Dies spornte meinen Sohn natürlich an, fing er zunächst nur kleinere Fische, steigerte sich das Volumen von Mal zu Mal und Durchgang. Im „Entdecken“-Modus erhaltet ihr zusätzliche Informationen, wie ihr noch geschickter mit der Angel umgehen könnt. Für all unsere Fischfreunde sei auch erwähnt, dass die gefangenen Tiere natürlich nicht in der Bratpfanne landen, sondern sie in einem Aquarium aufbewahrt werden, das ihr euch auch jederzeit ansehen könnt. Dort schwimmen dann alle gefangenen Tiere und können sich von euch nochmals genau inspizieren lassen. Grafisch ist die ganze Einheit mit dem Angeln sehr ansprechend und auch atmosphärisch gelungen.

Abschließend könnt ihr noch eine Prüfung zum Angelmeister ablegen, in der ihr noch Fragen zum Angeln beantworten müsst. Weiterhin ist es auch möglich eigene Fische in das Spiel zu integrieren. Dazu benötigt ihr nur eine beigelegte Schablone, die ihr als Vorlage verwenden könnt. Selbstverständlich lassen sich auch eigene Kreationen verwenden, eurer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Doch wie kommen die neuen Fische in euer Spiel? Dazu ist es notwendig das Toy-Con Klavier aufzubauen, denn dort schiebt ihr die Schablone von oben in eine Aussparung oberhalb der Tasten ein und die Kamera des Joy-Con erkennt dann eure Form und überträgt diese in das Spiel. Weitere Anpassungen könnt ihr darauffolgend noch vornehmen, um euren Fisch zu etwas ganz Einzigartigem zu machen.

Während mein Sohn angelt, baue ich mir ein Motorrad auf.

Während ich bei der Angel nur noch als Statist agieren durfte, konnte ich das Motorrad gänzlich allein zusammenbauen, ohne Unterstützung von meinem Sohn. Ähnlich wie bei der Angel findet ihr hier ebenfalls eine Anleitung in mehreren Abschnitten vor, die erstmals auch Gummibänder mit zum Einsatz kommen lässt. Noch beim Zusammenbau male ich mir aus, wie bescheuert ich wohl mit dem Motorrad vor meinem Bauch haltend aussehe. Für meine erwachsenen Hände gestaltet sich der Aufbau größtenteils flott, lediglich beim Einsatz der Gummibänder komme ich mit meinen Fingern nicht in die entsprechenden Mulden. Dort nehme ich mir ein Messer zu Hilfe, um die Bänder im Innenraum des Toy-Con mit einer Lasche etwas außerhalb zu verbinden. Nach zwei Fehlversuchen gelingt mir das auch und die Gummibänder sitzen perfekt, schließlich sollen sie später den Gashebel adäquat umsetzen.

Das Motorrad ist fast fertig. Links und rechts kommen die Joy-Con in die Lenker hinein.

Die beiden Joy-Con sind gegenüberliegend in den Griffen links und rechts vom mittigen Bildschirm eingelassen. Ihr startet den Motor mit einem Schalter am rechten Joy-Con und dreht diesen rechten Hebel, ganz wie bei einem Motorrad, in eure Richtung, um Gas zu geben. Hier kommen die Gummibänder innerhalb des Toy-Con zum Einsatz, die das Gefühl erstaunlich gut transportieren. Hupen könnt ihr auch mit einem Schalter am linken Joy-Con. Bringt meines Erachtens aber wenig, also lasse ich das und mache nicht wie bei Mario Kart die Dauerhupe um meine Mitfahrer zu erschrecken. Eine Handbremse ist ebenfalls am rechten Hebel angebracht, wozu die wohl da ist?

Nach einigen Pausen, die ich mir selbst gegönnt habe, halte ich das Ergebnis nach ca. 1,5 Stunden reiner Bauzeit in meinen Händen. Also ab auf die Piste. Zunächst starte ich mit einem Amateur Grand-Prix. Ihr fahrt gegen universelle Motorrad-Fahrer, die keine besonderen Merkmale aufweisen. Hier sind keine anderen Charaktere aus dem Nintendo-Universum zu finden.

Schnell bekomme ich auch die Steuerung raus und setze mich nach einigen Kollisionen mit den gegnerischen Fahrern an die erste Stelle. Das war ja einfach. So einfach bleibt es allerdings nicht, ähnlich wie beim großen Bruder Mario Kart besteht ein Grand-Prix aus mehreren Strecken. Ich absolviere also im Amateur-Grand-Prix die drei Strecken und merke dann schon die leicht behäbige Steuerung. Doch Moment, das waren ja nur die 200 cm3! Also stelle ich das Tempo mal auf 600 cm3 ein und siehe da, das fährt sich schon angenehmer. Auf den Strecken finden sich auch noch Boost-Items, die euch beim Aufnehmen dieser einen kurzen Geschwindigkeitsrausch geben, nicht immer zu eurem Vorteil, kommt ihr doch so auch schnell von der Strecke.

Euch stehen drei Kameraperspektiven in der Arena zur Verfügung.

Stellt sich das Rammen der Mitfahrer im ersten Moment als coole Eigenschaft dar – ihr kommt einem Motorrad nahe, stoßt es quasi beiseite und habt dann Platz vor euch – gilt das umgekehrt natürlich auch für euch. Die gegnerischen Fahrer nutzen diese Möglichkeit dann auch bei euch und schnell seid ihr von der Strecke abgekommen. Ja, die Strecke windet sich sehr schnell in unterschiedlichen Höhen, sodass ihr die Fahrbahn entweder in einer steilen Kurve oder aber durch besagte Schubser eines Kontrahenten schnell unfreiwillig verlasst. Ähnlich wie bei Mario Kart stellt euch das Spiel aber schnell wieder auf die Fahrbahn, jedoch habt ihr natürlich Zeit und Plätze verloren. Diese Funktion hat mir persönlich das Motorrad-Spielen innerhalb von Labo schnell madig gemacht, vielleicht lag es auch an mir. Mein Sohn hat das Spiel insgesamt vielleicht auch eine Stunde gespielt, dann aber auch das Interesse verloren.

Insgesamt ist das Motorradfahren eher eine stark eingeschnittene Variante von Mario Kart. Die Strecken sind alle in einem Stadion angesiedelt, eine freie Strecke außerhalb existiert nicht. Immerhin sind euch einige Optionen gegeben, ihr habt die Auswahl aus drei verschiedenen Tempi, könnt die Rundenanzahl zwischen 1-3 Runden verändern und pro Einstellung auch eure Bestzeiten abspeichern. Abschließend könnt ihr auch euren eigenen Grand-Prix erstellen, indem ihr drei Strecken nach eurer Wahl gestaltet. Dazu nehmt ihr entweder den rechten Joy-Con, steckt ihn in ein dafür vorgesehenes kleines Papp-Motorrad und „zeichnet“ die Strecke in die Luft, oder ihr fahrt die Strecke mit eurem Motorrad einmal selbst vor. Das Programm zeichnet dann die Strecke auf und speichert sie nach Wunsch ab, wenn ihr damit zufrieden seid. Das klappte im Selbstversuch ganz gut, wenn auch wiederum stark eingeschränkt, weil ihr die Arena nicht verlassen dürft und es ein Rundkurs sein muss. Optional lassen auch noch Boost-Items auf der Strecke verteilen und die Tageszeit und das Wetter leicht beeinflussen. So eine Nebelfahrt ist schon witzig, aber auch ohne weitere Auswirkungen.

“Schaffe, schaffe, Häusle baue“

Das Motorrad verlor für uns also schnell den Anreiz und an der Pappe vom Gashebel offenbarten sich erste Abnutzungserscheinungen in Form von leichten Knicken. Zeit umzuziehen und das Haus zu bauen.

Ihr habt 3 unterschiedliche Öffnungen, um die Stifte in das Haus hineinzuschieben. Im Bild ist eines der Minispiele zu sehen.

Mit dem Haus baut ihr das erste etwas knifflige Toy-Con. Ist das Fundament und das Haus an sich schnell erstellt, sind die drei Stifte, die ihr an den Öffnungen des Hauses hineinschieben könnt, schon etwas filigraner zu bauen. Im Prinzip baut ihr eine Kurbel, einen Knopf zum Drücken und einen Schalter, der einer Zündung aus einem PKW gleicht. An der unteren Seite der Stifte sind sogenannte Marker befestigt, dabei handelt es sich um Aufkleber, die von der Kamera des rechten Joy-Con erkannt werden (siehe RC-Auto). Habt ihr diese Marker einmal aufgeklebt, ist das schwierigste Unterfangen (für eine Erwachsenenhand) erfolgreich absolviert. Fertig aufgebaut präsentiert sich das Haus dann folgendermaßen: Oben in den Schornstein kommt der rechte Joy-Con hinein, an der vorderen Fassade des Hauses schiebt ihr die den Nintendo Switch-Bildschirm ein und an den Seiten sowie unterhalb des Hauses befinden sich die Öffnungen für die Stifte.

Nun erkennt die Infrarot-Bewegungskamera des Joy-Con anhand der Anordnung der jeweiligen Marker auf den Stiften, welcher Stift an der jeweiligen Position eingeschoben wurde. Auf dem Bildschirm der Nintendo Switch erscheint nun eine seitliche Ansicht eines Zimmers, in das ihr hineinsehen könnt. Hier interagiert ihr mit einem katzenähnlichen Tier, was es sich bei euch im Haus gemütlich gemacht hat. Einige ältere Mitmenschen erinnern sich noch an einen Trend namens Tamagotchi, ein Elektronikspielzeug wo es eure Aufgabe war, euch um ein kleines Lebewesen zu kümmern und dessen Bedürfnisse zu stillen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem katzenähnlichen Wesen im Haus. Ihr könnt es füttern, es schlafen lassen oder auch mit Minispielen beschäftigen.

Ein exemplarisches einfaches Beispiel: Ich stecke den Stift mit dem Knopf in eine der beiden seitlichen Öffnungen und betätige ihn. Auf dem Bildschirm erscheint nun auf der jeweiligen Seite des Bildschirmes ein Schalter im Zimmer. Betätige ich diesen nun, wechselt das Szenario im Zimmer auf Nacht. Ein weiteres Betätigen schaltet daraufhin wieder den Tag-Modus ein, was sich in den Animationen der Katze bemerkbar macht. Schiebe ich nun auf der gegenüberliegenden Seite den „Zündschlüssel“ ein, wechselt das Szenario samt Katze zu einem Minispiel, bei dem ich auf einer kurzen Fahrt mit einer Bergwerks-Lore einige Kristalle einsammeln muss, um einen Bonus zu erhalten. Mit dem Zündschlüssel starte ich nun die Fahrt und mit dem Knopf kann ich an entsprechenden Stellen springen. Dieses Minispiel dauert nur knapp 15 Sekunden, bringt mir aber etwas Nahrung (Brokkoli) für meinen kleinen Kumpan ein. Beende ich nun das „Rennen“ und ziehe den Zündschlüssel heraus, lande ich wieder in meinem gewohnten Zimmer und die Nahrung liegt dort bereit. Nun kann ich mittels Touchscreen den Brokkoli verfüttern und die Farbe meines Tierchens ändert sich.

In eurem "Wohnzimmer" fühlt sich das Katzenwesen sichtlich wohl.

Damit ihr einen Eindruck bekommt, habe ich ein einfaches Beispiel gewählt. Je nachdem wo ihr die Stifte in das Haus einlasst, ändert sich das Szenario. Hier wird wirklich das Experimentieren mit den unterschiedlichen Möglichkeiten gefördert und gefordert. Dies hat meinem Sohn wirklich viel Spaß gemacht, auch wenn die Minispiele hier wirklich nur Sekunden andauern. Er konnte gar nicht genug davon bekommen, alle möglichen Kombinationen auszuprobieren, die ich hier unmöglich alle aufzählen kann. Nur so viel, es gibt noch eine Mikrowelle, ein Mobilé, das die Katze zum Schlafen bringt, eine Schießbude, eine Art Windkanal und eine Bowlingbahn, wo die Katze als Kugel fungiert. Wenn ihr mit einem Wasserhahn das Zimmer voll Wasser laufen lasst, erscheint auch ein Fisch und die Katze schnappt sich einen Schwimmreifen. Wenn ihr die Nintendo Switch nun neigt, schwappt das Wasser im Zimmer auch hin und her.

Beeindruckend und sehr niedlich sind die Animationen der „Katze“ in diesem Zimmer. Seien es die Animationen der Minispiele oder die Interaktionen mit den eingeschobenen Stiften, es macht schon allein Spaß, zu sehen, was sich Nintendo da hat einfallen lassen. Insbesondere die Animationen in den Ruhephasen, also wenn keine Interaktion mit dem Tierchen stattfindet, fallen witzig aus.

Einen Großteil der Toy-Con haben wir nun bereits besprochen, abschließend wird es in den kommenden Tagen noch das Klavier zu entdecken geben und ein Fazit zum Set wird es samt abschließender Bewertung selbstverständlich ebenfalls geben.

Das Klavier im Multi-Set ist wohl das Meisterstück

Beim Klavier hat sich Nintendo fast schon selbst übertroffen. Bereits kurz nach Veröffentlichung von Nintendo Labo konnte man in den sozialen Medien nicht nur Videos vom Aufbau finden, sondern auch erste Programme von Nutzern bewundern, die sich das Klavier zu Eigen gemacht haben.

Professor von Papp gibt euch hilfreiche Tipps zu den einzelnen Toy-Con.

Zunächst stand vor dem Musizieren allerdings der Aufbau. Hier kam alles an Erfahrung zusammen, was vorher mit dem Aufbau der anderen Toy-Con eingeführt wurde. Stabiles Gehäuse, ineinandergreifende Elemente, die zunächst einzeln aufgebaut wurden und nicht zuletzt die Marker, die ein elementarer Bestandteil der Klavier-Erfahrung sind. Diese Marker kommen hauptsächlich an den Tasten für das Klavier zum Einsatz und müssen dort filigran angebracht werden. Das Klavier ist auch das bisher einzige Toy-Con, bei dem ihr mehrere gleich aufgebaute Elemente quasi am Fließband faltet, nämlich die Tasten. Diese Marker an den Tasten werden dann, so wie wir es nun bereits kennen, vom rechten Joy-Con mittels Kamera erfasst und somit erkannt, welche Taste gedrückt wurde. Der Joy-Con steckt dazu auf der Rückseite des Klaviers in einer Vorrichtung, wobei die Kamera nach Innen ausgerichtet ist.

Oben auf dem Klavier befindet sich eine Öffnung, ähnlich wie beim Haus, in die unterschiedliche Schaltknöpfe eingelassen werden können. Diese Schaltknöpfe sind der zweite Knackpunkt beim Aufbau und später bei der Funktionalität des Klaviers. An diesen 4 Schaltknöpfen sind ebenfalls die Kamera-Marker angebracht, wobei sich auf jedem Schaltknopf eine anders geklebte Anordnung der Marker befindet. Diese Anordnung erkennt die Joy-Con-Kamera wiederum und weiß daher, welcher Schaltknopf eingelassen wurde.

Habt ihr das Klavier nach gut 2-3 Stunden aufgebaut, könnt ihr auch sofort in die Tasten hauen. Die Umsetzung ist wirklich erstaunlich akkurat und nahezu verzögerungsfrei. Ich bin nun nicht sehr musisch und bekomme nur vereinzelt mal ein Kinderlied zustande, bin aber dennoch davon begeistert. Ich würde mal behaupten ein funktionierendes Musikinstrument so simpel und doch so effektiv umzusetzen schafft auch nicht jedes Unternehmen. Falls ihr aber so wie ich keine musikalischen Gene vererbt bekommen habt, könnt ihr euch einige Lieder auch von der Software vorspielen lassen. Weitere Veränderungen in den Klängen ergeben sich aus den unterschiedlichen Schaltknöpfen, die ihr gebastelt habt. So könnt ihr einen Katzenchor – eher Katzenjammer teilweise – spielen, werden doch die einzelnen Tasten des Klaviers mit Katzenlauten belegt. Unsere Katzen haben sich davon nicht beeindrucken lassen, scheint also nicht ihre Klangfarbe getroffen zu haben. Es macht Spaß mit den unterschiedlichen Schaltknöpfen zu experimentieren, ähnlich wie bei dem Haus, Minispiele solltet ihr hier natürlich nicht erwarten.

Beim Klavier könnt ihr jederzeit sehen und hören, welche Taste ihr gedrückt habt.

Für weiteres Eintauchen gibt es auch noch ein rudimentäres Studio, mit dem ihr auch durch selbst vorgegebene Takte eigene Stücke kreieren und aufnehmen könnt. Auch hier ist also für ein wenig Umfang gesorgt, wenn auch eher für experimentierfreudige Naturen oder Menschen mit mehr Musikenthusiasmus als mein Sohn und ich ihn vorbringen können. Das Klavier dient neben dem Musizieren – manchmal auch nur „Geräusche“ ausgeben – auch dazu, euch einen Fisch für die Angel zu generieren und in das Angelspiel zu transformieren. Nutz dazu die beigelegte Schablone und gestaltet dann mit der Software den Fisch nach euren Wünschen. Die Schablone wird beim Klavier in einen Schlitz an der Oberseite eingeschoben, die Joy-Con-Kamera scannt die Umrisse der Schablone und übernimmt diese in das Spiel.

Das Toy-Con-Klavier hat mein Sohn allein und ohne meine Unterstützung aufgebaut. Dies ist auch, wie oben angedeutet, auf die Erfahrungen mit den vorherigen Toy-Con zurückzuführen, an denen mein Sohn fast immer beteiligt war. So macht sich ein Lerneffekt bemerkbar, der sich durch das komplette Set zieht, was ein Elternteil natürlich erfreut, weil das Kind Abläufe wiedererkennt und dann relativ entspannt umsetzt. Das hängt natürlich auch mit dem Aufbau der Software zusammen. Hier hat Nintendo großartige Arbeit geleistet und wirklich hervorragende Bauanleitungen kreiert sowie interessante Spiele als Beispiele mit dazu gegeben. Abschließend finden sich im Entdecken-Modus die Funktionsweisen der Toy-Con witzig erklärt. In manchen Fällen kommt ihr auch vorher schon auf die Tricks und Kniffe hinter dem Aufbau der Toy-Con, manches Mal macht es aber auch Spaß sich beim Aufbau darüber keine Gedanken machen zu müssen und diesen Teil als Erfahrung mit in den Prozess des Entdeckens einfließen zu lassen.

Mit dem Multi-Set erhaltet ihr über 10 Stunden Bauspaß und dann habt ihr noch nicht gespielt und entdeckt.

Ich habe mir privat ergänzend zum Nintendo Labo Multi-Set noch das Design-Paket bestellt und war überrascht, wie wenig man dort für ca. 10 Euro erhält. Gerade einmal 2 Stickerbogen, 2 Schablonenbogen und 2 Klebebandrollen sind dort enthalten. Sicher, auf der Verpackung steht drauf was enthalten ist, dennoch ist mehr als 50 Prozent der Packung einfach nur Luft. Was mich am meisten ärgert, bei den Stickern sind keine Nintendo-eigenen Figuren als Motive dabei, alles ist und bleibt im Labo-Universum, wenn man so will. Während ich das Design-Paket als hoffnungslos überteuert ansehe, kann ich diese Diskussion bei den beiden Labo-Sets nicht ganz nachvollziehen.

In der Regel findet der Preis eines Spieles bei ntower in der Bewertung keine Berücksichtigung, weil wir den Spielspaß und das Spiel an sich bewerten. Zu der bestehenden Diskussion bezüglich Nintendo Labo und der Wertigkeit möchte ich ergänzen, dass ihr keineswegs für ein paar Pappbögen 70 Euro bezahlt. Seht es mal anders herum, Nintendo Labo ist kein Videospiel im herkömmlichen Sinn, es ist vielmehr eine Software, mit der ihr Toy-Con bauen und gestalten könnt. Allein das Bauen und ein erstes Spielen mit den 5 beigelegten Toy-Con beschäftigt euch über 10 Stunden, wenn ihr alles aufbaut und ausführlich anspielt. Dazu gibt es noch den Entdecker-Bereich, der euch hinter die Mechaniken der Toy-Con blicken lässt und weitere Aktionsmöglichkeiten freigibt. Abschließend ist die Toy-Con-Werkstatt ein mächtiges Programm, mit dem ihr weitere Einsatzmöglichkeiten für die bestehenden Toy-Con oder eure eigenen Toy-Con erstellen könnt. Neue Nintendo Switch-Spiele kosten in der Regel ca. 60 Euro, unabhängig von Spielzeit oder Umfang, Nintendo Labo kostet knapp 70 Euro, ihr erhaltet also eine Software mit mehreren Minispielen und viel Umfang, und dazu gibt es für 10 Euro mehr die passenden Pappbögen. So kann man es auch betrachten.

Fazit meines Sohnes zum Nintendo Labo Multi-Set:
Ich finde Nintendo Labo sehr gut, selbst für Bastelanfänger ist es einfach zu bauen, weil es sehr gut erklärt wird und bei manchen Teilen einfach "flutscht".

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Nintendo Labo: Toy-Con 01 - Multi-Kit

Meinung von Dennis Gröschke
Nintendo ist gut darin, sich aus dem Wettrüsten in Bezug auf Hardware-Spezifikationen der Mitbewerber rauszuhalten. Schon immer versuchte die Firma aus Kyoto mit ihren Produkten nicht nur die passionierten Videospieler zu erreichen, sondern auch die Teile der Menschen, die gerne über unser Hobby die Nase rümpfen. Mich als Vater, der auch heute noch gerne Videospiele spielt, brauchten sie daher mit Nintendo Labo nicht zu überzeugen. Das Konzept ist so simpel wie effektiv: Baue etwas zusammen, probiere es dann aus und entdecke im letzten Schritt wie es funktioniert. Ich rechne Nintendo hoch an, dass sie nach dem Bauprozess nicht gleich mit dem Holzhammer versucht haben, direkt erklären zu wollen, wie und warum das Toy-Con funktioniert. Nach jeder Bauphase wird man zunächst aufgefordert es auszuprobieren und damit zu spielen. Erst danach kann der Bauherr, wenn er denn möchte, sich die Details und Hintergründe zum Toy-Con erklären lassen. Die Bauanleitungen sind dabei wirklich fantastisch gestaltet, weil sie dem Bauherrn seine eigene Geschwindigkeit beim Bauen ermöglichen, immer mal wieder eine Pause vorschlagen und auch sonst mit witzigen Sprüchen punkten. Für mich war es eine weitere Gelegenheit mit meinem Sohn Zeit zu verbringen und gemeinsam etwas zu erschaffen. Nachdem wir nun alle Toy-Con aufgebaut haben, wird sich zeigen, wie lange wir damit Spielen oder Experimentieren werden. Meiner Einschätzung nach wird Nintendo Labo meinen Sohn in ein paar Wochen nicht mehr interessieren, dafür sind die Toy-Con nicht ausreichend auf Wiederspielwert und Langzeitvergnügen ausgelegt. Nichtsdestotrotz halte ich das Multi-Set rückblickend für das interessantere von den beiden ersten Nintendo Labo-Sets. Ich werde es auf jeden Fall weiterempfehlen und hatte gemeinsam mit meinem Sohn viel Spaß beim Bauen, Spielen und Entdecken.
Mein persönliches Highlight: Die witzigen Sprüche und allgemein lockere Art der Präsentation.

Kommentare 3

  • Skerpla 任天堂 - 23.05.2018 - 14:13

    Keine Frage, hier sind viele kreative Ideen und Konzepte ungesetzt worden.
    Zum Beispiel das Easter Egg in dem Haus bei Nacht.
    Aber 60€ sind mor für eike maximal 5-stündige Spielerei zu viel. Für 30€ wär ich dabei, die Designsets sind aber entgültig überteuert.
    Bin mal gespannt, ob Nintendo die Labo-Reihe fortsetzen wird und was die nächsten Ideenbereiche sind. Vielleicht was im Haushalt? Oder gleich Koch-Sets um die Gerichte aus dem Kirby-Restaurant oder die Shrimpy Snacks aus Splatoon 2 nachkochen zu können? Ich würd's feiern :thumbsup:
  • Ptooie planta piranhaca - 23.05.2018 - 19:49

    @Sloppy Und, hattest du schon Zeit die Joy-Con-Vibration zu testen?
  • Lyle Turmheld - 02.08.2018 - 13:51

    Ich hatte erwartet, dass die Infrarotkamera nur ein Gimmick ist. Aber da steckt doch mehr Potenzial dahinter.Und Nintendo Labo ist, denke ich, nur ein Ansatz. Früher musste man teure Hardware nur für ein Spiel entwickeln, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen. Nun reichen die Joy-Con und Pappe.