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Test zu Shantae: Half-Genie Hero - Ultimate Edition - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Shantae: Half-Genie Hero - Ultimate Edition
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Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
27.04.2018
Vertrieb
WayForward, PQube
Entwickler
WayForward
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Shantae hat eine Feindin, drei Freunde und verkleidet sich gerne

Von David Pettau () Shantae kommt in letzter Zeit viel herum. Mit ihrem aktuellen Spieleableger, Half-Genie Hero, hat sie nicht nur sämtliche aktuellen Konsolen bereist, dank einer frühen Veröffentlichung für die Nintendo Switch war sie nun zuletzt mit Sicherheit auch in zahlreichen Zügen, in diversen Parks und weiß der Teufel wo unterwegs. Seit der Erstveröffentlichung des Spiels Ende 2016 hat sich in Half-Genie Hero dabei einiges getan – und alle neuen Inhalte, die es seitdem zu bestaunen gab, wurden nun in einer Ultimate Edition zu einem großen Gesamtpaket geschnürt.

Genau um diese neuen Inhalte soll es in diesem Test auch gehen – unseren ausführlichen Spieletest zum vermeintlich im Vordergrund stehenden Hauptabenteuer findet ihr hier. “Vermeintlich“ deshalb, weil die zusätzlichen Inhalte alleine bereits einen Kauf der Ultimate Edition rechtfertigen könnten, was ich im Folgenden näher ausführen werde. Dabei werden wir auf jeden der neuen Modi einzeln eingehen – von "Pirate Queen’s Quest", über "Friends to the End", bis hin zum jüngst veröffentlichten "Costume Pack".

Pirate Queen’s Quest

Bei Pirate Queen’s Quest handelt es sich um die erste zusätzliche Kampagne, die nach Release für Shantae: Half-Genie Hero veröffentlicht wurde. In diesem zwei bis dreistündigen Abenteuer schlüpft ihr in die Rolle von Risky Boots, der Erzfeindin von Shantae, und erlebt einen Teil der Geschehnisse des Hauptspiels aus Riskys Perspektive. Von allen zusätzlichen Kampagnen gleicht die Struktur von Pirate Queen’s am ehesten der des Hauptspiels. Zugleich ist Riskys Abenteuer die wohl langweiligste Kampagne des Spiels – und das hängt zum einen damit zusammen, dass sich die Struktur des Abenteuers so stark am Hauptabenteuer orientiert.

Einen fliegenden Teppich hat Risky Boots dank ihrer Piratenmütze und ihres Vierfachsprungs genau genommen gar nicht nötig.

Ähnlich wie im Hauptspiel müsst ihr in Pirate Queen’s Quest alle bereits bekannten Welten absolvieren. Im Gegensatz zu Shantaes Abenteuer dürft ihr euch in der Rolle von Risky allerdings aussuchen, in welcher Reihenfolge ihr die Welten angeht. Nach Abschluss einer Welt erhält Risky immer ein neues Gadget, das euch zusätzliche Bewegungsfreiheit innerhalb der Welten verschafft – ähnlich wie Shantaes Verwandlungen. So müsst ihr bereits absolvierte Welten weitere Male besuchen, um alle versteckten Gegenstände zu finden, die dort aufbewahrt werden. Natürlich durchstreift ihr dabei nicht die genau gleich aufgebauten Welten wie Shantae, das komplette Leveldesign wurde natürlich an Riskys Bewegungsmöglichkeiten angepasst. Eben diese sind das größte Problem von Pirate Queen’s Quest: Risky spielt sich lange Zeit schlicht langweilig, bevor sie dank ihres letzten Gadgets geradezu übermächtig wird und sich nahezu unbegrenzt in jede beliebige Himmelsrichtung bewegen kann. Neben der Möglichkeit, ihren Piratenhut zum Gleiten in der Luft zu verwenden, wird Riskys Moveset mittels ihres letzten Gadgets um das Ausführen von Vierfachsprüngen erweitert. Somit kann sie fast schon nach Belieben in der Luft umhergleiten – der Tod eines jeden ausgeklügelten Leveldesigns in einem Platformer wie Shantae.

Friends to the End

Die zweite zusätzliche Kampagne knüpft an einer bestimmten Stelle des Hauptspiels an – in diesem Abenteuer steuert ihr Shantaes Freunde Sky, Bolo und Rottytops durch Shantaes Erinnerungen, um sie von einem Fluch zu befreien. Dabei wurde die Struktur des Abenteuers erstmals grundlegend umgestaltet, was der zwei bis dreistündigen Rettungsmission sehr zugute kommt. Mit Friends to the End verabschiedet man sich von allen Metroidvania-Elementen des Hauptspiels – kein Backtracking mehr, keine freischaltbaren Fähigkeiten mehr. Stattdessen durchstreift ihr die an Sky, Bolo und Rotty angepassten Levels in linearer Reihenfolge. Dadurch wird das Spiel um einiges Arcade-mäßiger und rasanter, wozu auch der knackige Schwierigkeitsgrad seinen Teil beiträgt. Sammelbare Kristalle, die im Hauptspiel dazu dienen, neue Fähigkeiten zu kaufen und diese zu verbessern, bestimmen nun die Menge, in der euer Charakter austeilen kann. Habt ihr beispielsweise 50 Kristalle gesammelt, so steigt der entsprechende Charakter auf das zweite Level auf, was all seine Fähigkeiten verbessert. Bis zu vier dieser Level gibt es für jeden Charakter – der Haken ist, dass ihr an Kristallen verliert, wenn ihr gegnerische Treffer einsteckt, und infolgedessen auch wieder im Level sinken könnt. Zusammen mit der wegfallenden Funktion, euch dank sammelbarer Gegenstände im Pausenmenü zu heilen, verleiht dies Kämpfen, insbesondere Bosskämpfen, viel mehr Gewicht. Während ich im Hauptspiel einfach “YOLO!“ auf Bosse zu rennen und auf sie einkloppen konnte, weil ich mich sowieso wieder hochheilen konnte, wird “you only live once“ in Friends to the End zum Programm.

Rottys Kopf kann unpassierbare Barrieren überwinden.

Um diesem Schwierigkeitsgrad zu trotzen, stehen euch natürlich gleich drei Charaktere zur Verfügung, die sich allerdings eine Lebensleiste teilen. Zwischen Sky, Bolo und Rotty könnt ihr auf Knopfdruck hin- und herwechseln, um deren Fähigkeiten zu kombinieren. Neben individuellen Angriffsarten hat jeder der dreien eine Fähigkeit, die an vielen Stellen benötigt wird, um im Level voranzuschreiten – Bolo schwinkt mithilfe seines Enterhakens über Abgründe, Sky erschafft kleine Plattformen von kurzer Lebensdauer und Rotty reißt sich kurzerhand ihren verwesenden Kopf heraus, um diesen zu Werfen und ihr Abenteuer an dessen Landestelle fortzusetzen. Das Kombinieren dieser Fähigkeiten ist dabei zwar oftmals der Clou, zum Ende hin bietet Friends to the End allerdings auch drei Level, die jeweils ausschließlich auf einen der dreien Charaktere zugeschnitten sind – und diese Level sind mit das schwerste, das Shantae: Half-Genie Hero zu bieten hat und beherbergen Leveldesign in Perfektion. Als zusätzliche Herausforderung sind in jedem Level drei besondere Sammelgegenstände versteckt – um diese zu sammeln, müsst ihr oftmals ein geschicktes Verständnis im Kombinieren der Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Beach Mode

Widmen wir uns zuletzt dem Costume Pack-DLC, der jüngst für Shantae: Half-Genie Hero veröffentlicht wurde. Ich war nicht gering überrascht, als sich die drei Zusatzkampagnen des Costume Packs als die vielleicht besten Teile des Half-Genie Hero-Gesamtpakets entpuppten. Also, worum gehts? Im Costume Pack bekommt Shantae drei neue Kostüme spendiert, die die Weichen für drei neue Kampagnen im Arcade-Stil, ähnlich wie Friends to the End, stellen. Dabei kommen die gleichen Regeln zum Einsatz, wie schon in Friends to the End – mithilfe von Kristallen levelt ihr Shantae auf, die Welten werden in linearer Reihenfolge durchlaufen und jedes Level beherbergt mehrere Sammelgegenstände, die es zu finden gilt.

Shantae war bereits zu lange in der Sonne und läuft schon etwas rot an, diese Skorpionfrau scheint allerdings absolut nichts von Sonnenschutz zu halten.

Unter den drei neuen Kampagnen stellt der Beach Mode den gewöhnlichsten, wenn auch sehr humorvollen Ansatz dar. In ihrem Bikini gekleidet hat Shantae ein simples Ziel: Sie will den perfekten Strand finden, um sich zu bräunen. Verwandeln kann sich Shantae in diesem Modus nicht – stattdessen wurden ihre Bewegungsmöglichkeiten angepasst. Zwar peitscht sie wie gewohnt mit ihrem Haar, doch kann sie keine Magie wirken – stattdessen schleudert sie Wasserbälle, die an Wänden abprallen. Per Knopfdruck begibt sich Shantae zusätzlich in eine Luftblase, die zaghaft nach oben gleitet – aus dieser kann sie entweder emporspringen oder sich fallen lassen. Um diese Luftblase ist dabei ein Großteil des Leveldesigns gestrickt, das in allen drei Costume Pack-DLCs auf höchstem Niveau ausgeführt ist.

Natürlich hat der Beach Mode dabei noch einen beachtlichen Haken, der die Kampagne zur insgesamt anspruchsvollsten des Half-Genie Hero-Gesamtpakets macht: Hält sich Shantae zu lange unter der prallen Sonne auf, droht ihr natürlich ein Sonnenbrand. Eigentlich nicht weiter schlimm, stimmt, nur bedeutet das für euch, dass Shantaes Lebensleiste rasant abnimmt, sollte sie sich zu lange im Freien aufgehalten haben. Die Lösung: Ein erfrischendes Bad oder Sonnencreme. Am unteren Bildschirmrand befindet sich eine Anzeige, die euch über den Fortschritt eines drohenden Sonnenbrands informiert – ihr solltet tunlichst Sonnencreme aufsammeln oder ins Wasser springen, bevor dies eintritt. Das kann teils zu extrem brenzligen Situationen führen, vor allem in Bosskämpfen, da ihr euch neben drohenden Angriffen eurer Gegner auch noch um euren Sonnenschutz kümmern müsst.

Ninja Mode

Nin-Jutsu!

Gekleidet in ihrem frisch bestellten Ninja-Kostüm erwartet Shantae in dieser Kampagne vor allem eines: rasante Action und forderndes Platforming. Als Ninja bewegt sich Shantae mit einer sehr hohen Geschwindigkeit durch die Welten. Zusätzlich zum ohnehin schnellen Spielfluss kann sie sich außerdem über eine nicht zu unterschätzende Distanz teleportieren. Ausgerüstet mit Wurfsternen und einem Katana huscht sie mit einem Affenzahn durch die Levels, deren Aufbau vor allem zum Ende hin ein hohes Maß an Konzentration erfordern. Im Ninja Mode wird Shantae: Half-Genie Hero somit fast schon zu einem gänzlich anderen Spiel – dieses spielt sich dabei derart flüssig, dass man sich fast schon einen vollwertigen Shantae-Ableger mit Ninja-Fähigkeiten wünschen könnte. Insbesondere Shantaes Teleportation und ihre Ninja-Fähigkeit, sich an Wänden festzuhalten und davon abzustoßen, wollen im Verlauf dieser Kampagne gemeistert werden. Für die Distanz der Teleportation müsst ihr ein gutes Gespür entwickeln, sodass ihr diese Fähigkeit im Zuge der herausfordernden letzten Level gezielt und sicher einsetzen könnt.

Officer Mode

Als Officer verkleidet begibt sich Shantae in ein kleines Crossover zwischen der Shantae- und der Mighty Switch Force-Reihe. Für all jene, die das Spielprinzip der Mighty Switch Force-Spiele nicht kennen, hier eine kurze Erklärung: Das Spielkonzept basiert darauf, dass Blöcke ins Bild hereinragen, die ihr per Knopfdruck in den Hintergrund verschieben könnt. So könnt ihr diese hervorragenden Blöcke als Plattformen nutzen, oder aber ihr verschiebt diese beispielsweise in dem Augenblick nach vorne, wenn sich vor ihnen ein Gegner befindet, um diesen wegzustoßen. Aber Vorsicht – solltet ihr einen Block nach vorne verschieben, während ihr im Weg steht, so werdet ihr selbst weggestoßen.

In wirren Komplexen aus Blöcken kann es schwerfallen, sich zu orientieren.

Nach diesem Spielprinzip wurden nun auch die Level im Officer Mode gestaltet. Die kompletten Welten sind mit beeinflussbaren Blöcken verschoben, die ihr per Knopfdruck flüssig verschieben könnt. Dabei beweist WayForward einmal mehr ein Händchen für cleveres Leveldesign, das zum Ende hin erneut eine wahre Herausforderung bietet. Shantae selbst verzichtet dabei auf viele ihrer eigentlich gesetzten Fähigkeiten – weder schwingt sie ihre Haarpracht, noch kann sie sich Ducken. Stattdessen bekämpft sie Feinde mit einer Pistole, die auf Shantaes maximalem Level ordentlich austeilen kann.

Dank des ungewohnt frischen Gameplays stellt der Officer Mode die außergewöhnlichste Kampagne des Costume Packs dar und zeichnet sich, wie übrigens auch Friends to the End, durch eine neue Palette an Soundtracks für die bekannten Welten aus, die bereits im Hauptspiel mit ihrer musikalischen Untermalung zu glänzen wussten.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Shantae: Half-Genie Hero - Ultimate Edition

Meinung von David Pettau
Zwar gefiel mir Shantae: Half-Genie Hero sehr gut, doch gab es dort einige Aspekte, die ich als ziemlich störend empfand. Das ständige Backtracking, die völlige Bedeutungslosigkeit von Kämpfen, das langwierige Freischalten von neuen Fähigkeiten – das DLC-Aufgebot des Spiels kann all das beiseiteschieben. Während Pirate Queen’s Quest noch unter denselben Mängeln leidet, bieten Friends to the End und insbesondere das Costume Pack zackige Action-Platformer-Kost, die sich kein Shantae-Fan entgehen lassen sollte. Wer Half-Genie Hero noch überhaupt nicht gespielt hat, der sollte spätestens jetzt einen Blick riskieren – trotz aller kleinen Mängel kann das Hauptspiel natürlich auch immer noch überzeugen. Für Hartgesottene bietet das Spiel außerdem den Hard Core Mode – eine schwierigere Variante des Hauptspiels.
Mein persönliches Highlight: Die geniale Art und Weise, wie WayForward in Form des Beach Modes plumpen “Fanservice“ mit Charme, Humor und Kreativität verbindet.

Kommentare 4

  • KlaBooster Alles wird loot ... - 10.05.2018 - 18:05

    Sehr schön, steht auch auf meiner Liste :ddd:
  • Amber - 10.05.2018 - 18:12

    Das Game ist okay, aber Pirate's Curse ist nach wie vor der beste Teil für mich. Etwas schade, dass Half Genie Hero leider nur ein simples 2D Jump'n Run ist, anstelle welches mit dem üblichen Metroidvania Gameplay.
  • Pepsi-Fan 123 Tischtennis/Rubik´s Cube Profi - 10.05.2018 - 18:26

    Also mir hat das normale Spiel ziemlich gefallen auch der Umfang und die 10std Spielzeit waren perfekt. Klar hab ich mir nicht dasselbe von den DLCs erhofft, aber es ist so langweilig das 4, 5 oder 6 mal im Risky Boots, Friends to the End und Costume DLC diesselben Levels mit denselben Bossen zu wiederholen. Da helfen auch nicht irgendwelche neuen Charaktere oder Kostüme. Alles in allem war das Hauptspiel super, aber die DLCs net so doll.
  • E4_ Action-Platformer - 10.05.2018 - 21:37

    WayForward muss YouTuber und Journalisten echt lieben, so gutes Material für Thumbnails wie die immer liefern. :thumbsup: