Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Battle Chasers: Nightwar - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Battle Chasers: Nightwar
  • USA USA: Battle Chasers: Nightwar
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
15.05.2018
Vertrieb
THQ Nordic
Entwickler
Airship Syndicate
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
Amazon eBay

Eine große Überraschung am Rollenspiel-Himmel

Von Dirk Apitz () Die Nintendo Switch wird immer mehr zur perfekten Konsole für Rollenspiele. Denn egal ob im Indie-Bereich oder auch bei den größeren Thirds, schon fast monatlich kommen Titel aus diesem Genre heraus. Nun erscheint endlich Battle Chasers: Nightwar auch für die Nintendo Switch, nachdem dieser Titel bereits auf den anderen Plattformen schon für Furore sorgte. Dabei wurde es oft mit Final Fantasy und Darksiders verglichen und ich muss ehrlich sagen, der Vergleich mit dem letzten Titel erschließt sich mir nicht ganz und wird diesem Titel auch nicht ganz gerecht. Für alle Fans von klassischen Rollenspielen ist dieser Titel aber definitiv ein Pflichttitel und ich werde noch einige Stunden mit diesem Spiel verbringen.

Die Zeichnungen sehen wirklich gelungen aus und bringen die Story gut voran.

Eine Truppe wird in dieser Fantasy-Welt von Piraten vermeintlich angegriffen und so folgt der Absturz auf den Kontinent "The Grey Line". Dieser Kontinent wirkt verflucht, kommt man hier meist doch nicht mehr lebend raus. Auch wenn unsere Truppe nun etwas zerstreut ist, so hat die Landung dennoch etwas Gutes. Denn der Vater von Gully, einer weiblichen Kämpferin, die noch zudem einen sehr mächtigen Handschuh besitzt, ist genau hier ebenfalls abgestürzt und zudem auch noch auf einer Mission gewesen. Nun müssen wir mit Gully die restlichen Truppen ausfindig machen. Gully findet schon relativ schnell den mechanischen Golem Calibretto, der sich scheinbar viel Sorgen um Gully macht. Zusammen befreien sie noch Garrison, einen sehr starken Schwertkämpfer, der Gully trainiert. Was mit dem Rest geschah, ist nicht bekannt und muss herausgefunden werden...

Die Geschichte ist nicht so ausufernd und gigantisch, wie beispielweise in Xenoblade Chronicles. Das macht aber auch nichts. Ich fand die Geschichte nämlich ziemlich erfrischend und diese wird auch in sehr guten Zwischensequenzen vorangetrieben. Die Dialoge sind ebenso nicht zu gigantisch, aber haben ihren Charme, wie auch Witz. Das liegt auch an den Charakteren selbst, die wirklich eigene Persönlichkeiten haben. Besonders angetan hat es mir Calibretto. Dieser fett gepanzerte Golem mit seiner großen Waffe sieht auf dem ersten Blick aus wie ein übertriebenes Abbild von Mega Man. Aber tatsächlich ist dieser Golem sehr friedliebend, fürsorglich und wenn ein Kampf startet, lässt er erstmal einen Vogel frei. Bei einem Sieg dient dieser Golem als Statue, auf der mehrere Vögel platz nehmen. Auch die restlichen Nebencharaktere haben alle ihre eigene Persönlichkeit und fallen nicht negativ auf. Monika fällt etwas aus der Reihe mit ihrem Bikini-Outfit und dem klassischen Waifu-Auftreten, was dieses Spiel nun wirklich nicht nötig hat. Wer noch tiefer in die Geschichte und in dieses Universum eintauchen will, der kann sich ein paar Tagebücher durchlesen oder andere größere Artikel, die ihr im Laufe des Abenteuers findet.

Darksiders? Eher Blizzard!

Tatsächlich haben sich die Entwickler hier sogar große Mühe gegeben. So gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit immer mehr Informationen über die Gegner zu sammeln. Nicht nur wichtige Informationen, wie zum Beispiel die Lebenspunkte, könnt ihr in Erfahrung bringen, sondern auch kleinere Hintergrundinformationen. Von den Charakteren und auch vom Artstyle der Umgebung, Figuren oder Objekten her erinnerte mich das Spiel im Übrigen sehr stark an Blizzard. Alles ist etwas bunter, wirkt gezeichnet und auch der Humor, der nie in den Vordergrund rückt, könnte von den Machern von Warcraft oder Diablo stammen. Warum dennoch die Vergleiche mit Darksiders? Nun das liegt am Comic-Künstler Joe Madureira, der sich eben auch für die Darstellung in Darksiders verantwortlich zeichnet (ha!). Wie dem auch sei, das Spiel sieht einfach sehr schön aus und die Gebiete sind abwechslungsreich. Auch die Gegner sind interessant gestaltet und mit, laut eigenen Angaben, 150 Gegnertypen ebenfalls variantenreich. Leider kam es an manchen Stellen in der Oberwelt zu kleineren Rucklern, die aber den Spielspaß nicht stören. Im Übrigen: Wer das Gefühl hat das alles schon einmal gesehen zu haben, der kann sich wohl an die Comics aus den 90ern erinnern. Auch dafür war Joe Madureira verantwortlich, erlangte aber nicht ganz so große Popularität.

Auch angeln könnt ihr! Diese Abschnitte sind getrennt von der restlichen Welt und erfordern euer Geschick.

Ebenso ein wenig störend sind die Ladezeiten. Betretet ihr später einen Dungeon, kann sich so ein Ladebildschirm ganz schön lang anfühlen. Was etwas merkwürdig ist, da bei den Kämpfen manchmal gar keine Ladezeiten sind und manchmal es plötzlich etwas länger dauert und ein Ladebalken aus dem Nichts erscheint. Ansonsten läuft das Spiel aber flüssig und geschmeidig, auch im Handheld-Modus. Die einzelnen Musikstücke wissen zu überzeugen und passen gut zur aktuellen Szenerie, auch wenn der Soundtrack nicht so heraussticht. Richtig überzeugend ist aber die Synchronisation, auch die deutsche, wo die Entwickler sich wirklich viel Mühe gaben und diese durchaus viel zur Stimmung wie auch zur Charakterisierung beiträgt. Ärgerlich ist aber, dass es auch viele Passagen gibt, wo diese komplett fehlt. Dies trübt etwas den audiovisuellen Gesamteindruck.

Der Vergleich mit Final Fantasy ist da schon naheliegender. So hat Joe Madureira in einem Interview bereits gesagt, dass seine Comics von den großen JRPGs beeinflusst wurden und dazu zählt eben auch Final Fantasy. Da passt es ja auch, dass die Kämpfe ebenfalls rundenbasierend sind und die meiste Zeit werdet ihr auch Kämpfen. Doch jetzt fahren wir einen Gang zurück. Denn dieses Spiel setzt nicht auf die klassische Oberwelt mit den verschiedenen Dungeons. Im Grunde gibt es drei Ebenen, auf denen ihr handelt. Die große Karte, da könnt ihr immer nur von einem Punkt zum nächsten laufen. Hier findet ihr auch kleinere Städte, wo ihr euch ausruhen könnt, handelt oder kleinere Nebenquests annehmt. Auf dieser Karte sind auch schon Feinde sichtbar. Sobald ihr einen dieser Feinde berührt, wechselt ihr in den Kampfbildschirm. Ansonsten könnt ihr noch auf der Karte Truhen öffnen oder Portale aktivieren, damit ihr euch teleportieren könnt, um längere Wege zu vermeiden. Nicht unwichtig ist dabei, dass ihr auch Tränke kaufen und brauen könnt, so wie ihr auch neue Waffen schmieden könnt. Dies geschieht mit der Beute, die ihr auf euren Abenteuern bekommt und ist nicht wirklich komplex aber nett, dass es da ist.

Lasst euch nicht täuschen. Dieser Elementar-Geist ist sehr zäh.

Betretet ihr aber einen größeren Bereich, wechselt ihr den Modus und ihr durchforstet das Gebiet in Echtzeit. Dabei trefft ihr ebenfalls auf Gegner, die ihr besiegen müsst. Sobald ihr diese berührt, wechselt das Ganze wieder in den Kampfbildschirm. Hier steuert ihr immer auch einen Helden, könnt aber ganz einfach mit "L" oder "R" die Helden wechseln, dies geschieht überraschend schnell und ohne Wartezeit. Dies ist auch nicht unwichtig, denn eure Helden haben hier auch Fähigkeiten. So kann euer ruhiger Golem zum Beispiel euch alle heilen oder Gully mit einem Angriff euch den Erstschlag im Kampf sichern. Auch dient es vielleicht dazu, dass ihr diversen Fallen ausweicht. Diese findet ihr in sogenannten Dungeons, die neben solchen Fallen, vielen Gegnern auch eine weitere Besonderheit aufweisen. So wählt ihr vor dem Betreten den Schwierigkeitsgrad aus, desto höher, desto größer auch die Belohnung. Zudem gibt es hier kleinere Rätsel und auch einen sehr starken Endboss. Da ihr gefühlt ständig kämpft, ist das alles nicht wirklich besonders aber bringt eben etwas Abwechslung. Ein weiterer Besuch lohnt sich, da die Dungeons auch meist zufallsgeneriert sind. Allgemein werdet ihr in der Welt hin und wieder zurückkehren, da ihr nun ein Item oder eine Fähigkeit besitzt, die euch neue Türen öffnet. Später, wenn weitere Helden dazukommen, ist es auch nicht unwichtig zu entscheiden, welcher Held denn nun mitkommt, da manche Fähigkeiten eben nicht unwichtig werden.

Nur kopiert?

Kommen wir also nun zur dritten und letzten Ebene, den Kämpfen. Im Grunde ist es ein klassisches JRPG, wie man es sich vorstellt. Maximal 3 gegen 3 ist möglich, wobei es bei den Gegnern auch eine Art Wellenmodus gibt. Habt ihr alle drei Gegner besiegt, kommt die nächste Welle, bis alle Gegner erledigt sind. Wir haben dabei normale Angriffe, besondere Angriffe und gar Spezialattacken. Die einfachen Attacken verbrauchen kein Mana oder sogenannte Kampfpunkte. Dazu können wir mit Tränken oder anderen Items das Team unterstützen. Diese sind sofort einsatzbereit und dienen dazu die Kampfpunkte aufzufüllen. Die besonderen Angriffe dagegen verbrauchen Mana und brauchen oft etwas Zeit, bis die Attacke aufgeladen ist, dafür sind diese mächtiger. Manche Attacken richten auch mehr Schaden an, wenn ihr mehr Kampfpunkte habt. Sollte die Attacke keine Kampfpunkte verbrauchen, dann addieren sich diese Punkte mit den Manawerten und ihr verbraucht dadurch auch weniger Mana. Dies ist nicht unwichtig, da Mana nur durch Levelaufstieg, Bettruhe oder Tränke wieder aufgeladen wird. So solltet ihr nicht immer eure Manapunkte verwenden und lieber einen Kampf länger bestreiten, anstelle alles zu verschwenden. Habt ihr am Ende eines Dungeons kein Mana mehr, sieht es nicht gut für euch aus. Taktik ist daher nicht nur in den Kämpfen gefragt, sondern auch zwischen den Kämpfen.

Auch die Endbosse können Spezialattacken, die im Übrigen sehr schön inszeniert sind.

Natürlich gibt es noch verschiedene Klassen wie Heiler, Damage Dealer oder Tank. Wenn ihr später mehrere Charaktere einsetzen könnt, solltet ihr natürlich auf ein ausgewogenes Team achten. Jeder Charakter hat zudem eine Spezialattacke. Um diese einsetzen zu können, müsst ihr einen Balken aufladen durch Angriffe oder Zauber. Tipp: Dieser bleibt aufgeladen, auch wenn der Kampf vorbei ist. Auch diese Komponente verlangt etwas Taktik über einen Kampf hinaus. Nach jedem Kampf gibt es neben den Crafting-Gegenständen auch Erfahrungspunkte. Bei einem Levelaufstieg erlernen die Charaktere neue Fähigkeiten. Dazu gibt es natürlich noch im Kampf Statuseffekte, die ihr sogar mit anderen Attacken kombinieren könnt und einen wirklich fordernden Schwierigkeitsgrad. Später kann man auch schwache Gegner überspringen, da es wohl sonst auch zu ausufernd wäre.

Das Spiel lässt euch im Übrigen relativ alleine. Das minimale Tutorial am Anfang erkärt euch eigentlich nur die Sonderfähigkeiten. Den Rest müsst ihr selbst erlernen und selbst Genre-Kenner werden hier überrascht. So könnte man doch glatt meinen, dass unser freundlich gesinnter Golem als Tank dient, doch tatsächlich ist es die kleine und zierliche Gully, während der Golem als Heiler fungiert. Trotz dieser Tatsache und obwohl das Spiel doch sehr umfangreich ist, würde ich dieses Spiel auch Einsteigern empfehlen. Experten haben aber dank der Schwierigkeitsstufe und auch dem anteigenden Schwierigkeitsgrad ebenfalls ihre Freude. So mausert sich Battle Chasers wirklich zu einem der besten klassischen Rollenspiele auf der Nintendo Switch!

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Battle Chasers: Nightwar

Meinung von Dirk Apitz
Ich bin ehrlich, ich habe vor dem Test nicht so viel mitbekommen von diesem Spiel. Desto überraschter war ich vom Endergebnis. Der tolle Stil, die nette Geschichte und das wirklich tiefgründige Kampfsystem haben mich richtig überzeugt! Dabei kopieren die Entwickler nicht einfach nur stumpf die typischen Elemente, sie würzen diese mit eigenen, netten, wenn auch kleinen Ideen. Hier hoffe ich doch wirklich stark auf einen Nachfolger, der die kleinen Schwächen beiseite schiebt. Doch dies ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Fans des Genres machen hier nichts verkehrt und auch Neulinge werden ihren Spaß damit haben!
Mein persönliches Highlight: Ein friedlebender Golem mit starker Panzerung...das ist zu viel!

Kommentare 16