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Test zu Garage - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Garage
  • USA USA: Garage
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.05.2018
Vertrieb
tinyBuild Games
Entwickler
tinyBuild Games
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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„Schatz, ich gehe nur mal kurz die Garage aufräumen.“

Von Krispin Berndt () tinyBuild ist ein amerikanischer Videospiel-Publisher, der auch ein eigenständiges Entwicklerstudio in den Niederlanden besitzt. Am 10.05.2018 haben sie in Zusammenarbeit mit dem Entwicklerstudio Zombie Dynamics das Nintendo Switch-exklusive Garage veröffentlicht. Ob dieser Top-Down-Shooter ein echter Schocker oder so spannend wie ein Horrorfilm ab 12 ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen:

Das Spiel beginnt auf einem brennenden Parkdeck, in dem ein Auto steht, das ziemlich demoliert ist und wohl einen Unfall hatte. Erst durch das Drücken der Tasten hört ihr ein lautes Geräusch aus dem Auto und die Kamera schwenkt näher an das Geschehen. Mit einem lauten Knall öffnet sich der Kofferraum und ihr seht einen sichtlich verwirrten Mann. Schon schlüpft ihr in die Rolle des Protagonisten Butch, einem Drogenhändler aus der Stadt. Schnell stellt sich heraus, dass hier etwas ganz gewaltig nicht stimmt.

Herzlich Willkommen im Parkhaus des Schreckens...

Warum war Butch im Kofferraum eingesperrt und wieso steht das Parkhaus in Flammen? Die Blutspuren auf dem Boden machen die Situation noch viel bedrohlicher. Sichtlich angeschlagen läuft man die vorgegebene Route entlang und bekommt eine kurze, aber genaue Einweisung in die Steuerung. Der erste Schockmoment lässt auch nicht lange auf sich warten. Lauft ihr den Weg entlang, stürzt hinter euch die Decke fast auf den Kopf. Begleitet wird die Aktion durch ein lautes Scheppern.

Nach einem schweren Unfall wacht der Protagonist in einem Kofferraum auf. Ab hier beginnt die blutige Geschichte von Garage.

Selbst diese kleine Szene reicht aus, um auch nur im entferntesten zu ahnen, was einen die nächsten Spielstunden erwartet. Die Etage endet vor einer Tür, die in das Treppenhaus führt. Dort angekommen bekommt ihr einen etwas längeren Ladebildschirm präsentiert. In der neuen Etage durchsucht ihr eine Handvoll Räume, in denen neben Snackautomaten, Kisten und Kartons auch Notizhefte liegen. Diese erzählen unter anderem Teile der Story, aber auch Gesprächsverläufe zwischen verschiedenen Personen. Schlagt oder tretet ihr zusätzlich gegen die Snackautomaten, werfen diese oft Getränke oder Schokoriegel aus, die euch Heilung geben. Habt ihr die Räume zum großen Teil durchsucht, landet ihr wieder auf einem Parkdeck. Dort begegnet ihr zum ersten Mal einer Leiche, die ziemlich zerfleddert aussieht und von Fliegen umschwirrt wird. Nähert ihr euch dieser nun, öffnet sich ein Dialogfenster, wo ihr einen näheren Blick auf die Leiche werfen könnt.

Nun seid ihr quasi dazu gezwungen an dieser vorbei zu gehen, um die oberen Räume durchsuchen zu können, bis ihr letztendlich vor einer verschlossenen Tür steht. Es scheint sich um dickere Sicherheitstüren zu handeln, denn gegen diese zu schlagen oder zu treten führt zu keinem Erfolg. Da der Schlüssel in den umliegenden Räumen nicht zu finden ist, geht ihr zurück auf das Parkdeck, wo vorher die Leiche lag. Doch die Leiche ist verschwunden. Lediglich eine Blutlache samt blutigen Fußabdrücken in eine Richtung sind zu sehen. Folgt ihr diesen, steht ihr vor einem Raum, an dem die Fußspuren enden. Betretet ihr nun den Raum, seht und hört ihr, wie die Leiche sich über etwas beugt und frisst. Plötzlich dreht sich der Kopf in unsere Richtung und eine sehr laute und verstörende Zwischensequenz wird eingespielt. Der Tote läuft auf euch zu und ihr müsst diesen mit Hand und Fuß zu Boden kämpfen. Natürlich wird alles visuell durch eine große Menge Blut begleitet. Und wie es der Zufall will, hat der hoffentlich endgültige Tote den erforderlichen Schlüssel dabei.

Ist die verschlossene Tür passiert, geht es wieder in das Treppenhaus und eine Etage nach unten. Neben ein paar Snacks wird einem zusätzlich gelehrt, wie man sich wegrollen kann. Dazu muss man die Richtung mit dem rechten Analog-Stick angeben und die L-Taste drücken. Schon im nächsten Raum bricht ein Zombie durch die Tür und ihr könnt die neu erlernte Technik gleich einmal ausprobieren. Etwas weiter oben steht in einem Raum ein Fernseher, der aktuelle Nachrichten von sich gibt. Dort wird erklärt, dass auch außerhalb der Tiefgarage das blanke Chaos herrscht. Geht ihr nun weiter, steht ihr vor einer weiteren Tür, die ebenfalls verschlossen ist. Allerdings ist diese mit einer Kette verschlossen und ein normaler Schlüssel wird einem so nicht weiterhelfen können. Schaut ihr euch ein wenig um, stoßt ihr auf ein weiteres Notizheft. Durch dieses wird klar, dass ihr eine höhere Gewalt für diese Tür braucht.

...wo nichts aus reinem Zufall geschieht.

In der Nachricht wurde jemand dazu aufgefordert, doch bitte die Materialien für eine Axt aus dem Lager zu holen. Auch wenn ihr nicht gemeint seid, kommt ihr dieser Bitte nach und begebt euch auf den Weg ins naheliegende Lager. Wie es der Zufall will, wird natürlich ein weiterer Schlüssel für die Lagertür verlangt. Ist dieser gefunden und die Tür aufgeschlossen, müsst ihr die umliegenden Kisten zerstören. Nichtsahnend und schon fast naiv zerschlagt ihr diese und werdet von einem weiteren Toten überrascht. Ist dieser bezwungen dürft ihr euch über die benötigten Materialien freuen. Nun benutzt ihr die Werkbank, um euch eine Axt herzustellen. Begleitet wird dieser Erfolg durch Bildstörungen, welche man von einem kaputten Fernseher kennt. Neben einer Handvoll Toten, die einen nach der Tür erwarten, macht man ebenfalls Bekanntschaft mit einer roten Flüssigkeit, die hin und wieder an den Seiten der Wege vor sich hin köchelt. Doch Achtung! Betretet ihr diese, segnet ihr das Zeitliche.

Nicht nur das Herz pumpt schneller und der Sound wird dumpfer, sondern auch visuell wird es mächtig bunt und verschwommen.

Früher hat man öfter zu hören bekommen, dass man keine Sachen essen sollte, die schon auf dem Boden gelegen haben. Diesen Ratschlag hatte Butch wohl nicht erhalten und so schaufelt er sich völlig ahnungslos Medikamente hinter die Kiemen. Schnell wird klar, das war keine gute Idee. Das Bild wird langsam verschwommen, das Herz rast und die Umgebung fängt an Bunt zu werden. Herzlichen Glückwunsch! Als wäre die Situation nicht eh schon völlig verwirrend und verstörend, darf man sich nun mit einem Drogentrip voller Halluzinationen herumschlagen. Das Glitzern an der Wand verrät, dass es an dieser Stelle weiter geht. Nun kämpft man sich über enge, kleine Geheimgänge durch die Wände. Neben kleinen blutrünstigen Ratten wartet dort auch der erste Endgegner. Eine Riesenratte ist scharf darauf unseren Körper zu verzehren. Die normalen, kleinen Ratten kann man mit Tritten abwehren und töten. Dagegen verlangt einem die Große vollen Körpereinsatz ab. Neben den üblichen Methoden kann man, im Gegensatz zu den „normalen“ Ratten, auch die Axt nutzen. Ist diese Hürde gemeistert, kommt es zu einem Wiedersehen mit einer alten Bekanntschaft. Danach neigt sich der Drogentrip langsam dem Ende zu, bevor das nächste Kapitel beginnt.

Die Steuerung von Garage weiß durchaus zu gefallen, da sie punktgenau und relativ einfach gehalten ist, sowohl im Handheld-, als auch im TV-Modus. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass die Tastenreihenfolge verändert werden kann. Manchmal passierte es, dass ich im Eifer des Gefechtes auf die X-Taste kam, meine Medi-Pakete ausversehen einsetzte und somit verschwendete. Diese sind nämlich relativ rar gesät und man kann maximal 3 Medi-Pakete mit sich führen. So kann es bei so manchen Bosskämpfen zu einem Notstand an Heilung kommen. Auch die Idee, dass die Story über Fernseher, Notizblöcke und Zwischensequenzen erzählt wird, gefällt sehr gut.

Die Zwischensequenzen sind toll umgesetzt und sorgen dafür, dass man stetig wissen möchte, wie es weitergeht. Zudem interessiert es einen, wie bestimmte Situationen zustande gekommen sind. Es wird zwischendurch in guten Abständen, jedoch besonders vor schwereren Gegnern, gespeichert. Das sorgt dafür, dass man nicht ständig das ganze Kapitel von vorne beginnen muss. Besonders bei längeren Kapiteln ist dies definitiv von Vorteil und sorgt für weniger Frust, wenn man es öfter mal nicht schafft. Dies kann nämlich häufiger passieren.

Kleine Mängel werden vom stimmigen Soundtrack überschattet.

Die 3 verschiedenen Schwierigkeitsgrade sind leider nicht gerade gut balanciert. Selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad passierte es, dass man so manchen Gegner um ein Vielfaches mehr, als die eigene Hand zum Zählen hergibt, erneut bekämpfen muss. Der Unterschied zum nächsthöheren Schwierigkeitsgrad „normal“ ist kaum essenziell. Einen „Game Over“-Screen gibt es nicht. Stirbt man, startet man am letzten Speicherpunkt.

Die schlimmste Nachricht für jeden Spieler: „Du bist Tot“. Und es wird bei Weitem nicht das erste und letzte Mal gewesen sein.

Die Schreckmomente sind anfangs noch in Vielzahl vertreten. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich allerdings relativ schnell an sie. Trotzdem erschreckt man sich hin und wieder, selbst nachdem man einige Stunden gespielt hat. Die Jumpscares sind nicht übertrieben und fast immer zu einem richtigen Zeitpunkt gesetzt. Die Grafik von Garage reißt keine Bäume aus, hat aber durchaus ihren Charme. Nur selten kommen mal kurze "Lags" vor, die dem Gameplay aber kein Bein ausreißen oder es behindern. Auch dass man diverse Gegenstände, wie Snackautomaten, Kisten und Kartons zerstören kann, ist gut umgesetzt. Dort findet man unter anderem auch Munition für später erhältliche Waffen. Hin und wieder hat es sich auch ein Toter unter den Kisten gemütlich gemacht. Dies sorgt häufiger für kleine Herzaussetzer. Auch kann man mit der Welt interagieren und zum Beispiel gegen gefüllte Benzinfässer schießen, um gleich eine ganze Horde Feinde zu erledigen. Leider sind die Ladezeiten zwischen den Kapiteln relativ lang, aber gerade noch erträglich. Da hätte man vielleicht noch ein wenig dran Schrauben können.

Der Soundtrack ist bombastisch. Die Musik ist punktgenau und zieht einen derartig in den Bann, dass man es schnell überhört, wenn sich von irgendwo ein Gegner anschleicht. Mal ist sie ganz leise und kaum wahrzunehmen, um in der nächsten Szene das volle Können von den Produzenten zu offenbaren und die schrammigen Noten um die Ohren zu hauen. Besonders in den Zwischensequenzen ist der Sound sehr gut umgesetzt worden und verschmilzt mit den Bildern, die man zu sehen bekommt. Bei den Endgegnern wiederholt sich die Musik manchmal, je nachdem wie lange man für diesen braucht. Die Musik dort ist meist aber so gut und mitreißend, dass man schnell verdrängt, dass die Musik von vorne begonnen hat. Selbst kleine Sounds, wie das Knarren einer weit entfernten Tür kann man wahrnehmen. Dies sorgt für ein Ambiente, dass man bei Horror-Spielen hören möchte.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Garage

Meinung von Krispin Berndt
Ich empfehle jedem, der Garage im Handheld-Modus spielt, es mit Kopfhörern zu spielen. Die Atmosphäre kommt gleich viel besser zur Geltung und es läuft regelmäßig ein Schauer über den Rücken. Ich habe mich in den ersten Stunden derartig oft erschrocken, dass ich wahrscheinlich einen Puls nahe eines Herzinfarktes hatte. Einen großen Anteil daran hatte der unfassbar gute Soundtrack. Aber auch die Jumpscares sind häufig so unerwartet, dass man schlicht nicht damit gerechnet hat. Doch dort, wo man es am meisten erwartet, passiert nichts. Das sorgt für eine gute Balance. Die Story ist packend und wird einem häppchenweise serviert. Man möchte wissen, wie es weitergeht und wie es zu den ganzen Umständen gekommen ist. Garage macht so vieles richtig, dass jegliche Kritik eigentlich Meckern auf hohem Niveau wäre. Die etwas längeren Ladezeiten stören ein wenig den Spielfluss. Auch der vermeintlich leichteste Schwierigkeitsgrad ist in manchen Situationen zu schwer und erfordert Ruhe und viel Geduld. Dennoch sollte Garage mit ein wenig Übung auch Top-Down-Shooter- und Horrorspiel-Anfängern Spaß machen. Garage ist für mich, der weder Top-Down-Shooter-, noch sehr viel Horrorspiel-Erfahrung mit sich bringt, der Überraschungstitel des bisherigen Jahres.
Mein persönliches Highlight: Der sehr gute Soundtrack sticht besonders hervor und fängt die Grusel-Atmosphäre super ein.

Kommentare 8

  • Ninjasexparty Turmritter - 16.05.2018 - 20:37

    Danke für den Test :thumbsup: Jetzt kann ich bedenkenlos zuschlagen :D
    Wie wird es denn jetzt gesteuert? Linke Stick laufen, rechte Zielen und R/L schießen? Oder hab ich das irgendwie überlesen? 8)
  • metetelaenterona Ps4, Wii U, Wii,Switch - 16.05.2018 - 21:34

    Mir ist schon, ein Schauer über`n Rücken gelaufen, wo Ich das Video im E-Shop gesehen habe......... Mir war wie weg Rennen..
  • Blackstar Turmbaron - 16.05.2018 - 21:57

    Das hört sich sehr gut an :)
  • Krispin Berndt Redakteur - 16.05.2018 - 22:40

    Zitat von Ninjasexparty:

    Danke für den Test Jetzt kann ich bedenkenlos zuschlagen
    Wie wird es denn jetzt gesteuert? Linke Stick laufen, rechte Zielen und R/L schießen? Oder hab ich das irgendwie überlesen?
    Ich habe noch einmal im Spiel nachgeschaut. Die Steuerung ist wie folgt:

    Linker Stick = Steuern / laufen
    Rechter Stick = Zielen
    ZR = Schuss
    R = Waffenwechsel
    ZL = Treten
    X = Medi-Paket einsetzen
    Y = Nachladen
  • Icefox Turmritter - 17.05.2018 - 07:16

    Sieht echt interessant aus, ich denke bei nem Angebot schlag ich zu :)
  • Zarathustra Handheld-Enthusiast - 17.05.2018 - 07:38

    Steht schon auf meiner Wunschliste, bin die nächste Zeit aber mit Donkey Kong Tropical Freeze, Battle Chasers und Hyrule Warriors so gut ausgelastet das Garage warten muss. Auch wenn es nach dem Test sehr viel schwerer fällt.
  • Kurojin Sammler und Streamer - 17.05.2018 - 09:25

    Ich habe das Spiel direkt gekauft weil ich was für meinen Freitags-Horror-Stream brauchte und etwas angespielt weil ich mir ein Bild davon machen wollte. Gefällt mir soweit ganz gut und es bringt ne düstere Stimmung rüber. Ist für mich jetzt schon ein Hidden Gem auf der Konsole :)
  • Ninjasexparty Turmritter - 17.05.2018 - 15:57

    @Krispin Berndt

    Dank Dir :thumbup: Das hört sich gut an !!

    Dann werde ich das spiel gleich mal laden :thumbsup: