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Test zu Hyper Sentinel - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Hyper Sentinel
  • USA USA: Hyper Sentinel
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.05.2018
Vertrieb
Huey Games
Entwickler
Huey Games
Genre
Shooter, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Der Brotkasten ist zurück!

Von David Pettau () Ich würde einfach einmal in den Raum stellen, dass man diejenigen unter euch, die einen Commodore 64 besessen haben oder gar noch besitzen, an einer Hand abzählen kann. Natürlich gilt dieser Heimcomputer auch erst an zweiter oder dritter Stelle als Spieleplattform, und so dürfte die Zahl derjenigen unter euch, die darüber hinaus mit dem Commodore 64-Klassiker “Uridium“ etwas anfangen können, nochmals kleiner sein. Um das nämlich vorab gesagt zu haben: Ich selbst habe keinerlei Bezug zu diesem Shoot ’em up-Klassiker. Dieser Umstand ist deswegen von Bedeutung, weil das frisch erschienene Shoot ‘em up “Hyper Sentinel“ gänzlich an Uridium angelehnt ist. So gibt es keinerlei nostalgische Gefühle meinerseits, die in meine Bewertung zu diesem Spiel einfließen könnten – ich werde es also angesichts heutiger Genremaßstäbe beurteilen.

Die feindlichen Schiffe sind in mehrere kleine Bereiche unterteilt.

Halten wir also nochmals fest: Bei Hyper Sentinel handelt es sich um ein Shoot ’em up, das gezielt auf Retro-Flair setzt – sowohl in Sachen “Gameplay“, als auch in seiner Präsentation. Das Spielprinzip ist dabei äußerst simpel. An Bord eures kleinen Jägers ist es eure Aufgabe, große feindliche Schiffe zu zerstören, über die ihr hinwegfliegt. Diese Mission besteht immer aus zwei Phasen: Zu Beginn nehmt ihr sämtliche Bodenziele auf dem feindlichen Schiff unter Beschuss, anschließend bekommt ihr es mit einem oder mehreren Bossen zu tun. Während dieser Missionen könnt ihr euch frei über das feindliche Schiff hinwegbewegen – das Wenden eures Jägers ist ein wesentlicher Spielbestandteil, sodass ihr innerhalb des begrenzten Areals wahlweise nach links oder rechts fliegen könnt. Abgesehen von der Wendemöglichkeit besitzt euer Jäger noch einen Temposchub, während dem ihr allerdings nicht Feuern könnt, und ja, Ballern tut ihr natürlich auch – und zwar immer dann, wenn ihr gerade keinen Boost einsetzt. Ununterbrochen. Dies kann sich als etwas nervtötend gestalten, da ihr die Schusstaste für Dauerfeuer zwar gedrückt halten könnt, eure Kanonen dann allerdings nicht mit maximaler Geschwindigkeit schießen – freut euch also darauf, die ganze Zeit über auf die Feuertaste zu hämmern.

So weit, so Shoot ’em up. Die eigene Identität verschafft sich Hyper Sentinel durch das im Vordergrund stehende Wenden eures Schiffes. Um beispielsweise feindliche Geschütze zu zerstören sind mehrere Anflüge vonnöten, da sich euer Jäger auch sehr schnell bewegt. Dabei “flutschen“ Feinde oder deren Projektile übrigens automatisch durch euch hindurch, während ihr im richtigen Moment wendet – so könnt ihr euch aus so mancher brenzligen Situation herauswinden, ohne Schaden zu nehmen, die Reflexe eines Jedi-Ritters vorausgesetzt. Aufgrund des absurd hohen Spieltempos und des sehr beschränkten Blicks auf das Spielgeschehen kann es sich nämlich als äußerst schwierig entpuppen, Feinden oder deren Schüssen gezielt auszuweichen. Der durchschnittliche Spieler dürfte eingesteckte Treffer somit einfach in Kauf nehmen. So sehr sich das Spiel nämlich an der Retro-Zeit entlanghangelt, eine Mechanik scheint der Moderne dann doch entsprungen zu sein, vor allem in Bezug auf das Shooter-Genre: Steckt ihr für einen bestimmten Zeitraum keinen Schaden ein, so regenerieren sich die Schilde eures Jägers. Was in der Theorie gut klingt, da aufmerksames Spielen durch die Lebensregeneration belohnt wird, artet in der Praxis darin aus, dass ihr euch regelmäßig an den Rand des abgegrenzten Levelbereichs begebt und dort unbehelligt hin- und herfliegt, bis ihr euch wieder regeneriert habt. Highscore-Jäger mögen bei dieser Aussage zwar den Kopf schütteln, wirklich gut durchdacht wirkt diese Spielmechanik allerdings dennoch nicht. Und Stichwort “Highscore“: Natürlich ist in Hyper Sentinel ein Punkte-System integriert, dessen Kombo-Multiplikator fix in schwindelerregende Höhen steigt. Stressig genug ist das Gameplay aber auch schon, wenn einem Highscores völlig egal sind – und Zeit, um den aktuellen Multiplikator oder das Zeitlimit bis zum Verfall der aktuellen Kombo zu überprüfen, findet sich in den unübersichtlichen Scharmützeln ohnehin nicht.

Manche Bossgegner haben verschiedene, voneinander unabhängige, Schwachstellen.

Etwas übersichtlicher und durchdachter spielen sich die Bosskämpfe des Spiels – zumindest ein Großteil davon. Insgesamt bietet Hyper Sentinel zwölf verschiedene Level, die allesamt in einen solchen Bosskampf münden. Die meisten dieser Kämpfe haben verschiedene Phasen, die das nachvollziehbare Verhaltensmuster ihrer Bosse beeinflussen. Zwar wirken diese meist gut durchdacht, das Regenerationssystem eures Schildes wird aber vor allem bei den Bosskämpfen zu einem schwerwiegenden Designproblem. Je nachdem, mit welchem Gegner ihr es zu tun habt, seid ihr am Rand der Areale nahezu vollkommen sicher und könnt euch gefahrlos regenerieren. So handelt es sich bei den Bosskämpfen weniger um eine Frage der spielerischen Fähigkeiten, als vielmehr um eine Frage der Geduld.

Nicht nur für euren Jäger ist es allerdings von Vorteil, wenn ihr euch hin und wieder am Rand der Areale in Sicherheit begebt und etwas durchschnauft. Der Versuch, bei der rasanten Action des Spiels die Übersicht zu behalten, zerrt sehr an eurer Konzentrationsfähigkeit. Diese fehlende Übersicht kommt vor allem durch den effektgeladenen Pixel-Look von Hyper Sentinel zustande – sammelt ihr beispielsweise Bonuspunkte in Form von Power-ups ein, erstreckt sich die dazugehörige Anzeige mit knalligen Farben und Soundeffekten über einen viel zu großen Teil des Bildschirms. Oftmals sind die Bodenziele, die ihr attackieren müsst, auch nicht deutlich genug erkennbar – sind nur noch wenige Bodenziele heile, so werden euch diese aber zumindest mithilfe eines grünen Pfeils angezeigt. Auch außerhalb des Spielgeschehens tut man sich mit der Präsentation des Spiels nicht gerade leicht – so ist etwa die Schriftart im Hauptmenü nur sehr schwierig zu lesen.

Im Grunde weiß Hyper Sentinel allerdings, an welche Zielgruppe es sich richtet – wer für Retro-Shoot ’em ups, insbesondere Uridium, ein hohes Maß an Nostalgie verspürt, der könnte mit Hyper Sentinel richtig warm werden. Für alle anderen gibt es wohl deutlich spielenswertere Alternativen desselben Genres, die auch völlig ohne nostalgische Gefühle zu überzeugen wissen.

Redaktionswertung

4

Erträglich

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Unser Fazit zu Hyper Sentinel

Meinung von David Pettau
Erst inmitten meines Tests ergab meine Recherche, dass Hyper Sentinel an einen C64-Klassiker angelehnt sein soll – in diesem Moment wurde mir einiges klar. Was ich zuvor nicht mochte, gefiel mir zwar auch mit diesem neugewonnenen Wissen nicht, ich wollte es dem Spiel allerdings auch nicht mehr so sehr verübeln. Ich bin mir sicher, dass Hyper Sentinel bei seiner angedachten Zielgruppe erstklassig ankommen wird, für alle anderen dürfte das Festhalten an Genre-Maßstäben, die seit Jahren überholt sind, allerdings nicht sehr erstrebenswert sein. So kann ich Hyper Sentinel letztlich logischerweise nur denjenigen empfehlen, die die Zeit des “Brotkastens“ miterlebt haben.
Mein persönliches Highlight: Das Geschwindigkeitsgefühl des Boosts.

Kommentare 3

  • olliko Turmheld - 16.05.2018 - 12:44

    Ohje..danke für den Test. Ich hatte ehrlich gesagt gehofft das Spiel würde das Uridium Prinzip etwas zugänglicher machen. Mir war es damals schon zu hektisch...und da war ich noch jung. Also werde ich von einem Kauf absehen..wie ist eigentlich die Musik? Ist die im C64 Style?
  • David Pettau Mugiwara no Inkling - 16.05.2018 - 12:48

    @olliko
    Da ich keinerlei Bezug zum C64 habe, kann ich dazu leider nicht wirklich was sagen... Nur soviel, dass ich sie als ziemlich nervtötend und als zusätzlichen Stressfaktor empfand. Würde einfach mal in Gameplay-Videos reinhören.
  • Tarik Turmbaron - 16.05.2018 - 13:05

    Ich hatte einen Brotkasten und mir gefällt das Spiel sehr gut. :)