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Test zu Super Chariot - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Super Chariot
  • USA USA: Super Chariot
  • Japan Japan: Chariot Ousama Pakku
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.05.2018
Vertrieb
Microids
Entwickler
Microids
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Die letzte Reise des Monarchen

Von Roman Dichter () Der König ist tot! Es lebe der König! Also, es lebe sein Geist... Dieser denkt jedenfalls nicht daran, sich friedlich zurückzuziehen und die tatsächlich Lebenden in Ruhe zu lassen. Erst soll sein Sarg in einer anständigen, angemessenen Gruft bestattet werden. Und mit Reichtümern soll er gefüllt werden, es geht schließlich um den König! Also ist es die Aufgabe der Prinzessin und ihres Verlobten, den Sarg durch die königlichen Katakomben zu transportieren, die allerdings aus nicht gerade problemlos zu durchquerenden, engen Höhlensystemen bestehen. Aber kein Problem: Ein Seil und große Räder am Sarg müssten ausreichen, um seine Majestät erfolgreich zu transportieren.

Der tote König findet keinen Frieden, bis ihr ihn an eine angemessene Ruhestätte transportiert habt.

Eure Aufgabe besteht also darin, dieses ungewöhnliche Gefährt durch anspruchsvoll designte 2D-Level zu schieben und zu ziehen, bis der Ausgang erreicht wurde. Der rollende Sarg ist dabei nicht nur eine lustige, abgedrehte Story-Idee, sondern ein ganz entscheidendes Gameplay-Element, das sich erfrischend von anderen Spielen absetzt, bei denen man sich nur um das Fortbewegen der eigenen Spielfigur sorgen muss. Dabei ist euer Anhängsel auf der einen Seite ein Hindernis und eine Herausforderung, weil es unter allen Umständen mitgenommen werden muss. Also schiebt ihr den Sarg durch enge Gassen, zieht ihn an steilen Plattformen hinauf und bewahrt ihn vor dem Herabstürzen in tiefe Abgründe. Auf der anderen Seite ist der Sarg auch ein wichtiges Hilfsmittel: Wenn ihr zum Beispiel auf eine etwas höher gelegene Ebene springen müsst, nutzt ihr ihn zunächst als Leiterersatz und zieht ihn danach mit eurem Seil hinterher.

Einige dieser Passagen haben es ganz schön in sich und erfordern viel Geschick, Präzision und Timing. Immer zu beachten sind dabei die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die sehr gut ins Spiel integriert wurden. Man spürt fast schon das Gewicht des Fahrzeugs, wenn es die Helden in Richtung des Abgrunds zieht, an dem es baumelt. Geht es dagegen bergab, müsst ihr aufpassen, dass der Wagen euch nicht entwischt, also haltet euer Seil bereit oder steigt einfach auf und genießt die rasante Fahrt. Keine großen Probleme bereiten euch Gegner. Wenn mal ein paar Fledermäuse die gesammelten Reichtümer aus dem Sarg stehlen wollen, wird zwar der Geist des Königs sauer, aber mit ein paar Schwertangriffen sind sie schnell erledigt. Die Herausforderung liegt also ganz beim Vorankommen. Das ist gelegentlich so knifflig, dass Super Chariot in erster Linie für erfahrene und geduldige Spieler zu empfehlen ist.

Manche Untergründe sind für die Spielfigur durchlässig, für den Sarg aber fest – oder umgekehrt!

Darum könnte es eine gute Idee sein, noch einen Mitspieler zu finden, denn ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Zweispielermodus. Zwar kann das gesamte Abenteuer auch allein gemeistert werden, aber bestimmte Gebiete lassen sich nur zu zweit erforschen. Das ist allerdings nicht immer einfacher als allein, sondern erfordert gute Koordination und Teamwork. Etwas schade ist, dass man nicht die Möglichkeit hat, sich online einen Spielpartner zu suchen. Aber dafür dürft ihr im lokalen Spiel jederzeit einen Freund hinzuziehen, um den Transport zusammen zu meistern. Wer also einen Koop-Partner zur Verfügung hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Zeigt gemeinsam, was ihr könnt und übt auf diese Weise schon einmal das Schleppen von Möbeln für den nächsten Umzug. Darum verleihen wir Super Chariot auch unseren Mehrspieler-Hit.

Grafisch ist das Spiel in einem einfachen (teilweise etwas eintönigen), aber durchaus schönen Comicstil gehalten. Cool ist, dass Super Chariot mit dem Licht-System Philips Hue kompatibel ist. Das bedeutet, dass die Farben eurer Zimmerbeleuchtung auf das Spiel direkt reagieren, also beispielsweise den Raum grün erstrahlen lassen, wenn viele Pflanzen im Bild sind. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr auch ein Hue-System installiert habt. Ich selbst kann leider nicht damit dienen und somit leider keine Praxiseindrücke schildern. Musikalisch wird uns eine angenehme, ruhige Hintergrundmusik geboten. Wie ihr euch sicher schon gedacht habt, ist die Atmosphäre trotz der Sarg-, Geist- und Gruft-Thematik keineswegs bedrohlich, sondern eher humorvoll angelegt, was besonders durch die gelegentlichen Kommentare des königlichen Geistes angeheizt wird. Für Langzeitmotivation sorgen Bestenlisten, in denen ihr eure Leistungen mit anderen Spielern vergleichen könnt. Nach erfolgreichem Beenden eines Levels wird nämlich ein Zeitrennen freigeschaltet, in dem ihr versuchen könnt, die Stage so schnell wie möglich zu durchqueren.

Eure Aufgaben dürft ihr auch zu zweit erledigen.

Chariot kennen einige von euch sicher schon von der Wii U oder anderen Konsolen. Warum ist die Version für Nintendo Switch jetzt plötzlich „Super“? Die Antwort ist einfach: Als DLC erschien das „Königliche-Zubehör-Paket“ (allerdings nicht für die Wii U), das nun bei der Neuauflage direkt integriert ist. Insgesamt sind diese zusätzlichen Inhalte aber nicht spektakulär und sicher kein Grund, das Spiel ein zweites Mal zu kaufen. Neue Level gibt es nicht, ihr dürft Seine Majestät also weiterhin durch 25 Abschnitte transportieren. Neu ist die Möglichkeit, auch den Ladenbesitzer – ein Skelett – als spielbare Figur zu nutzen, sowohl im Koop-Spiel als auch allein. Zudem gibt es neue, in den Leveln versteckte Baupläne. Mit diesen könnt ihr im Shop nützliche Items freischalten, die euch beim Spielen hilfreich sein könnten. Auch davon gibt es neue, wie Stiefel, mit denen ihr euch auf jeder Oberfläche gut fortbewegen könnt oder eine Schutzblase, die euch Plünderer vom Leib bzw. Sarg hält.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Super Chariot

Meinung von Roman Dichter
Super Chariot ist ein wirklich gelungenes und unterhaltsames Spiel, das durch seine verrückte Geschichte und das kreative Gameplay zu überzeugen weiß. Dass man permanent einen Sarg auf Rädern mitschleppen muss, der zugleich Hilfsmittel und Hindernis ist, gibt dem Spielerlebnis eine sehr persönliche Note. Sowohl für Einzelspieler als auch für Teams, die leider nur offline zu zweit ins Abenteuer starten können, bietet Super Chariot viele herausfordernde Passagen, die mit Geduld und Geschick gemeistert werden müssen. Ohne diese Fähigkeiten kann es aber gelegentlich frustrierend schwierig werden, also würde ich es Anfängern nicht unbedingt empfehlen. Wer dagegen die Herausforderung liebt, könnte für den Job des Leichenwagenfahrers genau der Richtige sein.
Mein persönliches Highlight: Der kooperative Sargtransport

Kommentare 6

  • Tisteg80 Turmfürst - 15.05.2018 - 16:50

    Danke für den Test. Wenigstens mal einer, der Philips Hue erwähnt.

    Trotzdem finde ich es sehr schade, dass man hierzu sonst keine weiteren Infos oder gar Videos findet. :(
  • Crimsmaster_3000 Bastardo de Crimson - 15.05.2018 - 17:29

    Schon seit längerem auf der Wunschliste. Wird irgendwann geholt :)
  • KlaBooster Dead Sells - 15.05.2018 - 18:50

    Also in der Demo hat es geruckelt, oder eher eine Bild für Bild Szene. Zudem herrschte am Anfang eine Art "stumm" Situation ohne Erklärung oder Text ... hat mich alles abgeschreckt! Bin eher verwundert, das es eine Award/Hit bekommen hat ...

    weiß nicht ...
  • Zarmortis Turmknappe - 16.05.2018 - 09:05

    @KlaBooster


    Ich hatte das gleiche Problem, bloß umgekehrt.

    In der Demo lief alles problemlos, also hab ich mir das Spiel gekauft.


    Dann der Schock: Die Vollversion ruckelte total. Die Introszene dauerte gute 5 Minuten oder länger. In der Demo gerade mal eine oder zwei.



    Ich dachte mir aber, dass das nicht normal sein kann, die Demo lief ja super. Also habe ich meine Switch einfach mal probeweise Neu gestartet und siehe da: Es läuft problemfrei!


    Seit dem traten diese Ruckler nicht mehr auf.


    Zum Spiel: Insgesamt bin ich zufrieden. Ich habe leider keinen Koop-Spieler, muss also alles alleine bewältigen. Manchmal ist der Schwierigkeitsgrad dann doch etwas happig, so dass ein Erkundungslevel gut mal ne Stunde dauern kann. Da muss man dann frustresistent sein.
  • air Turmheld - 17.05.2018 - 08:44

    Ich hab die Demo auch getestet und würde gerne die Hue Integration sehen, aber es fühlt sich für mich irgendwie nicht nach einem 20€ Spiel an.
  • Tisteg80 Turmfürst - 17.05.2018 - 11:29

    Und jetzt kommt das Nächste: Philips Hue wird zu Signify. Es wird wohl noch diesen Monat eine neue Version der App geben und auch die Bridge bekommt ein Firmware-Update.

    Ich frage mich, ob dann alles noch funktioniert - wenn es denn jetzt überhaupt funktioniert. Die offizielle Spielebeschreibung auf der Nintendo-Webseite gibt ja nicht mal an, dass dieses Feature existiert.

    Aber bevor ich da keine Gewissheit habe, werde ich auch kein Geld investieren. Höchstens mal im Sale, wenn der Preis deutlich sinkt.