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Test zu Suicide Guy - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Suicide Guy
  • USA USA: Suicide Guy
  • Japan Japan: Suicide Guy
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.05.2018
Vertrieb
Chubby Pixel
Entwickler
Chubby Pixel
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Wake up!

Von Matthias Ksoll () Die Geschichte von Suicide Guy ist schnell erzählt. Der Protagonist des Spiels sitzt, wohl nach einem harten Arbeitstag, auf seiner Couch und schaut Fernsehen. Nicht fehlen darf dabei natürlich das gute alte Feierabendbier! Alle Menschen kennen dann die Situation, die jetzt folgt: Man ist entspannt, sitzt gemütlich auf der Couch und die Augen werden immer schwerer, während das Fernsehprogramm vor sich hinläuft. Der von den Entwicklern Chubby Pixel auch so genannte „Suicide Guy“ schläft ein und das Spiel beginnt. Der Name dessen ist natürlich auch Programm. Um wieder aufzuwachen, müssen wir unsere Spielfigur umbringen. Und so springen wir im ersten Level von einem Hochhaus, um unser Spielziel zu erfüllen.

Das Restaurant ist die Oberwelt des Spiels. Dort sind auf den Tischen verschiedene Figuren, die die einzelnen Level markieren.

Das Unterfangen hat funktioniert, Suicide Guy wacht auf. Lange hält er seinen erneuten Wachzustand allerdings nicht aus. Nicht mal eine Minute später schläft unsere kleine (okay, große) Schlafmütze wieder ein. Diesmal bringt dies aber eine unfassbare Gefahr mit sich. Während unser Protagonist schläft, fällt ihm die Bierflasche aus der Hand! Mitten in der Luft hält das Bild jedoch an und wir reisen in den neuen Traum von Suicide Guy, welcher auch gleichzeitig die Oberwelt des Spieles darstellt. Das erste Level war nur dazu da, um das allgemeine Ziel jedes Level zu erklären. Die Oberwelt ist ein stinknormales Fast-Food-Restaurant. Suicide Guy scheint wohl in so einer Filiale zu arbeiten. Generell trifft man in den Traumwelten regelmäßig auf Gegenstände aus dem Haus unseres Helden. Dieser sieht, dank Monitoren im Restaurant, wie die Bierflasche in der Luft schwebt und kennt daraufhin nur ein Ziel: Aufwachen, um sich die Teppichreinigung zu ersparen!

Auf den Tischen im Restaurant stehen einzelne kleine Figuren, die den Eingang in die verschiedenen weiteren Traumlevel markieren. Inception lässt grüßen. Leider ist dies aber ein Logikfehler. Warum sollte ich mich innerhalb eines Traumes in vielen anderen Welten in ebendiesem jeweils umbringen, um dann wieder aufzuwachen? Sollte nicht einmal reichen? Nun gut, sei's drum… Logik ist in diesem Spiel sowieso nicht wichtig und natürlich hier auch kein Wertungskriterium.

Die einzelnen Level, 25 an der Zahl, sind alle sehr abwechslungsreich und überraschend. Dabei kommen Standardwelten (ich sage nur Zuggleis), aber auch (pop)kulturelle Welten auf euch zu. Diese vielen verschiedenen Welten und deren verschiedene Lösungswege, um seinem virtuellen Leben ein Ende zu bereiten sind eine der Hauptmotivationen, um dieses Spiel durchzuspielen (Keine Sorge, hab das Bier nicht vergessen…denn kein Bier sollte je so ein Ende finden).

Man löst Puzzles, um zu Sterben

Spielerisch bieten die Levels dabei gewohnte Kost. Gespielt wird aus der Ego-Perspektive und im Grunde haben wir es hier mit einem Puzzle-Plattformer zu tun. Ihr lauft in der Spielwelt umher und sucht nach Möglichkeiten, um euer Ziel zu erreichen. Die Laufzeit der einzelnen Level variiert dabei stark. Die Zeitspanne beträgt dabei ca. 5 bis 25 Minuten. Um in die ewigen Jagdgründe einzugehen, müsst ihr Schalter-Rätsel lösen, Blöcke verschieben (meistens um Wände hochzuklettern) und Sprungpassagen meistern. Dies sind (mit ein paar Ausnahmen) die Hauptmechanismen des Spiels. In den längeren Leveln werden diese miteinander kombiniert. Ab und zu dürft ihr auch Fahrzeuge steuern.

Das klingt auf den ersten Blick nach einem repetitiven und schnell langweilenden Spielerlebnis. Diesen Eindruck hatte ich jedoch nicht. Die knackige Kürze der Level sowie deren Abwechslungsreichtum haben dafür gesorgt, dass die eher eintönige Spielmechanik in den Hintergrund geriet. Was mich eher gestört hat war, dass die Steuerung von Suicide Guy ein wenig schwammig ausgefallen ist. Gerade bei den Sprungpassagen vertat ich mich gern mal, was jedoch nicht zum Tod führt (wäre ja auch zu einfach). Dafür kam mir ein Phänomen entgegen, welches ich lange nicht mehr erlebt habe und das mich zum Schmunzeln gebracht hat. In den ersten 3D-Games der N64- und PSone-Ära (vor allem den Jump 'n' Runs) war es oft der Fall, dass man in einer Sprungpassage in eine Grube fällt, dabei aber nicht stirbt. Man läuft einfach zurück und klettert eine Leiter o.ä. hoch und versucht es gleich von Neuem. Irgendwie fand ich dies gleichzeitig nervig und der Nostalgie wegen amüsant. Wenn man Blöcke verschieben bzw. zu einem bestimmten Punkt tragen will, macht einem die Kollisionsabfrage manchmal einen kleinen Strich durch die Rechnung. Man hat nicht gerade das Gefühl, immer die volle Kontrolle zu haben. Manchmal ist es bei mir auch vorgekommen, dass ein Block beim Abstellen in der Wand verschwand und nicht mehr zurück zu bekommen war. Also musste ich das Level neustarten…so etwas muss heutzutage nicht mehr sein. Dennoch gewöhnte ich mich nach etwas investierter Spielzeit an die Steuerung und wusste mir dort schon bald zu helfen.

Auch Nintendo-Fans bekommen einen Grund zum Schmunzeln.

Technisch gesehen macht das Spiel sonst nichts Falsch. Der Comic-Look ist passend und unterstreicht die Absurdität des Ganzen. Natürlich entschärft er auch das gesamte Hauptthema des Spiels. Wir haben es hier immerhin immer noch mit einem eigentlich sehr traurigen Thema, dem Selbstmord, zu tun. Es ist an sich makaber, dies in ein Spiel einzubauen und sicherlich diskussionswürdig für Manchen. Näher will ich an dieses Thema hier auch nicht herangehen, eine Erwähnung ist es aber allemal wert. Am Ende ist es eine persönliche Entscheidung, ob man so ein Spiel spielen will. Ansonsten hatte ich im Spiel öfter das Gefühl, mich in einer Mod oder Ähnlichem zu bewegen. Die Animationen sind spärlich, getragene Gegenstände schweben einfach in der Luft. Wirklich gestört hat mich dies jedoch nicht. Auch der Soundtrack läuft eher im Hintergrund ab und ist guter Standard. Manchmal ist das Spiel komplett leise, was auch angenehm sein kann.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Suicide Guy

Meinung von Matthias Ksoll
Der Humor des Spieles entsteht durch zwei Dinge: die tollen Umgebungen und die daraus resultierenden Aufgaben, um sein Ziel zu erreichen. Ich musste mehr als einmal schmunzeln, während ich das Spiel spielte. Natürlich meine ich damit nicht die Rülpser, den man durch Knopfdruck immer und überall loslassen kann…. Aber im Ernst: Suicide Guy hat mir viel Spaß bereitet. Grund dafür waren jedoch nicht das Spielprinzip, sondern die sehr kreativen Ideen der Entwickler im Leveldesign. Manche Level bieten echt tolle Ideen, die über das repetitive Spieldesign hinwegsehen lassen. Suicide Guy ist für Spieler gedacht, die mal etwas Anderes erleben wollen, am besten in kurzer Zeit. Denn lange dauert der Traum nicht. Das Spiel ist nach 3-4 Stunden durchgespielt.
Mein persönliches Highlight: Das an Jurassic Park angelehnte Level. Ihr werdet sehen, wieso.

Kommentare 2

  • Skerpla 任天堂 - 23.05.2018 - 11:03

    Sowas darf in den eShop (rein vom ethischen her, bei manchen anderen Titeln mit einer nicht do konkreten Namensgebung war Nintendo pingelig)? Das Spiel wurde im Trailer leider besser dargestellt, als es ist. Für zwischendurch aber bestimmt unterhaltsam.
  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 23.05.2018 - 11:36

    Ich fands mega lustig. Nicht super ausgereift, aber die Ideen und die Aufgabenstellungen waren meist so verrückt, dass man manchmal schon überlegen musste.

    Die Level selbst sind natürlich Anspielungen auf die Popkultur. Für den Preis kann man da nicht viel falsch machen, auch wenn man es relativ schnell durchgespielt hat.