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Test zu The Fall - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Fall
  • USA USA: The Fall
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.05.2018
Vertrieb
Over the Moon Games
Entwickler
Over the Moon Games
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Wenn die künstliche Intelligenz zum Leben erwacht...

Von Niels Uphaus () Alles beginnt damit, dass der Pilot eines Mark-7-Systemanzugs aus schwindelerregender Höhe zu Boden fällt. Er überlebt, ist aber verletzt und nicht bei Bewusstsein. Andere Menschen sind nicht in Sicht, aber in dieser futuristischen Welt gibt es dennoch Hoffnung: die künstliche Intelligenz des Raumanzugs, genannt „A.R.I.D.“, übernimmt von nun an die Kontrolle. Ihr steuert also den Anzug, nicht den Piloten. Der menschliche Körper ist lediglich eure Fracht und die Aufgabe ist es, ihn zu beschützen und seine medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Ihr fragt euch sicherlich, was ihr tun müsst, um auf der Suche nach geeigneter Medizin voranzukommen. Dafür blenden wir zunächst mal die Story und die Atmosphäre aus und konzentrieren uns ganz auf das Gameplay: In eurem Abenteuer kommuniziert ihr mit anderen Computern und müsst euch manchmal mit Waffengewalt gegen feindlich gesinnte Maschinen wehren. Das ist allerdings nur ein Nebenaspekt des Spiels, denn Action wird euch nicht permanent geboten und diese ist auch keine besonders große Herausforderung. Hauptsächlich ist The Fall ein Rätselspiel, in dem ihr die sehr dunkle Umgebung mit einer Taschenlampe untersucht. Dabei könnt ihr Gegenstände unter die Lupe nehmen und teilweise mitnehmen. Eingesammelte Gegenstände müssen dann an anderen Stellen verwendet werden, damit ihr weiter voranschreiten könnt. Grundsätzlich ist das unterhaltsam und kurzweilig für die Rätselfreunde unter uns umgesetzt, allerdings gibt es zwei Aspekte, die etwas nervig sein können.

Mit dem Laser könnt ihr verschiedene Dinge anvisieren und mit ihnen interagieren.

Zum einen müsst ihr permanent den schmalen Lichtkegel eurer Taschenlampe durch die Gegend schwingen, damit ihr keine untersuchbaren Objekte überseht, was ansonsten sehr leicht passieren kann. Das mag einigen Spielern gut gefallen, weil es auch zur meistens eher ruhigen Atmosphäre beiträgt. Insgesamt hätte ich mir aber eine komfortablere Lösung gewünscht, bei der beispielsweise die Objekte automatisch ins Auge fallen und man nicht jeden Pixel selbst in Augenschein nehmen muss. Der zweite Kritikpunkt betrifft den Schwierigkeitsgrad der Rätsel: Die richtige Kombination von Gegenständen ist zwar meistens sinnvoll, logisch und oft auch sehr unterhaltsam angelegt, aber nicht immer hat der Spieler gerade die passende Idee auf Lager.

Dann steht ihr vor einem großen Fragezeichen, denn nicht immer gibt es zusätzliche Hinweise, die euch auf die richtige Spur führen. An dieser Stelle vergeht dann der Spaß an The Fall, weil man durch sämtliche Bereiche laufen und versuchen muss, jeden mitgenommenen Gegenstand mit jedem herumliegenden Objekt zu kombinieren, bis man zufällig die passende Lösung findet. Das hat dann nichts mehr mit cleverem Rätsellösen zu tun, sondern wird irgendwann zur stumpfen, lästigen Arbeit. Alternativ kann man sich im Internet nach Lösungswegen umsehen, was nicht immer die schlechteste Wahl ist.

Das reine Spielprinzip weiß also nur teilweise zu überzeugen, aber getragen wird The Fall von seiner packenden, sehr gelungenen Atmosphäre, zu der Grafik, Sound und Story ihren Teil beitragen. Grafisch wird die futuristische, düstere Umgebung minimalistisch, aber äußerst ansprechend und rund dargestellt. Die schwarzen und grauen Farben, die selbst den Protagonisten dominieren, und die als Kontrast integrierten und herausstechenden Lichtquellen erschaffen eine unheimliche, gespannte Stimmung. Gesteigert wird sie durch den Sound, der auf sehr leise, verstörende Hintergrundgeräusche und stimmige Soundeffekte setzt. All dies unterstützt die Science-Fiction-Geschichte, in der eine Welt dargestellt wird, die praktisch komplett von Computersystemen mit künstlicher Intelligenz verwaltet wird.

Was ist das im Hintergrund?!?

Dabei wird sehr geschickt dargestellt, was geschieht, wenn künstliche Intelligenzen miteinander kommunizieren, die teilweise widersprüchliche Primärfunktionen haben. Entwickler Over the Moon Games spielt mit Szenarien, in denen Computer einerseits eine eigenständige Persönlichkeit entwickeln, andererseits aber an ihre programmierten Funktionen gebunden sind. Es wird gezeigt, wie detailliert künstliche Intelligenzen zu einem Verständnis der Welt erzogen werden, aber trotzdem zentrale Dinge völlig missverstehen können. Dabei entstehen Situationen, die sehr humorvoll sind und zugleich zum Nachdenken anregen.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass euch wirklich überzeugende und gut eingesprochene Dialoge erwarten. Diese sind in englischer Sprache vorhanden, werden aber durch einen deutschen Bildschirmtext unterstützt. Übrigens ist bereits vor einiger Zeit der Nachfolger von The Fall für Nintendo Switch erschienen. Sollte euch das Gameplay-Konzept hier gefallen, dürfte euch der Nachfolger ebenfalls unterhalten. Neue Inhalte bietet dieses Spiel im Vergleich zur Wii U-Version nicht.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu The Fall

Meinung von Niels Uphaus
The Fall ist vom Gameplay her ein simpel gestricktes Rätselspiel, in dem man die richtigen Gegenstände finden und miteinander kombinieren muss. Das wird größtenteils unterhaltsam und gut umgesetzt, allerdings ist es gelegentlich schwer zu erraten, was man jetzt an welcher Stelle tun soll. Das führt eher zu Frust als Lust und endet in stumpfem Ausprobieren sämtlicher Möglichkeiten. Dafür begeistert das Spiel durch seine packende, stimmungsvolle Science-Fiction-Atmosphäre, die durch düstere Grafik, spannenden Sound und einer tollen Story über künstliche Intelligenzen getragen wird. Darum sollten alle, die Rätsel mögen, dabei nicht zu schnell frustriert sind und auf düstere Zukunftsvisionen stehen, im Nintendo eShop vorbeischauen und The Fall eine Chance geben.

Kommentare 2

  • RhesusNegativ Meister des Turms - 21.05.2018 - 17:41

    Mich frustriert es leider auch mehr als das es Spaß macht... :(
  • Raveth Turmbaron - 21.05.2018 - 21:20

    Hab es heute durchgespielt. Gefällt mir richtig gut. Die Story war jetzt nicht überwältigend, aber ich habe richtig mit gefiebert. Die Atmosphäre war überragend. Die Rätsel fand ich an sich gut, auch wenn ich bei msnchem länger gebraucht habe. Ich denke das es das erste Projekt von dem Studio war und dafür dann doch ganz gut ist. Werde mich die Tage in Teil 2 stürzen und schauen was unsere KI noch so macht.