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Test zu Runner3 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Runner3
  • USA USA: Runner3
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
22.05.2018
Vertrieb
Choice Provisions
Entwickler
Choice Provisions
Genre
Platformer
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Run Boy Run

Von Ilja Rodstein () Die Bit.Trip Runner-Spiele sind schon fast eine Legende geworden, die jede Nintendo-Heimkonsole seit der Wii heimgesucht haben. So erschien Bit.Trip Runner im Jahr 2010 erstmals als WiiWare-Titel und später auch für den Nintendo 3DS. Im Jahr 2013 erschien dann der Nachfolger für die Wii U unter dem äußerst langen Namen Bit.Trip Presents… Runner2: Future Legend of Rhythm Alien. Der zweite Teil galt als eine sehr sinnvolle und gute Weiterentwicklung des ohnehin schon guten Rhythmusspiels. Seitdem hat sich Runner nicht nur einen Namen, sondern auch einen guten Ruf gemacht und braucht die Vorsilbe Bit.Trip nicht mehr, sodass das aktuellste Spiel den simplen Namen Runner3 trägt.

Charles Martinet in der Rolle als Charles Martinet

In dem Spiel stehen euch zu Beginn zwei Charaktere zur Auswahl und es werden laufend mehr, sofern ihr bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllt. Mit CommanderVideo oder CommandgirlVideo startet ihr euer Abenteuer eingeleitet von einer Zwischensequenz, welche hervorragend von Charles Martinet, dem Mann hinter der Stimme von Super Mario, synchronisiert wurde. Diese Stimme wirkt auf mich wirklich ganz anders als in den Mario-Spielen. Denn hier wiederholt dieser nicht immer wieder dieselben Ausdrücke, sondern fungiert als Erzähler und Ansager. Charles Martinet ist so eine Kultfigur, dass dieser sogar im Spielverlauf auftaucht. Wo und in welcher Form dieser im Spiel auftaucht, dürft ihr aber selber herausfinden – ihr werdet nicht enttäuscht! Die Zwischensequenzen sind humorvoll animiert und schaffen es einen genauso zu unterhalten wie die kleinen, lustigen Geheimnisse im Menü. Wie in Runner2 sind auch hier wieder witzige Werbeeinblendungen beim Start des Spiels vorhanden.

Cooles Detail: Die Augen bewegen sich und beobachten dich beim Scheitern.

In Runner3 läuft euer Charakter automatisch nach rechts. So müsst ihr euch nur auf das Ausweichen konzentrieren, denn viele Plattformen und Gegner sind so platziert, dass ihr bestimmte Bewegungsabläufe ausführen müsst. Anfangs könnt ihr nur springen, doch mit fast jedem Level werden neue Objekte und Fähigkeiten eingeführt. Deshalb könnt ihr später geduckt über den Boden rutschen, mit der Schlagtaste Bretter zerhauen und mit einem eleganten Doppelsprung über weite Klippen springen. Alle Fähigkeiten fügen sich sehr gut in das äußerst flüssige Spielprinzip von Runner3 ein. Natürlich gibt es auch hier wieder Goldbarren einzusammeln, die euch fordern sollen und euch dazu bringen diverse waghalsige Sprünge durchzuführen. In einem Level lassen sich stets 100 dieser Goldbarren finden und sie sind nicht nur dafür da, um die 100 % zu erreichen, sondern sie dienen auch der Orientierung. Es kommt öfters vor, dass euch Objekte entgegenkommen, über die ihr springen müsst. Die Goldbarren signalisieren euch dies hierbei bereits vorzeitig, sodass ihr keine großen Überraschungen fürchten müsst. Einige Level bringen Passagen mit sich, bei denen ihr beispielsweise mit Flugzeugen fliegen dürft oder auch Autos auf dreidimensionalen Strecken bewegt. Auch Perspektivwechsel sind neu und bringen nicht nur frische Herausforderungen, sondern behindern euch manchmal auch gekonnt die Sicht. Dies funktioniert meistens gut, kann aber ab und zu etwas unübersichtlich werden.

Sammeln, sammeln, sammeln

Goldbarren zu sammeln ist das eine, doch die in den Leveln auffindbaren Edelsteine sind eine ganz neue Herausforderung. Diese erhöhen den Wiederspielwert eines Levels, denn ihr müsst nun nicht nur 100 Goldbarren, sondern auch 25 Juwelen einsacken. Dabei gibt es in einem Level mehrere Abzweigungen, auf denen ihr diese Juwelen finden könnt. Diese Abzweigungen fallen wesentlich schwerer als das Originallevel aus und ersetzen in gewisser Weise die auswählbaren Schwierigkeitsstufen aus dem Vorgänger. Um das nächste Level zu erreichen, muss aber nur der (einfachere) Originalweg absolviert werden. Für Spieler, die gerne alles vervollständigen, bietet es sich aber an, den schwierigeren Teil eines Levels zu spielen. Immerhin gibt es Online-Ranglisten, die euch weiterhin motivieren, der Allerbeste zu sein.

Hier pralle ich wohl gleich gegen einen zuckersüßen Ball.

Runner3 setzt auch wieder wie seine beiden Vorgänger die Plattformerfähigkeiten hervorragend um. Die Steuerung klappt wie immer flüssig und reagiert direkt auf die Befehle. Nur die Musik enttäuscht mich etwas, denn diese wiederholt sich mehrfach. Beispielsweise teilen sich von den neun Leveln einer Welt jeweils drei den gleichen Soundtrack. Für ein Musikspiel ist es meiner Meinung nach ein No-Go, denn hier sollte jedes Level einen anderen Soundtrack beinhalten. Auch der Soundtrack klingt meistens sehr monoton und ähnlich. Es fühlt sich aber leider oft so an, als würde der Soundtrack nur im Hintergrund laufen und nicht Teil des Spielprinzip sein wie in einem richtigen Rhythmusspiel. Der Soundtrack ist quasi nur dekorativ.

Fans vom Vorgänger werden auch hier recht schnell bemerken, dass das Spiel wesentlich weniger Level bietet. In drei Welten der normalen Welt befinden sich insgesamt 40 Level, welche aber nicht mit den über 100 Leveln des Vorgängers mithalten können. Als "Trost" haben die Entwickler die Level etwas länger gemacht, was ich überhaupt nicht gut finde, denn dadurch werden diese wesentlich schwieriger und frustrierender. Ja, Runner3 ist schwer – und zwar bockschwer – und nur für Spieler mit kräftigem Durchhaltevermögen geeignet. Durch die geringe Anzahl an Leveln ist die Schwierigkeitskurve viel steiler und Neulinge könnten Probleme beim Spielen bekommen. Jeder Fehler wird bestraft und bringt euch zum Anfangspunkt des Levels zurück, wo ihr wieder dasselbe machen dürft. Zum Glück gibt es einen Checkpoint, der den Frust zumindest etwas vermindern kann. Meiner Meinung nach ist das Spiel trotz Checkpoint sehr frustrierend, viele könnten jedoch trotzdem ihren Spaß damit haben. Es ist aber ohne Frage nicht für jeden geeignet.

Mama, Mama! Meine Nougat Bits reden auf einmal mit mir!

Natürlich ist bei 40 Leveln noch nicht Schluss. Auf euch warten zudem 30 Level der Retro-Welt, die ebenfalls auf drei Welten verteilt sind. Findet ihr die VHS-Videokassette innerhalb einer Welt, schaltet ihr eine Retro-Welt frei, indem ihr jene in einen Videospielautomaten steckt. Die Retro-Level funktionieren ganz anders als die Level der normalen Welt, denn hier dürft ihr euch frei in alle Richtungen bewegen. Auch Gegner könnt ihr mit einem Tritt erledigen, was im Hauptspiel nicht direkt möglich ist. Euer Ziel ist es fünf Münzen, sogenannte Gildans, zu sammeln und mit diesen das Ziel so schnell wie möglich zu erreichen. Dies scheint aber nicht so einfach zu sein, denn Gegner, die zum Beispiel Feuer speien können, stehen euch im Weg. Dennoch sind die Retro-Level eine gelungene Abwechslung gegenüber den normalen Leveln. Auch der Stil gefällt mir wirklich gut.

Tatsächlich hat das Spiel auch einen recht gelungenen Wiederspielwert. Jedes Level sollte nämlich mehr als zwei Mal gespielt werden. Die sogenannten "Hero Quests" lassen euch auf Abzweigungen in normalen Level mit verschiedenen Charakteren zusammenkommen. Diese geben euch nach lustigen Dialogen einen Auftrag, der daraus besteht, Gegenstände in anderen Leveln zu finden. Diese sind manchmal auf dem Weg, manchmal aber sogar ziemlich gut versteckt. Findet ihr alle Objekte und gebt diese an den Charakter ab, schaltet ihr eine neue spielbare Figur frei. Insgesamt neun spielbare Charaktere können dadurch freigeschaltet werden. Einige sind sogar aus anderen Indie-Spielen übernommen.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Runner3

Meinung von Ilja Rodstein
Auch wenn Runner3 nicht mit dem Vorgänger mithalten kann, werden Fans der Serie auch hier ihren Frieden finden. Neulinge müssen damit rechnen, dass es gar nicht so einfach ist, sich in dieses Spiel einzufinden. Runner3 bringt wieder knifflige Jump ’n’ Run-Action mit sich, bietet aber leider weniger Umfang als der Vorgänger. Erst mit zunehmender Spielzeit wird einem klar, wie viele Geheimnisse sich hinter dem Spiel verstecken. Der wundervolle Humor wird hier gekonnt in knackigen, aber meist fairen Action-Passagen verpackt. Nur gerade die Musik, die sich leider öfters wiederholt, überzeugt mich weniger, weshalb es sich mehr wie ein Plattformer als wie ein Rhythmusspiel anfühlt.
Mein persönliches Highlight: Wenn man versucht die Sprecherstimme leiser zu machen, sagt Charles Martinet "What was that?".

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