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Test zu Raging Justice - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Raging Justice
  • USA USA: Raging Justice
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.05.2018
Vertrieb
Team 17
Entwickler
MakinGames
Genre
Action, Kampf, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 1
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Die wütende Justiz schlägt zu!

Von Holger Wettstein () Wenn ehemalige Killer Instinct-Entwickler von Rare ein eigenes Studio aufbauen und einen Action-Brawler produzieren, der dann auch noch von Team 17 (Worms, Yooka-Laylee, The Escapists) digital veröffentlicht wird, sollte man unbedingt genauer hinschauen. Immerhin war Rare früher ein Garant für extrem gute Spiele und auch Killer Instinct genießt immer noch den Ruf eines kultigen Arcade-Hits. Mit dem bereits 2015 für Steam erschienen Raging Justice möchte man den Geist der klassischen Side-Scroller Beat 'em ups der achtziger und neunziger Jahre wiederbeleben. Erschienen ist die neue Klopperei, unter anderem für die Nintendo Switch, am 08.05.2018. Wir haben uns für euch durch die gefährliche Bronx gekloppt, um zu schauen, ob das Spiel den Ur-Klassikern ebenbürtig ist oder sie sogar übertreffen kann.

Schlagen, treten, werfen

Jeder dürfte das Grundprinzip eines Final Fight, Streets of Rage oder Double Dragon kennen. Genau an diesem Videospielprinzip knüpft auch Raging Justice nahtlos an. Ihr lauft in einem sehr strikt vorgegebenen 2,5D Areal von links nach rechts und verkloppt ziemlich monoton und brutal eine große Anzahl unterschiedlichster Feinde. Unter anderem warten große Fleischberge, aggressive Punks und wütende Gangster-Ladies auf euch. Hierbei wurden wie in alten Rare-Zeiten die 3D-Modelle vorgerendert und in konstruierten, ziemlich abgehackten Animationen in das Spiel implementiert. Auch die komplette Umgebung ist eine vorgefertigte Grafik. Der gesamte Look ist in einer relativ realistischen Comic-Optik gehalten. Das Design dürfte allerdings nicht jeden Geschmack treffen, da alles irgendwie nicht wirklich sympathisch und eher kalt wirkt.
Unterstützt wird der Retro-Charme von kultigen 16-Bit-Soundtracks, die alte Hasen wie mich an vergangene Videospielzeiten erinnern lässt. Und natürlich spritzt hier und da auch mal ordentlich Pixel-Blut. Das alles fühlt sich gut an, versprüht einen sehr speziellen Trash-Charme und weckt Interesse. Zudem spürt man jede Sekunde die große Liebe zum Genre. Unzählige Anekdoten aus den bereits genannten Klassikern wurden an jede Ecke platziert. Fans der alten Kultspiele werden dabei einen riesigen Spaß haben.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt, so wie man es von diesem Genre erwarten würde. Der Bürgermeister der Stadt wurde von bitterbösen Gangstern entführt, die jetzt die gesamte Stadt unsicher machen und lahmlegen möchten. Natürlich springt ihr ein, um die Stadt von der Kriminalität zu säubern. Es stehen nur noch drei hartgesottene Trash-Polizisten zur Auswahl, aus denen ihr am Anfang auswählen müsst. Jeder der Drei hat spezielle Fähigkeiten und einen ganz eigenen Charakter. Rick Justice ist ein Polizist der alten Schule. Nikki Rage ist das weibliche Mitglied der Truppe und stellt eine ehemalige Soldatin dar. Und kurioserweise ist der Dritte im Bunde ein sehr junger Mann, der offensichtlich gerne Musik hört und lieber durch die Gegend skaten würde. Wie bereits erwähnt, wird hier die Trash-Fahne der achtziger und neunziger Jahre mehr als hochgehalten.

Monotone Haudrauf-Action im Killer Instinct-Look

Da die Steuerung auch recht primitiv gehalten ist, verfällt man sehr schnell in ein bestimmtes Move-Set. Trotz der alten Gene haben die Entwickler auch einige Varianten in das Kampfsystem programmiert. So springt ihr in die Menge, werft einen Gegner auf den anderen, nehmt zahlreiche Gegenstände wie Messer, Flaschen, Dynamit oder Mülltonnen auf, oder nehmt auch mal ganz klassisch Gegner fest, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Selbst fahrbare Rasenmäher oder Motorräder kommen zum Einsatz. Dabei gilt es immer einen gewissen Schwung aufrechtzuerhalten. Denn wenn ihr einmal aus dem „Flow" kommt, werdet ihr gnadenlos niedergestreckt. Zudem wird euer Flow durch ein simpel gestaltetes Combo-System unterstützt.

Eine fiese Schlägerei in der Bar

Am interessantesten sind aber die Missionsziele vor einem Level. So müsst ihr Mal eine gewisse Anzahl von Gangster festnehmen oder auf keinen Fall sterben. Nebenbei entscheidet euer Verhalten, ob ihr im Spielverlauf eher ein böser oder guter Cop werdet. Die Gegner einfach tot zu prügeln macht euch zum bösen Polizisten, während das ständige Verhaften euch zu einem vorbildlichen Gesetzeshüter macht. Ab und zu begegnet ihr auch noch besonders harten Burschen, die wie eine Art Levelboss agieren. Das sind aber auch die einzigen Elemente, die dem Spiel ein Hauch von Tiefe verleihen.

Damit das Spiel aber nicht zu langweilig wird, findet ihr neben dem Story-Modus im Hauptmenü noch einen Survival-Modus, in dem ihr möglichst lange überleben müsst, sowie ein Onlineranking. Der Schwierigkeitsgrad ist auch dreistufig einstellbar, der generell recht hoch angesiedelt wurde.

Der entscheidende Pluspunkt der Massenschlägerei ist aber der 2-Spieler Kooperations-Modus. Zu zweit geht ihr auf die Jagd nach den Gesetzesbrechern. Dieser Modus funktioniert perfekt und macht viel mehr Spaß, als sich alleine durch die düsteren, versifften Straßen oder zwielichtigen Bars zu schlagen. Besonders weil die Nintendo Switch mit den verschiedenen Spielmöglichkeiten zum Mehrspieler-Modus einlädt. Weitere besondere Features der Hybrid-Konsole oder ein echter Online-Modus wurden allerdings nicht genutzt, was sehr schade ist. An diesen Stellschrauben hätte Raging Justice noch einiges an Potenzial.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Raging Justice

Meinung von Holger Wettstein
Entweder mag man Side-Scroller Beat 'em ups oder nicht. Das gilt auch für die Retro-Schlägerei Raging Justice. Man darf Genretypisch keine große Spieltiefe oder Story und auch keine komplexe Steuerung erwarten. Es ist eben nur ein simpler und netter Zeitvertreib, mehr aber auch nicht. Zwar haben die Ex-Rare-Entwickler von MakinGames einige interessante Elemente in das Spiel gepackt, trotzdem ist die Schlägerei eher ein monotones Erlebnis. Auch die merkwürdig realistisch angehauchte, an Killer Instinct erinnernde, Optik wird nicht unbedingt jedem gefallen. Dagegen macht der Zweispieler-Kooperations-Modus richtig fun. Wer Bock hat einfach mit einem Kumpel ein paar Fieslinge zur Strecke zu bringen, der wird ein paar wirklich unterhaltsame Stunden mit dem knapp 13 Euro teuren Spiel verbringen. Besonders weil die Nintendo Switch die ideale Mehrspieler-Konsole ist.
Mein persönliches Highlight: Die zahlreichen Referenzen an die Ur-Klassiker des Genres

Kommentare 3

  • A.G.E. Indica < Sativa - 25.05.2018 - 07:45

    Genau das was ich erwartet habe, nicht mehr und nicht weniger. Werde mir das Spiel gönnen. Ich habe damals Double Dragon etc geliebt.
    Danke für den Test.
  • alfalfa Turmheld - 25.05.2018 - 08:16

    Habe es schon auf dem PC, weil ich solche Spiele liebe.
    Es ist nicht schlecht, aber an Streets of Rage und Final Fight kommt es nicht ran bzw. bringt es mir nicht so viel Spaß.
    Was wirklich fehlt, ist ein cooler Soundtrack wie eben bei Streets of Rage oder auch Bloody Zombies.
    Die Optik ist für mich gewöhnungsbedürftig.
  • Zettmaster Turmheld - 12.08.2018 - 11:43

    So...für zwischendurch wirklich spaßig! Besser als Shaq FU finde ich. Grafisch wenigstens nicht so verspielt und verpixelt wie manche Retro Spiele. Damals auf der 50cm Röhre mit Scart sah kein Spiel pixelig aus. Glatt und scharf. Erst jetzt wieder mit SNES und Donkey Kong erlebt. Glasklare Optik.