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Test zu Legend of Kay Anniversary - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Legend of Kay Anniversary
  • USA USA: Legend of Kay Anniversary
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
29.05.2018
Vertrieb
THQ Nordic
Entwickler
Kaiko
Genre
Adventure, Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Kämpft mit der Miezekatze nun auch unterwegs!

Von Patrick Gawor () Die PlayStation 2-Ära wurde von zahlreichen Genres geprägt. Nicht nur die RPG-Spiele, wie zum Beispiel Final Fantasy, hatten dort ihre Glanzzeiten erlebt, auch die Plattformer haben sich mit der neuen Technik ebenfalls weiterentwickelt. Viele denken dabei bestimmt an Ratchet & Clank, welches damals sehr von den Sony-Fans gefeiert wurde. Aber auch Legend of Kay darf man nicht vergessen. Obwohl das Spiel von der Presse nicht als Top-Titel gefeiert wurde, ist die Katze Kay in Erinnerung der PS2-Ära geblieben. Gute zehn Jahre später haben sich die Entwickler entschieden, eine Anniversary-Edition für die gängigen Plattformen herauszubringen. Nun findet Legend of Kay: Anniversary auch auf der Nintendo Switch sein Zuhause, womit Nintendo-Fans ebenfalls unterwegs mit der Miezekatze spielen dürfen.

Die Zwischensequenzen machen selbst heute noch einiges her

Die Geschichte mit Kay beginnt wie in einem klassischen asiatischen Ninja-Film. Im Reich der Yenchings leben vier Völker, dazu zählen die Hasen, die Frösche, die Pandas und Kays Volk, die Katzen. Sie alle leben friedlich im Einklang miteinander, bis jedoch eines Tages die Gorillas und die Ratten den Frieden stören, das Reich in Sturm erobern und den Völkern ihre Lebensweisen aufzwingen. Nachdem Kay die ersten Techniken seines Meisters kennenlernt, wird die Dojo-Schule geschlossen, da dort angeblich Terroristen ausgebildet werden sollen. Das will der junge Kater Kay nicht mit sich machen lassen und macht sich auf die Reise, um den Anführer der Gorillas und Ratten aufzuhalten. Auf seiner Reise besucht er jedes Volk, um diese vor den Gefahren der Feinde zu beschützen und zu retten. Das Prinzip ist sehr linear gestaltet. Ihr erhaltet Aufgaben, wie zum Beispiel eine Karte zu besorgen oder Gegner zu besiegen. Auch Schalter müssen des Öfteren aktiviert werden. Diese Ziele müsst ihr aber nicht selber suchen, sondern sie werden vorab auf der Karte mit einem dicken „X“ versehen und somit gibt es keinen Raum, selbst nachzudenken. 80 Prozent des Spiels bestehen nebenbei darin Feinde zu besiegen, um den linearen Pfad weiter zu verfolgen. Nicht nur Klingen schwingende Nager oder Primaten kommen, um uns zu besiegen, auch fleischfressende Pflanzen, Insekten, Bären oder Reptilien wollen uns das Leben wesentlich schwerer gestalten. Im Laufe des Spiels erhält man drei verschiedene Waffenarten, womit wir uns verteidigen können: ein Schwert, Krallenaufsätze und einen gewaltigen Hammer. Natürlich hat jede Waffenart ihre Vor- und Nachteile, die je nach Gegner geschickt eingesetzt werden können. So wäre es klüger, bei Gegnern mit Rüstung eher das Schwert einzusetzen als die Krallen, da die Waffe mehr Schaden verursacht und gleichzeitig die Rüstung der Gegner beseitigt. Erst nach und nach bekommt ihr das Gefühl, welche Waffe wirklich richtig für welchen Gegner ist.

Ein Kampfsystem mit mehr Tiefe als gedacht.

Die Kampfsteuerung geht ganz gut von der Hand. Neben dem Angreifen solltet ihr ab und zu die Schläge abblocken, da ihr eine begrenzte Anzahl an Lebensenergie habt. Selbst beim Angreifen habt ihr verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Entweder könnt ihr die Gegner frontal von vorne angreifen oder ihr rollt euch zur Seite und erwischt die Feinde von hinten, was besonders für Gegner mit Rüstung vorteilhaft wäre. Nebenbei gesagt verfügt Kay auch über magische Kräfte. So könnt ihr bei ausreichenden Manapunkten auch einen Donnerschlag hervorrufen, der bei Gegnern innerhalb eines Kreises großen Schaden anrichtet. Im gesamten Abenteuer werdet ihr merken, dass das Sammeln der Kombos von wichtiger Bedeutung ist. Sobald ihr mehrere Gegner immer hintereinander zur Strecke bringt, lädt sich ein Multiplikator auf.

Kombos zu generieren macht selbst eure Angriffe stärker

Mit diesem könnt ihr fliegende Gegner erreichen, indem ihr „X“ drückt. Doch nicht nur das: Auch die Außenwelt muss beachtet werden, denn nur mit einer Kombo lassen sich Areale erreichen, die man im normalen Zustand nicht erreichen würde. Zusätzlich gibt es sogenannte Luftbojen, auf die geschlagen werden muss, um sich immer weiter in der Luft bewegen zu können. Meist erreicht ihr dadurch besondere Gegenden, die euch Extras wie Bonusleben, Rüstungen oder andere Schätze bringen können. Es gibt sogar Kisten, die nur geöffnet werden, wenn ihr eine hohe Kombi erreicht und rechtzeitig auf die Kiste draufhaut. Wie ihr merkt, gibt es neben der eigentlichen Story recht viel zu entdecken und zu erforschen. Im Spiel gibt es auch Objekte, die sich entweder einsammeln lassen oder die man beim Trödel-Verkäufer kaufen kann. Ihr solltet öfter beim Händler vorbeischauen, da dieser Waffen-Upgrades oder weitere Leben- oder Manacontainer zum Verkauf bereitstellt. Ihr könnt Items wie Bomben besitzen, die ihr gegen eure Feinde oder brüchige Felswände einsetzen dürft. Zu den Items gehören auch Energie- oder Manatränke.

Ansonsten wird euer Abenteuer mit verschiedenen Rätseln abgerundet, wie zum Beispiel dem Aktivieren von Schaltern mit Kisten oder dem Suchen von Statuen. Auch die Wildschweinritte, Drachenflüge oder Bootsfahrten tragen zwar zur Abwechslung bei, kommen aber leider viel zu selten vor. Bei allen drei genannten Sachen müsst ihr innerhalb einer bestimmten Zeit einen Parkour bestehen. Fast bei jeder Rettungsaktion des bestimmten Volkes erwartet euch ein größerer Bosskampf. Zwar ist die Inszenierung ganz ordentlich ausgefallen, aber viel zu simpel gestaltet. Erinnern kann ich mich noch an einen Kampf mit einem Wildschwein, bei dem ich nur ausweichen und im passenden Moment auf die Schwachstelle draufschlagen musste. Nicht gerade sehr anspruchsvoll. Apropos anspruchsvoll: Ihr könnt den Schwierigkeitsgrad am Anfang des Spiels selber festlegen, könnt diesen aber nicht im Laufe von Legend of Kay verändern. Ich habe mich für die normale Schwierigkeitsstufe entschieden, die aber auch an manchen Stellen schon ziemlich schwer ausgefallen ist.

Trotzdem bleiben alte Schwächen bestehen

Bereits damals wurde schon die Kamera als Problem bezeichnet. Da die Entwickler sich nur auf die Optik konzentriert haben, werdet ihr es auch hier mit der „Kamera aus der Hölle“ zu tun haben. Gerade wenn man bei einer schmalen Wegpassage ist, kann man die Kamera nicht gerade ohne Probleme um sich herumdrehen. Doch glücklicherweise könnt ihr innerhalb der Optionen auch zur „modernen Kamera“ wechseln. Diese lässt euch die Kamera nach belieben nachjustieren, was grundsätzlich zwar ein Vorteil ist, allerdings in einigen Passagen durchaus auch mal dazu führen kann, dass ihr verdutzt durch die Umgebung schaut. Gerade bei Wandsprüngen kommt die „moderne Kamera“ durchaus mal an ihre Grenzen und ihr schaut öfters durch die Map als auf das eigentliche Geschehen. Trotzdem würde ich die neue Kamera jedem ans Herz legen.

Für Kay ist keine Passage zu gefährlich! Leider macht die unausgereifte Kameraführung manche Aufgaben schwerer als nötig.

Die gameplaytechnischen Schwächen des Spiels sind natürlich ebenso noch mit dabei. Irgendwann wird das Schema von kurzzeitigem Erkunden, dann wieder gegen Gegnerhorden kämpfen und hier und da ein meist sehr offensichtliches Rätsel lösen, doch ein wenig monoton. Das Spiel nimmt sich vielerlei Elemente aus anderen Spielereihen und packt sie quasi 1 zu 1 innerhalb der eigenen Spielwelt ein. Dadurch bleibt die Innovation leider ein wenig auf der Strecke und das auch schon im Jahre 2005. Dies ist besonders schade, da die Kulisse rund um das Spiel durchaus einiges hergibt und mittlerweile auch nicht mehr wirklich bedient wird. Trotzdem war einer meiner Höhepunkte der Sound. Die leicht asiatisch angehauchte Musik trägt sehr zur Spielatmospähre bei und bietet ebenfalls große Abwechslung. Ebenso stimmig sind die wechselnden Musikeinlagen bei entweder friedlichen oder gefährlichen Situationen.

Die deutsche Synchronisation macht wirklich einen sehr guten Job. Hier werden keine langweiligen Dialoge erzählt, sondern viel Elan und Gefühl in die Stimme eingebunden. Besonders lustig ist, dass die Frösche mit einem sehr leichten französischen Touch reden. Die Hasen wiederum erfüllen das Klischee eines typischen Märchenwalds. Die Feinde werden allgemein sehr dümmlich dargestellt, da zum Beispiel die Ratten die Wörter im gesamten Satzbau vertauschen, und völlig „gestört“ reden. An sich sind die Konversationen allerdings recht plump und unbedeutend ausgefallen, wenngleich es jedoch ein paar Stellen gab, bei denen ich wirklich schmunzeln musste. Als Beispiel nehmen wir ein Gespräch zwischen Kay und einem Krokodil. Dort gab der Kämpfer-Kater preis, dass er ihn zu einer Handtasche verarbeiten möchte. PETA lässt grüßen.

Im anderen technischen Aspekt des Spiels, der Optik, muss ich sagen, dass das Spiel genau das erfüllt was ein Remaster eben erfüllen soll. Keine von Grund auf neu gestaltete Optik, sondern die bereits bestehenden Texturen genommen und in ein HD-Gewand hochskaliert. Wir sprechen hier ja schließlich von einem Remaster und keinem Remake. Der Kampf-Kater Kay sieht noch detaillierter aus als sonst, in den Gebäuden spiegelt der Boden so glasklar, als hätte meine Mutter ihn zehn Tage hintereinander poliert und gewienert und die Grafik der Außenwelt wirkt durch die bunten Farben ebenfalls noch ansehbar. Natürlich sollte sich jeder dessen bewusst machen, dass wir es hier weiterhin mit einem Spiel aus dem Jahre 2005 zu tun haben. Abschließend noch einen kleinen Satz zur Nintendo Switch-Version: Auf Nintendos neuester Konsole läuft das Spiel genau so butterweich, wie auch schon auf der Wii U. Bedeutet also konstante 60fps bei nativen 1080p. Das Gleiche gilt auch für den Handheld-Modus, nur dass hier selbstverständlich die Auflösung auf 720p ausgegeben wird. Ansonsten bietet die Nintendo Switch-Version keinerlei Vorteile gegenüber der Wii U-Version.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Legend of Kay Anniversary

Meinung von Patrick Gawor
Auch wenn Legend of Kay für die PlayStation 2 zu einem Kult-Spiel geworden ist, darf man seine Macken nicht vergessen. Dies trifft ebenfalls auf das Remaster zu, alte Macken bleiben, nur die Grafik ist an einigen Punkten in die heutige Zeit gerutscht. An sich unterhält Legend of Kay: Anniversary für gute 15 Stunden und gerade durch die Spielzeit rechtfertigt sich auch der niedrige Preis, aber nichtsdestotrotz hatte ich persönlich etwas mehr von diesem Titel erwartet. Die Story wird trotzdem gut erzählt, auch wenn die eigentlichen Dialoge teilweise sehr stumpf sind. Der Sound und die deutschen Synchronsprecher machen hingegen wirklich einen guten Job. Diese Punkte lassen Legend of Kay: Anniversary leider auch nur zu einem durchschnittlichen Spiel werden. Das Potenzial wäre auf jeden Fall da gewesen, um noch etwas mehr daraus zu machen. Wer also Bock auf einen Plattformer aus guten alten PlayStation 2-Zeiten hat und auf einen eher linearen Aufbau innerhalb von Plattformern steht, kann hierbei nichts falsch machen.
Mein persönliches Highlight: Die überraschend schöne musikalische Untermalung innerhalb der Kapitel.

Kommentare 4

  • Weird Turmbaron - 31.05.2018 - 16:09

    Ich persönlich hatte das Spiel auf der Wii U, wo mein größter Kritikpunkt ein gamebreaking Bug war, der man Monate später behoben bekommen hat. (Anstatt zu warten hab ich das Spiel nochmal von Neuem begonnen) Ich gehe einfach mal davon aus, dass man diesen in der Switch Version direkt behoben hat, auch wenn der Bug wohl nur die allerwenigstens diese Bug überhaupt aktivieren. Der dreht sich um einen Schlüssel, wenn man den erhält und bevor man den nutzt den "Dungeon" wieder verlässt, dann ist der Schlüssel weg. Für immer und die Tür drinnen halt noch immer verschlossen^^ Mir war das passiert, weil ich den Raum erst noch weiter erkunden wollte, bevor ich voranschreite und dabei versehentlich den Ort verlassen hab. Passiert wohl den Wenigsten xD
    Ich fand das Spiel wirklich großartig! Die ganze Erzählweise ist einfach nur charmant, witzig und sympathisch. Es ist unter den mittelgroßen Spielen definitiv erstklassig, meiner Meinung nach. Verstehe aber auch, wenn dem Spiel keine 8 gegeben wird, auch wenn ich finde, dass es durchaus noch eine 7 verdient hat. Aber eine 6 hier steht nicht umsonst für "überzeugend" :) Es hätte definitiv noch viel mehr sein können aber das was es macht, macht es wirklich gut. Ich persönlich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich größere Probleme mit der Kamera hatte. Ich kam damit eigentlich ganz gut durch. Dafür gab es hier und da andere kleine Ungenauigkeiten im Gameplay, wenn ich mich recht entsinne.
    Was mich nur etwas verdutzt.. es liest sich hier ein wenig so, als ob 15 Std Spielzeit wenig wär xD Ist es nicht. Eine normale Spielzeit ist die um die 10 Std, gerade für so ein lineares Spiel. Daran erkennt man aber schon gut verwöhnt wir davon sind, dass heutzutage so viele Spiele so übertrieben lang gehen Das finde ich recht interessant^^

    Ich persönlich kann es jedem nur ans Herz legen, der solche Art von Spielen mag und Lust auf ein charmantes humorvolles Abenteuer hat :)
    Ich wünschte mir wirklich, dass man einen zweiten Teil entwickeln würde. Würde zu gerne sehen, was daraus gezaubert werden würde.
  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 31.05.2018 - 18:48

    Ist schon ein tolles Game. Man muss sich eben bewusst sein, dass man ein Game aus einer anderen Ära spielt und hier nur die Grafik etwas aufgehübscht wurde.

    Sollte Jeder mal gespielt haben, der kleine Action Adventure mag. Das Game ist ja wenigstens sehr günstig für einen Port. :thumbup:
  • McLink Turmknappe - 31.05.2018 - 20:14

    Aufgrund des Preises würde ich eine 8.5 geben. Das Spiel macht definitiv richtig Spaß und ich denke wärs ein Indie Spiel statt ein Port wäre die Wertung höher ausgefallen.
  • Nebura Hoppeldihopp auf ntower! - 31.05.2018 - 21:35

    Habe die WiiU-Version gespielt da das Spiel recht vielversprechend aussah aber wurde bitter enttäuscht.
    Einzig die als Comic gestalteten Zwischensequenzen haben mir gefallen, der Rest war wohl selbst zu seiner Zeit höchstens Mittelmaß.
    Ödes Kampfsystem, schwammiges Platforming gepaart mit einer teilweise unmöglichen Kameraführung und Dialogen, insbesondere zwischen dem Protagonisten und den Widersachern auf Fremdschäm-Niveau.
    Zudem wirkt das Spiel als ob die Entwickler ab der Hälfte keine Lust mehr hatten, das merkt man sowohl am repetitiven Gameplay wie auch an der immer mehr abnehmenden Liebe zum Detail.


    Da wohl aber nicht jeder so kritisch ist wie ich, denke ich das der Spieltest ziemlich fair ausgefallen ist.