Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Yoku's Island Express - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Yoku's Island Express
  • USA USA: Yoku's Island Express
  • Japan Japan: Yoku's Island Express
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
29.05.2018
Vertrieb
Team 17
Entwickler
Villa Gorilla
Genre
Action, Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Postmeister Yoku tritt zum Dienst an

Von Dennis Gröschke () Mistkäfer haben keine gute Lobby. Wenn schon das Wort Mist in deinem Namen steckt, ist es schwer, sich einen guten Namen zu machen. Dabei sind Mistkäfer durchaus wichtige und witzige Tiere. Wer kann schon rückwärts auf den Armen laufend eine Kugel sicher durch die Gegend bewegen, die größer ist, als man selbst? Seht ihr, nicht so einfach. Yoku aus Yoku´s Island Express ist ein solcher Mistkäfer, jedoch mit einer anderen Mission. Yoku ist der neue Postmeister auf der schönen Insel Mokumana. Bei eurer Ankunft am Strand werdet ihr direkt vom alten Postmeister Posterodactyl, einem Pterodactylus (Flugsaurier), freudig begrüßt und sogleich mit einer ersten Aufgabe betreut.

Wunderschöne handgezeichnete Grafiken machen das Spiel von Anfang an zum Hingucker!

Also rollt ihr eure Kugel, an die ihr mit einem Band befestigt seid, über die Insel und gelangt sogleich an die erste kleine Herausforderung. Springen könnt ihr nicht, sondern ihr bewegt euch mithilfe des Analog-Sticks in die gewünschte Richtung nach links oder rechts. Auf dem Weg sammelt ihr herumliegende Früchte ein, deren Zweck zu Beginn noch nicht erläutert werden. Schon bald stoßt ihr auf die ersten Flipperhebel, die geschickt in die Landschaft integriert sind. Yoku erkundet die Insel nämlich nicht nur laufend, sondern kann durch Betätigung von Flipperhebeln über die Insel geschossen werden. Yoku´s Island Express ist dadurch vielmehr nicht nur ein Platformer, sondern gleichzeitig auch ein Arcade-Flipper beziehungsweise eine geniale Mischung aus beidem.

Mit den beiden Schultertasten ZL und ZR betätigt ihr die Flipperhebel. Diese sind farblich gekennzeichnet, sodass ihr nach kurzer Zeit wisst, welche Farbe zu welcher Schultertaste gehört. Weiterhin gibt es einige Flipperhebel, die unabhängig sind und auf beide Tasten reagieren. Diese Hebel reagieren präzise und genau so, wie man es erwarten würde. Trefft ihr mal nicht so wie gewollt, ist das nicht schlimm, es gibt nämlich kein wirkliches Abseits, in das die Kugel – und Yoku mit ihr – verschwindet. Ihr könnt die Kugel also nicht auf dem Spielfeld verlieren, auch wenn sie euch durch die Mitte zwischen den beiden Flipperhebeln durchrutscht. Meist fügen euch dann Dornen, die in diesem Bereich platziert sind, ein wenig Schaden zu, wirklich schlimm ist das jedoch nicht. Passiert euch dies dennoch, wird die Kugel entweder wieder automatisch nach oben befördert oder ein weiterer Hebel lässt sie euch wieder in das Spielfeld schießen.

Die Flipper-Spielfelder sind anfangs noch einfach gehalten, doch keine Angst, das bleibt nicht so.

Wenn ich hier von Spielfeld rede, ist allerdings nicht von einem klassischen Spielfeld die Rede. Sämtliche „Spielfelder“ sind Teil des Landschaftsgefüges. Selbstverständlich sind sie so designt, dass es sich in die Landschaft und das Spielgefüge einpasst. Hier wurde wirklich großartige Arbeit vom Entwickler Villa Gorilla geleistet. Alles fügt sich nahtlos in die Landschaften ein, die euch nicht nur subtropisches Inselflair bieten, sondern im Verlauf des Spieles viele weitere Klimazonen wie Schneelandschaften, Gebirge oder auch Bereiche unter Tage besuchen lassen. Dabei ist es durchaus üblich, dass ihr gewisse Bereiche der Insel zunächst nicht erreichen oder betreten könnt. Ganz in bester „Metroidvania“-Manier besucht ihr viele Bereiche im Spiel mehrmals, weil ihr im Verlauf des Abenteuers neue Fähigkeiten erlernt, die euch an diesen Stellen dann weiterhelfen. Ein weiterer Kniff im Spieldesign sind die besagten Früchte, die ihr auf eurem Weg einsammelt. Mit Hilfe dieser, die ihr später in Beuteln verstaut, schaltet ihr auch verborgene Flipperhebel in der Landschaft frei, die euch nur zur Verfügung stehen, wenn ihr eine entsprechende Anzahl der Früchte investiert. Das bedeutet für euch zu Beginn des Abenteuers noch nicht viel Aufwand, kann allerdings später dazu führen, dass ihr einige Flipperabschnitte mehrmals spielen müsst, um an die entsprechende Anzahl an Früchten zu gelangen.

Die schöne handgezeichnete Grafik zieht euch sofort in ihren Bann.

Yoku wird im Verlauf des Spieles manches Mal übel zugesetzt. Durch seine Verbindung mit der Flipperkugel wird er natürlich immer hinterher geschleudert. Ihm passiert dabei nichts, allerdings tut er einem dann schon ein wenig Leid. Denn wie es zu einem richtigen Arcade-Flipperautomaten gehört, finden sich auch in Yoku´s Island Express viele bekannte Elemente wie Rampen, Bumper, Zielscheiben oder Löcher, die die Kugel kurz festhalten, wieder. Nach einigen einfachen Flippern findet ihr euch bald auch schon in etwas umfangreicheren Spielfeldern wieder. Hier ist es notwendig, kleine Aufgaben zu erledigen. Trefft ein Ziel mehrere Male direkt hintereinander, aktiviert durch Beschuss einer Rampe einen Schalter oder entledigt euch den Tieren, die auch die Flipperspielfelder bevölkern. Nebenher sammelt ihr die Früchte und andere Sammelgegenstände auf dem Spielfeld selbstverständlich mit ein.

Nicht alle Lebewesen auf unserer Reise sind so gesprächig wie dieser Geselle hier, den wir oben auf einem Berg treffen.

In späteren Abschnitten auf der Insel kommen noch Bereiche vor, in denen ihr euch an Pflanzen festhaltet und diese mehrmals umkreist. Hier gilt es, im richtigen Moment loszulassen und dadurch im Spiel weiter voranzukommen. Leider wurden in wenigen Abschnitten auch mehrere dieser Pflanzen nacheinander platziert, sodass es einen Abschnitt gibt, in dem ihr euch wiederholt von einer Pflanze zur nächsten hangeln müsst. Dadurch klettert ihr quasi einen Berg empor, doof nur, wenn ihr zwischendurch eine der Pflanzen nicht zu fassen bekommt. Dies war eine der wenigen frustrierenden Stellen im Spiel. Die Checkpunkte sind im Spiel allerdings großzügig gesetzt, hier kam im Testzeitraum bei mir kein Frust auf. Meist passiert ihr die Checkpunkte im Vorbeilaufen und nehmt diese nur beiläufig wahr. Um versteckte Früchte und weitere Gegenstände freizulegen, hilft euch auch eure Partytröte. Richtig gelesen, anstatt eines Posthorns findet ihr zu Beginn des Spieles schnell eine klassische Partytröte, mit der ihr auf Knopfdruck tröten könnt. Im Spiel vorzufindende Gegenstände geben euch bei Betätigung der Tröte hilfreiche Früchte und weitere nützliche Gegenstände frei. Es lohnt sich also, hin und wieder einfach mal trötend durch die Gegend zu laufen.

Das Spiel wird mit einer schönen Geschichte um die Insel Mokumana und deren Bewohner bereichert. Die Gottheit der Insel, namens Mokuma, wurde von einem mysteriösen Wesen, genannt „Gottmörder“, lebensbedrohlich verletzt und die Einwohner von Mokumana versuchen mit eurer Hilfe, eine Heilung für Mokuma zu finden. Dabei statten sie euch auf eurem Abenteuer mit jeder Menge Aufgaben aus, die in den meisten Fällen auf Besorgungsmissionen basieren. „Bring mir jenen Gegenstand, dann helfe ich dir mit einem Upgrade weiter.“ Das ist wahrlich nicht von großem Einfallsreichtum geprägt, weil die verschiedenen Inselbewohner untereinander auch eigenen Interessen nachgehen, erfüllt aber seinen Zweck und ist durch Hinweise auf der Karte jederzeit transparent.

Eine aktuelle Karte könnt ihr jederzeit aufrufen und dort auch alles frei ansehen, vorausgesetzt ihr habt die Bereiche bereits freigeschaltet.

Ihr müsst also keine Angst haben, die Übersicht zu verlieren, auch wenn ihr zwischendurch zwei oder mehr Aufträge gleichzeitig angenommen habt. Schon direkt zu Beginn steht euch auf Tastendruck diese Karte der Insel zu Verfügung, leider jedoch mit Wolken davor. Erst wenn ihr den entsprechenden Bereich besucht habt oder eine Markierung durch einen Auftrag gesetzt wird, den ihr erledigen sollt, wird der entsprechende Bereich auf der Karte freigegeben und kann von euch näher inspiziert werden. Dennoch ist euch dann natürlich nicht ersichtlich, wie ihr dorthin gelangt, weil die anderen Bereiche noch „vernebelt“ sind. Eine tolle Lösung mit spannenden Wegen, die nicht immer geradlinig verlaufen, eine Schnellreisefunktion namens „Bienenlinie“ inklusive.

Schnell füllt sich auch euer Inventar auf, wo ihr allerlei nützliche Gegenstände und auch Pflanzen aufnehmt. Im Inventar gibt es keine Verwaltungsmöglichkeiten, ihr seht lediglich auf einen Blick, wie viel ihr von den jeweiligen Gegenständen besitzt oder welche Gegenstände überhaupt. Habt ihr einen nützlichen Gegenstand im Inventar, nutzt ihr dessen Eigenschaft im Spiel automatisch, ihr braucht diesen also nicht explizit auszurüsten. Das trägt zum allgemeinen Spielfluss bei, da ihr euch auf die Spielumgebung und dessen Bewältigung konzentrieren könnt, ohne ständig ins Inventar wechseln zu müssen.

Langweilig wird das Spiel nie, es gibt immer etwas zu tun oder zu entdecken!

Im Verlauf des Abenteuers deckt sich die Geschichte rund um die Gottheit Mokuma immer weiter auf und kommt auch zu einem Abschluß. Dabei spielen auch Bosskämpfe eine Rolle und diese stellen den Genremix noch einmal in den Vordergrund. Denn wie es sich für einen Arcade-Flipper gehört, finden die Bosskämpfe ebenso auf einem solchen Spielfeld statt. Hier sind dann ein wenig Geduld und alle eure innerhalb des Spieles erworbenen Fähigkeiten gefragt, um den Bossen den Garaus zu machen. Ich hab mich regelrecht gefreut, dass die Entwickler von Villa Gorilla hier auch den letzten konsequenten Schritt gegangen sind und diese Herausforderungen in dieser Form implementiert haben.

Hier seht ihr einen der Bosskämpfe. Es braucht nicht erwähnt werden, dass hier ein Treffer nicht ausreicht.

Yoku´s Island Express hat mir viel Freude bereitet. Schon mit der Musik im Hauptmenü werdet ihr auf das Setting eingestimmt und diese Linie zieht sich durch das gesamte Spiel. Die Musikstücke und Umgebungsgeräusche sind stets passend und unterstützen die farbenfrohe handgezeichnete Grafik des Titels. Die Animationsqualität schwankt hin und wieder, wenn innerhalb eines Flipper-Spielfeldes zum Beispiel mal nur die Kugel zu sehen ist und Yoku, der eigentlich mit dranhängen sollte, aufgrund der Geschwindigkeit nicht hinterherkommt. Das stört den Spielfluss nicht wirklich, alle sonstigen Elemente funktionieren in diesem Moment nämlich weiter, es fehlen nur die Animationsstufen von Yoku. Da die Entwickler einen Patch für den Veröffentlichungstag in Aussicht gestellt haben, fällt dieser Umstand für euch wahrscheinlich nicht weiter ins Gewicht und wird auch in der Wertung nicht berücksichtigt. Insgesamt muss ich die Animationen aber als gelungen bezeichnen, es macht schon jede Menge Spaß zuzusehen, wie Yoku sowohl aktiv als auch passiv mit seiner Kugel interagiert und über die Ebenen geschossen wird. Zwischendurch wird die Geschichte in minimal animierten Standbildern oder Interaktionen mit Bewohnern der Insel weitererzählt. Dies ist für das Genre durchaus üblich und passt sowohl zur grafischen Präsentation als auch zur akustischen Untermalung, wenn die verschiedenen Lebewesen Fantasielaute von sich geben.

Keine großen Einbrüche lassen sich bei der Framerate feststellen, im Gegenteil, das Geschehen war im Testzeitraum stets flüssig. Wenn ich die Kugel nicht erwischt habe, dann lag es an der Person am Eingabegerät und nicht am Spiel. Ihr solltet hier keine 60 Bilder in der Sekunde erwarten, dennoch ist euer Können am Flippertisch…moment, ich meine an der Flipperlandschaft gefragt und die Kugel schneller im Aus als euch lieb ist.

Erfreulich lässt sich zum Schluss noch erwähnen, dass das komplette Spiel in deutscher Sprache erscheint und die Wortwitze durchaus gekonnt übersetzt wurden. Sowohl im Handheld-Modus als auch mit dem Nintendo Switch Pro Controller am TV lässt sich Yoku perfekt steuern. Die Geschichte kommt nach circa 5-7 Stunden zu einem Ende, entlässt euch danach jedoch noch einmal in die offene Welt, um dort auch noch die übrig gebliebenen Aufgaben zu erfüllen, das ließ ich mir nicht zweimal sagen und stürzte mich vergnügt wieder in die tolle Welt von Mokumana.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Yoku's Island Express

Meinung von Dennis Gröschke
Warum ist da vorher noch niemand drauf gekommen? Platformer und Arcade-Flipper sind zwei Genres, die auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenpassen. Das Gegenteil beweisen die Entwickler von Villa Gorilla mit Yoku´s Island Express. Tolle handgezeichnete Grafiken, phantastisch eingängige Melodien, die sofort ins Ohr gehen und ein Gameplay, welches Spaß macht und trotzdem herausfordert. Ich habe mich während meiner Testphase gelegentlich auch einfach in der Landschaft treiben lassen, dort mal ein wenig geschaut, hier eine weitere Landschaft geöffnet. Trotzdem kam ich so auch gleichzeitig mit der Geschichte voran, weil alles gut ineinander verwoben ist. Das Spiel eignet sich auch gut für kurze Spielsessions unterwegs, weil ihr fast überall eine Möglichkeit zum Speichern habt. Der Umfang ist für diese Art Spiel ausreichend, auch wenn die Insel zunächst eher klein erscheint, gibt es jede Menge in der offenen Welt zu entdecken. Ich habe den niedlichen Yoku direkt in mein Herz geschlossen und hoffe, dass es ein Wiedersehen mit dem kleinen Mistkäfer gibt. Vielleicht in einem Nachfolger?
Mein persönliches Highlight: Ganz klar die Partytröte. Ich hab auch einfach immer mal wieder so getrötet, weil sie so ein tolles Geräusch macht.

Kommentare 7

  • Link84 Switch-Only-Player - 30.05.2018 - 19:06

    Zitat von Dennis Gröschke:

    Mein persönliches Highlight: Ganz klar die Partytröte. Ich hab auch einfach immer mal wieder so getrötet, weil sie so ein tolles Geräusch macht.
    :thumbsup:

    Ich freue mich schon richtig auf das Spiel, die Musik war ja schon in den Trailern gut und der Test liest sich sehr gut!

    Mein aktuelles Mostwanted (unter anderem weil es auch schon in 3 Wochen als Retail kommt).
  • kaputten10 Turmbaron - 30.05.2018 - 19:27

    Habe es jetzt durchgespielt und werde jetzt noch die ganzen Sidequests machen und die restliche Insel erkunden. Super Spiel.
  • Splatterwolf Troll seit 1889 - 30.05.2018 - 20:23

    Dann muss ich es mir wohl doch holen. Mal schauen, ob ich das Retail etwas günstiger kriege.
  • Herr von Faultier Turmbaron - 31.05.2018 - 00:16

    Ja sehr schön. Habe es immer ein wenig im Auge behalten weil ich Pinball Spiele und Jump and Run liebe. Jetzt beides zusammen und demnächst sogar Retail, sowie ein gutes Testergebniss. Na da werde ich doch zuschlagen.
  • Lyle Turmheld - 31.05.2018 - 00:47

    Sehr schöner Test. Das wird sich ein Gaudi!
    Aber ich muss leider Klugsch*****. In Sonic The Hedgehog 2 gab es auch Flippereinlagen. Genauso in Sonic CD. Sonic Spinball drehte sich nur um Flipper. Im Grunde kombinierte man auch Plattformer und Pinball.
  • GuteRuebe Wandernder Künstler - 31.05.2018 - 05:42

    Danke für den Test!
    Ich habe ihn nur überflogen, um nicht zu sehr gespoilert zu werden, aber was ist denn mi Preis und Downloadgröße?
  • Dennis Gröschke Anung un rama - 01.06.2018 - 09:33

    @Lyle
    Stimmt, aber daran hab ich ehrlicherweise überhaupt nicht mehr gedacht. Ich hab die Spiele auch nie besessen oder gespielt, vielleicht sind sie mir deswegen nicht in den Sinn gekommen...

    @GuteRuebe
    Aber dafür gibt es doch ntower und dort haben wir jeden Montag unsere Übersicht über die kommenden Spiele der Woche:
    ntower.de/news/53553-nintendo-…intendo-eshop-kw-22-2018/