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Test zu Framed Collection - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Framed Collection
  • USA USA: Framed Collection
  • Japan Japan: Framed Collection
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
17.05.2018
Vertrieb
Surprise Attack Games
Entwickler
Loveshack Entertainment
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Auf die Reihenfolge kommt es an

Von Roman Dichter () Wer hätte das gedacht? Eine weitere, durchaus interessante Umsetzung eines Smartphone-Spiels treibt ihr Unwesen jetzt auf diversen Nintendo Switch-Konsolen! Genau genommen sind es derer sogar zwei, denn die Framed Collection vereint Framed 1 und Framed 2 in einem Paket. Um es direkt vorwegzunehmen: Beide Spiele sind sich sehr ähnlich, insofern wird durch den Zusammenschluss beider Titel einfach die Anzahl der Level erhöht – und trotzdem habt ihr das Abenteuer recht schnell beendet. Aber bevor wir uns in Details verlieren, kommen wir lieber zur zentralen Frage: Framed – Was ist das?

Es werden verschiedene Bilder dargestellt, die ihr so vertauschen müsst, dass es der Held bis zum Ende schafft.

Die Framed Collection macht besonders durch zwei Eigenschaften auf sich aufmerksam. Die eine ist ihre audiovisuelle Präsentation, mit der wir uns später befassen. Beginnen wir mit der zweiten Eigenschaft: dem Gameplay. Dieses ist durchaus bemerkenswert, zumal auch ich in Jahrzehnten als aktiver Videospieler bisher nichts Vergleichbares zu Gesicht bekommen habe. Ihr bekommt auf dem Bildschirm eine Sequenz von Ereignissen präsentiert, die neben- und untereinander in Form verschiedener Bilder dargestellt werden – etwa wie in einem Comic. Nun beginnt der Held des Spiels, dessen Aufgabe es im Grunde immer ist, das letzte Bild unbeschadet zu erreichen, seine Reise durch die verschiedenen Abschnitte. Er klettert Leitern hoch, durchquert Türen, flieht vor Bösewichten oder schaltet sie aus.

Das alles läuft ganz automatisch ab. Ihr seid eigentlich nur Zuschauer, die beobachten, wie der Protagonist im ersten Bild losläuft, welches dann auch dynamisch animiert ist, während die anderen Bilder solange starr und unbelebt bleiben, bis er sie erreicht. Allerdings wird er früher oder später scheitern. Er stürzt in einen Abgrund, wird von einem Gegner mit der Waffe gestoppt oder trifft auf ein sonstiges Hindernis, das euch sofort klar macht: So funktioniert es nicht! Und hier kommt der Spieler ins Spiel. Die einzelnen Bilder können nämlich vertauscht werden. Das geht ganz einfach per Touchscreen, aber auch die Controller-Steuerung funktioniert ganz gut, wenn auch nicht in gleicher Weise komfortabel. Wer nicht unbedingt Bild und Ton durch seine Multimedia-Geräte aufpeppen will, ist also mit der mobilen Version besser bedient.

Der Protagonist wird im schwarzen Schatten-Stil mit leichten weißen Akzenten präsentiert.

Jeder Bildschirm ist also praktisch ein kleines Puzzle. Viele sind schnell und einfach zu lösen, vereinzelt verstecken sich aber auch ein paar Kopfnüsse im Spiel. Komplex wird es vor allem, wenn sich die Anzahl der Bilder erhöht, neben dem Verschieben auch noch das Rotieren von Bildern hinzukommt oder man einzelne Bilder mehrfach verwenden muss, indem man sie während des Durchlaufs erneut vertauscht. Falls ihr euch das Ganze noch nicht so richtig vorstellen könnt, hilft euch vielleicht ein kleines Beispiel: Stellen wir uns vor, es gibt drei Bilder. Auf einem ist eine rote Tür zu sehen, auf dem zweiten eine grüne Tür und auf dem dritten ein bewaffneter Feind, der zwischen einer roten und einer grünen Tür steht – mit Blickrichtung zur roten. Sind die Bilder so angeordnet, dass der Held zuerst durch die rote Tür schreitet und anschließend aus der roten Tür vor der Nase des Gegners herauskommt, dann seid ihr gescheitert. Also tauscht ihr die Bilder so, dass der Weg zunächst durch die grüne Tür führt. Dann kommt ihr also im nächsten Bild durch die andere Tür heraus – im Rücken des Gegners – und dürft unbehelligt voranschreiten.

Das war jetzt ein sehr einfaches Beispiel, um das Gameplay zu beschreiben. Tatsächlich sind viele Aufgaben auch nicht deutlich komplizierter zu lösen. Und wenn man trotzdem mal auf dem Schlauch steht, hilft in der Regel auch ein simples Ausprobieren. Startet einfach ein paar Anläufe, und wenn es an einer Stelle nicht weitergeht, dann probiert ihr eine neue Anordnung der Bilder aus. Dauert euch der Durchgang zu lang, dann könnt ihr das Ganze auch per Knopfdruck beschleunigen. Wie gesagt gibt es nur an wenigen Stellen Aufgaben, die euch wirklich stärker herausfordern. Insofern erhält das Gameplay von mir Bonuspunkte für Innovation, aber Abzüge für Herausforderung und Balance. Teilweise wird sogar etwas übertrieben, wenn man selbst Zwischensequenzen durch ein Schein-Gameplay auslöst, indem man lediglich zwei zur Verfügung stehende Bilder vertauscht. Das kann man mögen, aber den Sinn hinter der Notwendigkeit zu Handeln bei null Herausforderung muss man auch nicht verstehen.

Das Bild rechts oben könnt ihr drehen. So kann aus einem Anstieg eine rasante Fahrt bergab werden, mit der ihr Schwung für die Rampe bekommt.

Während also das Gameplay sehr frisch und interessant ist, ohne aber zu 100 Prozent zu überzeugen, wird das Gesamtpaket nochmal aufgepeppt durch seine Präsentation, die ebenfalls sofort ins Auge bzw. Ohr sticht. Den optischen Aufbau im Stil einer Comic-Seite habe ich ja schon erwähnt. Auch ein Comic-Look bestimmt die Grafik, wobei die dargestellten Personen besonders herausstechen, weil sie im Gegensatz zu den farbigen Hintergründen im schwarzen Silhouetten-Stil abgebildet werden. Dies ist nicht nur sehr hübsch anzusehen, sondern schafft auch eine Distanz zu den Figuren, die im Spiel auftauchen. Das setzt sich auch auf anderen Ebenen fort. Nicht nur die Namen der Personen werden nicht genannt, tatsächlich werden praktisch gar keine Worte bemüht, um die Story zu erzählen. Es gibt keinerlei Sprechblasen (hier enden also die Parallelen zu Comics) oder eingesprochenen Text. Die kleinen, simplen Geschichten werden ausschließlich durch die Bilder erzählt. Auch Soundeffekte waren den Entwicklern nicht sonderlich wichtig. Unsere Aufmerksamkeit wird aus akustischer Sicht voll und ganz auf die ausgezeichnete Jazz-Musik gelenkt, die die Ereignisse auf dem Bildschirm begleitet.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Framed Collection

Meinung von Roman Dichter
Die Framed Collection ist ein wirklich interessantes Spiel für Zocker, die nach 50 Jump ‘n‘ Runs und 100 Shootern einfach mal „was Anderes“ wollen. Direkt mehrere Aspekte fallen positiv auf und heben dieses Spiel von vielen Titeln aus dem Nintendo eShop ab: Der coole Jazz-Soundtrack verbindet sich mit der Comic-Grafik und Charakteren, die als schwarze Silhouetten dargestellt werden, zu einem ansprechenden Werk audiovisueller Präsentation. Das Gameplay wirkt sehr frisch und innovativ, zumal das korrekte Zusammenpuzzeln von Bildern zu einer passenden Handlungssequenz sicher nicht so häufig anzutreffen ist wie die oben genannten Genre-Dinos. Insofern macht ihr mit dem Kauf des Pakets der beiden Framed-Spiele sicher nichts falsch, ein Must-Have ist es aber trotzdem nicht. Dafür sind die Aufgaben über weite Strecken zu einfach und auch durch stumpfes Ausprobieren zu lösen. Wirkliche Herausforderungen lassen sich an einer Hand abzählen. Zudem ist auch das Bundle aus zwei Teilen nach wenigen Stunden durchgespielt und bietet kaum Anreiz für erneute Durchgänge. Trotzdem hat mir das Spielen Spaß gemacht und wird sicher auch einigen unserer Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern.
Mein persönliches Highlight: Das frische Gameplay-Konzept

Kommentare 4

  • RhesusNegativ Meister des Turms - 03.06.2018 - 08:58

    Das Spiel ist nicht mehr im eShop erhältlich. Was jemand warum?
  • FALcoN Hüter der Spiele-Datenbank - 03.06.2018 - 10:15

    @RhesusNegativ

    leider Nein. Auf Anfragen im Netz (auch zu Fairune Collection) gab es bisher keine Reaktionen der Publisher.

    Vielleicht ist ein eShop-Arbeiter aus Versehen auf ein paar Delete-Knöpfe gekommen :dk:

    PS: Auf Steam lassen sich beide Spiel erwerben. Dürfte dann höchstens ein Portierungs-Bug oder ähnliches sein, den sie beheben müssen.
  • Geit_de geit - 03.06.2018 - 11:49

    Warum hoffe ich jedesmal wenn ich "Framed Collection" lese das es sich um eine "Fatal Frame Collection" handelt? Bah
  • Harlegrins Harlegrins - 04.06.2018 - 13:40

    Das Spiel ist top für zwischendurch. Ich mache meist nur 1-2 Rätsel und danach ein größeres Spiel.
    Bugs oder Fehler hatte ich noch nicht, daher kann ich nicht verstehen, warum es aus dem Shop raus sein sollte.