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Test zu Yesterday Origins - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Yesterday Origins
  • USA USA: Yesterday Origins
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
31.05.2018
Vertrieb
Microids
Entwickler
Pendulo Studios
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die Vorgeschichte von John Yesterday

Von Marco Kropp () Mit Yesterday Origins bringt Microïds die von Pendulo Studios und Stage Clear Studios entwickelte Fortsetzung zum 2012 erschienenen Adventure-Spiel "Der Fall John Yesterday" auf die Nintendo Switch. Allerdings ist der Begriff Fortsetzung etwas irritierend, denn es handelt sich eigentlich um eine Ursprungsgeschichte. Doch kann das Spiel auch ohne Kenntnisse des ersten Teils gespielt werden?

In jedem Raum sind viele Interaktionsmöglichkeiten vorhanden.

Wie man vielleicht aufgrund des Genres des Vorgängers erahnen kann, handelt es sich auch bei Yesterday Origins um ein Adventure-Spiel. Dieses Genre wird in erster Linie mit Kombinations-Rätseln und linearen Handlungssträngen verbunden. Und dies ist auch hier der Fall, denn Yesterday Origins bietet eine Vielzahl an Rätseln, die durch Kombination gelöst werden müssen. So müssen Objekte im Inventar kombiniert werden, die 3D-Modelle von Objekten oder Menschen untersucht oder ein Gegenstand an einem gewissen Ort angewandt werden, um die daraus erhaltene Information an einem anderen Ort nutzen zu können. Doch dies ist nicht alles, was für die Lösung des Rätsels von Nöten ist, denn oft gibt es auch Charaktere, mit denen es sich zu unterhalten gilt, abhängig vom Ort und der Zeit. Auch dort gilt es zu fragen und die Personen (oder die Tiere) genauestens anzuschauen, um nicht doch irgendetwas Wichtiges zu übersehen.

Ich will zwar nicht mit Klischees um die Ecke kommen, aber leider sind auch in Yesterday Origins manche Lösungen der Rätsel etwas weit hergeholt. So musste ich, um im späteren Verlauf des Spiels ein Rätsel zu lösen, ein gewisses Objekt im 3D-Modell eines Charakters anschauen, um eine Dialogoption zu erhalten, damit ich den einen Gegenstand erhalte, den ich zum Vorankommen benötige. Da es sich hier um einen Inhalt handelt, der erst im späteren Spiel vorkommt, bleibe ich bei dieser allgemeinen Formulierung, damit ich nicht noch jemandem die Freude an der Suche, dem Ausprobieren und eventuell am Verzweifeln nehme. Aber diese Situation ist im Spiel vorhanden, was mich erst zum Nachdenken, dann zum Ausprobieren aller Möglichkeiten und dann zum Verzweifeln brachte. Doch manche Lösungen waren dabei sehr naheliegend, manche aber doch eher weit hergeholt. Manchmal ergeben sich beim Anschauen von Objekten oder im Gespräch Informationen, die separat in einem Inventar untergebracht sind und auch Grundlage für Interaktionen und Kombinationen bilden. Das Inventar ist dabei geteilt in Gegenstände (ZL-Taste) und in Infos (ZR-Taste), wie auch im Tutorial erklärt wird, auch wenn dieses etwas unzureichend ist. Ein Tutorial ist jedoch nicht Pflicht, da ihr diese Hinweise beim Spielstart deaktivieren könnt.

Objekte können angesehen und in manchen Fällen mit anderen Objekten oder Infos kombiniert werden.

Was ich ebenfalls ansprechen sollte, ist die Art, wie interagierbare Objekte ausgewählt werden können. Denn anders als in Point-&-Click-Spielen, wo ihr den Ort anklicken müsst, um dort hinzugehen, bewegen sich John Yesterday oder Pauline (ihr könnt in manchen Kapiteln zwischen den beiden Charakteren wechseln) im Raum mittels des Analog-Sticks. Je nachdem, in welche Richtung er schaut oder wo er davor steht, sind die Objekte, mit denen ihr interagieren könnt, hervorgehoben, zwischen denen ihr mit dem rechten Analog-Stick wechseln könnt. Problem hierbei ist, dass manche unsichtbaren Wände etwas ungünstig platziert wurden, sodass ihr, auch wenn ihr zum Beispiel davor steht, nicht mit dem Objekt oder Menschen interagieren könnt, weil ihr diesen nicht direkt anschaut oder das Symbol deswegen nicht angezeigt wird. Hier müsst ihr dann in die andere Richtung gehen und euch dann drehen. Manchmal kommt es auch vor, dass ihr zu nah dransteht und deswegen nicht interagieren könnt. Da ihr die 3D-Modelle meist in einem von 2D-Hintergrund-Zeichnungen ausgefüllten Raum bewegen müsst, sind manchmal die Grenzen nicht ganz ersichtlich und die Abstände eben so wenig. Aber im Allgemeinen hat man den Bogen schnell raus, auch wenn im Spiel dennoch ab und an die Wand berührt wird.

Aber dies ist in der Regel weniger das Problem, denn die Grenzen sind meist klar visuell erkennbar. Doch, worum geht es eigentlich im genannten Titel? Denn die Handlung spielt in diesem Genre eine wichtige Rolle. Ihr erlebt die Abenteuer von John Yesterday, einem Mann um die 30, welcher im Zeitalter der spanischen Inquisition zum Tode verurteilt wurde, da er damals als Sohn des Teufels beschuldigt wurde. Doch ihr habt überlebt und seid in der Gegenwart mit der jungen Pauline zusammen. Doch, warum ist eine Person über 600 Jahre am Leben? Das Geheimnis der Unsterblichkeit und wieso John Yesterday immer wieder zum Leben erwacht, nachdem er getötet wurde, gilt es in diesem ungefähr zehn Stunden langen Abenteuer zu lösen. Manche benötigen vielleicht aber auch nur acht Stunden zum einmaligen Durchspielen. Die Handlung selbst ist gut erzählt und wechselt angenehm zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auch die unterschiedlichen Erlebnisse von John und Pauline kommen gut zur Geltung. Die Orte sind ebenso abwechslungsreich wie die Rätsel selbst.

Bei mehreren Personen wird die Handlung meist in der hier abgebildeten Form erzählt.

Wie es endet, schreibe ich natürlich nicht, denn dies müsst ihr selbst herausfinden. Aber keine Sorge, falls ihr den ersten Teil nicht kennt: Im Spiel gibt es zwar ein paar Verweise darauf, ich konnte aber komplett ohne die Kenntnisse des ersten Titels spielen und habe in der Regel das meiste verstanden. Besonders zu erwähnen sind die Rücksetzpunkte, denn wenn ihr irgendwo das Gefühl haben solltet, euch festgefahren zu haben, könnt ihr einen der vorherigen Erlebnisse des Spiels auswählen und ab da das Abenteuer erneut spielen. Aber keine Sorge, euer weitester Fortschritt wird nicht verworfen, sodass ihr bequem dahin wieder zurückgehen könnt. Im grafischen Bereich wurde eine interessante Mischung aus schönen 2D-Hintergründen mit 3D-Modellen umgesetzt. Letztere haben einen eigenen Stil, der mehr Comic-haft wirkt, was in diversen Zwischensequenzen zur Geltung kommt. Ich habe mich recht schnell daran gewöhnt und fand diesen Stil, auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Charakterdesigns interessant. Technisch lief das Spiel auch reibungslos, dies ist aber für ein Adventuere-Spiel nicht unbedingt von Relevanz. Die Verkörperung der Charaktere mit englischen Stimmen wirkte liebevoll und die Texte wurden als Untertitel fast perfekt ins Deutsche übertragen. Abgerundet wird der Titel mit atmosphärischen Klängen.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Yesterday Origins

Meinung von Marco Kropp
Yesterday Origins mag einige Schwächen haben, dennoch hat mich der Titel gut unterhalten. Positiv hervorzuheben sind die interessante Geschichte und die gut geschriebenen Dialoge. Es gibt vieles, worüber ich gerne erzählen wollen würde, aber ich habe die Befürchtung, ich würde dabei zu viel verraten. Zusammengefasst ist Yesterday Origins ein schönes Adventure-Spiel mit einer interessanten Handlung und schöner Grafik.
Mein persönliches Highlight: Als Pauline sich zu Beginn des Spiels über ihre Falten aufgeregt hat und um sie zu retuschieren, in den verschiedenen Utensilien.... ach, das könnt ihr selber herausfinden.

Kommentare 2