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Test zu Shaq Fu: A Legend Reborn - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Shaq Fu: A Legend Reborn
  • USA USA: Shaq Fu: A Legend Reborn
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
05.06.2018
Vertrieb
Wired Productions, Saber Interactive
Entwickler
Big Deez Productions
Genre
Kampf
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Eine Legende kehrt zurück!

Von Dirk Apitz () Der Titel Shaq Fu, damals erschienen auf dem Super Nintendo, ist wahrlich eine Legende, allerdings nicht im positiven Sinne. Dieser Titel zählt wohl zu einem der schlechtesten Titel in der Videospielgeschichte. Das Videospiel, in dem aus einem NBA-Star ein Kämpfer wird, scheint ein richtiger Flop zu sein. Nun kommt Shaq Fu: A Legend Reborn und alle fragen sich, ob so ein Titel auch noch eine Fortsetzung braucht und ob überhaupt einer darauf gewartet hat. Allerdings, wir sehen es schon am Titel, ist Shaquille O´Neal zwar ein Mensch gewesen, der sich für vieles verkaufte, aber auch viel Selbstironie hat und keine Kosten und Mühen scheut, um sich über sich selbst lustig zu machen. Tatsächlich, auch wenn es keine Kunst erfordert, ist dieser Titel um einiges besser als sein Vorgänger.

Mit solch kleinen Comicszenen wird das Ganze sehr humorvoll aufgewertet.

20 Jahre, nachdem Shaq Fu erschien, starteten die Entwickler Indiegogo eine Crowdfunding-Aktion für einen Nachfolger. Sehr schnell hatten die Entwickler das Geld zusammen, dazu einen Publisher und es war angerichtet. Aber das Spiel war schon zum Scheitern verurteilt. Denn eigentlich sollte der Titel schon in der letzten Konsolen-Generation erscheinen und auch später wurde er verschoben, weil es unerwartete Probleme mit den Namensrechten und Lizenzen gab. Die Frage war auch, wie die Entwickler eigentlich überhaupt aus so einer katastrophalen Vorlage ein gutes Spiel machen können? Oder war der Vorgänger nur ein perfektes Beispiel für verschenktes Potenzial? Hach, und da ist eben auch Saber Interactive, die mit diesem Titel noch eine kleine Vorgeschichte hatten. So kam es zu mehreren Verschiebungen des Online-Multiplayers von NBA Playgrounds für die Nintendo Switch. Saber Interactive hat dann aber allen Käufern, die NBA Playgrounds vor dessen Update erwarben, Shaq Fu: A Legend Reborn als kostenlose Wiedergutmachung versprochen.

Humor steht über allem!

Shaq ist in diesem Spiel auch kein Basketball-Star. Er selbst sagt im Spiel, dass er auch Basketball-Profi hätte werden können, wenn er viel Geld hätte haben wollen. Aber Shaq ist nur ein mittelloser Chinese (immerhin wurde er in China ausgesetzt), der ein paar Kampftechniken erlernt. Shaq wird natürlich vom Dorfältesten, Ye-Ye, gelehrt und als sein Heimatdorf angegriffen wird, muss sich Shaq beweisen. Leider schafft es Ye-Ye nicht und stirbt, nicht ohne vorher noch Werbung für Produkte zu nennen. Shaq bekommt mit, dass viele Prominente von Dämonen besessen sind und muss diesen nun in die Ärsche treten! Die Geschichte erinnert stark an trashige Kung-Fu-Filme der 80er, aber parodiert diese eben auch ganz schön. Allgemein wird hier alles auf die Schippe genommen. Da wird sich über den Browserverlauf des Meisters lustig gemacht oder auch über Avengers oder Ghostbusters. Auch das Spiel selbst bekommt sein Fett weg und später müssen sich auch die Spielentwickler einmischen.

Die Geschichte selbst ist natürlich ziemlich simpel und an den Haaren herbeigezogen. Auch innerhalb des Plots werden ganz schlecht geschriebene Wendungen einfach mit Humor kaschiert. Wenn das Ziel von Shaq zum Beispiel ganz weit weg ist, dann erlernt er es halt, innerhalb einer Stunde mit dem Jet zu fliegen, indem er die Betriebsanleitung einfach auswendig lernt. Auch im Spiel selbst gibt es immer wieder diverse Anspielungen. Allerdings geht der Humor auch oft an die Grenzen des guten Geschmacks und manchmal wirkt das Ganze sehr infantil. Was aber wirklich gelungen ist, ist teilweise der Umgang mit rassistischen Klischees, die hier einfach aufgebrochen werden und dem Spieler den Spiegel vor die Nase halten. Auch die Bossgegner, Prominente, sehen einigen echten Promis bestimmt nicht unfreiwillig ähnlich. Da passt es auch, dass die restlichen Gegner schon witzig designt sind. Vom Metal-Hörer bis zum Fanboy findet ihr auch hier einfach alles. Der Humor ist das klare Highlight des Spiels und hier haben die Entwickler wirklich viel Liebe hineingesteckt. Wem der Humor zu viel ist, oder auch zu plumb, der muss sich allerdings auf das Gameplay verlassen.

Zu kleinen Tanzeinlagen kann es jederzeit kommen.

Hier sei gesagt, dass es sich um einen klassischen Prügler handelt, in dem ihr euch durch mehrere Gegnerhorden prügelt und das von Level zu Level. Das Ganze geht schnell von der Hand. Mit der Y-Taste tretet ihr schön auf die Gegner ein und habt ihr dadurch genug Kombos erzielt, dann könnt ihr mit der A-Taste auch einen Fußgröße-50-Tritt starten. Mit der B-Taste könnt ihr einen mächtigen Flächenangriff starten, wodurch ihr mehrere Gegner gleichzeitig trefft. Diese Attacke geht aber nur, wenn ihr die Spezialleiste etwas auflädt. Wenn ihr L und R gleichzeitig drückt, könnt ihr eine Tackle-Attacke ausführen, mit der ihr den Gegner danach noch festhalten könnt. Bei anderen Gegnern erscheint oft der Hinweis, dass ihr Zr und Zl gleichzeitig drücken sollt, damit ihr den Gegner zu Boden werfen könnt. Natürlich kommen sämtliche Gegner von allen Seiten auf euch zu und wollen euch ans Leder. Manche der Gegner erfordern auch eine besondere Taktik. So müsst ihr erst einige Tritte ausführen, um dann einen mächtigen Tritt mit der A-Taste zu vollführen, damit der Gegner seinen Schild verliert. Grundlegend ist dies auch eine nette Sache. Dennoch sind die meisten Gegner ohne große Taktik zu plätten und das kann etwas monoton wirken.

Damit dies nicht der Fall ist, haben die Entwickler aber auch ein paar nette Sachen eingebaut. So gibt es zum Beispiel ein Item, das aus Shaq den Shaq Diesel macht! Ein Shaq im Roboter-Kostüm und im Übrigen auch der Titel des ersten Rapalbums von Shaq (ja, das macht er auch!). Mit diesem Anzug könnt ihr mit einem regelrechten Faust-Inferno auf die Gegner einschlagen, aber Vorsicht! Überhitzt der Anzug, explodiert er! Damit dies nicht passiert, müsst ihr wieder den Flächenschaden auspacken, den ihr auf der B-Taste findet. Dieser Anzug ist ehrlich gesagt schon zu mächtig und kommt nur selten im Spiel vor. Auch verwandelt sich Shaq in einen Kaktus und kann Stacheln verschießen! Wie, das passt jetzt hier nicht rein? Als ob das dem Spiel je wichtig war! Ansonsten gibt es zwischendurch auch mal kleinere Mechaniken, wie einen Bagger, der bei Aktivierung gleich mehrere Gegner umwirft. Oder auf einem Hügel sind rollende Gegenstände, mit denen ihr ankommende Gegner bezwingt. Bei einem Boss-Fight kann es ebenfalls zu verschiedenen Mechaniken kommen. So müsst ihr zum Beispiel plötzlich gegen einen Boss tanzen und zur richtigen Zeit die angezeigten Knöpfe drücken.

Manchmal knallen die Gegner auch auf die Scheibe.

Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es keinen Multiplayer. Das ist deswegen ärgerlich, da die Langzeitmotivation auch der größte Kritikpunkt an diesem Titel ist. Die sechs Welten könnt ihr an einem Tag innerhalb von ein paar Stunden durchspielen und ein weiterer Durchlauf ist gar nicht notwendig, da ihr bereits alles gesehen habt. Und auch die Shaq-Pedia, ein Sammelsurium aus Informationen zum Spiel, ist schon bei 100%, sobald ihr das Spiel durchhabt. Ihr könnt drei Schwierigkeitsgrade auswählen, aber sonderlich schwer war das Spiel auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad nie. Ich persönlich bin nur einmal gestorben und auch in der letzten Welt, auf der schwersten Stufe, hatte ich kaum Probleme. Auch wenn ihr zum Beispiel Waffen nehmt, die manchmal zu finden sind, braucht es fast keine taktische Tiefe mehr.

Technisch ist dieses Spiel auch nicht immer einem NBA-MVP würdig. So sehen zwar die Bosse und auch Shaq in ihrem Comic-Stil nicht schlecht aus, aber alle anderen normalen Gegner haben zwar ein schickes Design, fallen aber grafisch schon ab. Die Hintergründe und Level, die wenigstens sehr abwechslungsreich gestaltet sind, wirken selbst ziemlich überladen und verrückt, aber auch detailliert. Für so ein Spiel, mit einem kleinen Budget, sieht das Ganze auch echt gut aus. Allerdings kommt es manchmal zu Einbrüchen in der Bildrate. Der Soundtrack, in dem einige Titel sogar von Shaq selbst eingerappt wurden, ist ziemlich cool. Auch gibt es viele lustige Sprüche im Spiel und Shaq selbst singt dann auch einfach mal drauf los oder freut sich, dass er eine Kiste besiegt hat. Im Übrigen sind die Videosequenzen schön gezeichnet und ebenfalls vertont, aber auch mit Untertiteln übersetzt.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Shaq Fu: A Legend Reborn

Meinung von Dirk Apitz
Nein, ein Meisterwerk haben wir hier sicherlich nicht. Dazu kann das Spiel viel zu kurz unterhalten und hat ein paar kleine technische Mängel. Aber es ist zumindest besser als der Vorgänger. Allerdings muss euch der Humor auch gefallen und wenn ihr Fans des Genres seid, dann werdet ihr Spaß haben. Auch wenn das Spiel zu kurz ist, so habt ihr in dieser Zeit wenigstens eine unterhaltsame Zeit und Trashfans freuen sich auf eine kleine, aber verrückte Geschichte.
Mein persönliches Highlight: Der gelungene Humor.

Kommentare 3