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Test zu Knights of Pen and Paper +1 Deluxier Edition - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Knights of Pen and Paper +1 Deluxier Edition
  • USA USA: Knights of Pen and Paper +1 Deluxier Edition
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
29.05.2018
Vertrieb
Plug In Digital
Entwickler
Plug In Digital
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Der Dungeon & Dragons-Simulator für unterwegs?

Von Patrick Gawor () Kennt ihr das? Ihr sitzt gerade nach mehreren gediegenen Runden Pen & Paper mit euren Freunden gemütlich in der Bahn, um nach Hause zu fahren, als ihr nichts ahnend aus dem Fenster schaut und dabei zuseht, wie statt Vögel riesige Drachen an euch vorbeiziehen und einer Fee hinterher jagen. Genau in diesem Moment wird euch klar, dass ihr zwar offensichtlich zu viele Runden gespielt habt, allerdings euer Hunger nach mehr Rollenspielen noch nicht gestillt ist. Gäbe es doch nur eine Möglichkeit, auch unterwegs in die liebliche Welt des Pen & Paper Universums einzutauchen. Doch glücklicherweise fällt euch im gleichen Moment ein, dass ihr euren ganz eigenen Dungeon & Dragons-Simulator jederzeit griffbereit habt in Form von Knights of Pen and Paper: +1 Deluxier Edition für Nintendo Switch!

Hier seht ihr die Schlacht der wohl am häufigsten verwendeten Gegnertypen: Ratten!

Zugegeben, meine Einleitung zu Knights of Pen and Paper: +1 Deluxier Edition ist vielleicht ein bisschen an den Haaren herbeigezogen, allerdings stimmt der D&D-Simulator Anteil durchaus! Denn exakt dies möchte uns dieser ursprüngliche Mobile-Titel bieten: das Konzept, einer Gruppe von Freunden dabei zuzusehen und interaktiv einzugreifen, wie sie eine gemütliche Runde im klassischen Pen & Paper spielen. Die Entwickler von Seaven Studio möchten eine Erfahrung bieten, welche sowohl eingefleischten Fans der Pen & Paper Subkultur zusagt, als auch für komplette Neueinsteiger ansprechend und einladend präsentiert werden soll. Dabei möchte ich vorneweg eines ganz deutlich klarstellen, um die Erwartungshaltung und meine Herangehensweise an das Spiel zu verdeutlichen. Das Spiel wurde für mobile Endgeräte entwickelt und ist für kurzweilige Spielsessions gedacht. Dies möchte ich deshalb so deutlich unterstreichen und gerade am Anfang erwähnen, da auf dieser Philosophie das Spiel aufgebaut wird und Spielelemente bewusst einfach gehalten werden, um nicht unnötig kompliziert zu werden. Im Kern orientiert sich Knights of Pen and Paper: +1 Deluxier Edition nämlich an den guten, alten JRPG-Klassikern a là Final Fantasy. Das bedeutet, dass das Kampfsystem rundenbasiert abläuft, ihr euch allerdings nicht in einer riesigen zusammenhängenden Welt frei bewegen könnt. Obwohl das nicht ganz stimmt, denn ihr könnt euch grundsätzlich zwar von Ort zu Ort bewegen und die verschiedenen Dungeons, Höhlen oder Städte abklappern, allerdings nicht dynamisch durch das Navigieren eurer Truppe, sondern ihr werdet lediglich durch die allgemeine Erzählstruktur eures Dungeon Masters geleitet. Insgesamt richtet das Spiel seinen Fokus insbesondere auf seine Dialoge und die Erzählweise, auf die ich allerdings später noch näher eingehen werde.

Auch der Minimalismus kann tiefgreifend werden

Zu Anfang erwartet euch allerdings erstmal ein leerer Tisch mit einem Dungeon Master, der euch durch die Geschichte leitet. Gleich zu Beginn bestimmt ihr zwei Personen und wählt zudem aus den vielen verschiedenen Klassen wie beispielsweise Ritter, Druide, Paladin, Magier oder Schurke euren Favoriten aus, mit denen ihr euch dann an euren Tisch setzt. Später ist es dann natürlich auch möglich, eure Truppe aufzustocken, so dass bis zu fünf Personen an einen Tisch sitzen können. Umso mehr Personen und damit Klassen an einen Tisch sitzen, umso vielfältigere taktische Möglichkeiten eröffnen sich euch. Wenn ihr aber erstmal eure anfängliche Klasse gewählt habt, geht es aber auch schon direkt los und die klassische Pen & Paper Runde mit euren Freunden beginnt. Dabei springt euch das minimalistische rundbasierte Kampfsystem direkt ins Auge, welches lediglich aus Angriff, einem klassenspezifischen Angriff, Items, Verteidigung und Flüchten besteht. Trotz des Minimalismus an möglichen Aktionen, wird gerade später deutlich, dass die verschiedenen Fertigkeiten eurer Kameraden genug taktische Tiefe bieten, um euch bei Laune zu halten. Zu Beginn wird alles ein wenig mehr auf das Nötigste heruntergebrochen, was aber keineswegs schlecht ist und euch langsam an alle Möglichkeiten heranführt. Später allerdings könnt ihr durch die verschiedenen Angriffe, Charaktere und Items durchaus viel taktieren und erlebt somit alle klassischen Fassetten eines RPGs aus den 90ern. Euer Spielfeld, also der Tisch als solches, bleibt zusätzlich mit euren Charakter-Stats auch immer konstant an derselben Stelle stehen, was das Gefühl eines echten D&D-Spiels nochmals unterstreicht.

Durch die Oberweltenkarte könnt ihr euch auf Reisen begeben.

Ausschließlich der Hintergrund verändert sich, je nachdem, wo ihr euch gerade innerhalb der Geschichte aufhaltet, genauso wie die Gegner, die hinter dem Dungeon Master auftauchen. Man merkt sehr deutlich, dass das Konzept eines Pen & Paper-Prinzips ganz bewusst gewählt wurde, um die Einfachheit des Gameplays für das kurzzeitige Spielen zu bewahren und es nicht unnötig kompliziert zu gestalten. Damit erfüllt das Spiel geschickt seinen Zweck, kann aber auch nicht auf Dauer motivieren. Gerade, da die Questgestaltung sehr nach dem „Töte so und so viele Gegner“-Quest-Prinzip abläuft, kann es schon mal langweilig werden, wenn man nicht unbedingt dadurch motiviert wird, dass seine Charaktere nur höhere Zahlen dazugewinnen. Doch glücklicherweise schafft es das Spiel, wie bereits erwähnt, durchaus durch seine Dialoge zu überzeugen. Denn exakt diese sind es, die das Spiel von anderen rundenbasierten RPGs absetzt. Die vielerlei charmanten Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren bieten eine weitere Motivation, um weiterhin am Spiel dranzubleiben und ist ebenso essentiell für ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Das Spiel versucht eine Atmosphäre aufzubauen, die einer echten D&D-Runde nahekommt. Genau dies wird auch in den Dialogen sichtbar, indem eure Freunde sich stellenweise komplett auf das eigentliche Spiel fokussieren, ihrer Rolle voll und ganz nachgehen und in den anderen Sekunden kurzzeitig herausbrechen und wie normale Kumpels miteinander sprechen. Grundsätzlich bricht das Spiel oftmals die 4. Wand und greift vielerlei Nerdkultur auf. Permanente Verbesserungen oder Items, die man seinen Charakteren zum Ausrüsten geben kann, kommen beispielsweise in Form von echten Möbeln, Dekorationen oder dem schlichten Austauschen des Dungeon Masters daher. Das Zusammenspiel zwischen der echten Welt und der Fantasiewelt ist immer ein Thema in Knights of Pen and Paper: +1 Deluxier Edition und wird daher als charmantes Stilmittel benutzt.

Die UX-Gestaltung schießt leider manchmal über ihr Ziel hinaus.

Dies wird auch in der Präsentation ziemlich deutlich, welche sich auf einen 16-Bit Stil beschränkt, aber durch liebevolle Animationen der Gegner sowie Charakteren überzeugen kann. Sofern man sich eben nicht von solch einem Stil sattgesehen hat. Leider gibt es insbesondere in der UI- und UX-Gestaltung kleinere bis größere Defizite, gerade wenn man am Fernseher mit der Nintendo Switch spielt. Während das Verständnis durch die größtenteils gut sichtbaren und nachvollziehbaren Icons, wie beispielsweise ein Huhn-Symbol für das Flüchten aus einem Kampf, Sinn ergeben, sieht das bei der allgemeinen Menüführung deutlich anders aus. Dort ist es nämlich schon mal schwer zu erkennen, wo man sich gerade innerhalb der Menüs befindet oder gar was für einen Menüpunkt man gerade anwählt, da die farbliche Hervorhebung komplett im Hintergrund untergeht. Man merkt sehr deutlich, dass die Menüs sehr stark auf einen Touchscreen ausgelegt sind und mit dem Controller nur sehr hakelig funktionieren. Hier hätte man in der Nintendo Switch-Fassung deutlich bessere Anpassungen für den Heimkonsolen-Aspekt machen müssen, auch wenn das Spiel hauptsächlich für das mobile Spielen gedacht ist. Was allerdings unabdingbar störend ist, sind die teilweise sehr unschönen typografischen Anpassungen in der deutschen Übersetzung des Spiels. Nicht nur sind sämtliche Umlaute unterschiedlich groß, sondern der Text ragt teilweise sogar aus den jeweiligen Textboxen heraus, was einfach nur unschön und peinlich wirkt. Grundsätzlich ist die deutsche Übersetzung des Spiels aber gelungen, auch wenn sich hier und da ein paar grammatikalische Fehler eingeschlichen haben.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Knights of Pen and Paper +1 Deluxier Edition

Meinung von Patrick Gawor
Knights of Pen and Paper: +1 Deluxier Edition ist ein Spiel für zwischendurch. Es nimmt das Pen & Paper-Prinzip als charmantes Stilmittel, um sich von ambitionierten, riesigen Welten abzukapseln und dennoch ein rundenbasiertes RPG mit schönen Dialogen bieten zu können. Dabei bleibt das Spiel weiterhin minimalistisch, kann aber durch das tiefgreifende Kampfsystem genug bieten, um immer wieder zu motivieren. Die Idee ein D&D-Spiel zu machen ist im großen Stile vielleicht ein wenig irrsinnig, da Videospiele als interaktives Medium uns solche Welten schon deutlich intensiver erkunden lassen, als dass es die Fantasie benötigen würde. Allerdings sich auf die Kernaspekte des Pen & Paper-Prinzips zu beschränken und daher mit Dialogen und kurzweiligen Kämpfen zu überzeugen, hebt sich das Spiel dadurch nicht nur ab, sondern passt selbstverständlich durch den mobilen Aspekt der Nintendo Switch auch hervorragend auf die Konsole. Trotzdem bleibt das Spiel weiterhin ein kurzweiliger Spaß für zwischendurch, welches sich leider mit einigen UI- und UX-Defiziten herumschlagen muss.
Mein persönliches Highlight: Den charmanten Dialogen lauschen zu dürfen

Kommentare 4

  • Splatterwolf Troll seit 1889 - 19.06.2018 - 16:21

    Das Game ist einfach nur super. Ich habs auf dem PC sehr gerne gespielt. Ich hoffe sehr, da auch eine physische Variante für die PS4 erschienen ist, dass das Game auch für die Switch nochmal Retail rauskommt, dann würde ich nochmal zuschlagen. :D
  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 19.06.2018 - 16:42

    Ich hab's mir Retail für die PS4 geholt... sah' einfach zu charmant aus! Dauert aber leider noch ein bisschen bis es kommt... :(
  • krmznrqx RPG-Enthusiast - 19.06.2018 - 16:51

    Ich persönlich gebe dem Spiel eine 8.

    Habe den ersten Teil schon auf dem Smartphone gezockt, deswegen brauche ich es für die Switch nicht noch einmal aber den 2. Teil würde ich mir für einen angemessenen Preis holen.

    Angemessen heißt für mich nur unwesentlich teurer als es im Play Store zu erstehen ist.

    200% Aufschlag wie beim 1. Teil halte ich für leicht übertrieben...
  • Fabinho84 Turmheld - 19.06.2018 - 18:19

    Wieder eines dieser Spiele,dass ich schon ewig auf Steam habe und in meinem Account vergammelt:)