Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Splatoon 2 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Splatoon 2
  • USA USA: Splatoon 2
  • Japan Japan: Splatoon 2
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.07.2017
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Genre
Action, Shooter, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 8 - Online: 8
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
Amazon eBay

DLC Mit der Tiefsee-Bahn auf endloser Fahrt nach Inkopolis

Von Daniel Kania () Webmaster■> Agent Nr. 8 hat den Chatroom betreten.

Seit unserem Test zur ursprünglichen Fassung von Splatoon 2 sind nun schon etwa elf Monate vergangen, in denen Nintendo Woche für Woche – seit neuestem eher Monat für Monat – bewiesen hat, dass man in der Lage dazu ist, den tentakulären Mehrspieler-Shooter mit regelmäßigen Updates frisch zu halten. Ähnlich wie beim ersten Splatoon-Ableger, welcher seinerzeits für die Wii U erschienen ist, entschied man sich dazu, das Spiel für einen längeren Zeitraum mit kostenlosen Ergänzungen am Leben zu erhalten. Über 20 Arenen, mehrere Hundert Ausrüstungsteile und unzählig viele Waffen sind zum aktuellen Zeitpunkt in Splatoon 2 verfügbar, noch aber macht man keinen Halt. Bis Dezember 2018 sollen weitere Arenen, Waffen und Ausrüstungsteile folgen. Und auch wenn Spieler vom mächtigen Umfang regelrecht erschlagen werden könnten, wollte man dem Ganzen die Krone aufsetzen und veröffentlichte am 14. Juni 2018 schließlich die "Splatoon 2: Octo Expansion", die erste kostenpflichtige Spielerweiterung für den farbenfrohen Shooter auf der Nintendo Switch. Dieses Mal im Fokus steht die mysteriöse Geschichte rund um Agent Nr. 8, der oder die sich durch vielerlei Herausforderungen schlagen muss und uns damit jede Menge neue Inhalte liefert, die als Einzelspieler genossen werden können. Wie gut die "Splatoon 2: Octo Expansion" wirklich ist und ob es sich für spritzige Inklinge lohnt, diese Spielerweiterung zu kaufen, lest ihr nun hier im Test.

Die Gefahren der Tiefsee

Euer Abenteuer beginnt auf dem kalten, brüchigen, in die Tage gekommenden Boden einer verlassen U-Bahn-Station irgendwo im Nirgendwo. Ihr habt keine Erinnerung daran, was mit euch geschehen ist. Das Gesicht eines schrumpeligen, alten Inkling-Opas grüßt euch, als ihr zum ersten Mal wieder eure Augen öffnet, nachdem ihr wieder euer Bewusstsein erlangt habt. Und dieser alte Knacker in jugendlicher Kleidung – die sportliche Jacke und umgedrehte Mütze stehen ihm außergewöhnlich gut – ist niemand geringeres als Käpt'n Kuttelfisch höchstpersönlich. Im Heldenmodus von Splatoon 2 hörten wir davon, dass sich der Inkling-Veteran zusammen mit Agent Nr. 3, dem Protagonisten aus der Geschichte von Splatoon, auf eine Reise begeben hat und bislang nicht zurückgekehrt ist. Jetzt wissen wir also, wo die beiden gesteckt haben!

Zu Beginn legt man Geschlecht und Aussehen des eigenen Oktolings fest. Leider kann man dabei nur zwischen zwei verschiedenen Frisuren wählen. Schade!

Ihr selbst übernehmt in der "Splatoon 2: Octo Expansion" allerdings nicht die Rolle von Agent Nr. 3, sondern schlüpft in die Haut eines waschechten Oktolings. Normalerweisen seien Inklinge und Oktolinge ja verbitterte Feinde, erklärt der Käpt'n eurem Oktoling-Selbst, die Musik der Sea Sirens konnte jedoch die Herzen mancher Oktolinge berühren und sie so zur Vernunft bringen. Auch ihr selbst gehört zu diesen Oktolingen, weshalb euch der Käpt'n als Oktoling und zudem Partner in der Not akzeptiert. Denn, wo sind wir eigentlich? Nach einem Kampf zwischen euch und Agenten Nr. 3 seid ihr gemeinsam in die Tiefen des Okto-Canyons gestürzt und nun in diesem mysteriösen Untergrund-System gelandet.

Schon vom Beginn des Abenteuers an merkt man die besondere Liebe zum Detail, die man an Nintendo-Produktionen so wertschätzt. Obwohl man nie wieder zu diesem Anfangsbereich zurückkehren wird, hat man keine Kosten noch Mühen gescheut eine möglichst atmosphärische Szenerie zu gestalten. Die U-Bahn-Station bietet zwar nebst der coolen und detailreichen Gestaltung und so manchen Referenzen zu Japans U-Bahn-Stationen keine wirklichen Geheimnisse, ist aber ohne Frage ein Vorbote des eher düster angelegten Settings der "Splatoon 2: Octo Expansion". Hat man sich nämlich einmal durch das kleine Gebiet vorgekämpft – in einem kleinen Tutorial-Level werden einem nochmals die grundlegenden Mechaniken des Spiels ohne ausschweifende Erklärungen nahegelegt –, ist man auch schon am Bahnhof angelegt, wo man mit einer seltsamen Telefon-Apparatur Bekanntschaft macht. Das Gerät erklärt einem, dass man das 10008. Testsubjekt der Testanstalt ist und aus diesem Grund einen sogenannten C-KOM und eine Cornichon-Karte erhält, welche humorvoll aus der Apparatur herausgepresst werden, als hätte man eine Kapsel aus einem Kapselautomaten erhalten. Aufgrund der Testsubjekt-Nummerierung wird der Spieler fortan als "8" oder "Agent Nr. 8" bezeichnet, um den Namen nicht zu kompliziert zu machen. Das "8"-Motiv zieht sich dabei durch die ganze "Splatoon 2: Octo Expansion" und hat symbolischen Charakter. "Octo" heißt nämlich "acht" und wird in Anlehnung an die aquatischen Achtfüßler verwendet. Im nächsten Atemzug fährt auch schon die berüchtigte Tiefsee-Bahn an den Bahnsteig des Bahnhofs an und bittet seine neuen Fahrgäste mit weit geöffneten Türen hinein.

Die Tiefsee-Bahn ist ein... seltsamer Ort. Oder habt ihr schon mal einen Blobfisch in eurem Zug gesehen?

In der Tiefsee-Bahn trefft ihr auf Schaffner Cornichon, eine ominöse, hellblau leuchtende Seegurke – daher auch der Name. Er heißt euch in der Tiefsee-Bahn willkommen und macht euch mit den Umständen vertraut. Hier im Untergrund betreibt das Unternehmen "Kamabo & Co." – Na, wer kennt die japanischen Fisch-Produkte namens "Kamaboko"? – ein Untergrund-Testgelände für allerlei fischige Probanden. Auch wenn der Nutzen der Testanstalt schleierhaft wirkt, so bekommt der Name des Unternehmens eine ganz neue Bedeutung, wenn man sich einmal auf der Zunge zergehen lässt, dass die vorherigen 10007 Probanden allesamt gescheitert sind. Alle scheinen aber das selbe Ziel gehabt zu haben: möglichst viele der Herausforderungen bestehen, um in das "Land der Verheißung" gelangen zu können. Es wird als ein lichterfüllter, paradiesischer Ort beschrieben – und den Rest darf sich ein jeder selbst dazudichten. Um den Weg ins verheißungsvolle Land zu öffnen, müssen die vier sogenannten "Dingsbumse" gesammelt werden, die irgendwo im Tiefsee-Bahn-Streckennetz zu finden sein sollen. Mit diesem Wissen geht es auch schon frisch ans Werk.

Einmal den C-KOM ausgepackt, könnt ihr eine Karte des Tiefsee-Bahn-Streckennetzes aufrufen, welche euch mehr oder weniger direkten Zugang zu den Leveln verschafft, anstatt sie über eine Oberwelt erreichen zu müssen, wie es noch im Heldenmodus von Splatoon 2 der Fall war. Der Umbruch bei der Level-Auswahl erinnerte mich an den Wechsel von Super Mario Galaxys Sternwarte zu Super Mario Galaxy 2s Weltkarte. Es ist deutlich geordneter und nutzerfreundlicher, verliert gleichzeitig aber den Erkundungsaspekt einer begehbaren Oberwelt. Auch wenn man sich am Bahnhof und in der Tiefsee-Bahn bewegen kann, erfüllen diese Bereiche keinen großen Zweck und dienen mehr dem World Building und dem Etablieren des Settings als sonst etwas. Am Bahnhof können später einige Extras freigeschaltet werden, die jedoch erst durch unnötige Laufwege erreicht werden können, und im Zug werdet ihr vermehrt auf stumme Charaktere treffen, die ohne Frage cool aussehen und einfallsreiche Designs haben, dem Spieler aber mit einer Ausnahme keinerlei Mehrwert bieten. Gerade hier hätte man sich mehr Interaktion mit den Figuren gewünscht. Zu loben ist nichtsdestotrotz die Detailverliebtheit bei diesen sehr limitierten Bereichen. Etwa die Töne, welche kettenartig aufgebaute Quallenwesen von sich geben, wenn man sie berührt, und welche an ein Windspiel erinnern, oder eine bekannte Melodie der Sea Sirens, welche im Hintergrund des Soundtracks zu hören ist.

Kreativität, Nervenkitzel, Denkaufgaben – das volle Programm für Oktolinge

Damit kommen wir zum Herzstück der "Splatoon 2: Octo Expansion": den satten 80 verschiedenen Herausforderungen, welche in der Tiefsee auf euch warten. Sobald ihr ein Level auf dem Streckennetz ausgewählt habt, macht die Tiefsee-Bahn dort auch gleich schon nach einem kurzen Ladebildschirm Halt und wirft euch direkt in die Vorbereitung für die bevorstehende Aufgabe. Zuerst muss sich dabei für eine der vorgegebenen Waffen-Kombinationen entschieden werden. Dadurch, dass dem Spieler das Nutzen bestimmter Waffen vorgeschrieben wird, lernt er die Feinheiten der einzelnen Waffen viel besser kennen und muss dies auch, um den später auftauchenden, kniffligen Missionen zu bestehen. Dabei wählt der Spieler sich seinen Schwierigkeitsgrad praktisch selbst, je nach dem, für welche Waffen-Kombination er sich entscheidet, wobei die Missionen in der Regel einen Ticken kniffliger ausfallen als man es von vorherigen Einzelspieler-Inhalten gewohnt ist.

Und was darf es für euch sein? Turbo-Blaster, Sepiator α oder doch der Hydrant?

Hierbei wägt man stets zwischen der Nützlichkeit der jeweiligen Kombination für die bevorstehende Aufgabe und dem eigenen Können ab. In erster Linie möchte man natürlich nicht allzu oft versagen und wählt vielleicht lieber die optimalste Kombination oder diejenige, welche vorgeschlagen wird, gleichzeitig muss man hier aber eine Mikro-Wirtschaft betreiben, um ein möglichst großes Plus an Punkten dazuzuverdienen. Je schwerer das Spiel die ausgewählte Kombination an Waffen einstuft, desto mehr Punkte gibt es beim erfolgreichen Absolvieren auf die zu Beginn des Abenteuers erhaltene Cornichon-Karte. Diese fungiert mehr oder weniger als Bankkarte und sollte mit der speziellen Währung prall gefüllt sein, damit man den Preis für das Spielen eines Levels bezahlen kann. Genauso kostet es Punkte beim letzten Checkpoint im Level wieder zu starten, sollte man alle seine im Level zur Verfügung gestellten Leben aufgebraucht haben. Man merkt schon: Mit der Tiefsee ist nicht zu spaßen! Die Oktolinge haben deutlich zähere Aufgaben vor sich als es Agent Nr. 4 im Heldenmodus hatte. Zugeben muss man allerdings, dass man bei einem gewissen Grad an spielerischem Geschick keine Schwierigeiten mit den Punkten haben wird, da es immer mehr Punkte aufs Konto gibt, als man ausgegeben hat. Das Entdecken neuer Bahnlinien – Welten im Tiefsee-Bahn-Streckennetz wenn man so will – beschert euch ebenso einige Punkte. Auch das Einsammeln von Fischeiern in den Leveln bringt euch Punkte auf der Cornichon-Karte. Insgesamt wirkt das System gut durchdacht, wenn auch Punkte mit zunehmender Zeit immer mehr an Wert verlieren, da man sich sowieso alles leisten kann, selbst das mehrfache Sterben in einem Level.

Level in der "Splatoon 2: Octo Expansion" unterscheiden sich teils drastisch von denen aus dem Heldenmodus. Während man es in Splatoon (2) sonst gewohnt war, linearen Wegen bis zum Ende eines Levels zu folgen, sieht dies nun ganz anders aus. Auf eurer Reise durch die Tiefsee werden euch ganz unterschiedliche Levelziele begegnen. So gibt es viele Aufgaben, die von euch verlangen, eine Anzahl an Zielen, Ballons oder ähnlichem innerhalb eines Zeitlimits zu treffen oder Wellen an Gegnern in außergewöhnlichen Umgebungen zu erledigen. Auch hat man wohl große Freude an den sogenannten "Achterbällen" gefunden, riesige Bälle, welche meist zu einem Zielbereich transportiert werden müssen oder für eine Partie Billard oder Flipper verwendet werden, sich allerdings nur durch eure Schüsse oder durch Anstupsen bewegen lassen. Fällt der Achterball in den Abgrund war es das mit euch und Schaffner Cornichon zündet den umfunktionierten Airbag auf eurem Rücken, um euch ins Nirvana zu befördern. In der "Splatoon 2: Octo Expansion" tut man gut, das Unerwartete zu erwarten.

Man sagte uns bis 2018 hätten wir fliegende Autos und... hey! Irgendwie hatten sie doch recht?!

Die Entwickler haben sich einige raffinierte Tricks einfallen lassen, um den Spieler immer wieder aufs Neue zu überraschen. Sollte es einmal vorkommen, dass ein traditionell angelegtes Splatoon-Level vor euch liegt und ihr es einfach gesagt nur durchspielen müsst, so werdet ihr nicht selten auf Mechaniken und Ideen stoßen, die für einen "Aha!"-Effekt sorgen können. Lang etablierte Spielelemente werden so umfunktioniert oder neu ausgelegt, dass sie für einen erfrischenden Twist im Gameplay sorgen und kein Level Langeweile aufkommen lässt. Die Schnelllebigkeit oder Kürze mancher Ideen beziehungsweise Level, welche beim Heldenmodus von Splatoon (2) noch kritisiert wurde, nutzt man hier clever als Geheimzutat, um actiongeladenen Passagen mit der richtigen Würze zu versehen. Besonders zu loben sind die Missionen, welche euch mit der Sepisphäre oder dem Tintendüser die Level durchspielen lassen und so ein ganz neues Spielgefühl schaffen.

Für das Absolvieren eines Levels erhält man Kamabo-Souvenire, kleine Erinnerungstücke mit Motiven bekannter Splatoon-Charaktere, -Objekte, -Logos, -Waffen oder -Kleidung. Während man sich an den kleinen Sammelgegenständen schnell sattgesehen hat, ist ihr begleitender Text das, was eure Aufmerksamkeit am meisten erregen könnte. Tatsächlich hat man sich die Mühe gemacht für jedes der 80. Kamabo-Souvenire ein traditionell japanisches Haiku zu verfassen, welche exzellent in die deutsche Sprache übersetzt wurden. Ich muss gestehen, manche davon können einen schon zum Nachdenken bringen. Und sollte man noch nicht genug des Philosophierens haben, kann man sich an Don Asselmo wenden. Dieser Charakter taucht etwas später in der Tiefsee-Bahn auf und gibt euch als Belohnung für das Sammeln der Kamabo-Souvenire allerlei Ausrüstungsteile, welche ihr anschließend in den Mehrspieler-Modi von Splatoon 2 verwenden könnt. Ihr müsst wissen, dass Don Asselmo schon seit einiger Zeit mit der Tiefsee-Bahn fährt und sich bloß nach einem Weg nach Inkopolis sehnt, welches er scheinbar nie erreichen wird. Seine melancholischen Dialoge unterstreichen das düstere, geheimnisvolle Bild, welches von der Tiefsee in der "Splatoon 2: Octo Expansion" gezeichnet wird.

Die Figur rechts soll genau so aussehen wie die linke? Kein Problem, mach' ich!

Mit dabei auf eurer Tour durch das Tiefsee-Streckennetz ist auch niemand geringeres als das Sängerinnen-Duo TentaCool. Perla und Marina, welche Splatoon 2-Spieler vorwiegend aus den Nachrichtensendungen und den Splatfesten im Spiel kennen werden, sind zwar nicht physisch anwesend, können eure Taten allerdings mitverfolgen. Dank Marinas ungeahnte Hacker-Fertigkeiten kann das Duo Agent Nr. 8 an der ein oder anderen Stelle sogar aushelfen. Sollte man zu oft in einem Level versagen, wird einem die Möglichkeit geboten das Level zu überspringen. Dann kann man im Tiefsee-Streckennetz zwar die dahinter liegende Haltestelle ansteuern, das Level gilt allerdings nicht wirklich als geschafft. Auch das Kamabo-Souvenir könnt ihr auf diese Weise nicht regulär erhalten. Diese Möglichkeit steht euch allerdings offen, sollte euch eine Mission doch den letzten Nerv rauben – und dazu sind so einige durchaus in der Lage. Neben dieser Unterstützung begleiten euch Perla, Marina sowie Käpt'n Kuttelfisch auch durch das Gespräch in den Missionen. Immer wieder werden am unteren Bildschirmrand Dialog-Fenster auftauchen, in denen euch einer der drei entweder einen hilfreichen Tipp zum Weiterkommen im Level verrät oder aber ihr dürft einer humorvollen Diskussion beiwohnen. Die Balance zwischen hilfreichen Tipps und unterhaltenden Dialogen ist äußerst gelungen und wirkt viel authentischer als noch im Heldenmodus. Und das obwohl ihr die drei so gut wie nie von der Backe kriegt!

Mit zunehmendem Fortschritt können außerdem spezielle Chatlogs freigeschaltet werden, in denen ihr mehr zur Entstehung des Duos TentaCool und zu Perlas und Marinas Vergangenheit erfahren könnt. Diese Chatlogs sind nicht nur für Fans der Splatoon-Hintergrundgeschichte interessant, sondern auch sehr witzig geschrieben beziehungsweise klasse lokalisiert worden. Die Witze über Jugendsprache und moderne Technologien mögen sich in den verschiedenen Sprachen zwar unterscheiden, sind auf Deutsch aber keinen Deut schlechter. Wichtig ist vor allem, dass man Perla und Marina damit mehr Charatertiefe als zuvor verleiht, welche sie auch dringend benötigt haben, um nicht einfach nur als der Ersatz für die Sea Sirens angesehen zu werden. Sehr gelungene Extra-Inhalte!

Auf dem Weg zurück an die Oberfläche

Während die "Splatoon 2: Octo Expansion" 80 Level bietet, wird nicht einmal die Hälfte dieser Level benötigt, um zum finalen Level und somit auch zum finalen Endgegner zu gelangen. Wie viel ihr vom Tiefsee-Schabernack also mitmachen wollt, liegt in euren Tentakeln. Demnach fällt auch die Spielzeit unterschiedlich aus. In der Regel darf aber mit ein paar Stunden gerechnet werden, bis der Abspann über den Bildschirm läuft. Sobald ihr die vier "Dingsbumse" zusammen habt, um daraus ein größeres Gebilde zu bauen, geht es über Umwege auch schon in Richtung des verheißungsvollen Landes. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Bereiche, in denen man die "Dingsbumse" findet, etwas ernüchternd ausfallen. Während man sich den seltsamen Objekten mit der Erwartungshaltung nähert, jeden Moment auf einen Bossgegner zu stoßen, passiert einfach nichts dergleichen. Die "Dingsbumse" werden einem einfach so ausgehändigt. Bosse lassen sich in der "Splatoon 2: Octo Expansion" allerdings sehr wohl finden, sowohl alte als auch neue. Deshalb ist es unverständlich, wieso man sich dazu entschied, diese relativ wichtigen Orte mit keinem Bosskampf zu versehen.

Man will uns hier wirklich nicht vorbeilassen, oder? Solche Passagen erfordern Tentakelspitzengefühl!

Weniger ernüchternd und mehr überwältigend fällt hingegen das Finale der "Splatoon 2: Octo Expansion" aus. Ohne großartig viel vorwegzunehmen, sei gesagt, dass sich der Aufbau des Finales sehr vom Rest der "Splatoon 2: Octo Expansion" unterscheidet und Gameplay sowie Story-Fortschritt eng miteinander verknüpft. Das Team bei Nintendo hat sich bei diesen finalen Bereichen keinesfalls lumpen lassen und eine so einzigartige Splatoon-Erfahrung verpackt, welche die beiden Story-Kampagnen der bisherigen Splatoon-Teile dermaßen in den Schatten stellt. Man darf nur hoffen, dass dieser Spielabschnitt als Vorbild für zukünftige Einzelspieler-Inhalte im Splatoon-Universum dienen wird. Als Splatoon-Fan sollte man das auf keinen Fall verpassen!

Hat man die Geschichte der Spielerweiterung einmal abgeschlossen, so darf man künftig auch als Oktoling an den Mehrspieler-Partien von Splatoon 2 teilnehmen. Oktolinge tragen dabei die gleiche Kleidung wie Inklinge und können auch mit den gleichen Waffen hantieren. Außer einigen visuellen Unterschieden im Gesicht und bei den Haaren sowie ihrer Oktopus-Form anstelle der Tintenfisch-Form sind Oktolinge genauso spritzig wie Inklinge und werden es in den verschiedenen Modi auch beweisen. Sehr schön anzusehen sind die neuen Animationen, welche die Oktolinge dieses kleine Bisschen mehr von den Inklingen abhebt. Übrigens finden sich auch in der SplatNet 2-Applikation für Smart Devices Ergänzungen durch die Oktolinge. Dort könnt ihr teils individuelle Statistiken für euer Oktoling-Selbst ansehen!

Abschließend möchte ich noch auf die durch die "Splatoon 2: Octo Expansion" hinzugekommenen Musikstücke zu sprechen kommen. Der Splatoon-Musikstil mag zwar Geschmackssache sein, doch die Qualität der neuen Soundtracks ist nicht zu leugnen. Jeder einzelne Soundtrack unterstreicht die gewollte Stimmung meisterlich und bringt eine weitere, einzigartige Facette zu Splatoons Musik-Repertoire. Favoriten-Potenzial haben dabei natürlich die neuen Lieder von TentaCool, die sich direkt als wahre Ohrwürmer in meinen Kopf gebrannt haben.

Webmaster■> Agent Nr. 8 hat den Chatroom verlassen.

Unser Fazit zu Splatoon 2

Meinung von Daniel Kania
Auch wenn Splatoon (2) hauptsächlich ein Mehrspieler-fokussiertes Spiel ist, versuchte Nintendo in der Vergangenheit, Spieler durch eine Einzelspieler-Kampagne die Grundmechaniken des Farbshooters spielerisch beizubringen. Dies stoß auf viel Kritik, welche man mit der "Splatoon 2: Octo Expansion" endlich beseitigen wollte und sich dabei auch ziemlich erfolgreich geschlagen hat. Die Level der neuen Spielerweiterung sind actiongeladen, clever durchdacht und können für viele überraschende Momente sorgen. Die Stimmung ist düster, die Dialoge humorvoll und frech. Ob man mehr über die Splatoon-Welt und den Oktolingen erfahren möchte oder sich einfach nur nach mehr Spielefutter im Splatoon-Universum sehnt, die "Splatoon 2: Octo Expansion" kann beides abdecken. Gespickt mit vielen kleinen Geheimnissen und Referenzen, einem sehr stimmigen Soundtrack und dem furiosesten Finale der Splatoon-Geschichte, dürfen sich Splatoon-Fans auf ein Spektakel einer Spielerweiterung freuen. Wer aber hauptsächlich am Mehrspieler-Aspekt orientiert ist und wem die Geschichte der Spiele nicht die Bohne juckt, der sollte lieber die Finger davon lassen.
Mein persönliches Highlight: Selten habe ich einen so epischen Abschluss für ein(e) Spiel(erweiterung) gesehen!
Meinung von David Pettau
Die Octo Expansion ist nicht nur das, was die ursprüngliche Kampagne von Splatoon 2 hätte sein sollen, sondern sie demonstriert auch zu Teilen, welchen Weg ich mir für einen potenziellen Nachfolger unbedingt wünschen würde. Es gibt wirklich wenig, das man an der Octo Expansion kritisieren kann – und wenn, dann sind es die tollen eigenen Ideen, mit denen man nicht so weit gegangen ist, wie man hätte gehen können. Nichts wünsche ich mir in Splatoon mehr als eine Kampagne, die in einer authentischen Welt spielt, wie es in der Octo Expansion zu Teilen der Fall ist. In der Octo Expansion wird dies mit kreativen und abwechslungsreichen Challenge-Leveln kombiniert, die natürlich klar den Kern der Erweiterung darstellen, und mit einem sehr gelungenen Storytelling gewürzt, das zum ersten Mal mein Interesse für den Splatoon-Plot wecken konnte – und das noch in erstklassig lokalisierter Form! Ja, die Octo Expansion ist womöglich der wertigste kostenpflichtige DLC, den Nintendo bislang produziert hat und stellt für mich, vor allem nach dem durchwachsenen DLC-Paket zu Zelda: Breath of the Wild, eine enorm positive Überraschung dar. Und damit das auch richtig rüberkommt: Die originale Splatoon 2-Kampagne hat mich allen voran gelangweilt!
Mein persönliches Highlight: Ein gewisser Bosskampf – der, mit dieser hammermäßigen Musik. Dieser zeigt, wie adrenalingeladene Online-Gefechte unter Einsatz von Servern ablaufen könnten!

Kommentare 17

  • RhesusNegativ Meister des Turms - 19.06.2018 - 19:09

    Also muss ich mir den DLC anscheinend doch holen. Klingt ja wirklich sehr sehr gut.
  • Tscherno Turmritter - 19.06.2018 - 19:12

    Ich find es mega schwer... Bin aber auch nicht gut im zielen mit Controller....
  • Telodor567 El Psy Kongroo! - 19.06.2018 - 19:20

    Der DLC ist wirklich richtig, richtig gut. Bin etwa mit der Hälfte der Level durch und hab 3 von 4 Dingsbumse. Es ist teilweise wirklich richtig schwer, was ich sehr erfrischend finde nach der eher leichten Kampagne des ersten und zweiten Spiels. Und die Hintergründe zum Lore sind auch sehr interessant! Ein Highlight ist mal wieder der Soundtrack, der erinnert sehr an Vaporware was sehr gut zu der gesamten Atmosphäre passt, die wirklich einzigartig ist. Ich kann den DLC wirklich nur wärmstens empfehlen!
  • Blackgoku in my Heart, i am a Gamer - 19.06.2018 - 19:27

    Der DLC und die Darstellung des Finales waren Mega top! 20 für so ein Guten Story-DLC, lohnt es sich wirklich!^^
  • Agent 7 I'm a Octoling! - 19.06.2018 - 19:39

    Ich sag nur eines: Ich bin in den DLC verliebt . Hab btw den Endboss jetzt bereits 6 Mal gespielt xD Die Atmosphäre ist mega episch!
  • Focker Turmritter - 19.06.2018 - 19:40

    manche herausforderungen sind echt knackig und viele einfach klasse inszeniert! Der kauf lohnt sich.
    Hab jetzt circa die Hälfte also knapp 40 level gemeistert...
  • Skerpla 任天堂 - 19.06.2018 - 20:03

    Grade die Sache mit dem hacken ist anfängerfreundlich.
    Die ganze Story wirft nochmal ein ganz anderes Licht auf TentaCool, nur die Sache mit dem...
    Spoiler anzeigen
    geheimen Endboss und dem goldenen Zahnstocher für die Haare

    ist ein kleiner Witz.
  • Taneriiim Son of a Switch - 19.06.2018 - 20:46

    Mir geht diese permanente Gyrosteuerung bei Splatoon enorm auf den Keks.

    Ich verstehe wirklich nicht, warum man es nicht so gelöst hat wie bei Breath of the Wild oder Star Fox Zero.

    Einfach Gyro Aiming mit ZL aktivieren fertig. Aber permanent, das ist wirklich total unangenehm.
  • Skerpla 任天堂 - 19.06.2018 - 21:58

    @Taneriiim Ist ja nicht so, als könnte man es deaktivieren oder sowas im Menü :whistling:
  • Lluvia Überlebende von Torna - 19.06.2018 - 22:00

    Ich habe sie mir auch gekauft und bin total begeistert! Das war bisher jeden einzelnen Cent wert.
  • Taneriiim Son of a Switch - 19.06.2018 - 22:29

    @Skerpla

    Ja aber komplet deaktivieren möchte ic hes ja nicht, gyro ist schon toll. Bloß nicht permanent an oder aus.

    Kann man das einstellen mit der ZL Steuerung?
  • Erdnuss Turmritter - 19.06.2018 - 23:18

    habe den kompletten DLC durchgesuchtet und auch alle level und gegner besiegt und ja, auch den allerletzten 8)

    ist jeden cent wert, ganz klare kaufempfehlung und das obwohl ich vorher fast garkein splatoon gespielt hab
  • Skerpla 任天堂 - 19.06.2018 - 23:50

    @Taneriiim Auf ZL wird man zum Tintenfisch. Manche Fanwünsche sind dann leider doch etwas zu speziell für Nintendo.
  • Rotbart93 Dämonenjäger - 20.06.2018 - 06:24

    Hab seid gestern auch alle 80 Level durch, man war das gut, manche Level hatten es schon ganzschön in sich, er war auch sehr Abwechslungsreich, der Dlc ist sein Geld auf jeden Fall Wert.

    Spoiler anzeigen

    Es gibt auch noch einen Secret Boss Fight nach den 80 Leveln, der extrem knackig war, also wer Herausforderungen sucht wird sie im Dlc und speziell bei diesem Boss finden und das sage ich als jemand der bereits 400 Stunden Splatoon 2 gespielt hat.
  • Micha-Teddy93 Über 9 Jahre Turm-Mitglied - 20.06.2018 - 09:26

    Vielen dank für den Test, auf den hab ich noch gewartet :)

    Werde mir den DLC mit Guthaben und Gold-Münzen kaufen, so steht meine Entscheidung nun fest. Werde glaub mehr freude haben, als bei dem Zelda DLC. Blind im Vorverkauf werde ich keine DLCs mehr kaufen. Da warte ich lieber auf eure Tests und Eindrücke :mariov:
  • Skerpla 任天堂 - 20.06.2018 - 09:36

    @Rotbart93 Wenn die Belohnung es für einen Wert ist, dann ist es eine super Empfehlung. Wenigstens nicht enttäuschend wie die Sache mit den 9.999.999 Münzen in New Super Mario Bros. 2.
  • Vanni88 Bakugo, you are my hero *__* - 20.06.2018 - 10:56

    Ich habe mir den DLC schon geholt und bereue meinen Kauf nicht im geringsten! Es macht riesigen Spaß und ist durch und durch gelungen! ^o^