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Test zu Zen Bound 2 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Zen Bound 2
  • USA USA: Zen Bound 2
  • Japan Japan: Zen Bound 2
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
24.05.2018
Vertrieb
Secret Exit
Entwickler
Secret Exit
Genre
Puzzle
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mit dem Joy-Con zur inneren Ruhe finden

Von Daniel Kania () Warum spielt ihr eigentlich Videospiele? Aus Spaß am Spielen? Der Entschlossenheit alles zu komplettieren wegen? Sucht ihr die Herausforderung und braucht einen ordentlichen Adrenalin-Kick? Oder wollt ihr euch einfach mal abends hinsetzen und abschalten, ganz egal wie? Die Gründe, Freude am Medium Videospiele zu haben, sind unterschiedlich – und so richten sich bei Weitem nicht alle Spiele an alle Spieler. Manche Titel mögen allgemein ein überwältigendes Spielerlebnis darstellen, andere hingegen werden nur gewisse Zielgruppen begeistern können. Zen Bound 2, welches ich zuletzt für die Nintendo Switch getestet habe, richtet sich wohl grob gefasst an die letzte der zuvor genannten Gruppen. In diesem Geschicklichkeitsspiel ist man nämlich am besten beraten, wenn man einfach einmal den Kopf ausschaltet und drauf los spielt.

Gehirn aus, Spiel an.

Zen Bound 2 verfolgt ein simples, aber eindrucksvolles Spielkonzept. An einer hölzernen Figur wurde ein Seil befestigt, welches um das entsprechende Objekt gewickelt werden möchte. Gesteuert wird dabei entweder mit beiden Sticks gemeinsam, wenn ihr mit beiden Joy-Con-Controllern oder dem Nintendo Switch Pro Controller spielt, oder aber durch die Bewegungssteuerung beziehungsweise den Gyrosensor eines eurer Joy-Con-Controller.

Die Vogel-Figur ist exemplarisch für das Spiel, so wird sie sogar beim Spiele-Icon verwendet.

Während das Vorgängerspiel auf dem PC eine solche Bewegungssteuerung offensich nicht anbot, entpuppt sie sich doch tatsächlich als die optimale Art und Weise dieses besondere Spielgefühl zu erleben. Ihr lasst von dem Konzept, Knöpfe auf eurem Controller zu drücken, los und seht euren Joy-Con-Controller als eben dieses Objekt an, welches sich zu diesem Zeitpunkt auf eurem Bildschirm befindet – und das kann alles Mögliche sein! Von Tierskulpturen und Alltagsgegenständen bis hin zu fast unidentifizierbaren Objekten oder einer Miniaturversion des ersten Levels aus dem originalen Donkey Kong-Arcade-Automaten ist so gut wie alles dabei. Sofern man hierbei von Abwechslung sprechen kann, so ist die Diversität an Gegenständen ziemlich groß, für das Gameplay aber nicht allzu ausschlaggebend. Die Bewegungssteuerung funktioniert nichtsdestotrotz hervorragend und ist super immersiv gestaltet worden. Da wirkt die klassische Twin-Stick-Steuerung schlichtweg altbacken.

Das Band, welches um die Figuren gesponnen wird, scheint Farbe an sich zu haben, sodass der von euch umwickelte Bereich der Figur eingefärbt wird. Ziel ist es möglichst viel der Figur einzufärben, bevor euer Seil zur Neige geht. Wie viel von eurem Seil übrig ist wird dabei stets in der rechten, unteren Bildschirmecke angezeigt. Die wahre Herausforderung besteht hierbei darin, enge Bereiche der Figur möglichst clever zu umschließen, damit ihr euch nicht für später verbaut habt. Man implementierte die Seil-Physik nämlich möglichst realitätsgetreu. Zwar wird das Seil oft recht stramm gehalten, sodass ihr euch einige seltsame Drehungen beim Umwickeln erlauben könnt, sollte das Seil einmal aber zu lose an einer Ecke befestigt sein, rutscht es bei weiteren unsicheren Umdrehungen ab, wodurch ihr womöglich eingefärbte Fläche einbüßen müsst. In jedem Level könnt ihr logischerweise bis zu 100 % der Figur einfärben, wobei ihr Blumen-Abzeichen erhaltet, wenn ihr je 70 %, 85 % und 99 % der Figur einfärben konntet. Man trifft dabei auf verschiedene Seil-Arten. Manchmal sind im Seil selbst Farbkugeln eingebunden, welche bei Kontakt mit der Figur explodieren und einen großen Farbklecks hinterlassen. Andere Level bieten auch ein Seil, welches nur durch kleine Farbkugeln einfärbt, weshalb eine andere Vorgehensweise benötigt wird.

In diesem Level färbt euer Seil nichts ein. Stattdessen müsst ihr die Nägel mit eurem Seil umwickeln, damit die Farbkugeln explodieren und die Figur mit Farbe bedecken.

Diese Blumen werden benötigt, um weitere Welten im Spiel freizuschalten. Level werden nämlich über eine Art "Oberwelt" ausgewählt, wobei die einzelnen Welten als Bäume dargestellt werden und die Level als ihre Äste. Die Ästhetik ist dabei sehr japanisch gehalten, mit Kirschblüten, passenden Lampions, vorbeifliegenden Schmetterlingen und einem hellen Licht, welches von oben im sonst nichtssagenden Hintergrund hinunterscheint. Zu hören sind dabei beruhigende Klänge und atmosphärische Melodien, die nur so zum Entspannen einladen. Auch die Optik in den Leveln selber ist angenehm für das Auge. Man hält die Hintergründe bewusst etwas unscharf und verwendet recht abstrakte Motive. Das kann die Innenseite eines Blattes sein oder das Muster einer Holzplatte. So ganz genau kann man es manchmal aber gar nicht sagen – und das ist gut so.

Zen Bound 2 ist kein Spiel der vielen Gedanken, sondern soll den Spieler besänftigen und zur inneren Ruhe finden lassen. Action-Fans und Personen mit wenig Geduld werden hier also wohl eher wenig Spaß finden. Dadurch, dass es keine großen Gameplay-Erweiterungen gibt, wird das Spielprinzip schon bald eintönig, verliert jedoch nichts von seinem entspannenden Charakter. Zen Bound 2 richtet sich vor allem an diejenigen, die bereit sind eine einzigartige, gemächliche Spielerfahrung auf der Nintendo Switch zu erleben, die nicht mehr verspricht, als sie auch ist. Der Umfang ist für diese Art von Spiel sehr ordentlich und wer wirklich alles freischalten will, der wird das eine oder andere Mal erneut in sich kehren müssen, um mehr Blumen-Abzeichen einzusacken.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Zen Bound 2

Meinung von Daniel Kania
Ihr sucht ein ruhiges, einzigartiges Spielerlebnis auf der Nintendo Switch? Vielleicht ist Zen Bound 2 dann etwas für euch! Mit äußerst gelungener Gyro-Steuerung, einem audiovisuell stimmigen und atmosphärischen Gesamtpaket und einem zutiefst befriedigenden Spielprinzip ist Zen Bound 2 bestens gewappnet, um euren Abend in Ruhe ausklingen zu lassen. Dabei muss man sich allerdings auf nur wenig Gameplay-Abwechslung gefasst machen. Ungeduldige und Action-Fans lassen hiervon lieber die Finger. Insgesamt kann dieser kleine Titel jedoch überzeugen, auch vom Umfang her.
Mein persönliches Highlight: Die Donkey Kong-Referenz im Level "Affenarbeit".

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