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Test zu Limbo - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Limbo
  • USA USA: Limbo
  • Japan Japan: Limbo
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.06.2018
Vertrieb
Playdead
Entwickler
Playdead
Genre
Platformer, Puzzle, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Pfui, Spinne!

Von Erwin Sigle () Ich bin kein Fan des Horror-Genres, ganz egal ob Film oder Spiel. Den ein oder anderen spricht es vielleicht an, aber ich persönlich mag es nicht, unter ständiger Angst zu leben, keine Ahnung zu haben, was hinter der nächsten Ecke lauern könnte. Dennoch entschied ich mich dazu, Limbo zu testen. Irgendwie zog mich das Spiel in seinen Bann. Über die Story des Spiels wird nahezu nichts gesagt, das einzige was bekannt ist: Man spielt einen kleinen Jungen, der seine Schwester im Wald sucht. Äußerst vorbereitet seid ihr dafür jedoch nicht, denn ihr könnt nicht mehr als springen, laufen, Objekte schieben und auf sie hinaufklettern.

Das ist doch nicht unsere Schwester... oder?

Alles was ihr tut, fühlt sich unfassbar träge und langsam an. Ihr springt nicht mal ansatzweise hoch oder weit. In einem normalen Jump 'n' Run würde ich das kritisieren, hier jedoch passt es perfekt. Zu Beginn des Spiels liegt ihr regungslos auf dem Boden herum. Steht ihr auf, werdet ihr zwei Minuten später schon fast mit dem Tod konfrontiert – ein Sprung, der nahezu unmöglich erscheint. Diese Konfrontationen gibt es nur zu häufig, eine trickreiche Gestaltung der Umgebung ist keine Seltenheit. Eine der ersten (wortwörtlichen) Fallen, denen ihr begegnet, ist eine Bärenfalle. Diese soll im Wald, im Schutz der Dunkelheit, das Aussehen von Gras imitieren, weshalb ich auch gleich hineinspaziert bin und damit meinen ersten Tod zu verbuchen hatte. Und ich kann sagen: In diesem Spiel wird man häufig zugrunde gehen. Doch äußerst schlimm ist das nicht, die Checkpoints sind nämlich äußerst fair gesetzt, sodass ihr immer vor dem tödlichen Hindernis neu starten dürft. Das Spiel basiert auf dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Seid ihr zu langsam, sterbt ihr. Macht ihr einen Fehler, sterbt ihr. Das Spiel schenkt euch absolut nichts, außer eine wundervolle Optik.

Ich habe bereits in vielen Spielen die Atmosphäre betont, welche hervorragend zur Geltung kommt, doch in keinem war sie ansatzweise so immersiv wie in Limbo. Man fühlt sich bedrückt, niedergeschlagen – etwas Hastiges wäre jetzt komplett fehl am Platz. Limbo konfrontiert den Spieler mit dem Tod, überall liegen Leichen, aber auch mit Ängsten. Paranoia, Arachnophobie und Klaustrophobie sind keine Seltenheit, zumindest anfangs nicht. Dies ist auch, wie ich finde, der größte Kritikpunkt am Spiel. Anfangs wird man als Spieler noch mit den angsteinflößendsten Dingen konfrontiert, später gibt es verstärkt Rätsel.

Ein anderes Wort als Kunst würde hierfür nicht passen.

Die Rätsel werden zwar kniffliger, das Gefühl der ständigen Angst vergeht leider. Und dennoch, das Spiel fesselt einen bis zum Ende. Man möchte eigentlich nicht an einer Stelle stehen bleiben, so sehr taucht man in diese schaurige Geschichte ein. Manchmal bleibt man aber dann doch stehen, um die immer anders gestalteten Hintergründe und den schicken Stil zu bewundern. Dieses Spiel ist ein wahres Kunstwerk, die Spielchen mit schwarz und weiß, aus welchen das ganze Spiel besteht. Die Spielchen mit der Umgebung, die euer Auge nur zu sehr austricksen. Die musikalische Untermalung fällt ebenso treffend aus. Statt auf einprägsame Melodien, setzt man auf Umgebungsgeräusche und andere atmospärische Töne. Was man gelegentlich hört, ist das Zwitschern eines Vogels oder das Quaken eines Frosches. Was ich an Limbo sehr mag, ist die Unklarheit, welche wie die Faust aufs Auge passt. Es ist nicht klar, warum der Junge seine Schwester sucht. Wieso nimmt er überhaupt die Reise auf sich? Das einzige was wir wissen, ist, dass wir uns in einer Welt namens Limbus befinden. Innerhalb von etwa drei Stunden durchlebt ihr eine Reise, beginnend bei einem Wald, an riesigen, ekelhaften Spinnen und mörderischen Kindern vorbei, endend bei einer Fabrik, bei welcher selbst die Gravitation verrückt spielt.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Limbo

Meinung von Erwin Sigle
Es ist nicht anders zu beschreiben: Limbo ist ein wahres Kunstwerk, wunderschön und dennoch furchteinflößend. Im Hintergrund, welcher aus einem Zusammenspiel von schwarz und weiß besteht, verbergen sich Dinge, welche man nur mit ein wenig Fantasie und Vorstellungsvermögen entdecken kann. Das Gameplay bietet einige Rätsel, aber auch Konfrontationen mit Gefahr und Angst. Wer also Gefallen daran findet, Angst zu haben, sollte sich Limbo nicht entgehen lassen. Und dennoch: Ich würde dieses Spiel absolut jedem empfehlen, egal ob die Person viel mit Videospielen am Hut hat oder nicht.
Mein persönliches Highlight: Die grafische Darstellung, fabelhaft!

Kommentare 7

  • Rincewind Bergungstaucher - 21.07.2018 - 17:40

    Meiner Meinung nach sind Limbo und Inside wahre Meisterwerke. Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Werk der Entwickler.
  • Wunderheiler Turmbaron - 21.07.2018 - 17:52

    Ist wahrscheinlich eine unpopuläre Meinung, aber ich fand Limbo extrem öde und langweilig (zumindest in den 1-2Stunden, die ich es früher mal probiert habe)...
  • GamingPeter Lebt den AC Switch Hype - 21.07.2018 - 18:01

    @Wunderheiler Viel länger ist das Spiel auch nicht. :ugly:
  • Rincewind Bergungstaucher - 21.07.2018 - 18:58

    @GamingPeter

    Kommt darauf an wie oft man das zeitliche segnet. ;)
  • AgentYork Turmheld - 21.07.2018 - 20:49

    Habe es zuerst auf Xbox 360 und später auf PS3 gespielt .. denke auf Switch wird es auch irgendwann soweit sein :D
  • alfalfa Turmheld - 21.07.2018 - 21:44

    Danke für diesen Test, der alle für mich notwendigen Infos enthält!

    Ich hatte das Spiel schon auf meiner Wunschliste im eShop.
    Von dem, was im Text steht, fühle ich mich etwas an Hellblade - Senuas Sacrifice erinnert. Das ist zwar völlig anders aufgebaut und glänzt mit bombastischer Grafik, aber es spielt auch extrem mit Ängsten, lässt einen die Schizophrenie der Darstellerin durchleben und hat nicht nur grafisch, sondern auch akustisch eine düstere, teils bedrohliche Atmosphäre (man hört verschiedene Stimmen usw, sieht Monster und kämpft mit ihnen).
    Es ist ja nicht so wichtig, wie ein Spiel aussieht, wenn es einen in die richtige Stimmung versetzt. Ich finde das bei Limbo sehr gelungen und hab mir gleich mal ein Video bei YouTube angeschaut und mich kaputtgelacht, wie der sich anstellt an der Stelle, wo die vermeintliche Schwester am Seil hängt und die Bärenfalle entsprechend plaziert werden muss. X mal Kopf ab, bis er es gerafft hat. LOL

    Ich würde das Spiel gern in der finsteren Jahreszeit spielen, nicht jetzt im heißen Sommer.
    Wenn es vorher mal im Sale ist, schlage ich zu, ansonsten im Herbst oder Winter.
  • Phantomilars Weltraummönch - 23.07.2018 - 20:57

    "Inside" war ein Day 1-Kauf, bei "Limbo" warte ich dagegen auf einen Sale. 10€ sind m.E. etwas übertrieben, auch wenn ich mich darauf freue, im Handheldmodus einmal wieder in diese faszinierend düstere Atmosphäre einzutauchen. Idealerweise während der finsteren Jahreszeit.