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Test zu Firefighters: Airport Fire Department - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Firefighters: Airport Fire Department
  • USA USA: Firefighters: Airport Fire Department
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
24.04.2018
Vertrieb
United Independent Entertainment
Entwickler
Visual Imagination Software
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Das Leben als Flughafenfeuerwehrmann auf einem von Katastrophen heimgesuchten Flughafen

Von Marco Kropp () Entwickelt von VIS Media und vertrieben von UIG Entertainment soll Firefighters: Airport Fire Department (einen deutschen Namen gibt es trotz des deutschen Entwicklerstudios und des deutschen Publishers nicht) das Leben der Flughafenfeuerwehr mit all ihren spannenden Aufgaben simulieren.

Zu Beginn darf entschieden werden, ob das Tutorial gespielt oder übersprungen werden soll. Solltet ihr es nicht überspringen wollen, beginnt eine Odyssee durch die Flughafenfeuerwehrwache und über das Flughafengelände. An jedem kleinen Punkt und Raum (sogar den Toiletten) macht der Leiter der Flughafenfeuerwehr halt und erklärt in manchmal schlecht geschriebenen und nicht-vertonten Monologen jedes kleine Detail des Flughafens und der Flughafenfeuerwehr. Nach der Wache fahrt ihr das gesamte Flughafengelände ab, einschließlich des Zaunes und sämtlicher Landebahnen, Terminals, Gateways, Lagerhallen und kleinen Flugplätzen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer Menge an Informationen beginnt dann der erste Tag als Flughafenfeuerwehrmann in der Flughafenfeuerwehr.

Einer der ersten Brände im Spiel: Ein brennender Mülleimer. Seht ihr die Flammen?

An den ersten Tagen ist entweder Florian 1 oder Florian 2 euer Fahrzeug. Es ist relativ klein, besitzt einen Feuerlöscher und kann gefahren werden. Das war es auch schon soweit mit diesem Fahrzeug. Die Aufgabe an eurem ersten (und den nächsten) Tagen ist die Überprüfung des Zauns, der das gesamte Flughafengelände umgibt. Dabei muss nach Löchern im Zaun Ausschau gehalten werden, die durch orangefarbene Pfeile hinter dem Zaun markiert sind. Wenn ein solcher Pfeil erblickt wird, reicht ein kurzer Halt und ein Tastendruck – schon ist die Stelle markiert. Wer bis jetzt noch keinen Spaß gehabt hat, darf sich freuen, dass während der gesamten Fahrt am Zaun entlang die Zentrale der Flughafenfeuerwehr ständig Einsatzbefehle verteilt. In einem Zeitlimit von 3 Minuten muss das Florian-Fahrzeug am Einsatzort ankommen. Also Vollgas und alle Wege missachtend querfeldein zum Einsatzort, um festzustellen, dass es nur ein Fehlalarm war. Also wieder zurück zum Zaun und die Überprüfung an der Stelle fortsetzen, wo diese Aufgabe unterbrochen wurde (wenn ihr die Stelle denn noch wisst). Diese Routine passiert ein paar Mal und schickt euch immer wieder vom Zaun weg hin zu irgendwelchen kleinen Bränden oder Fehlalarmen auf die andere Seite des Flughafens. Beim Übersehen von Löchern im Zaun gibt es Punktabzug, also muss die Aufgabe zwangsläufig erfüllt werden.

Das Fahrzeug muss im blauen Kreis stehen, sonst kann nicht gelöscht werden. Dieser Versuch zeigt weiterhin, dass die Zeit rechts oben noch heruntergezählt wird.

Im Spiel gibt es für jeweils erledigte Aufgaben eine gewisse Menge an Punkten. Bei genügend Punkten wird der Spieler befördert und darf ein anderes Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr nutzen. Aber bis es so weit ist, heißt es nach wie vor: Zaun überprüfen, Löcher markieren und querfeldein rasen, um den Mülleimer zu löschen oder einen Fehlalarm vorzufinden. Doch nach ein paar Tagen kommt die Beförderung und damit die Erlaubnis, ein größeres Tanklöschfahrzeug der Flughafenfeuerwehr nutzen zu dürfen. Doch leider gibt es nicht viel, was mit dem Fahrzeug gemacht werden kann: Wasser- und Benzintank auffüllen, mit einer Spritze löschen und einen Ventilator aufstellen. Letzteres geschah nur einmal, um die Räder eines Flugzeuges nach der Landung abzukühlen. Ab und an brennt ein Baum, manchmal gibt es einen Fehlalarm, manchmal brennt eine Mülltonne, manchmal (beziehungsweise fast jeden Tag im späteren Verlauf des Spiels) brennt oder explodiert ein Flugzeug. „Typischer Alltag“ einer Flughafenfeuerwehr auf einem Flughafen eben.

Abseits der Brandbekämpfung gibt es nicht viel zu erledigen. Mit dem Fahrzeug herumzufahren ist nicht wirklich spaßbringend, da auf andere Fahrzeuge geachtet werden und beim Einsatz womöglich ans andere Ende des Flughafengeländes gefahren werden muss. In der Flughafenfeuerwehrwache kann auch nichts wirklich getan werden – kein Reden mit Kollegen, kein Gespräch beim Chef, kein Benutzen der Toiletten, kein Spielen mit dem Computer. Lediglich eine Pause von vier Spielzeit-Stunden in einem Bett ist möglich – eine Pause pro Schicht. Also, wie verbringt man die Zeit zwischen den Einsätzen am besten? Dank der Sprungtaste wird es nicht langweilig und es kann über die in der Wache stehenden Fahrzeuge gehüpft werden. Aber auch manch andere Dinge mit den Fahrzeugen und den Toren können ausprobiert werden, sodass das Fahrzeug hoch in die Lüfte katapultiert wird und möglicherweise so bescheiden landet, dass es nicht mehr genutzt werden kann. Aber im Fahrzeug vor der Flughafenfeuerwehrwache zu sitzen und zu warten, bis ein Einsatzbefehl kommt, hat auch was, denn dadurch gibt es die Gelegenheit, endlich mal wieder seine Mails zu checken oder mit dem Smartphone zu spielen.

Die Kollegen haben es richtig drauf und Löschen da, wo kein Feuer ist.

Die Kollegen der Flughafenfeuerwehr tragen übrigens allesamt dasselbe Outfit und fast dieselbe Frisur. Erstaunlicherweise sehen sie nicht nur identisch aus – sie laufen auch alle mit derselben Animation. Doch die Kollegen wissen, wie es zugeht, denn sie reagieren nicht auf einen Alarm. Das müssen sie auch nicht, weil alle Fahrzeuge – außer das eigene – automatisch losfahren. Dabei stauen sich dann alle vor der Flughafenfeuerwehrwache, bis sie nach und nach in Bewegung kommen. Dabei ignorieren sie andere Fahrzeuge und sogar Flugzeuge und sausen einfach durch diese durch – schneller als das eigene Gefährt. Beim Kontakt des eigenen Fahrzeuges mit einem Flugzeug jedoch gibt es Punktabzug. Da dem Flughafen wegen dem Unfall die Betriebslizenz entzogen wurde, endet eure Schicht sofort.

An der blau-leuchtenden Brandstelle geht es dann richtig los: Feuerlöscher oder Spritze rausholen oder den Löschmodus aktivieren und drauf halten sowie löschen. Ab und an etwas nach links, manchmal etwas nach rechts – nach ein paar Sekunden ist der Brand gelöscht. Die anderen Fahrzeuge übrigens stehen am Rand und manche „löschen“ beziehungsweise spritzen irgendwo hin, wo kein Feuer ist. Dabei ist es sogar egal, ob ihr das Feuer zeitnah löscht. Manchmal war der Tank leer und eine gemütliche Fahrt zur Befüllstelle an der Flughafenfeuerwehrwache und wieder zurück war unvermeidlich. Nach dem erfolgreichen Löschen heißt es wieder zurück zur Zentrale und – moment, bei den meisten Großeinsätzen werden die Fahrzeuge in die Flughafenfeuerwehrwache und ihr an euer Bett im Gebäude der Flughafenfeuerwehr teleportiert. Da die Schicht etwa 24 Minuten dauert (mit Schlafen vielleicht nur 20 Minuten), geschehen solche Einsätze oft pro Schicht. Doch jeden Tag ein am Boden aufgepralltes Flugzeug oder einen Brand vorzufinden, ist nicht gerade ein gutes Zeichen für die Fähigkeiten der Piloten und des Flughafens.

In der Nacht sieht alles noch schöner aus, wenn das Licht aus ist.

Natürlich präsentiert sich das Spiel optisch in einer Form jenseits von Grafik-Highlights. Die Fahrzeuge der Flughafenfeuerwehr sehen zwar recht passabel aus, die Umgebung jedoch „erstrahlt“ in grauen und grünen Flächen. Ab und an quert ein gelber Streifen oder eine Art Straße den grauen Beton. Die Flugzeuge wirken etwas matschig und die Bäumen sowie Büsche wirken sehr zusammengesteckt und etwas leblos. In der Nacht ist davon zum Glück kaum etwas zu erkennen, denn es ist völlig dunkel. Nur durch das Scheinwerferlicht wird ein Teil des Bodens sichtbar. Aber auch mancher Tag ist im Handheld-Modus schon zu dunkel, sodass im Handheld-Modus fast nur mit Licht gefahren werden sollte.

Die Effekte sind leider auch nicht umwerfend schön. Beim Löschen kann das „Wasser“ (oder eher die Wolken, die aus dem Schlauch herauskommen) manchmal kaum erkannt werden und nur eine etwas nasse Fläche am Boden zeigt, wo das Wasser aufkommt. Beim Aufeinandertreffen des „Wassers“ auf das Feuer steigen weiße Rauchwolken hoch – das Feuer selbst wirft schwarze. Die Flammen werden dank des Treffens kleiner und sind irgendwann weg. Ein kleiner Funkenflug zeigt manchmal, dass es noch leicht an der Stelle brennt. Wenn keine weißen Rauchschwaden kommen, kann eine andere Stelle anvisiert werden.

Technisch ist das Spiel leider auch nicht das Beste. Zwar erlebte ich keinen Spielabsturz – aber ich konnte mein Fahrzeug einmal festfahren (in einen Flügel eines Flugzeuges, ohne dass die Schicht für beendet erklärt wurde) und einmal legte sich das Fahrzeug durch eine Kollision auf die Seite und konnte nicht mehr aufgerichtet werden. Doof nur, wenn zu diesem Zeitpunkt ein Einsatz kommt. Kanten waren ebenfalls stets zu sehen und die Auflösung sollte damit höchstens 720p betragen haben, vermutlich aber noch niedriger. Die Bildfrequenz machte manchmal auch eine Achterbahnfahrt.

Nanu, wieso stehen die Fahrzeuge hier quer in der Wache?

Die Musik selber ist nur bei den Bränden motivierend, ansonsten recht eintönig. Neben den zwei Musikstücken gibt es noch ein paar Geräusche. Zumindest die Feuerwehrautos klingen so, wie auch auf der Straße gehört werden kann. Und auch wenn die Benutzeroberfläche etwas altbacken wirkt: sie erfüllt dennoch ihren Zweck. Auch wenn ich die Leiste bei den Bränden rechts oben nicht verstehe, da sie sich weder füllt noch irgendwie verändert. Viele Tage endeten bei mir zum Schichtende mit der Nachricht, dass ich mich zu nah am Brandherd aufgehalten hätte. Das liegt vielleicht auch nur daran, dass ich mit dem Fahrzeug in den blauen Kreis fahren muss, um das Feuer zu löschen. Zu Fuß dorthin oder das Fahrzeug nebenan parken reicht nicht. Und wenn ihr zu schnell am Einsatzort seid und es sich als Fehlalarm herausstellt, dann finden sich die anderen Fahrzeuge so in der Garage vor, wie sie gerade auf den Weg waren. Und teilweise auch so, dass euer Fahrzeug feststeckt und die anderen durch die Wand fahren, wenn sie es schaffen, herauszukommen.

Redaktionswertung

2

Enttäuschend

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Unser Fazit zu Firefighters: Airport Fire Department

Meinung von Marco Kropp
Firefighters: Airport Fire Department ist keine wirkliche Simulation – es ist langweilig und eintönig. Wenn kein Einsatz ist, mache ich irgendetwas nebenbei auf meinem Tablet und reagiere nur, wenn sich die Musik ändert, denn dann habe ich einen Einsatzbefehl erhalten. Viel erledigen neben dem Löschen und dem sehr langweiligen herumfahren kann ich in diesem Spiel nun mal nicht. Und wirklich begeistern konnten mich vielleicht nur ein oder zwei Brände, bis sie sich wiederholten. Es sollte sich wirklich keiner, der eine ernsthafte Simulation sucht, dieses Spiel anschauen. Selbst Personen, die vielleicht ein Spiel zum Rumblödeln suchen, sollten diesen Titel meiden. Und gefühlt an der Anzahl von abstürzenden Flugzeugen, oder wie oft es dort brennt, sollte der Flughafen geschlossen, die Flugzeuge mit Gefahrenpotential zerstört und die Piloten entlassen werden. Und nun entschuldigt mich, ich war in den letzten Tagen zu nahe am Brandherd.
Mein persönliches Highlight: Die ersten paar Großeinsätze von der Atmosphäre her – bis ich bemerkte, dass wirklich keiner hilft und sich die Einsätze am Folgetag oft wiederholen.

Kommentare 5

  • alfalfa Turmheld - 27.07.2018 - 15:40

    Holy Crap...

    Bei manchen Dingen wie den quer stehenden Fahrzeugen in der Wache, fragt man sich wirklich, was sich die Entwickler dabei gedacht haben.
    Und die Grafik sieht wirklich sowas von 2005 aus...
  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 27.07.2018 - 15:47

    Ein echter Qualitäts-Unterbietungskampf! UIG macht aus Scheiße Gold... das sind die wahre Nepper- Schlepper-, Bauernfänger von heute! Zwei Punkte sind noch zuviel... nur die Let's Player haben an solchem Murks ihren Spaß!
  • Ande Turmbaron - 27.07.2018 - 17:51

    Und die Höchste Schwierigkeitsstufe ist dann mit der Brandschutzanlage des BER! :troll:

    Für alle die als Traumberuf "Videospieltester" haben denkt daran, ihr müsst dann auch solche Spiele ausgiebig Spielen.
    Wie wird das bei ntower geregelt? Kürzestes Streichholz gezogen, bei Schere-Stein-Papier verloren oder muss einfach derjenige mit den meisten Rechtschreibfehlern nachher sowas testen?
  • Lockenvogel Dumm aber klug! - 27.07.2018 - 22:50

    @Ande

    Böse, böse... Tierquälerei ist nicht erlaubt, aber armen Rezensenten darf auch wirklich jeder Murks vorgesetzt werden! Pfui, wo ist Amnesty International, wenn man sie mal braucht!
    Lieber Marco Kropp, wir fühlen mit Dir und toi, toi für deine Zukunft! ;)
  • I_AM_ERROR #Who's bad? - 29.07.2018 - 23:18

    @AndeDer war gut! :thumbsup:

    Ob wenigsten die Feuerwache des BER (bisher) von den diversen Pannen verschont geblieben ist? Weiß das wer?