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Test zu Berufsfeuerwehr: Die Simulation - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Berufsfeuerwehr: Die Simulation
  • USA USA: Firefighters: The Simulation
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
24.04.2018
Vertrieb
United Independent Entertainment
Entwickler
Visual Imagination Software
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Ein kleiner Jungentraum wird etwas wahr

Von Marco Kropp () Jeder kleine Junge träumt davon, eines Tages als großer Feuerwehrmann die gefährlichsten Brände zu löschen und der Retter zu sein. Dank des Spiels Berufsfeuerwehr: Die Simulation von UIG Entertainment kann der Alltag eines Feuerwehrmanns in einer Berufsfeuerwehr auf der Nintendo Switch erlebt werden.

Auf zum Einsatz an Kühen und Gebäuden sowie Seen vorbei!

Ein Tutorial am Anfang stellt recht kurz und knapp das Gebäude und die Fahrzeuge vor. Der Chef erzählt sogar, dass er nicht alles ausführlich vorstellen möchte. Ausprobieren heißt hier also die Devise und dies kann auf einem kleinen Übungsplatz mit der Auswahl der Art von Feuer erfolgen. Allgemein kann auf der Wache mit den Toiletten, Waschbecken, Getränkeautomaten und natürlich mit einem Bett für eine Ruhepause von vier Spielzeit-Stunden interagiert werden, auch wenn es meist nur ein Geräusch verursacht. Doch leider ist die eigene Statur recht klein, da die anderen Menschen im Spiel etwa zwei Köpfe größer sind. Selbst die Waschbecken sind sehr hoch angehängt. Dafür wirken die Bänke vor der Wache und die Betten etwas zu klein für die Bewohner dieser Welt. Das Spiel wird mit dem Einsatzfahrzeug Florian 1 begonnen. Mit diesem Fahrzeug können Feuer dank eines Feuerlöschers gelöscht und unbekannte Objekte mit einem Geigerzähler untersucht werden. Weiterhin ist auch ein Roboter verfügbar, um aus Fässern beispielsweise Proben zu entnehmen, wenn der austretende Stoff unbekannt ist. Nach jedem erfolgreichen Einsatz werden Punkte vergeben. Nach einer Weile und genügend Punkten steht eine Beförderung an und das nächste Fahrzeug kann verwendet werden. Hier im Speziellen ein Tanklöschfahrzeug mit Spritze, Bindemittel, Besen und Atemschutzausrüstung.

In einem See ist eine Öllache und die muss abgepumpt werden. Dabei wird die Textur des Ölflecks immer kleiner, bis sie komplett weg ist.

Mit der Spritze können dann Feuer gelöscht werden, mit dem Bindemittel Ölflecken aufgesaugt und mit dem Besen dann beseitigt und mit der Schutzausrüstung in Gebäude gegangen werden. Dabei muss darauf geachtet werden, ob in dem Gebäude radioaktive Materialien gelagert werden (ein Atomkraftwerk befindet sich in der Nähe) oder ob es ungefährlich ist. Signalisiert wird dies durch den Einsatzbefehl oder über die manchmal angebotene Hilfe zu diversen Einsätzen. Bei Großeinsätzen stehen aber auch die Kollegen herum und tragen entweder die normale Schutzausrüstung oder spezielle gelbe Schutzkleidung gegen Strahlung. Es heißt also besser abwarten, um zu sehen, was die Kollegen tragen. Die Strahlenschutzausrüstung ist im Florian 6 enthalten, welcher bei der Art von Einfällen automatisch samt weiterer Fahrzeuge zum Einsatzort fährt, es sei denn, ihr wurdet dem Fahrzeug zugeteilt. Der Florian 6 ist jedoch nur ein Transportfahrzeug mit Materialien für viele Einsätze – außer zum Feuerlöschen. Enthalten sind erneut Bindemittel und Besen für Ölflecken, Strahlenschutzausrüstung, ein Geigerzähler und eine Pumpe zum Abpumpen von großen Öllachen in diversen Seen.

Im späteren Spiel können noch das Drehleiterfahrzeug Florian 7 und der Turbolöscher Florian 8 benutzt werden – je nach Rang. Das besondere hieran: Es gibt keinen Wassertank und ihr könnt theoretisch unendlich Wasser benutzen. Zumindest vermute ich dies, da ich mich selber nicht stundenlang hinstellen und ein brennendes Gebäude löschen wollte. Während beim Florian 7 das Ausfahren der Drehleiter und das Besteigen dieser zum Löschen das Kernelement ist, sind beim Florian 8 hinten die Düsen für das Löschen angebracht. Also empfiehlt es sich, rückwärts heranzufahren, den Turbolöscher zu aktivieren und aus allen Rohren Wasser abzuschießen. Jedoch sollte aufgepasst werden, dass ihr euch nicht vor die Düsen stellt, denn dadurch werdet ihr verletzt und eure Schicht endet. Zum Einsatzort gefahren werden kann schnell oder aber auch langsam. Ein Zeitlimit von vier Minuten ist dabei mehr als ausreichend.

Das Fahrzeug ist dreckig und muss entsprechend mit einer Düse gesäubert werden.

Auch die Einsätze unterscheiden sich im allgemeinen voneinander. Während mit dem Florian 1 eher kleine Brände an Mülleimern oder Stromkästen zu löschen sind, werdet ihr später in brennende Lagerhallen mit Schutzausrüstung eintreten müssen, die Brände löschen, meist radioaktive Behälter kennzeichnen und eventuell sogar eine Person aus dem Gebäude retten und diese über die Schulter zum Krankenwagen bringen. Mit dem Drehleiterfahrzeug müssen Dächer von Scheunen oder städtischen Gebäuden gelöscht und sogar darauf stehende Personen gerettet werden. Und mit dem Turbolader Florian 8 heißt es, austretende Gase und rauchende Tunnel vom jeweiligen Gas zu befreien. Abwechslung wird also geboten, auch wenn es teilweise vorkommen kann, dass am nächsten Tag der gleiche Einsatz kommt. Dabei gibt es auch besondere Einsätze, wie das Begleiten eines Castor-Transports. Doch leider kann auch manchmal etwas schiefgehen. Einmal musste Öl aus einem See gepumpt werden und ich sah die Stelle zum Platzieren der Pumpe nicht. Dann bin ich plötzlich ins Wasser getreten und meine Schicht endete mit der Bemerkung, dass ich auf meine Ausrüstung hätte achten sollen, da sie nun nass ist.

Allgemein bietet das Spiel ein paar nette Details in der Welt: Von herumlaufenden Hasen über grasende Kühe und Pferde bis hin zu Einwohnern in den Städten ist alles dabei. Besonders hervorzuheben ist, dass die Fahrzeuge beim Fahren neben der Straße schmutzig werden und gereinigt werden sollten. Auch kann es vorkommen, dass das Licht nicht funktioniert oder das Martinshorn verstummt. Hier muss zum Schraubenschlüssel gegriffen und mit einem kurzen Tastendruck sowie einer etwa zehn Sekunden langen Pause das Fahrzeug repariert werden. Denn sonst droht ein Punktabzug am Ende der Schicht mit der Bemerkung, dass das Fahrzeug nicht richtig umsorgt wurde. Hier gilt es stets, zu Schichtbeginn das Fahrzeug zu überprüfen. Sollte einfach mal so zum Schraubenschlüssel gegriffen und herumgeschraubt werden, gibt es ebenfalls Punktabzug, da die Wache keine Tuning-Station ist. Bemerkenswert ist auch, dass an Tankstellen beim Auftanken des Fahrzeuges die Liter-Anzeige an der Zapfsäule mitzählt, wenn ihr tankt. Dies ist ein nettes, kleines Detail, welches manch andere Spiele missen lassen. Auch bei einem Alarm rennen plötzlich die Kollegen in Richtung der Fahrzeuge und bemannen diese. Die anderen Fahrzeuge fahren also erst los, wenn sie bemannt sind.

Einen Dachbrand löschen – mit der Drehleiter kein Problem! Diese kann auch aus dem Korb heraus gesteuert werden.

Ansonsten war es dies grob mit den Möglichkeiten im Spiel. Grafisch bietet der Titel leider nicht viel, allerdings wirkt die Spielwelt belebt und es gibt verschiedene Siedlungen, Bauernhöfe, Tunnel, ein paar besondere Gebäude und Wald in Abwechslung mit Feldern, Koppeln und Seen. Die Spielwelt ist allgemein recht schön aufgebaut worden, sodass ein Herumfahren ohne Einsatz auch ein paar schöne Einblicke gibt. Doch ist das Ganze grafisch nicht wirklich modern. Leider wird die Immersion der Spielwelt durch einige Sachen getrübt. Autos fahren einfach durch einen durch und selbst die Passanten laufen durch das eigene Fahrzeug. Dabei werden rote Ampeln konsequent missachtet, obwohl nicht durch Ampeln und Stoppschilder gefahren werden kann. Doch leider gilt dies nicht für Feuerwehr- oder andere Einsatzfahrzeuge, denn diese sind als feste Objekte vorhanden, mit denen auch Zusammenstöße möglich sind. Besonders seltsam ist es, wenn ein Großbrand ist und die Kollegen mit ungefähr nur 40 km/h fahren, während schon alleine auf der Straße laut den Verkehrsschildern 70 erlaubt sind. Aber dank des ausreichenden Zeitintervalles kann auch in einer Kolonne gefahren werden. Und selbst wenn aus Versehen ein Fahrzeug auf der Fahrt zum Einsatz abgedrängt wird: es erscheint plötzlich wieder vor euch. Während die Düse zum Abspritzen der Fahrzeuge einen festen Einsatzradius hat, sind die Feuerwehrschläuche gefühlt sehr lang. Am Einsatzort angekommen, kann in aller Ruhe agiert werden – ein Zeitlimit am Einsatzort gibt es nicht. Warum es möglich ist, zu springen, bleibt mir genauso ein Rätsel wie die Pylonen zum Absperren. Denn es können nur zehn Pylonen aufgestellt werden – aber Fahrzeuge ignorieren diese einfach und wirklich mehr Punkte bekomme ich dadurch nicht.

Die Flammen und Animationen sind allerdings nicht wirklich ansehnlich, doch wirken sie im Vergleich zum Rest des Spiels harmonisch. Manchmal wird in einer Sekunde das Feuer gelöscht – bei Großbränden dauert es länger. Wenn ein Großeinsatz erfolgreich beendet wurde, verschwinden alle anderen Fahrzeuge, was einem immer einen leichten Schrecken einjagt. Nur das eigene Fahrzeug muss wieder zurückgefahren und gepflegt werden. Manchmal ist es nervig, wenn das Fahrzeug gerade in der Garage zum Reinigen geparkt wurde und ein Einsatzbefehl vergeben wird. Technisch gibt es nicht viel zu bemängeln. Lediglich steuern sich manche Fahrzeuge als ob sie auf Eisflächen gerade ausschlagen, wenn eine Kurve genommen wird. Und auch beim Verlassen des Korbes an der Drehleiter schwebe ich manchmal sehr lange, bis meine „Figur“ auf der Leiter wieder aufsetzt und gehen kann. Ansonsten erlebte ich in meinen Ablauf keine Abstürze und kaum grobe technische Schnitzer. Die Sounds und die Musik passen recht gut und wirken besser.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Berufsfeuerwehr: Die Simulation

Meinung von Marco Kropp
Berufsfeuerwehr: Die Simulation mag vielleicht keine Meilensteine bieten, wird jedoch den ein oder anderen Simulator-Fan etwas unterhalten – auch wenn andere Feuerwehr-Simulationen vieles besser machen. Leider wurde ich oft aus der recht einfach gehaltenen Simulation wegen der einfach durch mich durchfahrenden Autos und die plötzlich verschwindenden Kollegen gerissen. Zwar gibt es in den Missionen und der Landschaft Abwechslung – aber oft wiederholen sich die Einsätze und es gibt abseits dieser eigentlich nicht viel anderes zu tun. Und zum Abbiegen blinken tue ich schon lange nicht mehr, da mir kein Punktabzug bevorsteht. Und warum ich auch hier Springen kann, bleibt mir ein Rätsel.
Mein persönliches Highlight: Die kleinen Details wie die Hasen, die Tankanzeige an Tankstellen und die Landschaft.

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