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Test zu Frost - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Frost
  • USA USA: Frost
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
19.07.2018
Vertrieb
Digerati
Entwickler
Stage Clear Studios
Genre
Brettspiel
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Mit Karten gegen den Frost

Von Marco Kropp () Wer beim Namen des Spiels Frost an Jack Frost, Robert Frost oder dem Spiel Frostpunk denkt, liegt leider komplett daneben, denn das Spiel Frost ist ein kleines mit der Unity-Spiele-Engine entwickeltes Spiel rund um das Sammeln und clevere Nutzen von Spielkarten. Das klingt eigentlich recht simpel, doch das Spiel vom französischen Entwickler „Studio des Ténèbres“ macht es euch nicht zu einfach.

Noch drei Runden ist der Frost entfernt, doch ich sollte lieber etwas Puffer aufbauen. Immerhin muss ich noch 18 Orte bis zum sicheren Refugium passieren.

Die Grundprämisse ist eigentlich recht simpel: überleben und zum rettenden Refugium reisen. Das Voranschreiten wird durch den Einsatz von Karten durchgeführt. Vor euch befindet sich ein Gebiet, und um dieses zu durchqueren, müssen Karten mit Nahrung, Holz oder Menschen eingesetzt werden. Dabei unterscheidet sich die Anzahl der einzusetzenden Karten von Gebiet zu Gebiet. Eingesetzte Karten sind solange in diesem Gebiet abgelegt, bis ihr weitergeht oder den Stapel für das Gebiet leert, wenn euch entsprechende weitere Karten fehlen. Natürlich gibt es nicht unendlich viele Karten und ihr müsst weise entscheiden, ob ihr einen eurer Menschen zur Ressourcen-Suche losschickt oder vorhandene Ressourcen für Sonderkarten wie Speere, Äxte, Suppen, Lagerfeuer und viele mehr einsetzt. Wenn ihr Menschen für Erkundungen einsetzt, können diese manchmal sterben und die entsprechende Karte verschwindet aus eurem Deck. Oder sie finden nichts. Spezialkarten können hilfreich sein, wenn ihr weitere Karten ziehen müsst, eine andere Route einschlagen wollt oder nur eine Bedrohung aus dem Weg räumen müsst. Denn auf eurem Weg werden Wölfe, Kannibalen oder andere Überlebende warten und euch unter Umständen verletzten. Nach einer solchen Verletzung müsst ihr diese entweder auf einen Menschen übertragen und dieser stirbt oder aber auf euch selbst. In der Regel habt ihr vier Lebenspunkte, welche aber durch Events wiederhergestellt werden können. Ein Event ist dabei entweder eine Bedrohung oder eine Möglichkeit, um an weitere Karten zu kommen, den Weg auszukundschaften oder aber eben sich zu heilen.

Um die Gefahren-Events abzuwehren, müssen wie geschrieben Spezialkarten erworben und eingesetzt werden. Ein Speer fügt beispielsweise zwei Schaden zu, eine Axt nur einen Schaden oder lässt euch zwei Stücke Holz bei Einsatz zukommen. Aber Kannibalen oder Überlebende können auch mit Nahrung ferngehalten werden. Könnt ihr die Bedrohungen nicht tilgen, werdet ihr verletzt und müsst entweder einen Menschen opfern oder einen eurer Lebenspunkte abziehen. Wenn ihr alle Ressourcen auf einem Gebiet abgelegt habt, könnt ihr weiter zum Nächsten gehen. Doch auch wenn im Tutorial die noch verbleibende Kartenanzahl in eurem Stapel angezeigt wird, ist dies bei normalen Spielen (Classic) oder Szenarien nicht immer der Fall. Dort heißt es weise vorgehen und eine Balance aus Sammeln und Ausgeben finden. Nach einer Weile habt ihr ein paar „leere Karten“, welche durch Ausruhen aus der Hand und aus dem Deck verschwinden. Damit ihr euch nicht zu lange Zeit lasst, gibt es den namensgebenden Frost. Dieser ist eine Kältefront, die euch Stück für Stück nach Beenden einer Runde näher rückt. Wenn ihr acht Mal am Stück ausgeruht habt oder acht Runden ohne Voranschreiten übersprungen habt, war es das und der Frost hat euch eingeholt. Wie viele Tage der Frost noch von euch weg ist, wird euch mit einer entsprechenden Uhr links oben angezeigt. Sollte euch der Frost erreicht haben, heißt es Game Over. Aber nicht immer gibt es den Frost zu fürchten, denn ein paar Szenarien finden auch ohne Frost statt.

Das war es dann wohl: der Frost ist nahe und ich habe keine weiteren Karten zum Voranschreiten. Egal was ich versuchen würde – hier endet meine Reise.

Allgemein ist der Schwierigkeitsgrad relativ hoch. Denn solltet ihr euch verzockt haben, kann es ganz schnell gehen und ihr beißt ins Gras. Aber nach ein paar Versuchen solltet ihr den Dreh raushaben, allerdings heißt dies nicht, dass ihr ohne Schwierigkeiten vorankommt. Es muss also stets überlegt werden, wie agiert wird. Die Auswahl der Modi ist jedoch recht rar: neben einem Tutorial gibt es den Classic-Modus und Szenarien. Während ihr in letzteren verschiedene Ziele erfüllen müsst (beispielsweise das Sterben von Familienmitgliedern verhindern), können im Classic-Modus sogar verschiedene Parameter hinsichtlich der Weglänge bis zum Refugium, des Auftauchens von Legendären Orten, eures Spielcharakters (es können mehrere in Szenario freigespielt wird), verschiedener Ziele und Tiere festgelegt werden. Dabei wird auch die Schwierigkeit angegeben. Allgemein ist dieser Modus für die Leute, die nach Herausforderungen streben und immer und immer wieder einen neuen Versuch wagen. Durch mehrmaliges Spielen werden auch neue Karten, Events und Szenarien freigeschaltet. Die Karten können in einer entsprechenden Kollektion im Hauptmenü betrachtet werden, also auch etwas für das Sammlerherz.

Grafisch präsentiert sich das Spiel in recht kühlen weiß-blauen Tönen mit einigen Spritzern anderer Farben. Dabei wirkt allerdings alles harmonisch, und die doch recht einfache Grafik ist hübsch anzusehen. Nur der Nacht-Grafik-Modus ist sehr gewöhnungsbedürftig und weniger schön anzusehen. Die Musik selbst passt ebenfalls recht harmonisch zum Spielgeschehen. Lediglich die Steuerung per Controller ist nicht ganz so optimal, da die Anordnung des Pfeils manchmal seltsam ist. Dadurch kann ab und an das falsche Item ausgewählt oder die falsche Aktion gewählt werden. Jedoch ist es auch möglich, das Spiel per Touchscreen-Eingaben zu steuern, was viel besser von der Hand geht. Irgendwelche technische Mängel wie Abstürze konnte ich nicht feststellen, nur ist manchmal das Zufallsprinzip für das Erhalten von Karten beim Erkunden etwas seltsam. Manchmal habe ich so einen Menschen eingesetzt, einen weiteren Menschen erhalten, diesen wieder für eine Expedition eingesetzt, wieder einen Menschen erhalten und dies manchmal 5 Mal hintereinander. Das ist nicht wirklich störend, da je mehr Menschen auch mehr Aktionen bedeuten. Da aber in der Regel nur 5 Karten pro Runde gezogen werden, kann es vorkommen, dass es nur Menschen sind und keine erforderlichen Ressourcen. Aber auch die erwähnten leeren Karten stauen sich über Verlauf des Spiels und so kann eine Hand auch aus 4 leeren und einer Ressourcen-Karte bestehen. Da heißt es einen Zug verstreichen zu lassen, wenn nichts mit der Karte angestellt werden kann, oder sich ausruhen, um die leeren Karten in der Hand aus dem Deck zu eliminieren. Dies bedeutet leider aber auch einen Zug umsonst.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Frost

Meinung von Marco Kropp
Frost ist durchaus ein solides Abenteuer-Spiel mit einer interessanten Grundprämisse, was mich jedoch nicht sonderlich zum Spielen motivieren konnte. Erfolge waren eher rar und das Spiel, auch wenn die einfache und gelungene Struktur positiv ist, hat leider eine zu starke Zufallsquote – vor allem, wenn mehr Karten freigeschaltet sind. Bei einem Szenario ohne Frost erlag ich den Suchtfaktor, da der Frost mich nicht bedrohte. Aber wirklich ein Gefühl zu haben, mehrere erfolgreiche Spiele absolviert zu haben, ist bei Frost nicht der Fall.
Mein persönliches Highlight: Das Szenario als Mediator ohne Frost.

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