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Test zu The Lion's Song - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Lion's Song
  • USA USA: The Lion's Song
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
10.07.2018
Vertrieb
Mipumi Games
Entwickler
Mipumi Games
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Wenn Künstler an ihre Grenzen stoßen

Von Dennis Meppiel () Künstler haben es zu einem großen Teil nicht leicht, egal ob Musiker, Maler oder ähnliche Berufe. In jedem dieser Berufe muss man nicht nur ein Grundwissen besitzen, sondern sich auch kreativ entfalten können. Hierbei sollte natürlich der Druck auch von außen überstanden werden, der stets hohe Leistungen voraussetzt, um sich von der Konkurrenz abzuheben. So ähnlich geht es uns auch auf ntower: Texte zu schreiben ist eine Art Kunst, da man Wort für Wort ein Werk erschafft, welches aber nicht fehlerfrei entsteht und von fleißigen Lektoren Zeile für Zeile, Buchstabe um Buchstabe verbessert wird. Bis das gesagte Werk dem entspricht, was man sich darunter vorstellt, gehen gerne mal mehrere Stunden drauf.

Die Grafik sowie der Artstyle passen zur allgemeinen Spielatmosphäre.

Streng genommen geht es im Spiel The Lion’s Song, welches vor Kurzem im Nintendo eShop für die Nintendo Switch erschien, genau um dieses Thema. Künstlerisch schaffende Menschen, die stets versuchen das Maximum aus sich herauszuholen. Es geht auch des Öfteren um das Ringen mit sich selbst, der Suche nach der Anerkennung und das Ziel erfolgreich zu sein. Dies hat das Wiener Entwickler-Studio Mi’pu’mi Games mit The Lion’s Song in vier Episoden verpackt und jeder Episode einem Charakter gewidmet. Untereinander besitzen diese Episoden eine kleine und leichte Verbindung. Alle Geschichten spielen in der Hauptstadt von Österreich. Die Episoden sind im frühen 20. Jahrhundert angesiedelt, einer Zeit in der Kutschen Wien prägten und Männer Hüte und altmodische Klamotten trugen.

Jede Episode beinhaltet eine andere Erzählung eines bestimmten Charakters. Alle Charaktere begegnen sich nur in einer leichten Form und rücken nie gemeinsam in ein Bild. Die Entwickler haben es geschafft, dass die Erzählungen clever wiedergegeben werden und sich kaum miteinander vermischen. So beginnt die Story mit der Protagonistin Emma, die eine hochtalentierte Komponistin ist, allerdings unter enormen Druck gesetzt wird eine Komposition zu schreiben, die sie bei einem großen Konzert vorführen muss. Allerdings plagen sie noch andere Sorgen beim Schreiben, wie zum Beispiel die Liebe oder Freundschaft. Auch in der zweiten Episode begleiten wir einen Künstler der Maler ist und von Facetten von Menschen geplagt wird, da er diese bildlich sehen kann. Wie ihr merkt, steckt jede Episode voller Geheimnisse und Sorgen der damals lebenden Künstler. Dieses Prinzip verfolgen natürlich auch die letzten zwei Episoden.

Was passiert denn hier wohl? Wo befinden wir uns?

Den Entwicklern ist es anzumerken, dass sie sehr viel Zeit in die Charaktere gesteckt haben, um die Gefühle und das Verhalten genaustens vorzuführen. Da es sich in diesem Spiel um ein Point-and-Click-Adventure handelt, muss natürlich auch viel gelesen werden. Die Monologe und Dialoge geben den Charakteren nochmals viel mehr Seele und Tiefe. Besonders gelungen finde ich, dass man die Denkweise der Charaktere sogar „sehen kann“. So sehen wir als Maler, wenn wir mit Menschen reden, die verschiedenen Charakterzüge, die aufflackern. Dies sind die oben angesprochenen Facetten, die wir als Maler in diesem Moment sehen können. Allein wegen solcher Elemente sieht man, dass es sich hierbei nicht nur um ein normales Point-and-Click-Spiel handelt, sondern, dass man sich viel Mühe gegeben hat.

Der einzige Punkt, der mich wirklich an diesem Spiel gestört hat, waren die meist sehr langen Textpassagen und die fehlenden Rätseleinlagen. Es fühlt sich oft an, als würden wir ein Spiel auf Schienen spielen, welches sich zwar durch verschiedene Entscheidungen von der Handlung her stets abweichen kann, aber dies nur minimal geschieht. Anders als bei anderen großen „Entscheidungsspielen“ ist der Einfluss der Schlüsselmomente bei The Lion’s Song nur sehr gering. Das Spiel ist vergleichbar mit einem guten Buch, welches ihr 2-3 Mal lesen könnt, ohne dass es langweilig wird. Am Ende bekommt ihr nochmals alle Schlüsselszenen zu sehen, die mit einer Statistik aufgeführt sind. Dort könnt ihr sehen, wieviel Prozent der Spieler sich für denselben Moment entschieden haben. Der Artstyle des Spiels wurde mit einem Pixelstil versehen, der im Sepia-Look gehalten ist. Das passt natürlich wie die Faust auf das Auge, da dieser Stil nochmals die alte Zeitepoche gut wiedergibt. Der Soundtrack des Spiels ist ebenfalls hervorragend und so kommt auch die musikalische Untermalung sehr gut zur Geltung.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu The Lion's Song

Meinung von Dennis Meppiel
The Lion’s Song ist wirklich ein sehr schönes Point-and-Click-Adventure der ruhigen Sorte. Ihr könnt euch zurücklehnen, die Geschichte genießen und ab und zu ein paar spielerische Einflüsse dazugeben. Das war es aber auch, da auf Rätselpassagen komplett verzichtet wurde. Das ist wirklich schade, da gerade so ein Genre von Rätseln und Verknüpfungen bestimmter Objekte lebt. Doch wer weiß, vielleicht wollen uns die Entwickler noch mit einem zweiten Teil überraschen? Der Anfang ist getan und so wie es ist, wurde das Erlebnis sehr spannend erzählt.

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