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Test zu Flipping Death - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Flipping Death
  • USA USA: Flipping Death
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.08.2018
Vertrieb
Zoink Games
Entwickler
Zoink Games
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Im Auftrag des Todes

Von Max Kluge () In Flipping Death verkörpert ihr die junge Frau Penny, die durch einen ironischen Zufall das Leben verliert. Im Jenseits angekommen, streitet sie zunächst ab, dass sie tot ist und wandert ziellos durch die Gegend. Schließlich trifft sie auf den Leibhaftigen selbst. Durch ein Missverständnis sieht der Tod in ihr seine Urlaubsvertretung und macht sich schnurstracks auf den Weg zum Mond – der einzige Ort, an dem noch kein Mensch gestorben ist und an dem keine wehklagenden Geister ihr Unwesen treiben. Penny schlüpft fortan in die Rolle des Schnitters, legt Sense und Umhang an und geht den Gesuchen ihrer Geisterkollegen nach. Schnell stößt sie dann auf ein Mysterium, welches das Spiel als Haupthandlung umspannt.

Mittels verschiedener Charaktere könnt ihr unterschiedliche Aufgaben bewältigen.

Der Titel gestaltet sich dabei als Genremix zwischen Plattformer und Point and Click-Adventure. Während Penny mittels ihrer Sense durch die Gegend springt und teleportiert, gilt es, bestimmte Geister einzufangen, die in der Umgebung umherschwirren. Habt ihr erst einmal genug von diesen gesammelt, könnt ihr sie einsetzen, um von Personen Besitz zu ergreifen. Ist ein Charakter von der Geisterwelt aus eingenommen worden, dreht sich die komplette Spielwelt und stellt die Existenzsphäre der Lebenden dar. Hier könnt ihr euch nun mittels eures Wirtskörpers bewegen, seine Gedanken abhören und seine besonderen Fähigkeiten nutzen. Es gilt zudem, allerhand Kombinationsgabe an den Tag zu legen, um Dinge im Dies- und Jenseits zu beeinflussen.

Jeder Charakter, den ihr einnehmt, hat also besondere Eigenschaften. Der etwas beschränkte Eiscremefan rennt mit einer Eistüte durch die Gegend, der sadistische Zahnarzt hält drohend einen kreischenden Bohrer vor sich und der erfolgslose Tennisspieler kann sein Racket schwingen. Mittels dieser Fähigkeiten gilt es in Flipping Death, Rätsel zu lösen und Aufgaben zu bewältigen. Die Lösungen kommen dabei beinahe immer ziemlich logisch daher – natürlich müsst ihr auch ein paar Mal um die Ecke denken. Kommt ihr einmal nicht weiter, so könnt ihr euch im Menü Hinweise abholen, die sich in Form von kleinen Bildern präsentieren und euch zeigen, was als Nächstes zu tun ist. Steckenbleiben solltet ihr in Flipping Death also nicht.

Flipping Death ist ein Adventure mit einer großartigen Atmosphäre

Es gibt allerdings auch Charaktere, Wesen oder andere Figuren, die ihr nicht mit der gewöhnlichen „Geisterwährung“ übernehmen könnt. Hierfür müsst ihr spezielle Geister sammeln, die sich euch meistens nur offenbaren, wenn ihr zuvor eine kleine Aufgabe löst. Diese haben häufig mit dem Gameplay des Titels zu tun. So müsst ihr zum Beispiel einem bestimmten Monster so lange ausweichen, bis es explodiert, oder alle Geistfragmente einsammeln, bevor sie verschwinden. Diese kleinen Geschicklichkeitseinlagen lockern den Spielfluss ordentlich auf.

Zur Handlung kann ich ebenfalls nur Positives berichten. Auch, wenn sie vielleicht ein wenig langsam Fahrt aufnimmt und auch dann recht schleppend erzählt wird, war ich jede einzelne Spielminute interessiert, wie es weitergeht. Dies liegt allerdings nicht unbedingt an der Narrative, sondern an den skurrilen Charakteren, die mit zunehmender Spieldauer immer vertrauter wurden. Einige davon machen sogar richtige Entwicklungen durch und verändern somit ihre Fähigkeiten. Auch die Stadt an sich wird immer größer und offenbart immer neue Facetten, sodass man den Einfluss seiner Taten auf die Spielwelt wahrnimmt.

Die Dialoge in Flipping Death sind gespickt mit skurrilem Humor und Anspielungen.

Übrigens gibt es auch neben der Haupthandlung einiges zu entdecken. So kann man zum Beispiel pro Kapitel bestimmte Herausforderungen meistern. Diese haben meistens mit verschiedenen Charakteren und ihren Fähigkeiten zu tun. Löst man eine davon, so schaltet man bestimmte Karten frei, die einem mehr über die Spielwelt und dessen Bewohner erklären.

Als kleinen Kritikpunkt am Spiel könnte man die Steuerung anbringen. Diese wirkt stellenweise ein bisschen hakelig, besonders wenn man einen Charakter in Besitz genommen hat und versucht, seine Gliedmaßen in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Hier kommt es nicht selten zu seltsamen Grafik-Glitches oder hektischen Bewegungen. Im Endeffekt passt dies aber auch ganz gut zur Kuriosität des Spiels und fällt daher nicht so schwer ins Gewicht – eine etwas bessere Optimierung wäre hier dennoch wünschenswert gewesen.

Eine ganz besondere Stärke von Flipping Death ist die Präsentation des Titels. Natürlich, der Stil der Grafik mag Geschmackssache sein, er wird allerdings absolut perfekt umgesetzt. Nichts fühlt sich fehl am Platz an, alles wirkt wie aus einem Guss. Der schräge visuelle Stil beeinflusst zudem auch den Humor, der euch beim Spielen immer wieder entgegenschlägt. Dieser fällt ziemlich krude, morbide und dunkel aus – wie man es von einem Spiel, welches sich den Tod als Hauptthematik auf die Flagge geschrieben hat, vielleicht erwarten könnte. Flotte Sprüche, Galgenhumor und Situationskomik findet man hier zu Hauf. Insgesamt ergibt sich dabei eine schaurig schöne Grundatmosphäre, die mit schrägen und skurrilen Charakteren schon beinahe zur Perfektion getrieben wird.

Dies ist im Übrigen auch auf den Soundtrack zurückzuführen. Dieser kommt nämlich mit äußerst schrägen und eigenwilligen Stücken daher, die sich im Jazz ansiedeln. Die teils sanften, teils hektischen Melodien unterstreichen die quirlige und kuriose Spielwelt perfekt und unterstützen die übergreifende Atmosphäre des Titels.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Flipping Death

Meinung von Max Kluge
Flipping Death ist ein skurriles, faszinierendes und schwarzhumoriges Adventure, welches mit einer witzigen Handlung, interessanten Charakteren und einem frischen Konzept aufwarten kann. Die Atmosphäre des Spiels, die auch vom wundervollen Soundtrack getragen wird, ist derart dicht, dass jede weitere Spielminute eine wahre Freude ist. Leider geht die Handlung etwas schleppend voran und die Steuerung macht euch des Öfteren einen Strich durch die Rechnung. Abseits dessen sollte der Titel Fans des Adventure-Genre zu begeistern wissen.
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack, der Grafikstil, der Humor, die Atmosphäre

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