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Test zu Dead Cells - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Dead Cells
  • USA USA: Dead Cells
  • Japan Japan: Dead Cells
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
07.08.2018
Vertrieb
Merge Games
Entwickler
Motion Twin
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Die wohl größte Überraschung des Jahres

Von Ilja Rodstein () Als ich zugeteilt wurde Dead Cells zu testen, habe ich mir nichts dabei gedacht. Ich habe nicht gewusst, was für ein Meisterwerk sich hinter diesem Spiel verbirgt. Ganz neu ist es nicht, denn schon 2017 startete das Indie-Phänomen, entwickelt von Motion Twin in das Early Access-Programm aus Steam, bis es schließlich Anfang August 2018 auf allen Plattformen veröffentlicht wurde.

Dead Cells wurde von sehr vielen Franchises inspiriert

Dead Cells ist kein Rogue-Like-Spiel wie man es kennt, denn hier geht es vor allem darum im Spiel voranzuschreiten, und das obwohl man das Spiel dank Perma-Death-Systems jedes Mal von vorn starten muss. Denn jede Runde, die man bestreitet, ist ein Beitrag zum Gesamtfortschritt. Doch lasst mich das genauer erklären.

Dank der Eisgranate sind die Gegner nur noch Eisblöcke, die kriege ich leicht besiegt.

Euer spielbarer Charakter ist ein toter Körper, der zum Leben erweckt wurde und einen Dungeon mit mehreren Leveln bestreitet. Ihr fangt dabei immer beim ersten Level an, welches recht simpel ist und dazu gedacht ist, Mechaniken zu erlernen. Dabei dürft ihr euch zu Beginn für zwei der drei vorgegebenen Gegenstände entscheiden, darunter ein Schwert, ein Schild oder ein Bogen, welche ihr frei auf die Y- und X-Taste auslagern könnt. Anfangs erhaltet ihr immer die gleichen Items, doch durch den laufenden Fortschritt könnt ihr euch zufällige Waffen am Anfang jeder Partie spawnen lassen. Im Castlevania-Stil lauft ihr dabei durch unterschiedliche Räume und müsst Gegner platt machen. Dabei steht euch, inspiriert von Dark Souls, immer eine Rolle zur Verfügung, die ihr mit der A-Taste aktivieren könnt. Durch die Rolle weicht ihr dabei automatisch den Gegnerangriffen aus, ähnlich wie dies in Super Smash Bros. der Fall ist. Zum Glück sind in dem Level viele Türen verteilt, sodass ihr euch hinter diesen verstecken könnt, um den Gegner zu überraschen, wenn dieser euch den Rücken gekehrt hat. Habt ihr keine Lust auf Kämpfe, so könnt ihr die Gegner auch ignorieren, euch entgeht dabei nur das wertvolle Gold, welches ihr im Shop für Waffen und taktische Gegenstände ausgeben könnt. In dem ersten Level warten auf euch zwei Ausgänge. Einer führt euch zum Level “Promenade der Verdammten”, der andere zur “Toxischen Kanalisation”. Nur die Promenade könnt ihr in eurem ersten Run erreichen, denn um zur toxischen Kanalisation zu gelangen, braucht ihr die Fähigkeit Ranken wachsen zu lassen. Diese Fähigkeit erhaltet ihr erst, wenn ihr einen Miniboss in der Promenade der Verdammten besiegt. Somit hat das Spiel ein Metroidvania-System, verbunden mit Rogue-Like-Action und auch ein wenig Dark Souls. So funktioniert es auch in den folgenden Levels also, dass ihr mehr als einen Ausgang habt, ihr jedoch den anderen aber erst durch das Besiegen eines Bossgegners freischalten könnt. Am Ende landet ihr aber immer im selben letzten Raum.

Jeder Run wirkt, als würdet ihr ein komplett neues Level spielen, dabei spielt man immer dieselben

Die einzelnen Level zeichnen sich vor allem durch unterschiedliche Optik und Gegnertypen aus. Es gibt nicht “das leichte” Level, sondern die parallelen Level sind einfach unterschiedlich, einigen liegt ein Level mehr als das andere, jedoch seid ihr nie im Nachteil, wenn ihr euch immer wieder für dasselbe entscheidet. Natürlich sind hierbei alle Level zufallsgeneriert, und das ist erschreckend, denn die fühlen sich teilweise so gut designt an. Ihr wisst also nie, wo der Ausgang ist, wo und wie viele Gegner lauern oder wo und welche Items in dem Level versteckt sind. Dieser Fakt erhöht enorm den Wiederspielwert, und deshalb wird das Spiel nicht so schnell langweilig. Sehr gut ist vor allem die Tatsache, dass ihr auf eurem Weg durch ein Level viele Portale findet, zwischen denen ihr euch schnell durch die Gegend teleportieren könnt. Somit müsst ihr nicht einen ewig langen Weg zurücklaufen, falls ihr doch in einer Sackgasse gelandet seid. Übrigens speichert das Spiel jeden Schritt ab, ihr könnt also jederzeit eure Konsole und/oder das Spiel ausschalten und an der gleichen Stelle das Geschehen fortsetzen. Das Spiel ist aber keinesfalls simpel, denn auch wenn ihr ein Level schon sehr oft gespielt habt, leicht ist es immer noch nicht.

Speedrunner werden in diesem Spiel ebenfalls belohnt, denn diese können besondere Türen öffnen, hinter denen sich zusätzliche Bonusitems verbergen.

Auf eurer Reise könnt ihr viele Gegenstände wie Klingen, Granaten, Geschütztürme, die aufgebaut werden können, Bögen, Schilder und mehr finden. Bis zu vier Slots habt ihr, dabei sind zwei für aktive Gegenstände wie Schwerter oder Bögen vorgesehen und zwei andere Slots für taktische Items wie Granaten. Jeder Gegenstand hat oft mindestens einen zusätzlichen Effekt, zum Beispiel: “Betäubt Gegner” oder “Schießt bei jedem Angriff einen zusätzlichen kleinen Pfeil ab”. Doch andere Effekte können sogar mit anderen Gegenständen kombiniert werden. So kann zum Beispiel ein Schwert mit dem Effekt “Erhöht den Schaden um 30 % gegen gefrorene Gegner” wunderbar mit einem Eispfeil kombiniert werden. Dabei ist jedem selbst überlassen, wie dieser spielen möchte. Man kann die Gegenstände, sofern man neue aufgehoben hat, jederzeit wieder zurücktauschen – jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt, bis man das Level beendet hat. So kann man einen Gegenstand probieren, zehn Gegner damit verkloppen und dann doch merken: “Nein, vorher hat mir die Kombination besser gefallen”. Dann wechselt man das Item zurück. Diese Freiheit ist genau das, was Dead Cells so gut macht, denn jeder Spieler spielt das Spiel etwas anders und hat seinen ganz eigenen Spielstil.

Sehr knackig, aber fair

Besonders gut ist auch die große Abwechslung an Gegnern, denn einige sind so gefährlich, dass sie sich euch hinterherteleportieren, wenn ihr vor ihnen Wegrennt. Die Gegner wiederholen sich in jeder Levelart, sodass ihr mit jedem erneuten Fortschreiten die Angriffstypen des Gegners kennenlernt und somit immer wisst, wie ihr agieren müsst. Es gibt sogar Gegner, die sehen euch durch die Türen und schmeißen euch Bomben hinterher. Andere sind sehr simples Kanonenfutter, jedoch ziehen die euch jede Menge an Lebensenergie ab, wenn ihr einen Fehler macht.

Dieses Item ist leider kein Gegenstand, sondern nur die Lizenz, um diesen Gegenstand freischalten zu können

Ihr seid keinesfalls bestraft, wenn euch ein Gegner trifft, denn durch besondere Schriftrollen, die ihr zufälligerweise auf eurem Pfad findet, könnt ihr nicht nur die Stärke der Gegenstände, sondern auch die Größe des Lebensbalkens vergrößern. Die Gegenstände sind meistens einer roten, lila oder grünen Farbe zuzuordnen, und bei der Schriftrolle dürft ihr wählen, für welche Farbe ihr einen größeren Schadenswert haben möchtet. Habt ihr sehr viele Gegenstände in der gleichen Farbe, wird eure Kapazität an Lebensenergie geringer. Das heißt: Wählt ihr die grüne Farbe aus und habt zwei rote und zwei lila Gegenstände, erhaltet ihr eine große Menge an Lebensenergie. Wählt ihr die rote Farbe aus, gibt es weniger. Somit seid ihr gegenüber stärkeren Gegnern vorbereitet und ausreichend ausgestattet. Sind eure Leben doch auf ein Minimum abgesunken, könnt ihr euch eines Tranks bedienen, den ihr aber erstmal freischalten müsst.

Jedes Mal, wenn ihr ein Level beendet, geht ihr durch eine Ruhezone, in der ihr beispielsweise eure gesammelten Seelen (werden zufällig von Gegnern fallen gelassen) gegen permanente Gegenstände oder Waffen eintauschen könnt. Das heißt: Die Anzahl an Gegenständen, die ihr beim ersten Start des Spiels finden könnt, ist noch sehr gering. Durch Einkäufe, welche mit Seelen bezahlt werden, könnt ihr die Varietät der Gegenstände weiter erhöhen, und auch wenn ihr sterbt, bleibt euer Progress, den ihr in diesem Shop erworben habt, beibehalten. Eure Leben könnt ihr, wenn ihr möchtet, ebenfalls in diesen Räumlichkeiten auffüllen. Auch eine Mutation darf gewählt werden, die entweder Abklingzeiten von Gegenständen runterschraubt, eure Schadensanfälligkeit verringert oder vieles mehr machen kann.

Die Bosskämpfe fallen schön knackig aus.

Ab und zu treffen euch noch spannende Bossgegner, die sich hier aber leider immer wiederholen. In anderen Rogue-Like-Spielen ist es meistens nach jedem Level ein zufälliger Bossgegner, hier kommt nach einigen Leveln immer derselbe Gegner, dessen Angriffsschema man nach mehreren Spielabläufen durchblickt hat. Hier hätte ich mir mehr Varietät gewünscht, dennoch sind die Bosskämpfe schön fordernd und haben mich nicht selten zum Sterben gebracht. Bis ihr das Ende erreicht, vergehen gut und gerne eineinhalb Stunden, etwas zu lang meiner Meinung nach, denn habt ihr das Spiel abgebrochen und spielt an einem anderen Tag weiter, ist es schwer wieder reinzukommen und die schweren Dungeons erfolgreich zu bestreiten.

Grafisch dürfte das Spiel nicht jedermanns Sache sein. Im Gameplay stört es mich nicht, dass es ein Pixellook ist, jedoch gibt es sicherlich Spieler unter euch, die Spiele in so einem Stil nicht mehr sehen können. Mich hat es nicht gestört, denn für mich war es besonders wichtig, dass das Spiel flüssig läuft, und das tut es definitiv. Ich hatte keinen einzigen Ruckler in meiner gesamten Spielsession. Vor allem der Soundtrack gefällt mir sehr und trägt zu einem Abenteuergefühl bei. Dabei hören sich einige Tracks nach Metroid an, andere nach Mittelalter.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Dead Cells

Meinung von Ilja Rodstein
Dead Cells ist vor allem eins, eine große Überraschung und für mich das Spiel des Jahres bislang. Es ist enorm abwechslungsreich, hat einen sehr guten Wiederspielwert und jede Spielsession unterscheidet sich von einer anderen. Wer auf zufällig generierte Landschaften steht und spannende Kämpfe à la Dark Souls vergöttert, dem wird das Spiel definitiv gefallen. Ein motivierendes Freischaltsystem macht eure Spaziergänge immer abwechslungsreicher dank neuer Gegenstände und neuer Items, die ihr nach einer Metroid-Art freischaltet, um neue Gegenden zu erkunden. Ihr solltet aber definitiv viel Zeit mitbringen, denn das Spiel ist für Spieler gedacht, die Stunden mit demselben Spiel verbringen können.
Mein persönliches Highlight: Wie kann man nur ein Highlight unter den dutzenden an Highlights finden?

Kommentare 16

  • Zarathustra Handheld-Enthusiast - 12.08.2018 - 14:05

    Ich gebe sogar zehn, ist nach god of War das bisher beste Spiel 2018 für mich. Bin dann auch schon wieder weg, run Nummer 70 wartet.
  • Crimsmaster_3000 Bastardo de Crimson - 12.08.2018 - 14:15

    glaub eine 9 is gerechtfertigt, es spielt sich super und macht echt Spaß und süchtig :P aber irgendwas fehlt wo ich sage Hollow Knight hat eine 10 verdient und Dead Cells "nur" eine 9.
  • MrWeasel Turmbaron - 12.08.2018 - 14:39

    Immerhin so gut wie Mario Odyssee laut Wertungsskala :mario:
  • Ande Turmbaron - 12.08.2018 - 15:10

    Der Test ist so gut geschrieben, ich frage mich ob @Ilja Rodstein den auch selbst geschrieben hat... :troll:
  • DaveSchnee Turmknappe - 12.08.2018 - 15:11

    Habs aufm pc probezocken können - Soooo ein geiles Spiel :thumbsup: Ich werds mir nächste Woche im Laden kaufen :saint:
  • Ilja Rodstein Gekündigter Redakteur - 12.08.2018 - 15:45

    @Ande Brauchte Zeit, bis ich den verstanden habe haha, aber danke :P
  • Fire Feuerkämpfer aus Orsterra - 12.08.2018 - 15:52

    is schon ein gutes Game. Aber nach God of War bestes Game 2018 is ganz schöner quatsch.^^

    Octopath Traveler ist weitaus besser als beide Games. Und Iconoclasts finde ich spielerisch und von den Mechaniken her auch besser als Dead Cells.
  • Ande Turmbaron - 12.08.2018 - 15:56

    @Ilja Rodstein Hab gehofft, dass ich den Witz nicht noch erklären muss, dann sind die nämlich selten lustig. ;)
  • Zarathustra Handheld-Enthusiast - 12.08.2018 - 16:03

    @Fire
    Ist ja auch nur meine subjektive Meinung.

    Iconoclasts geb ich ne 7,octopath traveler ne 8.hollow knight ne 9, also dead cells und god of War die einzigen Zehner für mich dieses Jahr bisher
  • KlaBooster Alles wird loot ... - 12.08.2018 - 17:59

    Absolut verdiente Wertung! Mich hat es auch gepackt und lässt mich nicht mehr los. Eine wahre Indie-Perle 2018 :*
  • Yuni Turmknappe - 12.08.2018 - 19:33

    Super Spiel..erst ein paar Runs hinter mir aber bereits eifrig am freischalten...ne 9 würde ich auch geben...hab gehört soll arg repetiv später sein...mal schauen ob es an mein Switch Zeitfresser No.1 Isaac jemals rankommt :)

    (Spiel des Jahres 2018 bei mir für die Switch wohl auch eher Octopath Traveler aber kann man ja eh nie wirklich vergleichen...)

    (und Hollow Knight ist auch noch nicht 100%)

    (frag mich wie jmd. neben der Switch noch eine andere Konsole haben kann,mein Pc&Playstations verstauben....)

    srry 4 spam
  • Mr.Schonso Turmheld - 12.08.2018 - 19:37

    Die Wertung ist in meinen Augen absolut gerechtfertigt. Ich finde es nur merkwürdig, dass der Tester keine Ruckler vernommen hat, denn davon hatte ich insgesamt schon einige. Und auch in vielen Tests habe ich davon gelesen, weil scheinbar nur die Switch-Version betroffen ist. Macht das Spiel für mich aber nicht unbedingt schlechter.
  • Rincewind Bergungstaucher - 12.08.2018 - 19:40

    @Fire

    Octopath ist für mich eine 7 genauso wie God of War. Hollow Knight schafft die 9 und ist für mich momentan GotY.

    Dead Cells habe ich noch nicht gespielt, aber der Test hat mein Interesse geweckt.
  • Fire Feuerkämpfer aus Orsterra - 12.08.2018 - 19:44

    @Zarathustra ja stimmt. Hattest erwähnt dass es deine Meinung is. Sorry hab ich überlesen.

    Alles in allem jedenfalls ein gutes Game da sind wir uns einig. :D
  • Cyd Turmfürst - 12.08.2018 - 22:07

    25€ ist das Spiel allemal wert. Aber... hatte es auf dem PC, wohl noch in der Early Access Phase und fand es klasse, ein paar Stunden jedenfalls. Danach hyperextrem repetitiv und dadurch auch extrem langweilig. Eventuell hat sich in der Zwischenzeit auch was getan, müsste mal wieder das Spiel anwerfen. An die Langzeitmotivation eines Isaac kam es für mich (!) bei weitem nicht ran (um bei Rogue-Likes zu bleiben).
  • EmpireOfSilence Turmbaron - 16.08.2018 - 21:23

    Der physischen Switch Version liegt in der Hülle ein kleines Artbook bei :love: