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Test zu State of Mind - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: State of Mind
  • USA USA: State of Mind
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
15.08.2018
Vertrieb
Daedalic
Entwickler
Daedalic
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Wir bauen uns die Welt, wie sie uns gefällt...

Von Krispin Berndt () Der deutsche Entwickler und Publisher Daedalic Entertainment aus Hamburg hat sich über die letzten Jahre besonders durch Spiele wie „Edna bricht aus“, „Harvey’s neue Augen“, dem Deponia-Franchise oder zuletzt mit „Die Säulen der Erde“, einen hervorragenden Ruf in der nationalen und internationalen Videospielbranche erarbeitet. Mit dem Cyberpunk-Adventure State of Mind wagen die Entwickler einen riskanten Blick in die technologische Zukunft, in unsere Zukunft. Etwa 3,5 Jahre war das Spiel, welches im Jahre 2048 im dystopischen und finsteren Berlin spielt und aus der Feder von dem deutschen Videospiel-Designer und Romanautor Martin Ganteföhr stammt, in Entwicklung. Im Mittelpunkt von State of Mind steht Richard Nolan, ein Journalist und Familienvater, der für die Zeitung „The Voice“ arbeitet. Eines Tages wird er Opfer eines terroristischen Anschlages in Berlin, bei dem er sein Bewusstsein verliert und in einem Krankenhaus aufwacht. Dabei war nach dem Anschlag eigentlich etwas anderes mit Richard – oder streng gesehen mit seinem Bewusstsein – geplant. So sollte sein Bewusstsein in die virtuelle Utopie City5 übertragen werden. Als Richard herausfindet, dass seine Frau und sein Kind verschwunden sind und ein Abbild von ihm und seiner Familie in City5 existiert, beginnt der Kampf zwischen Realität, Irrglaube, Betrug und künstlichen Intelligenzen. Binnen kürzester Zeit hat sich, so unter anderem auch bei uns, das Spiel zu einem der Most Wanted-Titel des Jahres auf der Nintendo Switch entwickelt. In den folgenden Zeilen nehme ich euch mit auf die Reise durch das erste Kapitel, erzähle euch ein wenig über die Story, das Gameplay und verrate, ob Daedalic Entertainment mit State of Mind ein gelungenes Debüt für die Nintendo Switch geglückt ist.

Der Tag, der das Leben von Richard Nolan für immer verändern wird.

Nach einer kurzen Ladezeit erscheint nun das Hauptmenü von State of Mind, in welchem im Hintergrund diverse Bilder des zukünftigen Berlin gezeigt werden. Auffällig hierbei sind einige der typischen Wahrzeichen, die auch in der Zukunft geblieben sind. So könnt ihr unter anderem den Fernsehturm „Alex“, die Berliner Friedenssäule und das Brandenburger Tor entdecken. Alles ist zum größten Teil relativ schlicht, aber dennoch ziemlich futuristisch gehalten und jeder freie, unbebaute Platz, der heute rund um die Wahrzeichen in Berlin zu finden ist, wurde in der gar nicht so weit entfernten Zukunft durch gigantische Hochhäuser und moderne Bauten ersetzt. Begleitet werden die Bilder dabei von Musik, welche sich von langsamen bis hin zu spannenden Tönen aufbaut und das Logo des Spieles zu sehen ist. Durch den Klick auf einen neuen Spielstand gelangt ihr in das Intro von State of Mind.

Bereits im Intro wird der Spieler mit den sozialkritischen Problemen und der Mehrklassengesellschaft der Zukunft konfrontiert. Schon durch diese Bilder kann man erahnen, wo die Reise hingehen wird.

Neben einem Hinweis, dass die dargestellten Charaktere fiktiv sind und keinerlei Verbindungen zu realen Personen haben, startet das Spiel mit einer Zwischensequenz. Zu sehen sind Bilder von Berlin aus dem Jahre 2048. Die Kriminalrate, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit steigt und die meisten Arbeitsplätze, welche bisher von „echten“ Menschen besetzt wurden, sind durch Androiden ersetzt worden. Die Spalte zwischen Reichtum und Armut ist so groß wie noch nie. So attackiert ein scheinbar obdachloser Bürger der Stadt einen Polizei-Androiden, nachdem dieser auf ihn zugegangen ist, um ihn von seinem Platz zu verjagen. Zwischendurch erscheinen dabei Bilder von einem mit Androiden besetzten Polizeiauto, welche geordnet und regungslos in einer Reihe auf ihren Einsatz warten. Nach einem Schwenk zu einem Freudenhaus, das – selbstverständlich – auch von den menschenähnlichen Maschinen betrieben wird, ist eine Mutter zu sehen, die damit beschäftigt ist, sich um ihre eigenen Belange zu kümmern, als um ihr eigenes Kind.

Moderne Sklaverei scheint so präsent zu sein, wie noch nie zuvor. Nach einem Schwenk in eine Straßengasse, in welcher ein Mensch ein Graffiti mit den Worten „Break Point“ an die Wand schmiert, folgt eine laute Explosion mitten in der Stadt. Anschließend ist der Protagonist Richard Nolan zu sehen, welcher schwer verletzt in einem Rettungswagen liegt und von Mensch und Maschine behandelt wird. Es folgen kurze Flashbacks aus dem Leben von Richard, in denen unter anderem sein Sohn zu sehen ist, welcher von einem Arzt als überaus begabt bezeichnet wird. Zerstört wird diese scheinbar schöne Erinnerung durch Szenen eines verheerenden Autounfalles, in dem der Protagonist involviert ist. Die Zwischensequenz endet mit einem Anfall von Richard im Rettungswagen, bis das Bild sich verdunkelt.

Die digitale Überwachung scheint in der Zukunft ein noch viel größeres Thema zu sein. Ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Nachdem sich das tiefschwarze Bild etwas lichtet, ist eine unbekannte männliche Stimme zu hören, die Richard erklärt, dass er Glück im Unglück hatte und von einer M75-Drohne aufgefunden wurde. Anschließend werdet ihr aufgefordert ein rotes Objekt zu fokussieren, welches verschwommen mitten im Raum in der Luft hängt. Nachdem dieser „Test“ bestanden ist und sich das Bild wieder normalisiert hat, werden nun die kognitiven Fähigkeiten, die Emotionen und das Gedächtnis auf Herz und Nieren getestet. Dabei werden verschiedene Fragen über das heutige Datum oder das bisherige Geschehen gestellt. Manche Fragen lassen sich durch das genauere Beobachten diverser Szenen im Intro beantworten, und falls ihr diese nicht beantworten könnt, gibt es, zumindest zu dem Zeitpunkt, keine falschen Antworten. In einem weiteren Test müsst ihr einen Würfel von links nach rechts schieben, sowie die Farben verändern. Mit dem „A“-Knopf hebt ihr diesen auf und mit „X“ könnt ihr euch Informationen anzeigen lassen. Dies klappt übrigens bei fast jedem Gegenstand, Androiden oder Menschen. Dabei werden unter anderem der Besitzer, Wohnort, Bezirk und Job angezeigt. Der Datenschutz in der Zukunft wurde anscheinend komplett abgeschafft.

Für ein hochmodernes Krankenhaus sieht es nicht wirklich vertrauenswürdig aus. Ob es zudem die Mindestanforderungen der Hygienerichtlinien einhält, mag bezweifelt werden.

Nach einigen weiteren Fragen, die sich rund um das Thema Familie und dem Tathergang drehen, werdet ihr mit der Diagnose „leichtes Hirntrauma“ und dem dringenden Anraten von Bettruhe aus dem Krankenhaus entlassen. Ein Medic-Bot begleitet euch zu einem Cabin Car, einer Art Taxi, welches das autonome Fahren beherrscht. Dieses fährt euch ohne Umwege direkt zu eurem Apartment in die Stadt. Auf der kurzen Fahrt werden euch durch das Radio einige Ereignisse, die die Welt der letzten Tage beschäftigt hat, nähergebracht. So gab es in Berlin einen Bombenanschlag mit terroristischem Hintergrund, der bereits einer von vielen in den letzten Tagen war. Außerdem kann man sich aktuell mittels eines Nano-Scans für die Besiedlung des Mars, unter dem Motto „Zukunft neu gestalten“, registrieren lassen. Nachdem das Cabin Car vor der Haustür haltmacht, wird das eigene, virtuelle Konto mit 25 Credits belastet. Dort angekommen wird man von Simon, einem Base-V Androiden, begrüßt. Richard, als bekennender Androiden-Kritiker, ist von Simon natürlich überhaupt nicht begeistert und fragt, wo seine Frau und sein Sohn sind.

Diese seien bei seinen Schwiegereltern. Mehr Auskunft könne Simon auch nicht geben. Nun könnt ihr euch in der Wohnung frei bewegen und diese bis zur letzten Ecke selbst erkunden. So habt ihr zum Beispiel die Möglichkeit, die Temperatur der Wohnung zu verändern und euch an das Klavier zu setzen und eigene kurze Songs aufzunehmen. Wer die Wohnung besonders gründlich untersucht, wird bei diversen Gegenständen kurze Flashbacks zu sehen bekommen, die euch einige Informationen über die Vergangenheit von Richard geben und für zukünftige Ereignisse durchaus von Interesse sein können. Unter anderem können in der Wohnung Notizen über euren ehemaligen Arbeitskollegen Walter gefunden werden, welche ihn angeblich verrückt werden ließen. Manche Informationen ergeben erst im späteren Spielverlauf einen Sinn und werden nach und nach aufgeklärt. Es lohnt sich also durchaus mit vielen Personen oder Gegenständen zu interagieren. Am Ende des ereignisvollen Tages legt sich Richard in sein Bett und es folgt eine weitere Zwischensequenz von dem Unfall. Nur ist dieses Mal nicht nur Richard involviert, sondern auch seine Frau Tracy.

Alles nur ein Traum? Willkommen in der virtuellen Utopie City5.

Nun wacht ihr in der virtuellen Welt von City5 auf und findet euch in der Rolle von Adam wieder. Ebenfalls ein Familienvater und Journalist, nur dieses Mal für die Zeitung „The Present“. Schnell wird klar, Adam muss Richard sein. Oder ist Richard – Adam? Im Wohnzimmer sitzt John, der Sohn von Adam, auf dem Fußboden und beschäftigt sich mit Henry. Dieser ist ein schwebender Quallen-ähnlicher Bot, mit dem man sprachlich interagieren kann und welcher sich durch eine Fernbedienung steuern lässt. Die erste große Tagesaufgabe besteht darin, mit John in die Klinik zu fahren, da dieser dort täglich für diverse Untersuchungen erwartet wird. Bevor ihr euch auf den Weg machen könnt, müsst ihr euch allerdings um das Zubereiten von Johns Lieblingsfrühstück kümmern. Cornflakes und ein Becher heiße Schokolade stehen auf dem Wunsch-Speiseplan von John. Selbstverständlich – und wie es sich für die Zukunft gehört – müssen sich dabei nicht einmal die Finger schmutzig gemacht werden. Wer hat in der Zukunft denn schon die nötige Zeit, um Milch aufwendig aufzukochen oder eine Schale aus dem Schrank zu holen? Jede Mahlzeit wird nun mit einer tollen würfelförmigen Maschine zubereitet. Anscheinend ganz ohne „echte“ Lebensmittel. Ob das so gesund ist? Kann man anzweifeln, muss man aber nicht.

Ob es ein wenig befremdlich ist, ein Abbild in Form einer Statue im Mittelpunkt der eigenen virtuellen Welt stehen zu haben? Vielleicht ein bisschen…

Durch die schweißtreibende Arbeit erhaltet ihr, als Bonus, sogar eine Auszeichnung für die unglaubliche Leistung ein Frühstück herzustellen (zu lassen). Ist das Frühstück zubereitet und gegessen, geht es in Richtung der Plaza, dem Kernstück eurer perfekten virtuellen Welt. Unangekündigt und aus heiterem Himmel wird City5 von einem Geohazard, einem erdbebenähnlichen Ereignis, heimgesucht. Der riesige Glas-Fußboden, welcher die Plaza ziert, bekommt tiefe Risse und es macht den Anschein, als würde dieser gleich in sich zusammenbrechen. Kurze Zeit später ist das Spektakel auch schon vorüber und John fragt euch, ob ihr Angst hattet. Gefolgt von der Information, dass die Geohazards in letzter Zeit vermehrt und immer stärker die virtuelle Utopie heimsuchen. Während die Plaza sich regeneriert und die Risse im Boden verschwinden, macht ihr Bekanntschaft mit einem Mann, der euch verdächtig ähnlich sieht. Ist dies etwa ein weiterer Doppelgänger?

Währenddessen werdet ihr von Minerva, einer persönlichen KI, die einem das Leben einfacher machen soll, erinnert, dass ihr euch in Richtung der Klinik begeben müsst. Dafür steigt ihr in die Magnetbahn und fahrt in Richtung „City5 – Union Park“. Dort angekommen werdet ihr auf Mr. De Palma treffen, der euch kryptische und unterschwellige Nachrichten vermittelt. Was der Mann damit sagen möchte, kann im ersten Moment sicher verwirrend sein. Neben einem kurzen Rundgang, in welchem ihr den Bot Henry auch mal steuern und den Union Park erforschen könnt, geht es zusammen mit John in das „Kurtz Recreation Center“. Nach einer kurzen Ansprache von Dr. Skyes, dem behandelnden Arzt von John, könnt ihr John in etwa 4 Stunden wieder abholen kommen. Nun wechselt ihr wieder in die „reale“ Welt zu Richard und werdet damit konfrontiert, dass die Schwiegereltern nicht gut auf Richard zu sprechen sind und Tracy niemals bei ihren Eltern war. Ab hier fängt der Spießrutenlauf zwischen Wahrheit, Lüge, Betrug, Intrigen, Menschlichkeit und Technologie erst so richtig an…

Die spannende Story wird durch die vielen Möglichkeiten, die Welt zu erkunden perfekt in Szene gesetzt.

Trotz der unzähligen Möglichkeiten, mit den verschiedenen Personen, Androiden oder Gegenständen zu interagieren, verliert das Spiel niemals den Kern aus dem Auge: Die Story. Diese ist derartig komplex, dass es schier unmöglich erscheint, alles Erkunden zu können, ohne dabei den Überblick über die verschiedenen Storystränge zu verlieren. Egal ob man Geschenke an einem 3D-Drucker für seine liebsten Menschen drucken lassen möchte oder durch verschiedene Lichtverhältnisse, Hintergrundmusik oder Themen wie „Im Urwald“, „Unter Wasser“ oder „Im Himmel“ für das perfekte Ambiente im Apartment sorgt. Alles ist in irgendeiner Art und Weise miteinander verknüpft und wirkt sich auf die kommende Storyline aus. Ihr wolltet schon immer mal einen Artikel schreiben? Kein Problem. Auch wenn euch das Spiel die Texte vorgibt, könnt ihr die Arbeit von Richard / Adam übernehmen und diverse Artikel für „The Voice“ oder „The Present“ veröffentlichen. Zwischendurch darf man sich, für die harte Arbeit eines Journalisten, auch mal ein Gläschen von dem feinen Whiskey gönnen. Eine Rückmeldung des Chefs über die Arbeit gibt es kostenlos dazu. Es kann durchaus passieren, dass ihr euch Ewigkeiten damit beschäftigt, euch außerhalb der Story aufzuhalten, was dazu führt, dass die Spielstunden auf der Uhr schnell in die Höhe steigen. Egal ob ihr lieber nur die Story spielen möchtet oder euch gerne abseits von dieser bewegt, es liegt ganz allein in eurer Hand. Ihr gestaltet die Story und das Spielgeschehen. Ein richtiges Open World-Abenteuer ist State of Mind dann aber doch nicht. Ihr werdet die meiste Zeit über an die Hand genommen und automatisch zu den verschiedenen Orten, an denen die Story weitergeführt wird, gebracht. Dort könnt ihr euch dann frei bewegen und alles in Ruhe erkunden. Auch habt ihr die Möglichkeit, die einzelnen Kapitel der Storyline erneut zu spielen, wenn ihr Mal unzufrieden mit euren Entscheidungen seid oder etwas übersehen habt.

Die große Anzahl an den Nebenaufgaben, mit denen man sich problemlos die Zeit vertrödeln kann, sorgen für einen frischen Wind abseits der Story.

Die Optik von State of Mind ist durch die Low-Polygon-Grafik natürlich Geschmackssache. Diese mag in manchen Szenen ein wenig minimalistisch erscheinen, was aber definitiv der Performance zugute kommt. Das Spiel läuft absolut flüssig und sieht sowohl im Handheld-, als auch im TV-Modus beeindruckend scharf aus. Auch wenn auf dem Bildschirm mal mehr Action ist, behält die Nintendo Switch einen kühlen Kopf und zeigt sich von ihrer besten Seite. Die Ladezeiten sind dabei durchaus angenehm und dauern meist nur wenige Sekunden. Lediglich zwischen manchen Zwischensequenzen kann es mal vorkommen, dass ihr ein paar Sekunden länger im Ladebildschirm verbringt. Die Zwischensequenzen sind toll umgesetzt worden und zeigen, dass der Hybrid von Nintendo durchaus in der Lage ist, schöne und detailreiche Spiele auf die Bildschirme zu zaubern. Die Steuerung hingegen ist anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig und fummelig. So bleibt man hin und wieder an der einen oder anderen Ecke hängen. Dies ist in der Anfangszeit ein wenig lästig, bessert sich aber mit jeder Spielstunde.

Eines der größten Highlights ist die großartige Vertonung der Charaktere. Dies haucht ihnen mehr Leben und Tiefe ein und bringt eine frische Dynamik in das Gameplay. Zusätzlich gibt es, neben der deutschen und englischen Sprachausgabe, auch die Möglichkeit, weitere Sprachen als Untertitel anzeigen zu lassen. Der Soundtrack, welchen ich auf dem Daedalic Showcase in Hamburg nicht so wahrnehmen konnte, hält sich meist bedeckt im Hintergrund und dringt nur selten in das Spielgeschehen ein. Dieser passt sich den verschiedenen Situationen an und stört zu keiner Zeit durch eine Überpräsenz. Teilweise ist die Musik, welche man in dem Spiel einstellen kann, so schön, dass man das Spiel sicher auch mal eine halbe Stunde beim Saubermachen, Lesen oder Entspannen auf der Couch laufen lassen könnte. Sie vergisst dabei aber nicht, in spannenden Szenen etwas das Tempo und die Dramatik anzuheben und zu untermalen.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

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Unser Fazit zu State of Mind

Meinung von Krispin Berndt
State of Mind hält das ein, was ich mir davon seit dem ersten Anspielen versprochen habe. Ein episches Story-Feuerwerk mit einem realistischen Szenario unserer Zukunft im Hinterkopf. Die Story ist packend erzählt und die vielen Charaktere haben eine unglaubliche Tiefe. Jedes noch so kleine Detail ist in irgendeiner Art und Weise miteinander verknüpft und es macht unfassbar viel Spaß die beiden Welten zu erkunden und die Charaktere kennenzulernen. Die Freiheit beim Spielen ist angenehm, lässt einem aber nicht das Gefühl vermitteln, dass die Story vor sich hinplätschert. In Kombination mit dem einzigartigen Grafikstil hat Daedalic Entertainment ein Kunstwerk erschaffen, welches noch in vielen Jahren zeitlos wirkt. Und es lohnt sich durchaus das Spiel erneut durchzuspielen. Man wird immer etwas Neues und Unentdecktes finden. Der einzige Kritikpunkt ist die etwas schwammige Steuerung, welche dem Spielfluss und -spaß aber keinen Abbruch tut. Wir leben in einem durchaus spannenden, aber auch kritischen Zeitalter, wo die technischen Fortschritte besonders im Bereich der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen mit jedem Erfolg näher Einzug in unser Leben erhalten. Es gibt so viele Themen, welche in State of Mind angesprochen werden, die bei näherem Betrachten nicht einmal unrealistisch sind und durchaus Diskussionspotenzial haben. Martin Ganteföhr entführt uns in eine Welt, in der die Technologie der Menschheit schon meilenweit voraus ist. Und wer weiß, wie es in ungefähr 30 Jahren wirklich aussieht. Möchte man wirklich unsterblich sein und in einer perfekten virtuellen Welt weiterleben? Soll das der Sinn unseres Lebens sein?
Mein persönliches Highlight: Die spannende Story, welche von Kapitel zu Kapitel immer komplexer und größer wird und die schier unendlichen Möglichkeiten, seine Zeit mit teilweise völlig banalen Tätigkeiten zu vertrödeln.

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