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Test zu Moonfall Ultimate - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Moonfall Ultimate
  • USA USA: Moonfall Ultimate
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
04.09.2018
Vertrieb
Wales Interactive
Entwickler
Fishcow Studio
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Verteidigt mit Hack and Slay das Reich

Von Roman Dichter () Mit dem PC-Titel Moonfall beglückte der Indie-Entwickler Fishcow Studio Fans von 2D-Action-RPGs. Auch nach dessen Veröffentlichung wurde aber noch weiter am Spiel gefeilt und jetzt in der „ultimativen“ Version auch Konsolen-Spielern zugänglich gemacht. Somit dürft ihr jetzt auch auf der Nintendo Switch Moonfall Ultimate erwerben, also werfen wir mal einen näheren Blick auf das, was euch erwartet.

Gegner bekämpft ihr permanent, und selten kommen sie allein.

Wir tauchen ein in ein Fantasy-Setting, das für uns ein kleines Königreich mit dem Namen „Das Reich“ bereithält. Vielleicht ruft dieser Name unabsichtlich irreführende Assoziationen hervor, die an die deutsche Geschichte erinnern, aber damit hat dieser Titel nichts zu tun. Hier wurde einfach das englische „The Empire“ übersetzt. An dieser Stelle können wir also schon festhalten, dass uns auch deutsche Bildschirmtexte spendiert werden, die ihr in den Optionen aktivieren könnt. Jedenfalls werden Das Reich und seine mysteriöse und wertvolle Ressource Lunarium bedroht von einfallenden Barbaren, also werdet ihr mit der Aufgabe betraut, eure Heimat zu verteidigen. Doch wer seid ihr überhaupt? Kurz gesagt übernehmt ihr die Rolle eines Mitglieds der königlichen Truppen, dessen Hauptaufgabe und zentrale Beschäftigung der Kampf gegen die Widersacher ist. Davon abgesehen bleiben die Charaktere allgemein recht blass, die Story eher nebensächlich. Dabei wird die Geschichte in einer sehr stimmungsvollen Anfangssequenz sogar vielversprechend eingeführt, gerät anschließend dann aber doch ziemlich in den Hintergrund. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber von einem Spiel mit RPG-Elementen hätte ich ein kleines bisschen mehr erwartet.

Was euren Charakter noch am ehesten definiert ist die Klasse, die ihr zu Beginn wählen könnt und die dann auch bis zum Ende des Abenteuers bestehen bleibt. Dabei habt ihr drei Klassen zur Auswahl: Vorhut, Elementarmagier und Schatten. Vorhut (im Original „Vanguard“) beschreibt einen gefürchteten Krieger, der als Experte für Nahkampfwaffen gilt und eine hohe Widerstandskraft besitzt. Mit Äxten, Schwertern und Schilden geht er keiner Schlacht aus dem Weg. Vielleicht wählt ihr stattdessen aber auch den Elementarmagier (im Englischen „Elementalist“). Dieser weiß die Macht von Frost, Feuer und Luft zu nutzen und verbessert Waffen mithilfe der Elemente. Schatten („Shadow“) ist eure dritte Option. Dieser Armbrustschütze und Dolchexperte hat nicht nur als einziger die Möglichkeit, Gegner aus der Distanz anzugreifen, er kann auch seine Widersacher durch Illusionen in die Irre führen.

Das Schwert hat viel zu tun

Im Grunde macht es keinen großen Unterschied, welche Klasse ihr wählt, da das Gameplay im Wesentlichen gleich ist. Trotzdem wird wohl jeder einen Favoriten und eine bevorzugte Kampftechnik haben. So habe ich beispielsweise nach einigen Leveln einen neuen Spielstand angefangen, weil ich einfach mal eine andere Klasse ausprobieren wollte. Ich fand es dann ziemlich cool, wie der Schatten für kurze Zeit ein fiktives Abbild seiner selbst erschaffen konnte. Diese Illusion täuscht die Gegner, die sich ihr zuwenden, während der echte Protagonist aus der Distanz Pfeile auf sie abfeuern konnte. Trotzdem fühlte ich mich eher bei dem kompromisslosen Nahkampf der Vorhut-Klasse gut aufgehoben, da ich die Flucht doch lieber nach vorn antrete. Schade finde ich nur, dass man die Klassen nicht alle in einem Spielstand ausprobieren kann, um seinen Favoriten zu finden.

Auch die Floßfahrt ist nicht ruhig: Immer wieder macht ihr Halt, um aufspringende Fischmänner zu bekämpfen.

Wie ihr euch auch entscheidet, ihr werdet im Hack-and-Slay-Stil durch die 13 Level ziehen und reihenweise Gegner niedermetzeln. Der Kampf wird dabei selten wirklich taktisch geführt. Zumeist ging ich ohne Rücksicht auf Verluste auf die Gegner los und hämmerte auf den Angriffs-Knopf ZR. Dies, sowie die Belegung der Tasten allgemein, empfand ich als sehr gewöhnungsbedürftig. Diese Gewöhnung hat durchaus stattgefunden und mich somit nicht groß beeinträchtigt, aber dass beispielsweise die Aktionstaste für das Aufheben von Gegenständen oder das Ansprechen von anderen Charakteren der kleine Plus-Knopf ist, der bei den meisten anderen Spielen das Menü aufruft, das fand ich im ersten Moment einfach ungewöhnlich. Wirklich gestört hat mich nur, dass der Wechsel der Waffe auf der „Nach oben“-Taste (bzw. Steuerkreuz oben) unter dem linken Stick platziert wurde. So könnt ihr beispielsweise damit zwischen Armbrust und Nahkampfwaffe wechseln, sofern ihr die Schatten-Klasse gewählt habt. Wenn man dann einen Gegner mit Pfeilen beschießt, dieser dann aber auf den Protagonisten zugestürmt kommt, will man vielleicht schnell per Stick ausweichen und per Knopfdruck auf die Nahkampfwaffe wechseln, was gleichzeitig schwer ist, wenn für beides der linke Daumen zuständig ist. Versteht dies aber als Randbemerkung, nicht als großes Problem.

Wenn ihr getroffen werdet, leert sich eure Lebensenergie-Anzeige – hoffentlich nicht komplett, denn beim „Game Over“ müsst ihr das aktuelle Level von vorn beginnen. Damit der Frust nicht zu groß wird, dürft ihr aber unter drei Schwierigkeitsgraden den auswählen, der euren Fähigkeiten am ehesten entspricht. Gerade wenn mehrere Widersacher es zugleich auf euch abgesehen haben, kann es durchaus schnell brenzlig werden. Werdet ihr aber gerade nicht attackiert, erholt sich die Anzeige automatisch und füllt sich langsam wieder auf. Im Kampf können Heiltränke helfen, die ihr manchmal bei besiegten Gegnern findet oder beim Händler kaufen könnt. Letzteres gilt auch für Rüstung und Waffen – eure dafür notwendige Währung hinterlassen ebenfalls eure Feinde. Auf diese Weise sammelt ihr Ausrüstungsgegenstände und Erfahrungspunkte, mit denen ihr euch immer weiter verbessern könnt. So dürft ihr die Attribute Stärke, Willenskraft und Geschicklichkeit aufleveln und auch auf einem Fähigkeiten-Baum im Menü hin und wieder auswählen, welche Fähigkeit (wie beispielsweise Schüsse oder Sprünge) ihr freischalten wollt. Damit öffnet sich dann von dort aus der Pfad zu einer weiteren Fähigkeit, die ihr beim nächsten Mal wählen könntet.

Zum Kampf bereit – auf Wunsch zu zweit

Doch bevor wir uns zu sehr in Details verstricken, kommen wir noch einmal zurück zum grundsätzlichen Geschehen. Ihr durchschreitet ein Level, das nicht ganz linear abläuft, sondern auch mal verschiedene Abzweigungen anbietet, die ihr erforschen müsst. Eine kleine Karte hilft euch bei der Orientierung, wahnsinnig groß sind die Level ohnehin nicht. Häufig wird ein Abschnitt so lange abgeschottet, bis ihr alle Gegner darin besiegt habt – ums Kämpfen kommt ihr also nicht herum, das ist (falls es jemand bis jetzt noch nicht durchschaut hat) das A und O des Gameplays. Daneben gibt es hin und wieder Quests, die ihr erledigen müsst. Das sind zumeist keine besonders spektakulären Aufgaben. Ihr rettet Kameraden und eskortiert sie in sichere Gefilde, während sie euch auch im Kampf unterstützen. Oder ihr findet Schlüssel, aktiviert Schalter, um Brücken auszufahren und so weiter und so fort. Unterm Strich wird uns ein durchaus solides, unterhaltsames Gameplay angeboten, das allerdings nicht wahnsinnig abwechslungsreich oder kreativ ist.

Hin und wieder stellen sich euch auch größere Gegner in den Weg. Wenn dieser Gigant einen Schritt macht, läuft die Rumble-Funktion auf Hochtouren!

Der Gesamtumfang des Abenteuers hält sich in Grenzen, wird aber dadurch aufgewertet, dass ihr im endlosen Modus noch weitere Zeit mit Moonfall Ultimate verbringen dürft. Hier durchquert ihr einen Raum nach dem anderen und müsst darin jeweils alle Gegner besiegen, um den nächsten Raum zu erreichen. Zudem kann es reizvoll sein, im „Coop-Modus“ zusammen mit einem Freund in die Schlacht zu ziehen. Dabei handelt es sich also um einen lokalen Zweispieler-Modus, der eine gelungene Ergänzung des Gesamtpakets ist. Sowohl das normale Abenteuer als auch den endlosen Modus dürft ihr so gemeinsam mit einem Mitspieler bestreiten.

Bevor wir zum Fazit kommen, wollen wir noch einen Blick auf die Präsentation von Moonfall Ultimate werfen. Die handgezeichneten Grafiken sind wirklich schön anzusehen. Auch wenn das Setting eher nicht so farbenfroh gewählt ist, sondern düstere Brauntöne dominieren, sind immer wieder liebevolle Details in der Umgebung zu entdecken. Somit haben wir zwar kein optisches Meisterwerk, aber gerade für einen kleinen Titel doch wirklich eine gelungene grafische Gestaltung vorliegen. Dass gerade im Bereich der Animationen eher Minimalismus vorherrscht, verwundert da weniger. Zudem kommt die Nintendo Switch gelegentlich ins Stottern, während sie die Kämpfe darstellen muss. Das macht sich weniger durch generelles Ruckeln als durch minimale Aussetzer für Sekundenbruchteile bemerkbar. Zwar ist das kein völliger Spaßverderber und nicht extrem ausgeprägt, aber doch wahrnehmbar und erwähnenswert. Der Sound ist im Wesentlichen geprägt durch ruhige, stimmungsvolle Hintergrundmusik und ebenfalls eher zurückhaltend eingesetzte Soundeffekte.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Moonfall Ultimate

Meinung von Roman Dichter
Moonfall Ultimate besticht durch seine Präsentation, die zwar nicht herausragend, aber für einen kleinen Indie-Titel schon respektabel ist. Die handgezeichneten Grafiken und die passende, dezente Musik sorgen für die richtige Stimmung, um einen Gegner nach dem anderen niederzumetzeln. Das ist auch eure Hauptaufgabe, die insgesamt gelungen umgesetzt wurde und für eine Weile zu unterhalten weiß, aber dann doch nicht die Tiefe bietet, um das Spiel in den Rang eines überdurchschnittlichen Erlebnisses zu erheben. Auch RPG-Elemente wie das Aufleveln des Charakters oder die Story sind hier nette Beilagen, die für etwas Würze, aber nicht für staunende Gesichter sorgen. Lobend erwähnen möchte ich, dass ihr das Abenteuer und auch den zusätzlichen endlosen Modus wahlweise auch kooperativ im lokalen Zweispieler-Modus bestreiten dürft. Somit ist Moonfall Ultimate kein Must-have, aber für Genre-Fans mit einem Faible für kleine aber feine Spiele sicherlich einen Blick wert.

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