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Test zu The Messenger - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Messenger
  • USA USA: The Messenger
  • Japan Japan: The Messenger
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
30.08.2018
Vertrieb
Devolver Digital
Entwickler
Sabotage Studio
Genre
Adventure, Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Action, Ninjas und Zeitreisen!

Von Max Kluge () The Messenger aus dem Hause Sabotage hat sich eine besonders interessante Gameplay-Idee auf die Flagge geschrieben. Um diese genau zu besprechen, ist es unbedingt nötig, dass dieser Test ein paar Fakten offenlegt, die dem Spieler erst nach ein paar Spielstunden offenbart werden. All jenen, die sich überhaupt nicht spoilern lassen möchten, sei also geraten, die folgenden Zeilen mit Vorsicht zu lesen.

Humor, der die vierte Wand bricht: The Messenger ist sich bewusst über die Stereotype des Genres.

Im Spiel verkörpert ihr einen jungen Ninja, dessen Dorf die letzte Zuflucht der Menschheit geworden ist – der Rest der Welt wird von Dämonen und anderen Monstern besetzt. Eines Tages greift ein Unwesen eure Heimat an und bringt Zerstörung und Tod mit sich. Kurz bevor ihr das gleiche Schicksal erleidet, erscheint euch ein Held, von dem eine uralte Legende kündet, und vertraut euch eine Schriftrolle an: Eure Aufgabe ist es schließlich, diese zu einem Berg im Westen zu bringen.

Ihr startet eure Reise also recht unvorbereitet, was man auch am Gameplay feststellen kann. Zu Beginn kann euer Ninja noch nicht sonderlich viel machen. Eine Spezialfähigkeit hat er aber schon einmal gelernt: den „Wolkenschritt“. Schlägt er ein Objekt in der Luft, kann er daraufhin einen weiteren Sprung ausführen. Wenn ihr es also richtig abpasst, könnt ihr so über eine lange Zeit über dem Boden hin und her hüpfen, ohne diesen ein einziges Mal zu berühren.

Diese Mechanik bringt schon zu Beginn allerhand Dynamik ins Spielgeschehen – Sie ist zwar einfach zu lernen, jedoch schwer zu meistern. An jeder Ecke des Titels gibt es Möglichkeiten sie einzusetzen, doch diese zu erkennen, möchte gelernt werden. Hieraus ergibt sich einer der Hauptpfeiler des Gameplays: der fordernde Schwierigkeitsgrad von The Messenger. Der Titel möchte wirklich, dass man sich mit ihm und seinen Mechaniken auseinandersetzt und das lässt er den Spieler auch zu jeder Sekunde und zu jedem Ableben spüren.

Die Bosskämpfe von The Messenger sind hübsch in Szene gesetzt und fordernd.

Beißt man einmal ins Gras, weiß man in der Regel auch, was man falsch gemacht hat. Es gibt wenige Passagen im Spiel, die ich persönlich als ein wenig grenzwertig bezeichnen würde, weil sie stellenweise etwas unfair geraten sind, diese kann man aber an einer Hand abzählen und passen eigentlich gut zu den fordernden Abschnitten. Alles in allem kann ich diesbezüglich nur meinen Hut ziehen – The Messenger startet recht leicht und wird schließlich immer komplexer und schwieriger. Genau so, wie es sein sollte.

Das gilt im Übrigen auch für die Bosskämpfe, die euch am Ende jedes Levels erwarten. Diese sind nicht nur wunderbar in Szene gesetzt, sondern weisen auch interessante Bewegungsmuster auf, die erst einmal von euch verinnerlicht werden möchten, bevor ihr siegreich aus der Schlacht zieht. Meistens sind diese zwar recht leicht zu durchschauen, sie bieten aber definitiv die nötige Herausforderung, um sich schließlich nach dem Sieg wie der beste Ninja der Welt zu fühlen.

In den Leveln, die ihr durchschreitet, findet ihr immer wieder sogenannte Zeitscherben. Sei es, wenn ihr Gegner besiegt, Fackeln zerstört oder einfach nur in besonderen Ecken sucht. Diese sind dazu da, euren Charakter zu verbessern. Je nach Speicherpunkt habt ihr dort nämlich die Möglichkeit einen Laden zu besuchen und bei dessen mysteriösem Besitzer verschiedene Upgrades zu erstehen. Von weiteren Lebenspunkten, bis hin zu mehr Shuriken-Ladungen, ist allerhand Interessantes dabei.

The Messenger bietet ein forderndes Level- und Bossdesign

Sterbt ihr, werdet ihr am letzten Speicherpunkt, den ihr passiert habt, wiederbelebt. An eurer Seite findet sich schließlich ein kleines Wesen, welches euch mit gehässigen Kommentaren bombardiert und sich schließlich eine gewisse Summe an Zeitscherben einverleibt, die eigentlich euch gehören würden. Anders als bei Soulslike-Titeln müsst ihr also nichts zurückholen, dafür spielt ihr eine Zeit lang, ohne durch Zeitscherben belohnt zu werden. Dies macht das Spiel wiederum sehr temporeich und lässt euch gleich nach eurem Tod, einen neuen Versuch wagen, ohne, dass ihr übervorsichtig durch die Level zieht.

Sobald ihr sterbt, folgt euch das kleine Wesen Quarbel und verleibt sich einige Zeitscherben ein, die eigentlich euch gehören würden.

Die Atmosphäre, die The Messenger dabei anschlägt, ist ganz eindeutig an ältere Videospiel-Tage angelehnt. Man bekommt hier einen Mix aus quirligen Chiptunes auf die Ohren, die sich in den Gehörgang brennen und auch noch mehrere Stunden dort nachhallen. Detailverliebte Pixelgrafiken, deren Szenerien teilweise wirklich atemberaubend schön sind, sind ebenfalls mit von der Partie. Besonders ist ebenfalls der Humor, der häufig mit den Erwartungshaltungen des Spielers spielt, sie über den Haufen wirft und gerne auch mal die vierte Wand bricht. Der Titel nimmt sich so häufig selbst nicht ernst, worauf man gefasst sein sollte, was aber wirklich wunderbar funktioniert und wirklich gut gemacht ist.

Um ein kleines Zwischenfazit zu ziehen: Jeder, der den Stil von alten Action-Platformern mag, wird auch mit The Messenger vermutlich seine Freude haben. Allerdings gibt es einen bestimmten Punkt im Spiel, ab dem dies ein wenig zu bröckeln beginnt:

The Messenger in ein Genre zu pressen ist schwer. Das hat nicht nur damit zu tun, dass die Grafik sich nach einigen Spielstunden von 8-Bit nach 16-Bit ändert, sondern auch damit, dass der Action-Platformer nach weiteren Spielstunden plötzlich zum Metroidvania mit Zeitreise-Elementen mutiert. Diese Änderungen kommen zwar nicht ganz unerwartet, da die Story einem bereits verrät, dass man noch nicht alles gesehen hat, allerdings präsentiert sich hier auch ein durchaus ambitioniertes und progressives Projekt.

Der Genrewechsel, der nach einer gewissen Spielzeit eintritt, ist ambitioniert, kann aber nicht restlos überzeugen

Interessanterweise sind die Veränderungen im Gameplay auch mit der Handlung verwoben und begründet. Nachdem eure Reise beendet ist und ihr eure Aufgabe in der Zeitlinie gefunden habt, steht ihr vor einer neuen Herausforderung, die das vorherige Spielgeschehen, bei dem die Level stets von links nach rechts abgearbeitet wurden, nicht mehr unterstützt. Der Wechsel fühlt sich also äußerst natürlich an – eine kleine Offenbarung in einem sonst schon unterhaltsamen Spiel.

The Messenger kann nicht selten durch seine wunderschönen Szenerien überzeugen.

Hinzu kommen die Zeitrisse, die überall in den Gebieten, die ihr nun mit einer Karte bewaffnet frei erkunden könnt, auftauchen. Diese stellen euch vor einige interessante Rätsel, sind aber auch besonders wegen des optischen Effekts – des Wechsels zwischen 8- und 16-Bit – immer wieder ein kleines Highlight.

Es gibt allerdings auch einige Kritikpunkte an diesem Spielabschnitt zu äußern: Der erste wäre das ziemlich ausgeprägte Backtracking, das der Titel hier anschlägt. Ihr bekommt den Auftrag, bestimmte Items zu finden, die in den verschiedenen Arealen versteckt sind. Allerdings ist die Aufgabenstellung meistens so mysteriös formuliert, dass ihr nicht wirklich wisst, wo ihr hinmüsst. Ihr könnt euch zwar im Shop einen Tipp kaufen, aber der kostet 300 Zeitscherben, die man nicht eben mal locker hat.

Schließlich irrt man ein wenig ziellos durch die bereits abgeschlossenen Level, die als Metroidvania nicht wirklich so gut funktionieren, da sie viele sehr kniffelige Passagen beinhalten. Wenn ihr einer Spur nachgegangen seid, kann es zudem sein, dass sich diese als kalt erweist. Hier hätte man definitiv eine bessere Lösung für finden können – eine genauere Zielführung zum Beispiel. Trotzdem kann man eines nicht von der Hand weisen: Das Leveldesign ist toll und motiviert auch trotz des ausgeprägten Backtrackings immer noch, die bereits erkundeten Gegenden erneut zu durchschreiten.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu The Messenger

Meinung von Max Kluge
The Messenger ist ein interessanter Genremix, der besonders in seiner ersten Hälfte mit anspruchsvollem Gameplay, einer gut austarierten Schwierigkeitskurve und einer tollen Präsentation aufwarten kann. Nach dem Wechsel ins Metroidvania-Genre offenbaren sich zwar interessante Zeitreise-Effekte, allerdings nimmt das Backtracking Überhand und zwingt euch durch lange Passagen zu gehen, die ihr bereits einmal oder mehrmals durchschritten habt. Die Präsentation hingegen ist eine absolute Augen- und Ohrenweide. Die detaillierten Hintergründe, der Soundtrack mit Ohrwurmcharakter und die Animationen des Charakters und der Feinde sehen sowohl in 8- als auch in 16-Bit umwerfend aus und erzeugen eine wahnsinnig dichte Retro-Atmosphäre.
Mein persönliches Highlight: Der Humor, die Präsentation und das fordernde Leveldesign

Kommentare 4

  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 11.09.2018 - 12:08

    Das Spiel hatte ich gar nicht (mehr) auf dem Schirm bis es vor zwei oder drei Wochen irgendwo aufploppte. Scheint ja wirklich gut geworden zu sein. Gefällt mir auch optisch und spielerisch.

    Das muss aber erstmal warten, da ich noch einige Games derzeit habe, die gespielt werden wollen.
  • Phantomilars Weltraummönch - 11.09.2018 - 13:05

    Ich habe schon mehrfach gelesen, dass der Spielspaß in der zweiten Hälfte stark abflacht, um erst zum Schluss wieder anzusteigen. Darum für mich vorerst kein Must-Have, zumal ich bereits Hollow Knight und Dead Cells besitze.
  • Roman666 Turmbaron - 11.09.2018 - 22:23

    Der Humor ist super =) Grafik und Sound sowieso bin jetzt bei der 2ten Hälfte.
  • Tscherno Turmritter - 19.10.2018 - 13:39

    Gerade durch. Für mich noch stärker als (die ebenfalls großartigen) Shovel Knight und Holloway Knights.