Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Morphies Law - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Morphies Law
  • USA USA: Morphies Law
  • Japan Japan: Morphies Law
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
20.08.2018
Vertrieb
Cosmoscope
Entwickler
Cosmoscope
Genre
Shooter, Third-Person
Spieleranzahl
Lokal: 8 - Online: 8
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Masse im Kampf

Von Marco Kropp () Morhpies Law wurde 2017 für die Nintendo Switch angekündigt und erschien am 20. August 2018 im Nintendo eShop. Das Spiel hat eine interessante Grundidee: Statt einfach auf den Gegner zu schießen bis er stirbt, wird Masse eines getroffenen Körperteils auf das entsprechende eigene Körperteil übertragen. Dabei sollen durch größere Gliedmaßen die Fähigkeiten natürlich stärker werden, allerdings werdet ihr durch einen größeren Körper auch langsamer und zu einer größeren Zielscheibe.

Drei Modi bei vier Karten

Die Grundprämisse des Titels verspricht spaßige Unterhaltung, die auch auf den Karten zur Geltung kommen: Wenn ihr klein seid, seid ihr recht flink und könnt durch Rohre oder Barrikaden schleichen und so den großen Verfolgern entkommen, da diese nicht durchpassen. Aber wenn ihr klein seid, bringt es auch keine Vorteile für euer Team, denn abhängig vom Modus benötigt ihr Masse für euren Avatar, einem großen Morphie, der dem Treiben vom Schlachtfeldrand aus zuschaut. Je mehr Masse ihr sammelt, desto größer wird euer Avatar, und wenn er größer als der gegnerische Avatar ist, habt ihr gewonnen. Doch diese Avatare stehen in den drei Spielmodi stets im Vordergrund. In jedem der unten beschriebenen Modi treten zwei Teams mit bis zu vier Spielern gegeneinander an: das blaue und das rote Team.

Das Team mit dem größeren Avatar gewinnt am Ende der Runde.

Im Morph-Match geht es ums reine Feuern auf den Gegner. Auf einer von insgesamt vier Karten beschießen sich die Morphies, wachsen, schrumpfen und konzentrieren sich nur auf das Ausschalten des Gegners und das Wachsen sowie das Ausweichen vor Kugeln. In Kopfjagd gilt es eurem Avatar wieder einen Kopf aufzusetzen. Leichter gesagt als getan, denn es gibt nur einen Kopf in der Mitte des Schlachtfeldes. Hier stürmen beide Teams drauf los um den Kopf zurück in die eigene Basis zu bringen. Dabei ist der Kopf natürlich groß und schwer – und ihr entsprechend nach dem Aufsetzen oder beim Schieben sehr langsam und ein leichtes Ziel. Sollte der Kopf nicht rechtzeitig sein Ziel erreicht haben, gewinnt das Team mit dem größeren Avatar. Der dritte und meiner Meinung nach spaßigste Modus ist der Massenraub: Die Morphies müssen sich auf Druckplatten stellen um den Schutzschild des gegnerischen Avatars zu deaktivieren und vom Avatar Masse zu stehlen. Auch hier wachsen die Körperteile eures Morphies je nachdem, wo ihr hinzielt. Solltet ihr genug Masse gestohlen haben, gilt es schnell zu dem aktivierten Altar zu rennen und die gestohlene Masse auf den eigenen Avatar zu übertragen. In der Runde wechselt der Status der Altare und so kann es passieren, dass kurz vorm Erreichen der Altar deaktiviert und ein anderer aktiviert wird. Dies wird aber auch mittels eines Countdowns angekündigt.

Zum Zeitpunkt des Tests gibt es vier Karten, von denen jede ihren eigenen Kniff hat. Im Morphie Saloon stehen viele Gebäude herum, welche beim Betreten oder draufstehen im Boden versinken – abhängig von eurer Masse. Die Morphies im Gebäude werden dabei zerquetscht. Manche Durchgänge auf dieser Karte sind auch mit Planken zugenagelt und können nur von den Kleinen betreten werden. Auf der Karte San Windtonio sorgen Ventilatoren für viel Wind, welche nützlich aber auch zeitgleich nervig sind. Wer unvorsichtig ist, fliegt von der Karte oder begrüßt die an der Decke befindlichen Stacheln. Die Tempelanlage Maztec-Tempel besteht aus mehreren sich drehenden Ringen. Dadurch werden Durchgänge unterbrochen, wenn die Position gerade ungünstig ist. Die vierte Karte (und mein persönlicher Favorit) ist die Öltankerstadt – ein Schiff mit einer Öllache in der Mitte, die die Morphies zum Rutschen bringt. Das Besondere: Das Schiff wird von den Avataren an beiden Seiten festgehalten. Wenn ein Avatar größer ist, liegt das Schiff auf seiner Seite höher, es neigt sich in Richtung des kleineren Morphies und damit beginnt der Rutschspaß. Aber auch Tunnel und Überbrückungen sind auf dieser Karte vorhanden.

Massenraub auf der Öltankerstadt: Schutzschild deaktivieren, schießen und Masse erhalten.

Die Karten wirken gut durchdacht, sind auch für die Modi entsprechend geeignet und angepasst. So befindet sich auf der Öltankerstadt der Kopf bei Kopfjagd in einem Gummiboot mitten auf der Karte und dieses muss in Richtung eurer Basis geschoben werden. Wenn euer Avatar größer ist, geschieht dies auch aufgrund der Schwerkraft fast automatisch, denn der Avatar befindet sich gegenüber eures Ziels. Bei dem Modus Massenraub hingegen muss nur einer überhaupt auf einer Platte zum Schutzschilddeaktivieren stehen. Die anderen Morphies können in der Nähe des Altars eine gute Stelle suchen und von dort aus Masse stehlen. Dies wird zwar größtenteils verhindert (vor allem wenn der gegnerische Avatar klein ist), aber ist dennoch möglich und kann leicht ausgenutzt werden. Auch gibt es im selben Modus auf der Karte San Windtonio einen Altar, der etwas versteckt oben liegt. Daneben sind genau zwei Schalter für die entsprechenden Teams positioniert. So kann gemütlich in kurzer Zeit viel Masse übertragen werden, wenn der Altar aktiviert ist.

Bei etwa 4 Minuten pro Runde kann abhängig vom Modus viel Spielspaß in den ersten Runden aufkommen, der jedoch nach ein paar Runden auch etwas verfliegen kann. Wenn ihr einem schnellen Spiel beitretet, stehen stets drei Wahl-Optionen neben der Option "Beliebig" zur Auswahl. Dabei werden drei der zwölf möglichen Kombinationen aus Karte und Modus vorgeschlagen, welche die Spieler dann wählen dürfen. Je nach Wahl der Spieler werden die Gewählten aufgelistet, der Zufall rotiert durch diese Auswahl und legt dann eine Karte und den Modus fest. Bei Beliebig wird ebenfalls eine der drei vorgegebenen Optionen gewählt. Wenn ihr ein Spiel hosten solltet, könnt ihr über Karte, Modus, Rundenzeit, KI-Gegner, Morph-Rate und Lebenspunkte entscheiden. Das ist gut geeignet für Matches mit oder gegen Freunde beziehungsweise für Turniere. Auch Bots können eingestellt werden, falls ihr zusammen zu wenige seid und ein paar Gegner zum Abschießen haben wollt. Sollte beim schnellen Spiel nicht die erforderliche Anzahl an Spielern zusammenkommen, werden die Morphies entsprechend auf die Teams verteilt. So können auch 2-vs-2-Kämpfe ausgetragen werden. Ein lokaler Mehrspieler ist auch vorhanden, jedoch benötigt jeder Spieler seine eigene Konsole. Auch könnt ihr alleine gegen Bots offline spielen.

Individualisierungen ohne viel Aufwand

Leider war es dies auch schon mit den Modi des Spiels. Nach jedem Spiel gibt es eine gewisse Anzahl Muttern (abhängig von eurem Erfolg) und eventuell sogar einen Aufstieg in das nächste Level. Ein neues Level schaltet neue Fähigkeiten und Waffenteile frei. Bis Level 17 werden so nach und nach Waffenteile verfügbar, wodurch ihr eure Waffe individualisieren könnt. Dabei habt ihr die Auswahl zwischen der Basis, welche Schaden, Feuerrate und Genauigkeit bestimmt, und einer zusätzlichen Ausrüstung der Waffe, welche neben Schaden auch Nutzwert und Support bestimmt. So können bei Öliges Kunstwerk beispielsweise Öllachen der Teamfarbe verschossen werden, auf denen ihr euch regeneriert und sehr viel schneller unterwegs seid, während der Gegner unkontrolliert darauf rutscht. Allerdings dauert der Stufenaufstieg entsprechend lang. Die Fähigkeiten beziehungsweise Plug-Ins werden ebenfalls je nach Level freigeschaltet. Dabei gibt es verschiedene Plug-Ins für verschiedene Körperteile. So kann beispielsweise der Schaden oder das Leben mit dem Team geteilt werden oder mit einer Klebeflosse an Wänden hochgezogen werden. Diese Plug-Ins werden Stück für Stück freigeschaltet. Je nach Größe eures Körperteils im Spiel hält der Effekt stärker und länger.

Natürlich könnt ihr auch euren Morphie im Gesicht und auf dem ganzen Körper mit vorgefertigten oder individuellen Mustern gestalten. Neue Muster erhaltet ihr aus Piñatas oder durch den Kauf im Shop im Tausch gegen eure Muttern. Piñatas erhaltet ihr mit Level-Aufstieg oder durch den Kauf mittels der Muttern, allerdings sind diese recht teuer.

Schnell den Kopf auf der Öltankerstadt zu unserer Basis schieben... beziehungsweise rutschen lassen.

Und das war auch schon der gesamte Spielumfang. Neben einem Tutorial könnt ihr noch ein paar Einstellungen hinsichtlich der Sensitivität eurer Bewegungssensoren und Analog-Sticks tätigen, aber das war es auch schon. Steuerungstechnisch funktioniert das Spiel wunderbar und die Bewegungssensoren unterstützen euch hervorragend beim Zielen. Leider gibt es in der Version 1.0.1 noch ein großes Problem beim Spielen: Lags, also Verzögerungen beim Online-Spielen, die Auswirkungen auf eure Position, Bewegung und Zielgenauigkeit haben. Denn die Online-Partien sind zum Zeitpunkt des Tests oft mit Lags behaftet, was nicht an der Leistung des Spiels hängt, sondern an der Art der Implementierung. Die Entwickler arbeiten zurzeit daran, die Online-Partien in der Version 1.0.2 nur auf Regionen und nicht international zu beschränken und später die Spiele über dedizierte Server laufen zu lassen. In etwa 60 % meiner Online-Spiele traten Lags auf und dies ist vor allem auf der Karte Maztec-Tempel ärgerlich, da man durch die rotierenden Elemente sehr oft schlecht vorankommt oder gar „wegteleportiert“ wird. Das kann auch bei anderen Karten manchmal auftreten und ihr fliegt in kurzer Zeit schnell von der Karte. Es sollten also bald Besserungen auftreten.

Grafisch ist das Spiel sehr eigen und übertrieben komisch. Durch die Größenveränderung der Körperteile sind komische Figuren damit an der Tagesordnung. Die Grafik schaut recht gut aus und auch der Stil ist konstant – sowohl im Spiel als auch auf der Benutzeroberfläche. Zwar kann das Spiel grafisch nicht mit den großen Produktionen mithalten und hier und da sieht man unscharfe Texturen oder eine nicht ganz hohe Filterreichweite der Texturen, aber ansonsten ist die Grafik recht gelungen. Technisch gibt es bis auf die Lags keine weiteren Probleme. Das Spiel läuft rund und ist auch soweit gut optimiert. Jedoch habe ich das Gefühl, dass das Spiel am TV etwas unschärfer aussieht als im Handheld-Modus, obwohl das UI recht scharf wirkt. Im Handheld-Modus habe ich auch den Eindruck gehabt, dass es doch etwas besser als im TV-Modus läuft, zumindest online. Aber ansonsten kann ich nicht wirklich irgendwelche Mankos feststellen. Die Musik und der Sound sind ebenso gut gelungen, auch wenn es noch ein paar Bugs mit den Sounds gibt, die ebenfalls mit der Version 1.0.2 behoben werden sollen.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Morphies Law

Meinung von Marco Kropp
Morphies Law ist ein spaßiger Shooter mit einer interessanten Grundprämisse, die jedoch bis auf die Ziele nicht groß in den Modi zum Vorschein kommt. Der Umfang des Spieles ist leider etwas knapp und die Individualisierungsmöglichkeiten sind recht simpel. Die derzeitigen Lags online in der Version 1.0.1 sind auch nicht gerade ein Argument für den Titel, aber die Entwickler arbeiten wie erwähnt bereits an einer Lösung. Trotz dieser Defizite kann das Spiel überzeugen: Die liebevollen Karten, die unterschiedlichen Modi und die Grundidee, die eure Morphies teils sehr komisch aussehen lassen, sprechen klar für das Spiel. Der Shooter lohnt sich vor allem für ein paar kurze Runden zwischendurch oder mit Freunden.
Mein persönliches Highlight: Fast jede Partie Massenraub auf der Öltankerstadt.
Meinung von Krispin Berndt
Obwohl ich anfangs etwas skeptisch gegenüber dem Konzept von Morphies Law war, wurde ich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase positiv überrascht. Leider hat der Shooter seit dem Start mit Performanceproblemen im Online-Modus zu kämpfen, was den Spielspaß leider, zumindest am Anfang einer Runde, ein wenig trübt. Ich hoffe, die Entwickler werden in naher Zukunft eine anständige Lösung präsentieren können, welche für alle Seiten zufriedenstellend ausfallen wird. Das Spielprinzip und die Idee, dass sich die Gliedmaßen der Spielfigur während einer Runde stetig verändern, sind herrlich erfrischend und sorgen für den einen oder anderen Lacher. Zum jetzigen Zeitpunkt findet man in Morphies Law einen witzigen Shooter, welcher sich deutlich von den meisten Spielen im tristen Shooter-Genre abhebt, für Zwischendurch und (sobald die Probleme behoben sind) vielleicht auch mal für eine längere Spielesession.
Mein persönliches Highlight: Wie das Siegerteam bekannt gegeben wird und die verschiedenen Formen, welche der eigene Morphie während einer Runde annehmen kann. Zwei Beine, die wild um sich schießen? Genial.

Kommentare 4

  • NicellGamer Sternenkrieger - 09.09.2018 - 18:51

    Hatte ehrlichgesagt auch nicht viel vom Spiel erwartet. Wer weiß, was die Zukunft noch bringt.
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 09.09.2018 - 21:50

    Mich stößt schon das Design der Charaktere extrem ab, ich denke allein das sorgt sicher dafür, dass sie viele Kunden verlieren. Ansonsten wirkte das Spiel für mich etwas trashig ähnlich wie Drawn to Death
  • Sloppy Turmheld - 10.09.2018 - 00:39

    Das ist doch mal ein seehr interessantes Spielprinzip, werde ich im auge behallten, auch die tatsache das es im gegensatz zu splatoon einen lokalen multiplayer-modus bietet ist für mich ein enormer Pluspunkt.
  • otakon Ssssssssswitch - 10.09.2018 - 08:10

    Der Test klingt ja ganz gut und das Spielprinzip finde ich sehr interessant, doof ist das der Lokale Modus nur mit mehreren Switches geht.... denke ich werde erstmal passen, nur für den online Modus lohnt sich das nicht für mich.