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Test zu Bad North - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Bad North
  • USA USA: Bad North
  • Japan Japan: Bad North
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
20.08.2018
Vertrieb
Raw Fury
Entwickler
Plausible Concept
Genre
Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Simples Strategiespiel mit durchdachtem Minimalismus

Von Marco Kropp () Das kleine Strategiespiel Bad North, welches nicht wie andere auf Größe, sondern mehr auf Minimalismus setzt, erschien am 20. August 2018 im Nintendo eShop der Nintendo Switch. Entwickelt wurde der Titel von Plausible Concept mit der Unity-Engine und fand durch den Publisher Raw Fury den Weg in den Nintendo eShop.

Bei der Auswahl der Truppen während der Schlacht werden euch alle Felder, Aktionen mit diesen und sogar Schleichwege gestrichelt angezeigt. Und die Zeit auch stark verlangsamt.

Statt wie die bekannten Strategiespiele auf großflächige historische Szenarien zu setzen, steht bei Bad North mehr die Taktik im kleinen Raum im Vordergrund. Ihr seid der letzte Ahne eures von Wikinger zerstörten Inselkönigreiches. In der Kampagne, welche leider auch der einzige Modus ist, startet ihr zunächst mit zwei Kommandanten, welche jeweils einen Trupp von acht Milizionären in den Kampf führen. Euer Ziel: Die Gebäude auf der Insel vor den mit Booten einfallenden Wikingern zu verteidigen, die euch eures Hab und Gutes berauben wollen. Solltet ihr die erste Insel erfolgreich verteidigt haben, gewinnt ihr durch die nicht zerstörten Gebäude Goldmünzen. Kleine Gebäude bringen eine, große drei Goldmünzen und die mittelgroßen schließlich Zwei. Nach erfolgreicher Verteidigung seht ihr eine Karte, müsst aber erst die genutzten Kommandanten ausruhen lassen und die Runde beenden. Vor oder nach dieser Aktion könnt ihr noch die Münzen auf die Kommandanten verteilen. Sechs Münzen benötigt ihr zunächst, um aus der einfachen Miliz Bogenschützen, Pikeniere oder Infanterie zu machen. Während Bogenschützen recht selbsterklärend sind, gibt es bei den beiden Letzten etwas zu beachten:

Pikeniere sind defensive Einheiten und können nicht während einer Bewegung kämpfen. Sie eignen sich also hervorragend, um zum Beispiel Aufstiegspässe zu blockieren, da sie mit ihren Speeren die Gegner Stück für Stück dezimieren. Die Infanterie ist mit Schilden ausgerüstet und die Infanteristen können sich dadurch vor Pfeilen der Gegner schützen. Natürlich sind diese auch agil unterwegs. Eure Einheiten könnt ihr später auch für 12 Goldmünzen auf "Veteranen" und für 20 auf "Elite" aufrüsten. Bei der Infanterie erhaltet ihr größere Schilde, die den ganzen Körper vor Feinden schützen, während die Pikeniere nicht so leicht weggeschubst werden können, aber den Gegner gleichzeitig mit ihren Speeren weit weg stoßen. Und natürlich werden die Bogenschützen treffsicherer und schneller beim Abschießen ihrer Pfeile. Auch können Fähigkeiten wie ein Pfeilhagel (für Bogenschützen), ein Ansturm (Pikeniere stürmen über eine gewisse Distanz mit ihren Speeren voran; gut geeignet gegen gerade landende Truppen) und ein Stoß (Infanterie stürzt sich mit der Klinge voran von einer erhöhten Position hinunter) erlernt werden.

Die Karte wird beim Start einer Kampagne stets zufallsgeneriert. Mehrere Wege stehen euch oft zur Auswahl.

Wenn ihr eure Runde beendet habt, könnt ihr die nächste Insel ansteuern und bis zu vier Kommandanten auf dieser einsetzen. Auf dem Übersichtsbildschirm seht ihr außerdem, wie die Insel mit Höhenlagen beschaffen ist und welche Häuser es gibt – gut für die ersten Überlegungen bezüglich einer Verteidigung und der Auswahl der Truppen. Wenn ihr eine Insel ausgewählt habt, könnt ihr über den Einsatz eurer Truppen bestimmen, die Insel genauer anschauen und sogar wieder zurückgehen, falls euch die Insel nicht zusagt. Auf der Übersichtskarte werden Inseln mit neuen Kommandanten zum Rekrutieren mittels einer Fahne angezeigt. Einen Kommandant gewinnt ihr für euch, wenn seine Heimatinsel erfolgreich gegen die einfallenden Wikinger verteidigt wurde. Inseln mit hilfreichen Gegenständen werden mit einem Fragezeichen dargestellt. Diese Gegenstände sind beispielsweise der Befehlsring, um eure Truppenzahl eines Kommandanten von neun (acht Mann plus der Kommandant) auf zwölf und später sogar auf 16 zu erhöhen. Ein anderer Gegenstand wäre das Kriegshorn, mit dem ihr sofortige Verstärkung aus einem naheliegenden Haus erhaltet. Oder eine Bombe, mit der ihr eine große Explosion verursachen könnt.

Sollten eure Männer dezimiert werden, könnt ihr jederzeit den Kommandanten in eines der Häuser schicken, um die Einheiten wieder aufzufüllen. Doch passt diesen Moment gut ab, denn die Gegner treffen manchmal sehr schnell ein. Diese sind erst nur mit Schwert bewaffnet, kommen dann teilweise mit Schilden gegen Pfeile und mit Bögen. Sogar riesige Wikinger treffen im späteren Verlauf des Spiels ein, mit riesigen Langbögen, die eure ungeschützten Einheiten im wahrsten Sinne des Wortes wegschleudern können oder aber mit einem Schwert und enormer Schlagkraft. Sollte es im Verlauf des Kampfes nicht gut aussehen, könnt ihr euren Kommandanten mit den verbleibenden Truppen durch die von den Wikingern an den Strand gebrachten Booten wieder ausschiffen und die Kommandanten damit retten: Wenn die gegnerischen Pfeile nicht den Letzten des Trupps auf der Flucht eliminieren. Denn der Kommandant lebt nur solange, wie es auch Krieger im Trupp gibt. Wenn alle Krieger eliminiert sind und euer Kommandant getroffen wird, stirbt er und die Einheit ist somit für die Kampagne verloren. Sollten also all eure Kommandanten getötet worden oder geflohen sein, ist die Insel verloren und die Gebäude sind zerstört. Ein erneutes Betreten hat dadurch also nicht viel Sinn. Auf der Karte wird auch die Eroberungslinie angezeigt, welche sich pro Runde erweitert. Bereits eroberte und geschwärzte Inseln können nicht befahren werden. Auch müsst ihr überlegen, welchen der angebotenen Wege ihr als nächstes angeht, da die Inseln alle nicht gerade auf einer Linie liegen, sondern eine Insel meist den Weg zu weiteren Inseln ermöglicht.

Wettereffekte wie der Regen sorgen für eine sehr gute Stimmung.

Das Spielprinzip ist also recht einfach zu verstehen und auch die Möglichkeiten sind begrenzt. Mehr als das Beschriebene gibt es nicht, aber dies reicht auch an Möglichkeiten. Die Strategie – also welche Insel ihr als nächstes ansteuert – ist euch überlassen. Jede Insel ist von ihrer Beschaffenheit her unterschiedlich und es bedarf also eures strategischen und taktischen Verständnisses: wo positioniert ihr welche Einheit? Welches Item gebt ihr den Truppen? Wie teilt ihr das erhaltene Geld auf die Truppen aus? Diese wichtigen Fragen werden euch stets beschäftigen. Das Umherschicken der Truppen, abhängig davon, wo der Feind einfällt, muss auch bedacht werden. Wenn ihr einen Trupp durch L oder R ausgewählt habt, verlangsamt sich der Spielablauf, damit ihr wohlüberlegt und zeitgleich auch schnell eure Truppen als Reaktion neu positionieren könnt, was euch etwas Zeit im Befehligen der Truppen gibt. Doch der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen. Auf "normal" werden die späteren Inseln teils sehr hart und ihr müsst weise überlegen, wie ihr das Gold einsetzt. Verlorene Truppen sind für immer weg und ein Aufrüsten durch neu angeworbene Kommandanten im späteren Spielverlauf schwierig, weil nicht eingesetzte Kommandanten auch keine Münzen erhalten beziehungsweise der neue Kommandant bei falschem Einsatz sehr schnell dahinrafft.

Der Minimalismus des Spiels in Bezug auf Grafik und Design wurde perfekt umgesetzt und es gibt wirklich keine Annehmlichkeiten, die fehlen würden: Die Begrenzung der Einheiten ist sinnvoll, die Inseln sind liebevoll gestaltet und die Ideen alle durchdacht und sehr ausgereift. Auch technisch und grafisch gibt es (nach einem Patch) nichts weiter zu bemängeln. Der eigene Grafikstil passt zu dem minimalistischen Grundansatz des Spiels und auch der Stil ist in sich konsistent. Im Verlaufe des Spiels werden die Inseln auch mit Regen, Grabsteinen oder sogar Schnee verziert, was für Abwechslung sorgt und ebenfalls sehr gut gelungen ist, wenn es leuchtet und danach donnert. Die Musik ist auch sehr gut gelungen und passt hervorragend mit den Soundeffekten zusammen. Und wen das Blut stört, hat die Möglichkeit, dies in den Optionen auszuschalten. Auch positiv anzumerken ist, dass der Titel komplett mit dem Touchscreen gesteuert werden kann. Dies ist oft angenehm, wenn ihr gerade unterwegs seid und nicht unbedingt die Joy-Con herausholen wollt. Das Spiel ist auch komplett auf Deutsch lokalisiert.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Bad North

Meinung von Marco Kropp
Bad North zeigt, dass trotz einer simplen Grundidee und einfachen Mechaniken ein sehr durchdachtes und teils herausforderndes Strategiespiel entstehen kann. Es sollte jedem Spieler Spaß machen und ein paar glückliche Stunden bescheren. Zwar ist der Wiederspielwert nicht sehr hoch, doch wer wie ich in der Kampagne verloren hat, versucht es gerne noch einmal, um vielleicht in diesem Anlauf die letzte Insel zu erreichen. Zwar hätte ein weiterer Modus mit Zufallskarte das Spiel noch besser gemacht, aber die Kampagne reicht auch aus. Hier ist der Spruch „weniger ist mehr“ treffend!
Mein persönliches Highlight: Als ich geschickt alle Truppen am einzigen Aufgang positioniert habe und kein Feind an meinen Pikenieren vorbeikam.

Kommentare 4

  • TiMauzi Turmritter - 12.09.2018 - 17:24

    Cool, werd ich mir mal anschauen... traurig, bisher ist nur Super Mario Odyssey auf meiner Switch...
  • FloFibonacci Turmritter - 12.09.2018 - 18:44

    @TiMauzi Das ist wirklich traurig, denn gute Spiele gibt es ja allerhand :) Ich habe 22 Spiele auf der Switch, so viele hatte ich in so kurzer Zeit für ein System noch nie.
  • KlaBooster Alles wird loot ... - 12.09.2018 - 19:38

    Ich finde es mega traurig, das eine art rouge like draus geworden ist, warum nur? Hätte man so schön auch ohne dieses Element spielen können.
  • kaputten10 Turmbaron - 12.09.2018 - 20:00

    Habs mir geholt und ja es macht schon kurzzeitig Laune, aber es ist eher so die Kategorie "kostenloses Smartphone Spiel" und selbst dafür ist es vom Umfang schon fast zu knapp und wenig Abwechslungsreich. Also 15 € würde ich nicht nochmal dafür zahlen.