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Test zu Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Fahrzeug-Set - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Fahrzeug-Set
  • USA USA: Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Vehicle Kit
  • Japan Japan: Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Drive Kit
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
14.09.2018
Vertrieb
Nintendo
Entwickler
Nintendo
Genre
Rennspiel
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Von Maik Dallherm () Das dritte Set lizenzierter Pappe geht nun an den Start. Nachdem im April Nintendo Labo mit dem Multi-Kit und dem Robo-Set veröffentlicht wurden, widmen wir uns nun dem Fahrzeug-Set. Es greift dabei ein wenig das Prinzip des Motorrads aus dem ersten Set auf, doch behandelt es gleich mehrere Steuerelemente verschiedener Fahrzeugtypen. Anders als bei den vorigen Nintendo Labo-Tests ist dieses Mal zwar kein Kind mit dabei, aber ganz ehrlich, ich selber habe es mit dem Basteln eigentlich auch nicht viel besser drauf. Bauen, Spielen und Entdecken lautet das Motto. Und es gibt wohl keinen leichteren Weg, wie Nintendo Labo es euch vermittelt, denn bereits das Hauptmenü ist klar in diese drei Kategorien unterteilt.

Bauen

Für Nintendo Labo üblich, bekommt ihr keine einsatzbereiten Toy-Con geliefert, da der Spaß an Labo bereits mit dem Basteln anfängt. Falls ihr schon einmal ein Toy-Con anhand eines vorigen Sets gebaut habt, kennt ihr ja bereits die Regeln. Das Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Fahrzeug-Set liefert euch neben der passenden Software diverse Pappbögen, um folgende Toy-Con zu kreieren:
  • Pedal
  • Schlüssel und Ersatzschlüssel
  • Auto (Lenkrad + Steuerelemente) und Bildschirmhalterung
  • U-Boot (Lenkung)
  • Flugzeug (Steuerknüppel)
  • Sprühdose
  • Extrabogen für Dekorationen und Experimentelles (Utensilien für die Toy-Con-Werkstatt)

150 - 210 Minuten. Habt ihr heute schon etwas vor?

Die größeren Toy-Con werden aus mehreren Bögen hergestellt. Glücklicherweise haben fast alle Toy-Con eine eigene Farbe, sodass man die nötigen Bögen für einen Toy-Con schnell zur Hand hat. Da sie unterschiedlich komplex sind, brauchen sie alle auch unterschiedlich lang zum Zusammensetzen. Besonders für das Toy-Con-Auto solltet ihr bis zu vier Stunden einplanen. Ihr müsst euch aber nicht hilflos da durchknicken. Interaktive 3D-Anleitungen erlauben es euch, alle "Elemente" inklusive Schlitze, Laschen und Falzlinien (das Wort werdet ihr dort noch sehr oft lesen) aus jedem Blickwinkel zu betrachten. Diese Anleitungen spielt ihr bei Eingabe ab oder spult sie zurück. Dabei wird absolut jeder Schritt ersichtlich gemacht, die meisten sogar individuell kommentiert. Dadurch sind die Anleitungen nicht nur kindgerecht, sondern auch Bastelnieten wie ich kommen mit ihnen super zurecht! Für Nintendo muss das ein gewaltiger Aufwand gewesen sein, aber dafür hatte ich noch nie einen besseren Guide in der Hand auf dem Bildschirm. Außerdem steckt in ihnen ein toller Humor. Wer arbeitet nicht gern mit einem Koalagesicht, Sushirollen oder mit Herr Schachteldach?

Als Element wird eine Form aus einem Bogen bezeichnet. Alle Elemente haben perforierte Ränder. Da die Pappe relativ stabil ist, könnt ihr sowohl durch das Ausdrücken der Elemente, als auch durch das Fixieren auf der Unterlage und dem Anheben des Bogens die Elemente leicht entfernen. In der Regel sollte dabei nichts reißen, aber passt trotzdem auf, dass keine unerwünschten Knicke in den Elementen entstehen. Nahezu alle Elemente sind mit Schlitzen oder Laschen versehen. Erstere sind aber noch gestopft. Auf der blanken Seite eines Elements könnt ihr leicht erkennen, wo ihr noch restliche Pappe entfernen müsst. Manche sind aber auch nur Klappen, also drückt nicht fester, wenn der Widerstand zu groß ist. In der Anleitung könnt ihr außerdem sehen, wo anschließend noch Löcher sein sollten. Dokumentiert werden sie allerdings nicht.

Die Anleitung geht absolut locker von der Hand.

Auch wenn beim Basteln die kommenden Schritte bereits offensichtlich werden, solltet ihr an dieser Stelle noch einmal sicher gehen. Gelegentlich müssen Laschen oder Falzlinien von der bedruckten Seite nach innen (also aus optischer Sicht nach außen) geknickt werden, bevor das aktuelle Element, wie alle anderen auch, zuerst umgedreht und dann geknickt wird. Anschließend beginnt ihr mit dem Zusammenfalten. Auch hier gilt: Ihr könnt praktisch nichts falsch machen, solange ihr euch stets nach der Anleitung richtet. Seid nur nicht voreilig mit dem Falten, sonst verschließt ihr schon Elemente, obwohl ihr sie vielleicht noch geöffnet braucht. Der gesamte Vorgang benötigt eine Menge Geduld, aber niemand erwartet von euch, ein Set an nur einem Nachmittag fertig zu stellen. Umso besser ist einfach das Gefühl, wenn man die "harte" Arbeit endlich vollbracht hat. Besonders das langwierige Toy-Con-Auto ist alles andere als schnell erledigt. Mein Bruder und ich haben zwar nach einem neuen Toy-Con immer mal eine Runde in der Praxis gezockt, aber insgesamt haben wir uns etwa zwei Nachmittage und Abende Zeit genommen, um alles aus den Bögen aufzubauen.

Spielen

Nach jeder Anleitung führt euch die Software zu einem passenden Minispiel. Dabei werdet ihr euch wahrscheinlich zuerst an Slotcars wagen. Das Prinzip dieses Minispiels ist wohlbekannt: Ihr benutzt lediglich das Pedal, um euer Fahrzeug in einem Rennen gegen andere Fahrzeuge antreten zu lassen. Die Lenkung wird dabei vollständig vom Spiel übernommen. Passt einfach auf eure Geschwindigkeit auf. Auf der ersten Strecke könnt ihr euch vielleicht noch durchgehend Vollgas leisten, aber wenn ihr eine Kurve nicht kratzen könnt, fliegt ihr offensichtlicherweise raus und das Zurücksetzen kostet euch Zeit. Für Slotcars gibt es sieben vorgefertigte Strecken. Besitzt ihr auch das Multi-Kit und habt dort eigene Strecken kreiert, tauchen diese hier ebenso in zusätzlichen Slots auf und erweitern damit die Streckenauswahl auf 10. Andernfalls bleibt es bei der minimalen Streckenauswahl. Ernsthaft: Wir haben es hier mit dem Fahrzeug-Set zu tun! Warum schneidet man gerade hier den Streckeneditor raus?

Gebt auf die Elemente Acht. Sie sollten nicht verknicken.

Um etwas mehr Spannung in das Rennen zu bringen, steht euch die Möglichkeit offen bis zu vier Spieler auf die Strecke zu schicken. Alternativ können diese Plätze auch von Computergegnern belegt werden. Für zusätzliche Spieler benötigt ihr lediglich entsprechend zusätzliche Joy-Con. Ob linker oder rechter Joy-Con spielt dabei dann keine Rolle, aber weitere Pedale solltet ihr euch anschaffen. Labo wäre nicht Labo, wenn ihr euch diese nicht einfach selber machen könntet. Greift dabei auf eure Kreativität und das zurück, was euch daheim zur Verfügung steht. Weitere vorbereitete Pedale sind nicht mit im Set enthalten. Wichtig wäre hierbei einfach die Neigung des Joy-Con. Besser erklärt wird es euch in der Entdecken-Rubrik. Dort gibt es dann noch einige Beispiele, um euch zur Inspiration oder zum Nachbauen anzuregen.

Das zweite Spiel wäre die schon aus dem Multi-Kit bekannte "Rennstrecke" und zeigt klare Parallelen zum Motorrad-Spiel aus dem Multi-Kit. Nur sitzt ihr hier eben im Auto und nicht auf einem Bike. Hier benötigt ihr neben dem Pedal auch das einsatzbereite Auto. In diesem Spiel brettert ihr wieder über die gleichen besagten Strecken wie oben auch, inklusive der selbst gemachten aus dem Multi-Kit. Drei Geschwindigkeitsklassen bieten neue Herausforderungen. Auch hier können die Computergegner eingeschaltet werden, oder ihr absolviert in Ruhe ein Zeitfahren. Hier könnt ihr die Leine für den Turboboost benutzen oder die Hebel verwenden, um euren Kontrahenten eine überzuziehen. Die aus dem Multi-Kit bekannten Tageszeiten und Wettereffekte sind euch hier verwehrt. Ein sonniger Tag wird euch stets im Rennen begleiten. Etwas unglücklich gelöst ist es mit dem Pausieren. Da die Joy-Con in den Toy-Con stecken, ist es nicht möglich, die Plus- und Minustaste einfach zu erreichen. Auch eine Hebelsteuerung gibt es dafür nicht. Ein ähnliches Problem habt ihr auch mit der Screenshot- und Videofunktion. Die angenehmste Lösung wäre ein separater Controller für diese Funktionen. Das Problem habt ihr daher auch mit den anderen Spielen, die beide Joy-Con erfordern.

Oh Junge, der hat gesessen!

Einen Versus-Modus der klassischen Art bekommt ihr im Kampf. Auch hier nehmt ihr wahlweise einen Spieler oder einen Computer als Gegner dazu. Hier lasst ihr buchstäblich die Fäuste fliegen! Benutzt die Hebel, um einen Hieb aufzuladen und lasst ihn zur Entfesslung los. Zur Auswahl stehen euch acht Arenen und neben einer Zufallsauswahl gibt es auch die Möglichkeit, eine eigene Arena zu kreieren. Anders als bei dem Editor aus dem Multi-Kit funktioniert hier nur die Infrarot-Kamera. Die gescannten Objekte werden dann nach außen auf der Arena hervorgehoben. Es kann hier nur eine Arena gespeichert werden. Eine neue Arena überschreibt die Vorige. Eine selbstgemachte Arena wird im Laufe des Kampfes durch Fäuste oder Explosionen dynamisch beschädigt und zerstört. Und wo ich schon von Explosionen spreche: Der Kampf wird von unterschiedlichen Items versüßt. Bomben, Heilung oder ein Wachstum zum Riesen stellen nur eine Hälfte dar. Diese Items kommen in Form von Kugeln vor, die ihr aufsammelt oder auch wegkickt (Bomben würde ich auch nicht sammeln wollen). Alle Items lassen sich individuell ein- oder ausschalten, auch die Häufigkeit aller könnt ihr bestimmen.

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Aber seien wir mal ehrlich: Wer sich von euch schon für das Fahrzeug-Set interessiert, dann bestimmt auch wegen der Hauptattraktion: Das Abenteuer! Der umfangreichste Modus des Fahrzeug-Sets schickt euch auf eine Insel. Der erste Eindruck: Ganz schön leer hier! In der Tat werdet ihr nicht viele Details in dieser Welt entdecken. Aber dafür spielt fast alles, was ihr seht, auch eine Rolle. Habt ihr Pedal und Lenkrad einsatzbereit, steckt ihr den Schlüssel ein und schon kann es losgehen. Den Hügel herab findet ihr eine Tankstelle. Tankstellen erfüllen zum einen ihren selbstverständlichen Zweck, den Tank eures Fahrzeugs aufzufüllen. Denn jeder Kilometer kostet euch natürlich merklich Sprit. Benutzt die Drehknöpfe an den Hebeln, um den Tankschlauch auszuwählen und zieht den jeweiligen Hebel herunter. Die Steuerung geht für meine Verhältnisse erstaunlich präzise von der Hand. Da kann das alte Billig-Lenkrad, was ich vor vielen Jahren auf anderen Konsolen benutzt habe, nicht mithalten. Nur auf die Hebel sollte man achten, denn die hatten bei mir schon in seltenen Fällen eine Fehlfunktion.

Da kann es jemand kaum erwarten, die ganze Insel zu entdecken.

Habt ihr das Fahrzeug an einer Tankstelle erstmals vollständig aufgetankt, wird euch das zugehörige Segment auf der Karte aufgedeckt. Die gesamte Insel ist in viele Bereiche und Biome eingeteilt. Auch nicht schlecht, einen schneebedeckten Berg direkt an einer Wüste angegrenzt zu sehen. In jedem Gebiet bekommt ihr verschiedene Aufgaben zugewiesen. Ein paar teilen sich alle, wie das Auftanken oder eine Fahne zu finden. Ansonsten transportiert ihr gerne auch Fahrgäste, oft auch weniger menschlich als andere. Sei es der Weltreisende, ein Seeungeheuer-Kind, das seine Mutter verloren hat oder ja, Straßenteile. Richtig gehört, Straßenteile! Die auch noch sprechen können! Ich rede auch gerne mit dem Radweg. Gelegentlich müsst ihr auch Bäume absägen oder Felsen in die Luft sprengen. Auch dafür habt ihr die passenden Utensilien parat. Denn neben dem Tankschlauch findet ihr auch eine Kreissäge, einen Bombenwerfer, eine Radioantenne (keine Sorge, die könnt ihr unabhängig benutzen) und für ungünstige Schlamm- und Wasserspritzer sogar Scheibenwischer. Man hat wirklich (fast) an alles gedacht. Das Abenteuer könnt ihr in einer Dritte-Person- und Erste-Person-Ansicht erleben. Letzteres bringt besonders dann Stimmung, wenn man gerade mit Hilfe der Bildschirmhalterung unterwegs ist.

Mit dem Bildschirmhalter bringt ihr die Konsole direkt über dem Lenkrad in Stellung. Praktisch, wenn man einmal ohne Fernseher spielt, denn sonst wäre es sehr umständlich, mit der Konsole abseits zu spielen. Gehört ihr zu der Sorte, die beim Lenken das gesamte Lenkrad zur Seite neigen, könnt ihr in den Einstellungen eine Kameraneigung über Gyrosensoren einschalten. Damit wird die Ausrichtung korrigiert, was das Verhalten einer Kurvenlage verbessert. Einen kleinen Nachteil gibt es bei der Halterung jedoch: Sie lässt sich aufgrund ihrer Form nur an das Toy-Con-Auto anbringen. Braucht ihr das U-Boot oder das Flugzeug, werdet ihr euch nach einer Alternative umsehen müssen. Wahrscheinlich reicht aber der nächste Tisch schon aus, da diese Steuerelemente kleiner als das Auto sind – und damit auch nicht so sperrig.

Wir sind so nett, dass wir sogar wirklich allem helfen!

Aber was bringt uns das Auto allein, wenn wir damit eh nur die Hälfte erleben können? Im Abenteuer werden noch die zwei anderen, großen Toy-Con ihre Funktion erfüllen. Zwei alternative Fahrzeuge geben dem Abenteuer erst wirklich seinen Namen. Steckt ihr den Schlüssel in ein anderes Fahrzeug, führt das virtuelle Gefährt eine unverzügliche Transformation aus und ist sofort startklar. Und alleine das Gefühl, die Fahrzeugform fließend zu wechseln, ist einfach super! Kommen wir also zum U-Boot. Bedient wird es neben dem Pedal mit den beiden Steuerrädern. Damit werden die Propeller geneigt und der Schub entsprechend ausgeübt. Eine einfache Kurvenlage wie beim Auto oder dem Flugzeug gibt hier also nicht. Das benötigt eine Weile zur Eingewöhnung, geht aber anschließend gut von der Hand. Der Knopf in der Mitte wird für den Ankerhaken verwendet. Voll aufgeladen visiert er greifbare Objekte automatisch an. Seid ihr verankert, richtet die Propeller nach vorne, um rückwärts zu fahren. Da unten wird man einiges finden können. Immerhin gibt es auch einige Aufgaben, die nur mit dem U-Boot bewältigt werden können.

Frei wie ein Vogel seid ihr mit dem Flugzeug. Von den größeren Toy-Con hat dieser Steuerknüppel inklusive Abzug den geringsten Aufwand beim Aufbauen. Steckt ihr den Schlüssel in das Toy-Con-Flugzeug, könnt ihr direkt abheben. Da wir es nicht mit einer Simulation zu tun haben, muss das Flugzeug nicht erst an Fahrt gewinnen. Das Flugtempo erreicht es schon unverzüglich beim Beschleunigen. In der Luft müsst ihr aber besonders auf euren Treibstoff achtgeben, denn dieser leert sich nun viel schneller als in den anderen Fahrzeugformen. Das Fluggefühl macht sich nach den längeren Landfahrten bemerkbar und auch im Flug geht die Tragflächenbedienung durch den Steuerknüppel leicht und sauber auf. Das Flugzeug ist mit zwei Raketenwerfern ausgestattet. Haltet den Abzug gedrückt, um die Zielerfassung zu aktivieren. Landobjekte wie Bäume oder Felsen lassen sich zwar auch anvisieren, aber in der Regel braucht ihr sie für Ballons. Nur eine Bedingung für eine von weiteren Missionen, die ihr nun dank des Flugzeugs absolvieren könnt.

Dabei schoss man am Horizont auf 99 Luftballons.

Auch wenn das Abenteuer euch eine Weile zu beschäftigen weiß, solltet ihr nicht zu viel Wert auf dieses Spiel setzen. Es wird euch wahrscheinlich besser und länger unterhalten können als das Robo-Set oder ohnehin das Multi-Kit, aber auch das ist keine langfristige Beschäftigung. Wie schon erwähnt, ist die Welt bis auf interagierbare Objekte ziemlich leer. Da die gesamte Karte von Anfang an zugänglich offensteht, habt ihr sie wahrscheinlich in ein bis zwei Stunden vollständig aufgedeckt. Der größte Reiz ist hier wie auch in allen anderen Spielen das Fahrgefühl, das euch dank des scheinbar so simplen Pappspielzeugs echt gut vermittelt wird.

Aber wir sind noch nicht ganz mit dieser Insel fertig. Es gibt noch einen weiteren Modus, der euch zu fordern vermag. In der Rallye setzt ihr euch nach einer Auswahl von zehn Kursen in die entsprechenden Vehikel und passiert Checkpoint-Tore. Die Position des ersten Tors mag ersichtlich sein, aber die nächsten Tore müsst ihr erst einmal finden, was die Herausforderung der Rallye ist. Richtungspfeile weisen euch grob den Weg, aber verschleudert nicht zu viel Zeit, denn diese ist begrenzt und addiert sich immer mit jedem passierten Checkpoint. Eine zweite Hürde wird euch mit einer sehr begrenzten Treibstoffkapazität auferlegt. Auftanken könnt ihr nicht, also spart euch besser die Umwege. Das Endergebnis wird euch nicht als eine Bestzeit ausgeschrieben, sondern als eine Punktzahl errechnet. Doch wer weiß, vielleicht gibt es da noch eine Überraschung, wenn ihr alle zehn Strecken gemeistert habt.

Man kann sich auch Präzisionsarbeit daraus machen...

Selbst virtuell geht die Gestaltung noch einen Schritt weiter. Im Farbstudio ist es euch erlaubt, mit der Toy-Con-Sprühdose euer Fahrzeug zu lackieren. 16 Farben könnt ihr versprühen. Unterläuft euch ein Fehler, lässt sich die Farbe mit Wasser, quasi die 17. Farbe in der Palette, wieder entfernen. Da das Toy-Con hier nicht zwangsläufig gebraucht wird, könnt ihr auch einfach den bloßen rechten Joy-Con stattdessen benutzen. Dank der Tastensteuerung fällt die Bedienung dann sogar komfortabler aus, wobei es aber nicht so realistisch erscheint. Der zu färbende Bereich wird immer anhand des Blickwinkels und dem Sprüh-Durchmesser bestimmt. Für Präzisionsarbeiten solltet ihr also viel mit der Kamerasteuerung hantieren. Denn je größer der Zoom, desto kleiner der Farbbereich. Für komplizierte Muster gibt es aber auch ein Hilfsmittel über die Infrarot-Kamera. Mit Objekten deckt ihr das Fahrzeug ab. Diese Formen werden anschließend beim Sprühen ignoriert und nicht gefärbt, als hättet ihr das Fahrzeug also abgeklebt!

Hauptsächlich werdet ihr euch zwar mit dem Fahrzeugrahmen beschäftigen, aber wie wir wissen, gibt es drei Formen des Fahrzeugs. Was ist also mit den Rädern, Propellern und den Flügeln? Auch diese könnt ihr separat voneinander einfärben. Nicht nur die linke oder rechte Seite sind getrennt. Bei den Rädern können sogar alle vier individuell lackiert werden, inklusive der Reifen. Drückt ihr den linken Stick ein, bekommt ihr ein weiteres Fahrzeug aufgetischt. Keine Sorge, euer voriges Design ist nicht verloren! Hierbei handelt es sich um das Fahrzeug, das Spieler Zwei im Kampfmodus benutzen würde. Dennoch müsst ihr bedenken, dass die Fahrzeuge nicht als Kopien gespeichert werden können. Jede Änderung im Design wird sofort übernommen und kann nicht rückgängig gemacht werden. Möchtet ihr also ein voriges Design zurück, dürft ihr es also aufs Neue färben. Die Standard-Lackierung wiederherzustellen ist aber zum Glück kein großer Aufwand. Spült es dazu einfach gründlich mit Wasser ab. Steckt ihr den Toy-Con-Schlüssel in eines der Fahrzeuge, demonstriert euch das Spiel das entsprechende Fahrzeug mit allen zugehörigen Teilen.

Entdecken

Widmen wir uns einer Rubrik, die gerade für Nintendo in der Vergangenheit eher unüblich war. "Entdecken" gewährt euch einen Einblick hinter die technischen Kulissen. Beim Bauen werdet ihr sicherlich die Marker-Sticker, bestehend aus einer reflektierenden Oberfläche, verwendet haben. Bestimmt habt ihr längst gewusst oder vielleicht geahnt, dass die Infrarot-Kamera des rechten Joy-Con auf diese reagiert. "Entdecken" erklärt euch, nach welchen Mustern die Kamera oder die Gyrosensoren funktionieren. Allgemein erfahrt ihr hier die technische Funktionsweise aller Toy-Con. Die dreiköpfige Crew des sogenannten Toy-Con-Entwicklungslabors, angeführt von Professor von Papp, nimmt euch als viertes Mitglied auf. Sie sind es, die euch die Verhaltensweisen zwischen Toy-Con und Technik erklären. Und das gerne auch mit mit einer Prise Humor. Ob das Pedal nun die Gyrosensoren benutzt oder das Auto von der Infrarot-Kamera Gebrauch macht. Für Technikaffine wird diese Rubrik zwar nicht besonders spannend ausfallen, doch gerade das jüngere Publikum dürfte sich daran sehr erfreuen. Und so oder so zeigt euch die Entdecken-Rubrik auch zu den Spielen ein paar Funfacts, die ihr so vielleicht nicht bemerkt hättet. Nehmt euch ein paar Minuten mehr Zeit, wenn ihr könnt. Der Professor hat gerne mal eine Geschichte zu erzählen. Praxisübungen werden anstehen und wenn ihr einmal jeden Dialog durchgelesen habt, bekommt ihr sogar einen Test um den Meistertitel unter die Nase gerieben.

...doch was tut man nicht alles für das Towermobil?

Das Wissen um die Technik der Joy-Con ist auch unabdingbar dafür, wenn ihr euch eigene Werke kreieren möchtet. Ganz recht: Die Toy-Con-Werkstatt ist auch wieder beim Fahrzeug-Set dabei. Sie erlaubt euch nach einem Eingabe-Ausgabe-Verfahren eigene Toy-Con zu erstellen. Dafür bietet euch ein Pappbogen spezielle Requisiten, so ist auch das Umfall-Männchen dabei. Mit dem Touchscreen, Tasten, der Infrarot-Kamera oder den Gyro- und Beschleunigungssensoren irgendwelche Flächen leuchten zu lassen oder den Controller zum Vibrieren zu bringen klingt zunächst nach einem einfachen Unterfangen, aber das gesamte Potenzial sollte nicht unterschätzt werden. Sicherlich werdet ihr schon von einigen Beispielen gehört oder gesehen haben. Es gibt echt einige geniale Toy-Con aus der besagten Werkstatt, die ihr euch auf diversen Internetseiten wie YouTube einmal ansehen solltet.

"Meine Steuerung" ist eine abgewandelte Version der Werkstatt. Hier geht es darum, alternative Steuerungsmethoden für die verschiedenen Spielmodi zu erschaffen. Wenn ihr die Nutzung der großen Toy-Con satt habt oder es etwas bequemer haben möchtet, ermöglicht diese Funktion zum Beispiel die Verwendung von Tasten. Vordefinierte Profile demonstrieren euch auch die Steuerung des Fahrzeugs mit dem bloßen Touchscreen. Das Flugzeug mit nur einem waagerechten Joy-Con steuern? Kein Problem! Die neuen Profile können auf unkomplizierte Weise ausprobiert werden. Eine Schaltfläche am oberen Bildschirmrand bringt euch direkt zum Testgelände.

Unser Fazit zu Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Fahrzeug-Set

Meinung von Maik Dallherm
Mit dem Nintendo Labo: Toy-Con 03 - Fahrzeug-Set durfte ich erstmals einen Einblick in Nintendos Qualitätspappe wagen, und so ironisch dieser Satz klingen mag, ich finde es gar nicht übel! Die Verarbeitung des Materials geht völlig in Ordnung und dank der absolut ausführlichen Anleitung konnte sogar meine Pappnase mit dem Zusammenbau aller Utensilien klar kommen. Passt nur auf, dass ihr unerwünschte Knicke meidet. Auch für die verschiedenen Sticker, insbesondere Marker-Sticker, ist eine ruhige Hand von Vorteil. Die Gestaltung der Software macht euch den Ursprung von Nintendo klar. Einen typischen Funfact bekommt ihr allein im Hauptmenü zu sehen, wo ihr dieses sogar über das Toy-Con-Auto bedienen könnt! Die Toy-Con-Werkstatt gestattet euch interessante Experimente und "Meine Steuerung" erlaubt euch Alternativen zu den großen Toy-Con-Fahrzeugen. Fertiggestellte Toy-Con kommen in den sechs Spielen, das Farbstudio mit einbezogen, zum Einsatz. Die meiste Zeit verbringt ihr dabei beim Abenteuer, der Hauptattraktion des Sets. Dennoch solltet ihr eure Zeit in diesem Spiel genießen, denn ein langfristiges Spielerlebnis über Wochen oder Monate werdet ihr hier nicht finden, falls euch nicht gerade die Toy-Con so lange motivieren. Aber mal sehen, jetzt kommt ja noch der Support des Toy-Con-Autos und -Pedals für Mario Kart 8 Deluxe.
Mein persönliches Highlight: Highlight: Das Gefühl, beim Abenteuer durch das Umstecken des Schlüssels zum Flugzeug zu wechseln.

Kommentare 5

  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 13.09.2018 - 16:06

    Hier geht es darum, alternative Steuerungsmethoden für die verschiedenen Spielmodi zu erschaffen.
    Also ist man auf die gebauten Pappdinger nicht zwingend angewiesen und man kann die "Spiele" auch so spielen? Ist das sehr kompliziert, die Steuerung umzustellen oder gibt es vorgefertigte Sets, aus denen man wählen kann?

    Das wäre durchaus interessant, weil das eigentliche Spiel, was unter dem Labo-Konzept steckt, scheinbar mehr Spiel ist als die bisherigen Sachen.
  • Marissa14 Turmknappe - 13.09.2018 - 22:34

    Wie auf der Waldorfschule; es gibt keine Note.
  • Ande Turmbaron - 14.09.2018 - 13:43

    @Maik Dallherm
    Was mir hier ein bisschen fehlt, wie vielseitig sind die Aufgaben im Abenteuer? Ob ich eine Strasse oder einen Wanderer von A nach B fahre, macht ja keinen grossen Unterschied. Auch wenn das Eine etwas schräg ist, bleibt es vom Prinzip her das Gleiche. Wird hier genügend Abwechslung geboten oder gibt es pro Fahrzeug nur wenige Missionstypen? Ein Spiel kann auch Spass machen, wenn es nur 10h dauert, wenn ich aber in diesen 10h nur Leute rumkutschiere ist es dann doch eher öde.
  • Maik Dallherm Foren-Hüter aus der Zerrwelt - 14.09.2018 - 14:15

    @Ande
    Wenn ich die Missionen in grobe Typen unterscheide, dann hätten wir einfach gesagt Suchen, Transportieren, Zerstören, Sammeln und paar individuellere Aufgaben (z.B. beim See die Brücken herunterfahren lassen... aber dafür sucht man letztendlich auch nur nach den zugehörigen Schaltern). Und ob man nun Leute von A nach B bringt oder mehrere versammeln muss, liegt auch im Auge des Betrachters, ob es genug Abwechslung darstellt.

    @Splatterwolf
    Es gibt in den Beispielen ein paar vorgefertigte Tasten-Setups. Trotzdem sollte man den Schlüssel parat haben, was auch bedeutet, dass man die Toy-Con-Fahrzeuge zumindest aufgebaut haben sollte.

    Und joa, im Abenteuer verbringt man zwar schon einige Stunden, aber wenn ich mir die anderen Sets so ansehe, würde ich jetzt nicht sagen, dass da sooo viel mehr Spiel hintersteckt. :D
  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 14.09.2018 - 14:28

    Zitat von Maik Dallherm:

    Schlüssel parat haben, was auch bedeutet, dass man die Toy-Con-Fahrzeuge zumindest aufgebaut haben sollte.
    Schade, sonst hätte ich mir das Game irgendwann mal auf Ebay gesnackt. Auf Dauer wird das mit der Pappe nämlich blöd und das Spiel sieht so aus, als könnte das trotzdem ganz witzig sein, auch ganz ohne den Pappkram.