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Test zu Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall
  • USA USA: Broken Sword 5: The Serpent's Curse
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.09.2018
Vertrieb
Ravenscourt, Revolution Software
Entwickler
Revolution Software
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Der Point & Click-Klassiker will die Herzen der Nintendo-Fans erobern

Von Roman Dichter () Baphomets Fluch – wer diesen Titel noch nie gespielt hat, dem kommt er zumindest irgendwie bekannt vor. Kein Wunder: Das erste Spiel der Reihe wurde bereits im Jahr 1996 für den PC veröffentlicht, hat also eine lange Tradition. Auf Nintendo-Konsolen ist das Point & Click-Adventure auch nicht völlig unbekannt, beispielsweise erschien ein Director's Cut für die Wii. Trotzdem ist es gut möglich, dass dieses Spiel und weitere Ableger am klassischen Nintendo-Fan bisher vorbeigegangen sind. Das könnte sich jetzt ändern, denn der fünfte Teil, der dank Kickstarter-Finanzierung in den Jahren 2013 und 2014 (in Episoden aufgeteilt) das Licht der Welt erblickte, ist jetzt auch für Nintendo Switch erhältlich. Tauchen wir also ein in die Welt von Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall.

Ein Diebstahl, ein Mord und jede Menge offene Fragen – macht euch bereit für die Suche nach dem Täter!

Es ist Frühling, die Sonne strahlt über dem Himmel in Paris. Alles könnte so schön sein, doch selten stürzen sich Adventure-Fans in ein Nicht-Abenteuer, das in einer heilen Welt spielt. Also wird auch dieses Idyll zerstört durch ein fürchterliches Verbrechen: Ein Dieb dringt in eine kleine Kunstgalerie ein und stiehlt ein Gemälde. Tragischerweise ist der Dieb bewaffnet und erschießt den Galerie-Besitzer. Ihr übernehmt nun die Rolle von zwei sich abwechselnden Hauptcharakteren, die dieses Verbrechen aufklären wollen. Interessanterweise handelt es sich weder um Polizisten noch um Privatdetektive. Anwalt George Stobbart arbeitet für die Versicherungsgesellschaft, bei der das gestohlene Gemälde versichert ist. Er wird damit beauftragt, das Gemälde zu finden, damit sein Arbeitgeber nicht für den Verlust zahlen muss. Dabei arbeitet George eng mit einer langjährigen Freundin zusammen: Nicole Collard, genannt Nico, ist Journalistin und wittert hinter dem Verbrechen eine große Story. Im Verlauf des Spiels lüften die beiden spannende Geheimnisse und kommen dem Täter auf die Spur, aber weitere Details wollt ihr sicherlich lieber selbst herausfinden. Darum verabschieden wir uns von der Story und schauen uns das Gameplay näher an.

Bei Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall handelt es sich um ein klassisches Point & Click-Adventure. Ihr schreitet also durch die Geschichte voran, indem ihr den aktuellen Bildschirm nach Hinweisen absucht, kleine Rätsel löst, mit anderen Charakteren sprecht, Gegenstände einsammelt und diese an bestimmten Stellen einsetzt. Dialoge sind dabei ein zentrales Element. Die meiste Zeit verbringt ihr damit, Passanten, Zeugen oder Verdächtige nach bestimmten Ereignissen oder Hinweisen zu befragen, denen ihr gerade auf der Spur seid. Dieses Element wurde auch überzeugend umgesetzt, da uns nicht nur deutsche Bildschirmtexte, sondern auch eine gelungene deutsche Synchronisation präsentiert wird. Manchmal kommt der Redefluss etwas ins Stocken, wenn ein paar Sekunden ins Land ziehen, bis das Gegenüber auf eine Frage reagiert, aber das ist kein großes Problem.

Hier sind eure Puzzle-Qualitäten gefragt.

Mit den Gesprächen entwickelt sich die Story weiter und ihr erhaltet Infos, die euch auf die nächste heiße Spur führen. Dabei gibt es immer ein Zusammenspiel mit Rätseln und Entdeckungen, die ihr in eurer Umgebung macht. Beispielsweise durchsucht ihr heimlich das Haus eines Verdächtigen. Um in einen verschlossenen Raum zu gelangen, braucht ihr zunächst einen Schlüssel, der natürlich irgendwo versteckt ist. Solche Suchaufgaben sind in der Regel nicht schwer, sondern erfordern einfach gründliches Umsehen. Da euch Cursor und Vibration automatisch darauf hinweisen, wenn es an der aktuell ausgewählten Stelle Interaktionsmöglichkeiten gibt, läuft das Ganze problemlos ab und endet nicht in einem frustrierenden Versteckspiel. Ist dann der Schlüssel gefunden und der Raum geöffnet, müsst ihr ein Rätsel lösen, um eine geheime Schublade zu öffnen. Darin verbirgt sich ein Dokument, das euch neue Informationen liefert. Nach diesen könnt ihr dann wiederum andere Charaktere befragen. Dieses Zusammenspiel der Gameplay-Elemente wirkt natürlich und gelungen umgesetzt, sodass ihr euch gut unterhalten und in die spannende Story hineinziehen lassen könnt.

Während Dialoge das zentrale Element sind und das Durchsuchen der Umgebung so etwas wie die tägliche Pflichtaufgabe darstellt, ist das Lösen von Rätseln das dritte wichtige Standbein. Dabei kommen natürlich genretypische Kombinationsaufgaben zum Einsatz: Welchen Gegenstand aus dem Inventar kann ich mit einem anderen Gegenstand oder der Umgebung kombinieren, um weiterzukommen? Häufig sind solche Aufgaben im Grunde logisch, man muss nur auf die richtige Idee kommen. Beispiel: Ich habe ein langes Kabel, brauche aber zwei kurze. Also nutze ich meinen Nagelknipser, um das Kabel zu halbieren. Hat man die passende Idee nicht, muss man halt rumprobieren und alles miteinander kombinieren, bis es funktioniert. Im schlimmsten Fall kann das natürlich etwas nervig werden, wenn es viele Interaktionsmöglichkeiten gibt. Das ist aber eher die Ausnahme. In der Regel konnte ich die Aufgaben mit etwas Nachdenken und Intuition lösen. Es macht ja auch den Reiz solcher Rätsel aus, nicht jede Lösung sofort auf dem Schirm zu haben, sondern etwas zu tüfteln, zu basteln und zu überlegen, um aus den gegebenen Umständen das Beste zu machen.

Das bekannte Duo Nico und George ermittelt gemeinsam an diesem spannenden Fall.

Andersartige Kopfnüsse sind ein hin und wieder eingestreuter Zusatz, der Abwechslung ins Spiel bringt. Teilweise sind sie recht leicht, aber nicht immer lassen sich diese Rätsel einfach lösen. Allerdings werden euch vor der Verzweiflung Hinweise eingeblendet, die euch auf die richtige Fährte führen. Ich versuche mal ein Beispiel zu beschreiben, ohne zu sehr zu Spoilern. Bei einem Rätsel muss der Spieler Buchstaben vertauschen, um ein bestimmtes Wort zu bilden. Es gibt klare Hinweise, in welche Richtung ihr dabei denken müsst. Ihr solltet aber eine bestimmte Geschichte kennen, die im Spiel selbst keine Rolle spielt. Die meisten Spieler kennen diese Geschichte mit Sicherheit, so wie man etwa Robin Hood oder Hänsel und Gretel kennt. Den gesuchten Begriff – einen Namen – kannte ich zwar, aber hatte (Schande über mich) die falsche Schreibweise im Kopf. So konnte es dann natürlich nicht klappen, und erst weitere Hilfen brachten die Erleuchtung. Kann man das nun dem Spiel vorwerfen? Nicht unbedingt, aber man muss für manche Aufgaben auch ein gewisses Allgemeinwissen mitbringen, das sich nicht direkt im Spiel erlangen lässt. Das trifft natürlich nicht auf alle Rätsel zu. So löst ihr beispielsweise auch ein klassisches Puzzle, indem ihr ein vom Reißwolf zerkleinertes Dokument wieder zusammensetzt.

Beide Hauptcharaktere gehen ihre eigenen Wege, treffen aber immer wieder aufeinander. Wie oben erwähnt, übernehmt ihr immer einen der beiden. Ihr sucht euch allerdings nicht aus, ob ihr Nico oder George durch das Abenteuer führt, sondern im Laufe der Geschichte wechselt ihr automatisch die Rollen. Obwohl beide eigenen Spuren nachgehen und ein eigenes Inventar aufbauen, tauschen sie sich regelmäßig aus. Ihr könnt den jeweils anderen Charakter anrufen, und immer wieder treffen sie sich und sind gemeinsam unterwegs. Dann kann es auch vonnöten sein, dass sie ihre Fähigkeiten kombinieren, indem beispielsweise Nico Wache steht oder einen Polizisten ablenkt, während George unbehelligt in eigentlich verbotenen Gebieten herumschnüffeln kann. Auch dieser Aspekt wertet das Gesamterlebnis auf, auch wenn das Duo nicht parallel in einem Zweispielermodus ermitteln kann, was sicherlich eine tolle Ergänzung gewesen wäre.

Nur in der Nintendo Switch-Version schaltet ihr Bonus-Videos frei, in denen die Entwickler vom Herstellungsprozess erzählen.

Die Grafik führt Baphomets Fluch 5 sozusagen „back to the roots“. Wie schon im ersten Teil betrachten wir hübsch gezeichnete Umgebungen, von den 3D-Grafiken der unmittelbaren Vorgänger hat man sich wieder verabschiedet. Leider wirken die Umgebungen auch etwas statisch, es geschieht also nicht sonderlich viel im Hintergrund. Dennoch sind die Charaktere und das Setting hübsch anzusehen und wurden liebevoll designt. Der Comic-Stil passt auch wunderbar zur teilweise humorvollen Präsentation, die ebenfalls ihren Teil zur gelungenen Unterhaltung beiträgt. Immer wieder konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen – beispielsweise kommt Nico nur am loyalen Wachtmeister vorbei, wenn sie ihm einen Kaffee spendiert, welcher wiederum sichtlich Druck auf seine Blase bringt, sodass er den Posten zwangsläufig verlassen muss.

Im Wesentlichen entspricht die Nintendo Switch-Version von Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall den anderen erhältlichen Versionen. Die Steuerung wurde gut an die Hybrid-Konsole angepasst. So könnt ihr neben den Joy-Con auch den Touchscreen zur Steuerung verwenden. Beides kann auch kombiniert genutzt werden, indem ihr etwa mit dem Stick den Cursor über den Bildschirm scrollen lasst, dann aber im nächsten Moment durch Berührung gezielt bestimmte Punkte auswählt. Das funktioniert insgesamt gut und auch ansonsten gibt es über die technische Umsetzung nichts zu meckern. Eine weitere Besonderheit schaltet ihr frei, während ihr im Abenteuer voranschreitet. So werden nämlich „Behind the Scenes“-Videos aktiviert, die euch Interviews mit dem Revolution-Software-Team und Einblicke in den Entwicklungsprozess liefern. Diese Videos wurden eigens für die Nintendo Switch-Version erschaffen und können in den Optionen angewählt werden. So gelangt ihr übrigens auch zu einer Charakter-Galerie, die euch kurze Beschreibungen der vielfältigen und interessanten Charaktere liefert, die ihr im Verlauf des Abenteuers kennenlernt.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall

Meinung von Roman Dichter
Mit Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall bekommen Nintendo Switch-Spieler ein tolles Point & Click-Adventure serviert. Es überzeugt durch gut geschriebene und professionell gesprochene Dialoge in deutscher Sprache, eine spannende Geschichte und unterhaltsame Rätseleinlagen. Die schön gezeichneten Umgebungen wirken manchmal etwas statisch und die Rätselqualität schwankt, aber unterm Strich erleben wir eine kurzweilige, humorvolle Kriminal-Story, die ich Genre-Fans bedenkenlos empfehlen kann. Der gelungenen Umsetzung für Nintendo Switch wurden neue Bonus-Videos spendiert. Ansonsten erlebt ihr das Spiel, wie ihr es von anderen Plattformen kennt, könnt es aber jetzt wahlweise auf dem Fernseher oder auch mobil unter Einsatz des Touchscreens spielen. Wenn die Baphomets Fluch-Reihe bisher an euch vorbeigegangen ist, gibt es jetzt eine gute Gelegenheit, daran etwas zu ändern.
Mein persönliches Highlight: Der immer wieder eingestreute auflockernde Humor

Kommentare 6

  • Feena The Switcher - 20.09.2018 - 13:34

    Mit Teil 5 sind sie wieder ihre alten Wurzeln zurück gekehrt und es fesselte mich wieder, so wie es mit 1&2 wahr. Mit Teil 3 wurde ich einfach nie Warm mit den Action elementen, da fehlte mir einfach das Klassische Gameplay was Baphomets Fluch ausmachte. Teil 4 wurde schon wieder etwas besser aber auch damit wurde ich weniger warm, 3D und so passte auch irgendwie nicht so wirklich zu diesem Spiel, da hatte ich mich gefreut das Teil 5 wieder zu seinen Wurzeln zurück gekehrt ist. :D
    Sehr tolles Spiel, kann ich nur jeden Point&Clicker empfehlen, der was damit anfangen kann. :)
  • Ande Turmbaron - 20.09.2018 - 13:52

    @Feena Das habe ich auch so gehört. Teil 1 und 2 liegen noch irgendwo auf meinem alten iPod rum, wobei ich nur Teil 1 durchgespielt habe. Auf dem kleinen Bildschirm war's mir dann doch irgendwann ein zu grosser Krampf... Scheint ja einen Grund zu geben, warum 3 und 4 nie für's Handy erschienen sind... :whistling:
    Die beiden Spiele könnte man doch sicher auch noch auf die Switch bringen? Mit dem ersten hatte ich ziemlich viel Spass, was ich mit Handyspielchen eigentlich nie habe.
    Den 5.Teil behalte ich mal im Hinterkopf, ich habe momentan schlicht nicht genügend Zeit und es liegen noch ein paar Spiele ungespielt bei mir rum. ||
  • WarioWaluigi Turmheld - 20.09.2018 - 14:04

    @Feena
    Mir ging es da ganz ähnlich. Teil 1 und 2 finde ich großartig. Teil 3 war weit davon entfernt, die Steuerung hat mich auch wahnsinnig gemacht. Teil 4 war wieder ein Schritt in die richtige Richtung und hat mir gut gefallen, aber eben nicht so wie die ersten beiden Teile. Und Teil 5 kehrte zu den Wurzeln zurück und war wieder rundum gelungen. Auch optisch endlich wieder. :)
  • Voodooboom Turmheld - 20.09.2018 - 18:32

    Sehe ich ähnlich wie meine Vorredner. Teil 1 und 2 sind Klassiker.

    Leider muss das Spiel aufgrund der Masse an guten Spielen sehr lange warten. Dieses Jahr wird es leider nichts mehr werden. Aber besser so als anders. Schön, dass so viel Nachschubspielmaterial bereit steht.
  • Cap Go out and buy Loom today! - 20.09.2018 - 23:39

    Hört sich gut an! Hab' dereinst auf dem iPod Touch "Baphomets Fluch 1 - Director's Cut" und "Baphomets Fluch 2" gezockt und für gut befunden. Da die Switch für Point&Click-Adventures gut geeignet ist, wie Thimbleweed Park ja schon bewiesen hat, werd' ich mir Teil 5 wohl über kurz oder lang holen.
  • Ralf74 Turmritter - 23.09.2018 - 11:50

    Ich freue mich schon sehr darauf es zu spielen! Danke für den Test!

    Wäre schön, wenn es noch mehr Spiele dieser Art auf die Switch schaffen!