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Test zu Surgeon Simulator CPR - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Surgeon Simulator CPR
  • USA USA: Surgeon Simulator CPR
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
13.09.2018
Vertrieb
Bossa Studios
Entwickler
Bossa Studios
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Schwester, das Skalpell bitte!

Von Krispin Berndt () Vor knapp fünf Jahren veröffentlichte das englische Entwicklerstudio Bossa Studios den OP-Simulator auf dem PC. In den folgenden Jahren sorgten die Entwickler durch verschiedene Zusatzinhalte für neuen Spaß auf dem OP-Tisch und portierten das Spiel auf sämtliche aktuelle Plattformen. Nun dürfen sich auch die Besitzer einer Nintendo Switch die Latexhandschuhe überziehen und in die verantwortungsvolle Rolle eines Chirurgen schlüpfen. Als Unterstützung steht dabei die groß angekündigte Bewegungssteuerung und ein Koop-Modus für gemeinsames rumschnippeln zur Verfügung. In den folgenden Zeilen erfahrt ihr, ob die Transplantation auf die Nintendo Switch erfolgreich verlief oder ob sie in einem Blutbad geendet ist…

Kann mal jemand die Putzfrau rufen? Wir brauchen hier einen Mopp!

Ohne große Umschweife startet das Spiel an einem Schreibtisch. Auf diesem sind neben verschiedenen Utensilien, wie Patientenakten, Zettel und Stifte sowie ein dauernd klingelndes Telefon, auch ein kleiner Monitor, welcher anhand von kurzen Animationen die Bewegungssteuerung erklären möchte. Die Umsetzung hat durchaus ihren Charme, aber ein richtiges Tutorial, wo dem Spieler die Steuerung anhand von Beispielen erklärt wird, kann es bei Weitem nicht ersetzen. Ein Klemmbrett übernimmt dabei die Rolle des Hauptmenüs. Neben der Möglichkeit die Sprache zu ändern, erzielte Erfolge einzusehen oder in den Optionen das Audiointerface und die Steuerung nach Belieben zu verändern, gelangt man durch einen Klick auf „Operationen“ in die Spielübersicht.

Bevor es losgeht und die Instrumente an ihrem Platz liegen, darf natürlich das obligatorische Ritual nicht fehlen: Dem Patienten den (Glücks-)Mittelfinger zeigen!

Im Grunde ist das Spielprinzip relativ schnell erklärt. Auf dem Klemmbrett wird die Art und der Ort der Operation ausgewählt. Am Anfang steht eine Herztransplantation auf dem Programm. Je nach Erfolg und Fortschritt stehen weitere Patienten und Operationen zur Verfügung. Im OP-Saal sind dann keine Grenzen mehr gesetzt und es darf sich nach Lust und Laune am Patienten ausgetobt werden. Mit dem Hammer den kompletten Brustkorb zertrümmern und die Innereien entfernen? Kein Problem. Dem schlafenden Patienten den Mittelfinger zeigen und dafür einen Eintrag in die Erfolgsliste erhalten? Interessant. Es gibt unzählige kleine Gimmicks, die es zu entdecken gilt und den Spielspaß und Ekelfaktor auf ein ganz neues Niveau heben. Um das Operationsziel zu erreichen, stehen dabei viele Werkzeuge und Instrumente wie zum Beispiel Skalpelle, ein Hammer, Bohrer und ganz wichtig: Wattestäbchen zur Verfügung. Doch Vorsicht! Es reicht nicht, wild drauflos zu schnippeln und dem Patienten sämtliche Innereien rauszuschneiden.

Eine Anzeige in der oberen, rechten Ecke zeigt den aktuellen Blutverlust des Patienten an. Je nachdem, was der Spieler gerade mit dem wehrlosen Menschen auf dem Tisch tut, kann eine OP auch innerhalb von Sekunden vorbei sein. Ein falscher Schnitt oder ein zu starker Klopfer mit dem Hammer könnten ausreichen, um den Blutverlust im Sekundentakt beim Sinken zuzuschauen. Etwas dagegen tun stellt sich dabei als schwierig heraus – jetzt heißt es Gas geben und die Operation erfolgreich beenden. Denn selbstverständlich steht einzig und allein das Wohl des Patienten an erster Stelle, oder? Mit ein wenig Geduld und Fingerspitzengefühl ist eine Herztransplantation auch als absolut ahnungsloser Möchtegern-Chirurg machbar.

Eine OP im Weltall? Kein Problem. Wäre da nur nicht die Steuerung…

Erstmals unterstützt der Surgeon Simulator CPR auch einen lokalen Mehrspieler-Modus. In diesem können bis zu zwei Spieler gemeinsam die Skalpelle schwingen und die verschiedensten Operationen durchführen. Jeder Spieler steuert dabei eine Hand des Chirurgen und kann sich nach freier Schnauze über den Patienten hermachen. Dies sorgt in den ersten Spielen zwar für etwas Chaos und man ist sich mehr im Weg als eine Hilfe, jedoch kann man mit guter Übung und Teamwork, die im Einzelspieler-Modus aufgestellten Bestzeiten locker knacken. Obwohl am Anfang nur die Herztransplantation in einem normalen OP-Saal zur Verfügung steht, werden weitere Operationen und Umgebungen, wie zum Beispiel in einem Krankenwagen oder im Weltall, innerhalb kurzer Zeit freigeschaltet. Zusätzlich gibt es noch Erfolge durch das Abschließen von Operationen ohne Blutverlust oder das Zeigen des Mittelfingers. Dies sorgt für ein wenig Abwechslung im – mit der Zeit – doch recht eintönigen Gameplay.

Selbstverständlich werden keine Latexhandschuhe für die Operation benötigt. Nicht selten spritzt ein wenig Blut an den Arm oder die Hand. Ob es eine gute Idee ist, den Bohrer so umständlich zu halten?

Die Bewegungssteuerung ist jedoch die größte Krankheit vom Surgeon Simulator CPR. Obwohl die Bewegungssteuerung im Vorfeld groß angekündigt wurde, ist diese nur sehr unzureichend umgesetzt worden und sorgt besonders in den Anfängen für eine Menge Frust. Leider ist es ein Irrglaube, dass der Nintendo Switch Pro Controller Abhilfe schaffen würde. Aufgrund der merkwürdigen Mischung aus Bewegungs- und Button-Steuerung ist dieser zu keinem Zeitpunkt eine wirkliche Alternative zu der Bewegungssteuerung. Durch die ungenaue Steuerung ist das Greifen nach Objekten sehr umständlich. Besonders wenn viele Gegenstände in einem kleinen Radius liegen, gleicht es einem Sechser im Lotto genau das benötigte Instrument zu greifen. Nicht selten ist die Hand völlig verdreht oder das aufgenommene Objekt schwebt freihändig in der Luft. Mit etwas mehr Mühe und Liebe zum Detail hätte das optisch sicher einen schöneren Eindruck gemacht.

Die Grafik ist schön anzuschauen und es gibt kaum relevante Unterschiede zu den anderen Versionen. Das Spiel läuft absolut flüssig und es gibt zu keinem Zeitpunkt nennenswerte Hänger, welche das Spiel beeinträchtigen würden. Auch dann nicht, wenn zwei Spieler mit dem "Rumschnippeln" beschäftigt sind und eine Menge Blut durch den Raum spritzt. Obwohl die Sounds wie der Herzschlag, das Atmen oder das Klopfen mit dem Hammer auf Knochen realistisch umgesetzt wurden, spielt im Hintergrund ein auf Dauer ziemlich nerviger Soundtrack ab. Dieser kann jedoch in den Einstellungen leiser gestellt oder gänzlich ausgeschaltet werden. Nicht nur an der Steuerung haben sie gespart, sondern anscheinend auch bei den Komponisten. Entspannende und typische Kaufhaus- und Fahrstuhl-Musik wäre hier sicher angebrachter gewesen als hektisches und nervtötendes Gedudel.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Surgeon Simulator CPR

Meinung von Krispin Berndt
Selbst nach vielen Jahren ist der Surgeon Simulator CPR noch immer eine makabere Abwechslung im manchmal etwas tristen Videospiel-Alltag. Die vielen verschiedenen OPs machen sowohl im Einzelspieler-, als auch im Koop-Modus durchaus Spaß und durch die Werkzeuge und Instrumente im OP-Saal sind kaum kreative Grenzen gesetzt. Ob das gesund für den Patienten ist, steht in einer ganz anderen Akte. Trotzdem hätte dem Spiel neuer und mehr Inhalt sicher gut zu Gesicht gestanden. Die größte Kritik geht jedoch an die Steuerung. Leider wird diese dem Spieler nur unzureichend erklärt und es dauert ein wenig, bis man die Bewegungssteuerung verinnerlicht hat. Ich persönlich habe bei der Bewegungssteuerung zwei linke Hände und finde es durchaus schade, dass die Steuerung, egal ob die Bewegungssteuerung oder mit dem Controller, sehr mangelhaft und viel zu umständlich umgesetzt wurde. Zwar gewöhnt man sich mit der Zeit an diese, jedoch hätte man aus der Kritik der Vergangenheit lernen müssen. Der Surgeon Simulator CPR ist ein Dr. Bibber für Erwachsene und macht für die eine oder andere (gemeinsame) Runde durchaus Spaß. Sofern man über die seltsame Steuerung und die ohrenbetäubende Musik hinwegsehen kann.
Mein persönliches Highlight: Das gemeinsame Herumdoktern am Patienten kann für viel Chaos und den einen oder anderen (angewiderten) Lacher sorgen.

Kommentare 3

  • KlaBooster Alles wird loot ... - 21.09.2018 - 20:43

    Grauenhafte Steuerung. Muss aber bestimmt so sein. Mein Fehlkauf für September
  • Kimiko Miau! - 24.09.2018 - 07:19

    Man sollte evtl erwähnen, dass das Spiel zu einer Zeit raus kam als auch Spiele wie Oktodad im Trend lagen, die absichtlich eine fummelige Steuerung eingebaut haben - diese soll nämlich die Herausforderung des Spiels sein.
  • Bettmaaan Turmritter - 25.09.2018 - 07:36

    Ich finde das Spiel ganz cool für zwischendurch.
    Habe es zuerst mit meiner Frau zusammen getestet. Bis ich in den Optionen gefunden hatte wie man die zweite Hand aktiviert sind gefühlt 30 Minuten vergangen... Als wir dann zu zweit herum gedoktort haben war es echt lustig, gerade wegen der miesen Steuerung. Meine Frau hat sich mehrfach die Adrenalinspritze in die Hand gerammt. Soweit so gut. Trotz der beiden Hände ist es beim Spielen eher ein abwechseln der Aktionen, da es sonst wirklich viel zu unübersichtlich und ungenau wird. Die Kamera ist meiner Meinung nach zu nah dran. Dann kann man auch mit einer Hand und einem Controller abwechselnd spielen.
    Alleine ist dann leider auch der Spass weg und die Steuerung nervt nur noch. Schade.