Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Azure Reflections - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Azure Reflections
  • USA USA: Azure Reflections
  • Japan Japan: Maika Aoi ma Kagami
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
30.08.2018
Vertrieb
Unties
Entwickler
Souvenir Circ.
Genre
Shooter
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Weiche Schale, harter Kern

Von David Pettau () Die knuffigen Mädels im Anime-Stil, die dessen Fassette zieren, mögen noch so niedlich sein: Touhou ist etwas für die ganz harten Kerle. Während euch feindliche Projektile zu Tausenden um die Ohren fliegen, wird euch kein Augenblick gegönnt, in dem ihr darüber nachdenken könntet, ob die Mädels, die ihr gerade steuert oder gegen die ihr gerade ankämpft, nun süß sind oder nicht. Wie im Bullet-Hell-Subgenre üblich, wird eure Konzentrationsgabe hier ans äußerste Limit getrieben. So verhält es sich natürlich auch in Azure Reflections, wenn auch mit einigen Alleinstellungsmerkmalen im Gegensatz zu den Hauptteilen der Touhou-Reihe.

Die größte Eigenheit gleich vorweg: In Azure Reflections fliegen euch die Projektile in der Seitenansicht um die Ohren, während ihr wahlweise nach links oder rechts feuern könnt. Viel wichtiger als das Schießen ist Bullet-Hell-typisch aber natürlich das Vermeiden von feindlichen Projektilen. Ihr schlüpft in die Rolle eines von drei verschiedenen Mädels, die allesamt eine sehr kleine Hitbox in ihrem Rumpf aufweisen. Diese wird euch im normalen Spielfluss nicht angezeigt – per Tastendruck begebt ihr euch allerdings in den “Fokus“. In diesem Zustand wird eure Hitbox in Form eines kleinen Herzens visualisiert, ihr bewegt euch langsamer und all eure Projektile fliegen in dieselbe Richtung. So könnt ihr auch brenzlige Situationen überstehen, dazu solltet ihr einen kühlen Kopf bewahren und die Konzentration hochhalten.

Was ist schwieriger: Ein Bullet-Hell-Spiel zu meistern oder während eines Bullet-Hell-Spiels einen Screenshot aufzunehmen?

Auf dem Papier bietet Azure Reflections nicht sonderlich viel Umfang – der Clou besteht daraus, eure Fähigkeiten im gegebenen Umfang zu perfektionieren. In einer Reihe an aufeinanderfolgenden Stages ballert ihr euch stets zuerst eine kurze Zeit lang durch verschiedene Gegnertypen. Diese Passagen sind sehr kurz – den eigentlichen Kern des Spiels stellen die Bosskämpfe dar, die nach diesen Passagen folgen. Die meisten dieser Bosskämpfe bestehen aus vier Phasen, in denen eure Kontrahentin jeweils ein anderes und sehr gut durchdachtes Angriffsverhalten an den Tag legt. Das Entscheidende an diesen Bosskämpfen ist, dass ihr jede 2. Phase mehr oder weniger perfekt bewältigen müsst, um alles im Spiel zu sehen. Um dem gewappnet zu sein stehen euch aber natürlich noch mehr Aktionen als nur das Bewegen und Abfeuern von Geschossen zur Verfügung.

Zunächst einmal wären dort die sogenannten “Spell Cards“. Die Nutzung einer Spell Card kostet eine dafür verwendete Ressource, die Feinde ab und an zurücklassen. Der damit ausgelöste Effekt stellt eine Art “Notfallplan“ dar: Hier werden alle Projektile, die sich aktuell auf dem Bildschirm befinden, annulliert, und alle Feinde nehmen eine Menge Schaden. Eine günstigere, wenn auch weniger effektive Alternative zur Spell Card ist hingegen die “Release Barrier“ – auf Kosten einer roten Ressource, die Feinde in großen Mengen zurücklassen, wirkt ihr verschiedene Effekte auf umliegende Projektile aus, die abhängig vom von euch gespielten Charakter ist. So werden die Projektile annulliert, verlangsamt oder eingefroren. Auch hiermit solltet ihr allerdings sparsam sein: Die dafür verwendete Ressource, von der ihr eine maximale Anzahl von 200 tragen könnt, gewährt euch auch zusätzliche Feuerpower.

Die Charaktermodelle können sich durchaus sehen lassen.

Ein zentrales Spielelement, insbesondere in den Bosskämpfen, stellt allerdings der sogenannte “Danmaku Rush“ dar. Diese Fähigkeit ist an eine Energieleiste gebunden, die sich nach der Nutzung automatisch wieder auffüllt. Hier werdet ihr von einer Barriere umgeben und könnt mit großem Schwung über den Bildschirm flitzen – dabei absorbiert ihr alle Projektile, die ihr passiert. Anschließend könnt ihr euch mit dieser Barriere, die nur von kurzer Dauer ist, auf einen Feind stürzen – je nachdem, wie viele Projektile ihr absorbiert habt, richtet ihr eine beachtliche Menge an Schaden an. In Bosskämpfen ist die Nutzung des Danmaku Rush sogar zwingend erforderlich, um von einer Phase in die nächste überzugehen. Wenn ihr es geschickt anstellt, können einzelne Phasen auf diese Art sehr schnell beendet werden.

Azure Reflections bietet drei verschiedene Schwierigkeitsgrade, die sich merklich voneinander unterscheiden – insbesondere an der Menge von Projektilen, die euch entgegenfliegen. Dies geht einher mit jeder Menge Extras, die ihr darüber hinaus freischalten könnt – allerdings sind diese in den wenigsten Fällen spielerischer Natur. Beispielsweise könnt ihr die verschiedenen Charaktermodelle betrachten, der Musik des Spiels lauschen oder Datenbankeinträge mit den Hintergründen der üblichen Touhou-Charaktere freischalten. Als spielerisch relevante Extras präsentieren sich die Accessoires, die ihr durch erspielte Punkte kaufen könnt. Diese verleihen dem Charakter eurer Wahl verschiedene Boni, die ebenfalls einen spürbaren Unterschied machen – so könnt ihr euch beispielsweise im Fokus schneller oder langsamer bewegen, oder aber euer Danmaku Rush lädt sich schneller wieder auf.

In dieser Phase schränken um euch kreisende Projektile eure Bewegungsfreiheit stark ein.

Auch die Charakterwahl ist sehr entscheidend für euren Spielstil: Die drei Charaktere unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Geschwindigkeit und Durchschlagskraft. Zusätzlich müsst ihr euch vor jedem Spielbeginn auf einen Feuertyp festlegen – bei jedem Charakter habt ihr drei verschiedene zur Auswahl. Dieser Typ entscheidet darüber, wie sich eure zusätzliche Feuerpower, die euch durch die angesprochene rote Ressource zuteil wird, verhält – die Projektile sind zielsuchend, breiten sich diagonal aus und so weiter. Für die Strategie, die ihr bei den verschiedenen Angriffsmustern der Bosse fahren müsst, ist diese Wahl von großer Wichtigkeit – und so bietet Azure Reflections einen Trainingsmodus, in dem ihr gegen jeden bereits bekämpften Boss antreten könnt, sodass ihr euch eine Herangehensweise aneignet, bevor es im Story-Modus ernst wird.

Während all dem präsentiert sich Azure Reflections audiovisuell sehr zweckmäßig. Insbesondere die dreidimensionalen Charaktermodelle sehen hübsch aus, über die verschiedenen, ebenfalls dreidimensional dargestellten Hintergründe vermag man das allerdings nicht zu sagen. Auch musikalisch und mit seinen dumpfen Soundeffekten setzt Azure Reflections keine nennenswerten Akzente. Aber Hand aufs Herz: Angesichts seines Genres hätte man vermutlich sowieso keine Zeit, hohe Produktionswerte hinsichtlich der Präsentation wertzuschätzen. So ist dies nur ein kleiner Wermutstropfen, der Genre-Fans sicherlich nicht vom Spiel abhalten sollte.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Azure Reflections

Meinung von David Pettau
Im Grunde macht Azure Reflections alles richtig, wenn es um die Umsetzung des Bullet-Hell-Genres geht: Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ist es nahezu absurd, das Spiel gibt euch eine Menge an die Hand, um euren eigenen Spielstil zu perfektionieren und insbesondere die Bosskämpfe sind trotz ihres Chaos-Faktors, den das Genre mitbringt, sehr gut durchdacht. Wenn man sich hier an einer Sache stören will, dann am Umfang, insbesondere angesichts des happigen Preises von 24,99 €. Das dürfte insbesondere diejenigen abschrecken, die noch keinerlei Berührung mit dem Genre hatten – beinharte Fans dürften aber genau wissen, worauf sie sich einlassen. Wer den Story-Modus auf dem härtesten Schwierigkeitsgrad perfektionieren will, der darf sich auf viele Stunden geprägt von höchster Konzentration freuen.
Mein persönliches Highlight: Ein ideal ausgeführter Danmaku-Rush, wenn der Bildschirm komplett mit Projektilen bedeckt ist.

Kommentare 0

  • Noch keine Kommentare verfasst :(