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Test zu Planet Alpha - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Planet Alpha
  • USA USA: Planet Alpha
  • Japan Japan: Planet Alpha
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
04.09.2018
Vertrieb
Team 17
Entwickler
Planet Alpha ApS
Genre
Platformer, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Eine Reise für die Sinne

Von Matthias Ksoll () Unser Protagonist humpelt zu Beginn von Planet Alpha durch eine Wüste. Dieser wird uns Spielern vorerst auch nicht weiter vorgestellt. Ich laufe mit ihm von links nach rechts durch den staubigen Sand. Er hat einen Raumanzug an. Mehrere Stunden, ja Tage, scheinen auf seiner Reise zu vergehen. Während ich in diesen ersten Spielminuten weiterhumpele, fällt mir die Optik des Spieles besonders ins Auge. Der Artstyle von Planet Alpha besteht aus einer Mischung aus kantiger Low-Polygon- (z.B. wie in State of Mind) und „normaler“, detaillierter Grafik. Dies sieht man besonders gut, wenn die Wüste von unserer Figur hinter sich gelassen wurde. Hier erlebte ich einen kleinen Wow-Effekt, denn neben der einzigartigen Optik besticht das Spiel zusätzlich durch seine ausgefallene Szenerie. Man landet auf einmal in einer lebendigen Welt mit urzeitlichen Tieren. Diese ähneln den Dinosauriern und sie fressen gemütlich von den Blättern. Die Pflanzenwelt ist auf diesem Planeten riesig, der Protagonist wirkt wie eine Ameise, als er an ihr vorbeiläuft. Die Umgebung ist grün und farbenfroh und die ersten Eindrücke in Planet Alpha überzeugen.

Die Welt von Planet Alpha sieht einfach fantastisch aus. Ab und zu bekommt ihr im Spiel auch Abschnitte in einem Paralleluniversum spendiert. Dort herrscht eine andere Gravitation.

Die oben beschriebenen Ereignisse erlebt ihr innerhalb der ersten Viertelstunde. Und ihr bekommt so langsam das Gefühl, dass das Spiel gerne kryptisch erzählt. Die Hauptfigur redet nicht, ihr trefft keine anderen Menschen, die Motivation für eure Reise bleibt zuerst völlig ungewiss, später zumindest erahnbar. Denn außer uns ist noch eine Armee an Robotern auf dem Planeten unterwegs, die unserem Helden an den Kragen wollen. Auf unserem Weg gelangt ihr zuerst zu verschiedenen Tempelruinen, dort aktiviert ihr eine Karte, die zu weiteren Tempeln führt.

Doch in was für ein Genre kann man Planet Alpha einordnen? Spielerisch ist das Ganze ein Platformer ganz im Stile von Spielen wie Limbo und Inside. Ihr lauft meist von links nach rechts und das Spiel besteht fast durchgehend aus Sprung- und Kletterpassagen. Nur ab und zu gibt es kleinere Rätsel und Gegner, die euch stoppen wollen. Solltet ihr sterben, werdet ihr, wie in oben genannten Vorbildern, gleich an Ort und Stelle respawned. Planet Alpha fühlt sich allerdings deutlich schneller an als die Spiele von Playdead.

Die Rätsel sind im Grunde recht einfach. Meistens sind es Blöcke, die verschoben werden müssen, um weiterzukommen. Am Anfang selten, im späteren Spielverlauf elementar sind aber die, ich nenne sie mal „Zeiträtsel“. Stellt sich unsere Figur nämlich auf ein Feld mit bestimmten Symbolen, leuchten diese auf und mit einem Druck auf die rechte oder linke Schultertaste verändert man so die Tageszeit. Dabei gibt es verschiedene Arten der Verwendung dieses Features. Ihr könnt beispielsweise die richtige Sternenkonstellation durch den Zeitraffer heraufkommen lassen. Später im Spiel nutzt ihr die Nachtaktivheit bestimmter Pflanzen, um durch diese zum Beispiel einen Boost zu bekommen und so größer auseinanderliegende Klippen zu überspringen. Diese Rätsel bringen Abwechslungsreichtum ins Spiel und die Benutzung der Zeit-Features sieht einfach nur toll aus!

Planet Alpha ist ein kryptisches Spiel und ein Erlebnis für die Sinne

Apropos toll, ich muss hier noch einmal die Detailverliebtheit des Spieles loben. Egal, durch welche der verschiedenen Abschnitte ihr lauft, es gibt im Hintergrund immer etwas zu entdecken. Da fliegt ein Urzeittierchen herum, dort seht ihr eine Gruppe an riesigen sechsbeinigen Robotern, die gehörigen Schaden auf dem Planeten anrichten. Die Liste könnte man munter fortführen. Manchmal richtet sich die Aufmerksamkeit mehr auf das Hintergrundgeschehen als auf den Weg der Hauptfigur. Schön eingebunden sind oft auch verschiedene Objekte, wie z.B. Bäume, die sich zwischen euch und den Protagonisten stellen, sodass dieser teilweise verdeckt ist. Dies sorgt zusammen mit dem weiten Hintergrund für die Illusion einer tieferen und größeren Spielewelt, obwohl man nur von links nach rechts läuft. Die Welt von Planet Alpha wirkt aufgrund der vielen Details einfach unglaublich lebendig! Dies auch aufgrund verschiedenster Geräusche von Lebewesen in dieser Welt. Generell überzeugt der Soundtrack durch seine sphärischen, spacigen Klänge und trägt gut zur Atmosphäre bei.

In den Wäldern bieten hohe Pflanzen eine gute Tarnung, wenn man sich duckt. Hier sieht man außerdem, wie gut die Objekte vor dem Protagonisten die Welt tiefer wirken lassen.

Überall im Spiel lauern Gefahren. Der Held besitzt, realitätsgetreu, nur wenig Lebensenergie. Je grauer der Bildschirm, desto eher kommt der Tod auf euch zu. Und er kommt, darauf könnt ihr euch einstellen, sehr oft. Im Spiel gibt es doch stellenweise recht viele Trial and Error-Phasen. Man hat keinerlei Waffen zur Verfügung und Schlagen kann unser Held auch nicht. Oft muss man geschickt die Umgebung nutzen, um die Gegner zu beseitigen. Diese töten euch jedoch innerhalb von Sekunden. Das war manchmal schon ganz schön nervig, auch wenn einige Ideen schön umgesetzt worden sind. Aber wie soll man beispielsweise vorher wissen, dass ein Roboter durch einen quer vorbeilaufendes Urzeittier zerquetscht wird? Beim ersten Mal trifft dieses euch garantiert auch und ihr könnt diese Passage direkt noch einmal versuchen. Manchmal ist die gewinnbringende Strategie das Schleichen. Per Knopfdruck geht ihr in die Hocke und verschwindet so im Idealfall in der Flora und Fauna, um so an den Gegnern vorbeizukommen. Bosskämpfe gibt es in Planet Alpha nicht. Ab und zu verfolgt euch jedoch ein riesiger Roboter mit seinen Greifarmen und sorgt für gehörigen Stress.

Es gibt aber auch etwas zu meckern. Denn Planet Alpha bietet zwar ein tolles Setting, eine wunderschöne Spielewelt, aber spielerisch bekommt man, die Zeiträtsel ausgenommen, doch nur die Platformer-Standardkost. Springen und schieben, dies sind eure Hauptaufgaben. Wer also mit dem Standard-Gameplay leben kann, bekommt einen guten und wunderschönen Platformer serviert. Die Grafik des Spiels ist wirklich gut, der Artstyle passt perfekt. Jedoch kam es bei mir ab und zu zu kleineren Rucklern im Spielverlauf. Diese sind mir aufgefallen, haben den Spielfluss und -ablauf aber nur gering gestört. Manchmal kam es auch vor, dass vor mir plötzlich Schatten aufgeploppt sind. Ich habe die PC-Version nicht gespielt und kann deshalb nicht sagen, ob dies nur auf der Nintendo Switch so ist. Alles in allem waren die kleinen Macken jedoch verschmerzbar.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Planet Alpha

Meinung von Matthias Ksoll
Am Anfang sorgte Planet Alpha bei mir für Begeisterung. Der Einstieg war cool, die Welt, in der ich mich bewegte, sorgte für Staunen meinerseits. Doch je länger ich spielte, desto mehr wurde das standardmäßige Gameplay sichtbar. Würde es die unglaublich gute Präsentation nicht geben, wäre das Spiel nur eines von vielen. Insofern gesehen ist das Spiel ein kleiner Blender, doch ich wollte diese Welt weiter erkunden und unbedingt das Geheimnis und dem Vorhaben des Protagonisten folgen. Und so spielte ich das 3-4 Stunden lange Spiel durch und wurde nicht enttäuscht. Das Spieleerlebnis hat mich gut unterhalten. Denn obwohl man spielerisch keine großartigen Innovationen erwarten darf, ist Planet Alpha ein spaßiger Platformer, der einem eine unglaublich schöne Welt offenbart. Es ist ein kryptisches Spiel und ein Erlebnis für die Sinne. Nur hätte ich mir weniger Trial and Error-Momente gewünscht. Auch die kleinen grafischen Fehler dämpfen den Gesamteindruck ein wenig.
Mein persönliches Highlight: Die wunderschöne Spielwelt.

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