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Test zu NEKOPARA Vol. 1 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: NEKOPARA Vol. 1
  • USA USA: NEKOPARA Vol. 1
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
2018
Vertrieb
Noch keine Angaben
Entwickler
Neko Works
Genre
Adventure, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Alle lieben Katzen – und sie lieben uns

Von Daniel Kania () Spätestens seit der Verbreitung des Internets und damit all der putzigen Katzen-Videos ist die Menschheit ganz vernarrt in allerhand süße, flauschige Geschöpfe. In Zeiten von Einsamkeit ist das eigene Haustier für einen da und gibt einem das Gefühl, gar nicht so allein zu sein. Analog dazu entstand wohl auch der "typisch japanische" Trend der Katzenmädchen, welcher seit seinem Durchbruch in jeglicher Medienform auftrat. So natürlich auch in Videospielen. Neben JRPGs sind die felinen Damen vor allem im Visual Novel-Genre anzutreffen, bei welchem sich praktisch ganze Serien der Thematik verschrieben haben. Bestes Beispiel dafür ist NEKOPARA, ein moderner Klassiker des Genres, welcher vor einigen Wochen sein europäisches Nintendo Switch-Debüt feierte. Wir haben uns für euch ins Katzenparadies gewagt und sagen euch, ob wir darauf allergisch reagierten oder lieber nie wieder heimkehren wollten.

Der Traum von der eigenen Konditorei

Im Vordergrund der Handlung von NEKOPARA steht Kashou Minaduki, ein junger Bursche von vielleicht 20 Jahren, der seinen Traum Realität werden lassen will. Aus diesem Grund zog er vor Kurzem aus der geschätzten Familienstube aus, um auf eigenen Beinen zu stehen und sich sein Leben eigenhändig aufzubauen. Fern von der Familie will Kashou nämlich eine Konditorei unter dem Namen "Le Soleil" eröffnen. Er backt für sein Leben gerne und will daher seine Fertigkeiten zur Schau stellen. Wenn er dabei auch noch seine Kunden glücklich macht, umso besser. Im Prozess des Einrichtens seiner neuen Bleibe fallen ihm allerdings zwei große Kartons auf, bei denen er sich nicht daran erinnern kann, sie jemals transportiert zu haben. Bei genauerer Untersuchung stellt sich heraus, dass der Inhalt der Boxen nicht etwa aus weiterem Geschirr, Küchen-Utensilien oder Möbelstücken besteht, sondern aus den zwei niedlichen Katzenmädchen Chocola und Vanilla, die fortan mit ihrem "Master" zusammenwohnen wollen.

Katzenmädchen in Dienstmädchen-Uniformen. Damit sind gleich zwei große Interessen abgedeckt.

Das Halten von Katzenmädchen und das Zusammenleben mit ihnen ist in der Welt von NEKOPARA tatsächlich nichts Ungewöhnliches. Im Laufe der Geschichte werden die verschiedenen Weisen, in denen "Nekos" mit den Menschen leben, zum Thema. Entweder sie werden klassisch als Haustiere gehalten und somit als eine Art Familienmitglied angesehen, oder aber sie integrieren sich auf anderem Wege in die menschliche Gesellschaft – werden etwa Angestellte in Betrieben oder zu Lebenspartnern von Menschen. Letzteres wird im Spiel auch "Catpanion" genannt (Wortspiel von "Companion" und "Cat"). Damit Katzenmädchen eigenverantwortliche Entscheidungen tätigen dürfen, müssen sie zuerst in einem Test bestehen, welcher ihr Wissen und Verhalten auf die Probe stellt. Erfolgreich am Test teilgenommene Nekos erlangen folglich ein Glöckchen, das um den Hals gebunden wird. Damit ist ihr "höherer Status" direkt erkennbar.

In der Handlung des Spiels taucht man in die verschiedenen Bereiche dieser etwas eigenartigen Welt ein und lernt eine ganze Reihe an Katzenmädchen kennen. Im Fokus stehen in dieser Geschichte Chocola und Vanilla, aber auch andere Nekos lassen sich immer wieder blicken. Etwa die von Kashous kleiner Schwester, welche mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten aufwarten. Die Hintergründe der anderen Charaktere werden allerdings nur kurz angeschnitten. Erst in späteren NEKOPARA-Spielen werden diese Figuren ausführlicher beleuchtet.

NEKOPARA gehört ganz offensichtlich zum Genre der Visual Novels und bietet auch eine entsprechende Spielstruktur und ein zu erwartendes Gameplay. Um genauer zu sein, wird NEKOPARA als Kinetic Novel beschrieben. Diese Art von Spiel zeichnet sich dadurch aus, dass der Spieler selbst keinen Einfluss auf das Geschehen der Handlung hat, also platt gesagt nur die Geschichte mitverfolgt. Vom "spielerischen Anspruch" her ist NEKOPARA also nicht viel mehr als ein Buch, erfordert also lediglich die Kontrolle über den auftauchenden Text. Es kann vor- und zurückgespult werden, man kann sich den gesprochenen Text nochmals anhören, einen Speicherspunkt erstellen oder laden und so weiter.

Zweideutige Dialoge dieser Art gehören zum Alltag in NEKOPARA.

Die sprechenden Personen tauchen dabei immer wieder in sorgfältig gezeichneten Artworks auf dem Bildschirm auf, welche durch die "E-mote"-Technologie auch animiert sind. Das macht das Geschehen auf dem Bildschirm deutlich lebendiger und die Reaktionen der Charaktere ein Stück weit authentischer. Charaktere können sich auf diese Weise nämlich gegenseitig ansehen, in den Vordergrund dringen, in fließenden Übergängen ihren Gesichtsausdruck ändern und einiges mehr.

Bei raschen Bewegungen kann auch einmal die Oberweite der Katzenmädchen anfangen herumzuwackeln, wozu es in den Spieloptionen allen Ernstes sogar eine Einstellung gibt. Je nach euren Bedürfnissen kann die Intensität der "Jiggle physics" verändert werden. An dieser Stelle werden die Wurzeln der Serie umso deutlicher, denn NEKOPARA startete ursprünglich als sogenanntes "Eroge"-Spiel, enthielt also nicht jugendfreie Inhalte. Diese haben es selbstverständlich nicht in die (westliche) Konsolen-Fassung geschafft. In Sachen Romantik sind zweideutige Dialoge, eine Duschszene und Küsse das höchste der Gefühle in der zensierten Konsolen-Version.

Je nach Lesegeschwindigkeit oder Spielertyp werdet ihr etwa vier bis sieben Stunden für Vol. 1 von NEKOPARA benötigen. Wem das nicht genug ist, der darf sich in die Extra-Geschichte Vol. 0 stürzen, welche eine von Fans erstellte Vorgeschichte zum Erstling darstellt. Genau wie das Hauptspiel kommt auch Vol. 0 mit eigenen Event-CG-Bildern, Orten/Hintergründen und vollständig synchronisierten Dialogen daher. Wer sich schon in Vol. 1 in die Katzenmädchen verguckt hat, der wird sich sicher Vol. 0 nicht entgehen lassen wollen.

In Vol. 0 steht das Leben vor Kashous Konditorei im Vordergrund. Eine prominente Figur ist deshalb seine kleine Schwester Shigure.

"Vergucken" ist hier ein gutes Stichwort. NEKOPARA setzt wie viele seiner Genre-Vertreter auf eine im Kern romantische Geschichte mit gelegentlichen Comedy-Anteilen. Über einen großen Teil des Geschehens hinweg bekommt man den Eindruck, dass viele Figuren praktisch blind vor Liebe sind. Die Zuneigung gegenüber dem Protagonisten wirkt fast schon stupide und unnatürlich. Wiederrum gibt es andere Momente in der Handlung, die deutlich authentischer wirken und die Motive der Figuren weitaus einleuchtender nahebringen. Vernünftig geschrieben ist auch Hauptfigur Kashou selbst, was aber vor allen Dingen daran liegt, dass man als Spieler die Gedanken von Kashou miterlebt, was bei den anderen Charakteren nicht (immer) der Fall ist. Dadurch wirkt er greifbarer, einfach echter. Es ist durchaus schön anzusehen, wie er versucht ein guter "Master" zu sein und an manchen Hindernissen scheitert. Katzenmädchen sind wirklich kein Zuckerschlecken.

Schade ist es, dass die Musik im Spiel nur wenige erinnerungswürdige Melodien aufweist. Ich könnte wohl vielleicht ein Musikstück in Bruchteilen nachsummen, der Rest will mir nicht mehr in den Kopf kommen. Das Opening-Lied ist auch noch ganz nett, aber mehr als ein-zwei Mal hört man es sich auch nicht an. Merkwürdigerweise wurden ein paar wenige Musikstücke nicht für ein wiederholtes Abspielen angepasst, sodass man selbst beim aktiven Spielen raushört, wo die Melodie von Neuem beginnt. Unsaubere Arbeit an der Stelle.

Stellenweise misslungen ist jedoch auch die englische Lokalisierung. Offensichtliche Fehler wie fehlende Buchstaben oder Dopplungen werden von banalen Fehlern wie ein "their" statt "they're" begleitet. Es ist nicht gravierend, aber doch verwunderlich, dass bei der unzähligsten Spielversion immer noch derartige Kinderkrankheiten auftauchen. Eine deutsche Fassung gibt es nicht. Um das Spiel genießen zu können, werden also Englisch-Kenntnisse zwingend benötigt.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu NEKOPARA Vol. 1

Meinung von Daniel Kania
NEKOPARA ist das, was es verspricht – ein Katzenparadies. Für den erfahrenen Visual Novel-Spieler lässt sich hier seichte Standard-Kost finden, die für wenige Stunden ein paar Schmunzler oder vielleicht auch Lacher bereithält, nie aber allzu tiefreichend wird. Aufgrund der Natur von Kinetic Novels, zu denen NEKOPARA gehört, verfügt man selbst über keinerlei Entscheidungsfreiheit und muss die nette, aber berechenbare Geschichte schlichtweg über sich ergehen lassen. Der spielerische Anspruch besteht hier darin, immer wieder A zu drücken oder, wenn man im Auto-Modus spielt, irgendeine Eingabe erfolgen zu lassen, damit der Bildschirm der Nintendo Switch nicht abdunkelt. Wer Fan von kurzweiligen Visual Novels ist oder einfach gerne liest, der kann dem Spiel eine Chance geben, muss aber resistent gegenüber eventuellen zweideutigen Scherzen oder gar etwas Romantik sein. Technisch gibt es kaum etwas zu bemängeln, beim Sound(track) wäre allerdings mehr drin gewesen. Zumindest Optik und Vertonung sind hingegen wieder erstklassig und wenn man über ein paar sprachliche Fehler hinwegsehen kann, dann ist auch die Lokalisierung durchaus gelungen.
Mein persönliches Highlight: Es ist sehr schön, dass Fans hierbei gleich Vol. 1 und Vol. 0 im Doppelpack erhalten. Löblich!

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