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Test zu Pilot Sports - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Pilot Sports
  • USA USA: Pilot Sports
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
27.09.2018
Vertrieb
EuroVideo
Entwickler
Z-Software
Genre
Action, 3D
Spieleranzahl
Lokal: 4 - Online: 0
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Knackige Duelle in der Luft

Von Dennis Gröschke () Erinnert ihr euch noch an das Spiel Pilotwings vom SNES, Pilotwings 64 für das N64 und später Pilotwings Resort zum Launch des Nintendo 3DS? Gut, dann wisst ihr jetzt bereits, worum es sich bei Pilot Sports dreht. Entwickelt von Z-Software aus Dortmund und vertrieben von Wild River Games möchte Pilot Sports die flugbegeisterten Spieler auf der Nintendo Switch unterhalten. Dabei schnappte man sich eine Idee, die von Nintendo bereits auf dem SNES umgesetzt wurde und verfrachtete das Geschehen auf die neue Hybrid-Konsole.

In Pilot Sports könnt ihr euch entweder im Single Player-Modus oder aber auch im Multiplayer-Modus mit bis zu drei weiteren Spielern vergnügen. Im Hauptmenü kommt auch gleich Urlaubsfeeling auf, stimmt euch eine schwungvolle Musik doch auf die bevorstehende Gaudi ein. Im Hintergrund eingeblendet seht ihr eine Insel in der Ferne, um die die Kamera langsam herumschwenkt. Alle Herausforderungen des Spiels spielen sich oberhalb oder um die Insel herum ab.

Mit dem Jetpack hole ich immer frische Brötchen!

Pilot Sports besteht im Kern aus vier Disziplinen, die ihr im Verlauf des Spieles auf die eine oder andere Art und Weise bewältigen müsst. Ihr müsst ein Flugzeug steuern, dürft mit einem Hängegleiter fliegen, ein Jetpack benutzen und Fallschirmspringen. Um diese Kerndisziplinen wurden ca. 50 Kurse mit unterschiedlichen Herausforderungen gestrickt. Ihr habt dabei nicht die Möglichkeit euch unterschiedliche Fluggeräte auszusuchen, sondern müsst in der jeweiligen Disziplin das Fluggerät nutzen, was euch das Spiel zur Verfügung stellt, es gibt also nur ein Flugzeug, einen Hängegleiter usw. Ihr dürft aber einen aus acht unterschiedlichen Piloten auswählen, wobei ich bei der Auswahl keine Unterschiede in der Spielbarkeit festgestellt habe, es gibt also keine bestimmten Eigenschaften, mit denen ein entsprechender Pilot ausgestattet ist. Es sind lediglich optische Varianten, je nachdem, ob euch der klassische Pilot mit entsprechender Kleidung lieber ist oder Foxy Brown, Magnum (nur Stilecht mit Schnauzer), ein FBI-Agent oder Pippi Langstrumpf, um nur mal eine kleine Auswahl zu nennen. Falls es unterschiedliche Eigenschaften der Piloten gibt, teilt euch das Spiel diese zumindest nicht mit.

Habt ihr euch für den Single Player-Modus entschieden, dürft ihr zu Beginn eine aus zehn Herausforderungen wählen. Diese reichen von Insel Rundflug mit dem Flugzeug über mit dem Jetpack Pakete aufsammeln bis hin zu einem Sturzflug bei dem ihr Hindernissen ausweicht und zum Schluss dann mit dem Fallschirm in einem Zielpunkt landen müsst. Alle Varianten hier aufzuzählen würde den Rahmen des Tests sprengen, spielen sich doch die Herausforderungen je nach Fluggerät gleich, die Unterschiede bestehen nur in den Aufgaben der einzelnen Herausforderungen. Mal sammelt ihr Punkte, mal Pakete, mal fliegt ihr auf Zeit und mal sollt ihr eine möglichst hohe Reichweite mit eurem Fluggerät erringen.

Mehr als 50 Level über fünf Pakete verteilt.

Nachdem ihr euch für eine erste Disziplin entschieden habt, werden die weiteren Herausforderungen dieses Level-Paketes nacheinander gespielt. Insgesamt gibt es fünf Level-Pakete innerhalb dessen es jeweils zehn Herausforderungen gibt. Möchtet ihr nach dem ersten Level-Paket neue Herausforderungen angehen, müsst ihr für das zweite Level-Paket mindestens fünf goldene Medaillen erspielen. Für weitere Level-Pakete entsprechend dann weitere Gold-Medaillen. In den Herausforderungen werden euch dazu Aufgaben gegeben, die ihr absolvieren müsst, um eine bronzene, silberne oder halt auch goldene Medaille zu erwerben.

Die leicht zu erlernende Steuerung ist ein großer Pluspunkt. Für alle möglichen Eingabegeräte gibt es ein Schaubild.

Hier kommt der größte Kritikpunkt an dem Spiel zum Tragen. Um diese goldenen Medaillen zu erhalten, müsst ihr die jeweiligen Herausforderungen jedoch sehr gut abschließen. Das bedeutet im Klartext an einem Beispiel mit dem Flugzeug, ihr müsst den Kurs so schnell wie möglich abschließen und dabei durch Ringe in der Luft fliegen. Mittels der Schultertasten könnt ihr dabei euren Schub verändern und damit schneller oder langsamer fliegen. Das klappt nach kurzer Eingewöhnung auch ganz gut, jedoch lassen sich viele Kurse nur mit Gold abschließen, wenn ihr mit maximalem Schub die Herausforderung abschließt. Zu Beginn gebt ihr aber selbstverständlich natürlich noch nicht Vollgas, sondern macht euch zunächst mit der Steuerung vertraut. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass ihr bei den ersten Sessions mit den Herausforderungen direkt eine silberne, geschweige denn goldene Medaille erhaltet. So bleibt euch nichts anderes übrig, als die einzelnen Herausforderungen erneut zu spielen. Das Problem dabei, das Spiel teilt euch nicht mit, welche Punktzahl ihr erreichen müsst oder welche Zeit unterbieten, um die jeweilige Medaille zu ergattern. Ihr fischt also im Trüben, könnt euch nur eure bisherige Bestmarke ansehen und euch dann denken, dass das Ergebnis wohl nicht gereicht hat.

Schauen wir uns die Steuerung der einzelnen Disziplinen genauer an, stellen wir durchaus fest, dass diese in der Regel gut funktioniert und umgesetzt wurde. Das Flugzeug steuert ihr mit dem linken Analog-Stick, der Schub ist auf die Schultertasten gelegt und die Bremse auf der B-Taste. Alles gut zu erreichen und einfach zu erlernen. Die Ringe in den Flugzeug-Herausforderungen müssen nicht zwingend durchflogen werden, es reicht, wenn ihr den Außenbereich streift. In diesen und den anderen Disziplinen gibt es auf den Flugstrecken auch Extra-Symbole, die euch entweder zusätzliche Punkte bescheren, wenn ihr sie einsammelt oder aber auch in den Zeitlevels euch einen Bonus auf eure Zeit geben, also die Zeit kurz anhalten, damit euer Ergebnis besser ausfällt.

Der Hängegleiter ist mein großes Sorgenkind innerhalb von Pilot Sports. Hier seid ihr darauf angewiesen, die Strömung im Auge zu behalten und gleitet durch die Kurse. Oftmals ist eure Aufgabe mit dem Gleiter eine möglichst hohe Reichweite zu schaffen, weswegen ihr zwischen den Ringen auch noch Aufwinde nutzen müsst, die euch wieder weiter nach oben katapultieren. Auch wenn die Steuerung naturgemäß ein wenig träger reagiert als ein Flugzeug, könnt ihr auch den Hängegleiter ordentlich mit dem Analog-Stick steuern und mit der B-Taste bremsen, wobei Bremsen in diesem Kontext mit Gewichtsverlagerung der Spielfigur einhergeht. Eine Landung auf einen bestimmten Punkt stellte sich mir als eine schwierige Herausforderung dar, wenn ich denn überhaupt zuvor entsprechende Aufwinde nutzen konnte und nicht vorher schon abgestürzt war.

Mit dem Hängegleiter müsst ihr versuchen, so weit wie möglich zu kommen.

Entgegen dem Hängegleiter konnte mich das Jetpack vollends begeistern. Ebenfalls mit dem Analog-Stick gesteuert, liegt der Schub hier nicht auf den Schultertasten, sondern auf dem B-Knopf. Entscheidend ist hier auch die Ausrichtung des Analog-Sticks, haltet ihr diesen nach oben gedrückt, ändert sich die Ausrichtung der Düsen vom Jetpack und ihr fliegt nach vorne. Ansonsten reguliert der Schub lediglich die Höhe eures Fluges nach oben und unten und das auf der Stelle. Das klappt ganz wunderbar und lässt sich prima steuern und regulieren.

Abschließend stürzt ihr euch noch mit einem Fallschirm ausgestattet von großer Höhe in die Tiefe und müsst euren Sturzflug ebenso durch Ringe navigieren. Jeglichen Hindernissen solltet ihr dabei ausweichen und Boni auf dem Weg gerne einsammeln. Zum Schluss der Herausforderung steht noch die Landung mit ausgelöstem Fallschirm auf dem Programm, wobei sich dann natürlich wiederum die Steuerung ändert. Aber auch diese Herausforderung bekommt ihr nach einiger Übung gemeistert.

Bis zu vier Spieler dürfen gleichzeitig fliegen!

Im Multiplayer-Modus mit bis zu vier Spielern könnt ihr eure Herausforderungen selbst zusammenstellen. Allerdings nur aus denen, die euch vom Spiel zur Verfügung gestellt werden. Ihr bestimmt die Reihenfolge und wählt aus den bereits freigespielten Herausforderungen diejenigen aus, die euch am meisten Spaß bereitet haben. Die Steuerung im Multiplayer-Modus gestaltet sich ebenso einfach und gut zu lernen, wobei hier jede Menge optionale Eingabemethoden zur Verfügung stehen. Seien es die Joy-Con in der Halterung, die Joy-Con jeweils in euren Händen, jeder Spieler einen einzelnen Joy-Con quergehalten oder mit dem Nintendo Switch Pro Controller. Die Auswahl ist hier wirklich hervorragend und sollte gelobt werden. So kamen mein Sohn und ich recht schnell in die Herausforderungen rein und das Spiel erkannte auch unsere jeweiligen Controller.

Bei den Herausforderungen seht ihr euren Piloten oder das Fluggerät immer von einer Position hinter dem Geschehen. So könnt ihr alle Hindernisse oder Ringe immer gut vor euch erkennen. Lediglich beim Fallschirmsprung erfolgt die Ansicht von oberhalb des Piloten, was ja auch mehr Sinn macht. Eine frei schwenkende Kamera bietet euch das Spiel nicht, alles ist so starr wie vom Spiel vorgegeben.

Was nicht gelobt werden kann, ist die erneute Auswahl der Eingabemethode. Jedes Mal, wenn ihr eine Herausforderung abgeschlossen habt, dabei ist es egal ob erfolgreich oder nicht, kommt ihr wieder in den Auswahlbildschirm mit den Eingabemethoden. Ich halte die Konsole beispielsweise mit an den Seiten angebrachten Joy-Con im Handheld-Modus in der Hand und muss jedes Mal vor dem Level diese Eingabemethode wieder auswählen. Ich habe doch nichts daran geändert, warum fragt mich das Spiel immer wieder aufs Neue?

Leider teilt das Spiel nicht mit, welchen Highscore ihr schlagen müsst, um eine goldene Medaille zu erhalten.

Grafisch präsentiert sich Pilot Sports in einer comichaften Darstellung der Protagonisten und Umgebungen. Das Spiel ist wirklich nicht modern gestaltet und trifft überhaupt nicht meinen Geschmack. Die Gestaltung der Piloten ist wirklich geradezu unansehnlich, auch wenn ich das persönlich ungerne schreibe, weil da auch jemand Arbeit hineingesteckt hat. Die Präsentation von Pilot Sports ist insgesamt nicht der Nintendo Switch würdig und hätte schon auf der Wii niemanden umgehauen. Die Steuerung funktioniert dabei größtenteils gut bis sehr gut, wobei der Schwierigkeitsgrad viel zu hoch angesetzt ist, möchte man die Spieler doch anscheinend direkt nach der Eingewöhnung offenbar wieder vertreiben. Wenn ich in den ersten Herausforderungen schon um die goldenen Medaillen kämpfen muss, damit ich überhaupt etwas vom Spiel sehen kann, dann mag dem Anspruch der Entwickler vielleicht genüge getan werden, ein herausforderndes Spiel geschaffen zu haben, aber einen Großteil der Spieler stoße ich damit vor den Kopf.

Pilot Sports ist keine Simulation, sondern gibt sich insbesondere mit der comichaften Präsentation als ein schnelles Spiel für zwischendurch, mit dem auch Kinder in den Genuss kommen, ein Flugzeug zu fliegen oder ein Jetpack zu steuern. Mein Sohn hat eine halbe Stunde mit mir im Multiplayer-Modus ausgehalten und dann gesagt, ich könne das Spiel gerne allein weiter testen, weil ihm der Spaß vergangen sei. Denn es macht schlicht keinen Spaß, immer wieder dieselben Herausforderungen zu starten, nur um nicht zu wissen, welches Ziel ich erreichen muss, um im Spiel weiter voranzukommen. Das Balancing ist hierbei komplett in die Hose gegangen. Wenn ich doch schon nach Jahren wieder eine vermeintliche klassische Idee von Nintendo aufgreife und auf die neueste Konsole bringe, dann möchte ich auch eine hohe Zugänglichkeit erreichen und dass mein Spiel von möglichst vielen Spielern gespielt wird. So schnappe ich mir lieber die Originale und lasse Pilot Sports dort wo es ist, denn ein großes Alleinstellungsmerkmal fehlt dem Titel und das braucht es heutzutage schon, um die Spieler zu überzeugen.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Pilot Sports

Meinung von Dennis Gröschke
Fans von Pilotwings müssen sich gut überlegen, ob sie das vorliegende Pilot Sports wirklich kaufen möchten, nur weil es vom Original bisher noch keine Variante für die Nintendo Switch gibt. Positiv hervorzuheben ist die einfach zu lernende Steuerung und die Umsetzung dieser auf den unterschiedlichen Controllern. Der Schwierigkeitsgrad ist von Anfang an zu hoch, die grafische und akustische Präsentation nicht auf der Höhe der Zeit und der Spielspaß bleibt auch schnell auf der Strecke, weil es im Grunde immer wieder dieselben Herausforderungen sind. Sicherlich ist die Streckenführung jedes Mal ein wenig anders und die Ziele innerhalb der jeweiligen Herausforderungen variieren leicht, aber das haut mich nicht vom Hocker. Überhaupt wird hier sehr dreist beim Original geklaut, welches ich im Zuge dieses Tests noch einmal eingelegt hatte. Da braucht es meines Erachtens heutzutage einfach mehr, als bloß eine Insel und flüssiges Gameplay.

Kommentare 3

  • Rob64online Turmritter - 02.10.2018 - 17:16

    Schade so einen Pilotwings Klon in gut hätte ich mir geholt. :(
  • Schwinghenlohe Turmknappe - 02.10.2018 - 18:06

    War vorauszusehen. Absolutes no go bei mir? Die Ventilatoren die ‚Auftrieb‘ simulieren sollen. Na gehts noch? Gibt es eigentlich Wind in dem Spiel? Seitenwind? Wind von vorne? Oder muss dazu auch erst ein Ventilator installiert werden? Ich weiss nicht mehr, wieviel Pilotwings auf dem 3DS kostete, aber genau das werd ich jetzt mal anmachen. Für 7,99€. Als Evergreen!
  • alfalfa Turmheld - 03.10.2018 - 00:26

    Sehr schade, hatte mir mehr erhofft.
    Dann spiele ich doch lieber das echte Pilot Wings auf dem SNES Mini.
    Whoops - hab nix gesagt! Gibt es da ja gar nicht.
    Aber dank Speicherfunktion würde ich es darauf sogar mal bis zum Ende durchspielen können - also vermute ich mal. :)
    Das Original war nämlich auch ziemlich schwer.