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Test zu South Park: Der Stab der Wahrheit - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: South Park: Der Stab der Wahrheit
  • USA USA: South Park: The Stick of Truth
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
25.09.2018
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Rollenspiele und Fäkal-Humor – South Park ist wieder da

Von Roman Dichter () Man könnte meinen, dass die Nintendo Switch eine Konsole für Zeitreisen ist. Inzwischen gibt es nämlich mehrere Beispiele für Spiele-Serien, deren Veröffentlichungspolitik auf Nintendos Konsole rückwärts zu laufen scheint. Das aktuelle Beispiel: South Park. So bekamen wir erst den aktuelleren Ableger Die rektakuläre Zerreißprobe präsentiert und jetzt legt Ubisoft den Vorgänger South Park: Der Stab der Wahrheit nach. Offensichtlich testen die Publisher gerne erst die Erfolgsaussichten und bringen dann bei erfreulichen Zahlen weitere Spiele auf den Markt. Uns soll es recht sein, denn South Park-Fans kommen jetzt auch auf der Hybrid-Konsole in den Genuss der hemmungslosen Gags von Cartman & Co. Allerdings müssen wir mit einer Download-Version des Spiels vorliebnehmen. Wenn ihr den Stab der Wahrheit also noch nicht von einer anderen Plattform kennt, aber trotzdem neugierig auf das Spiel seid, dann lest jetzt, was es zu bieten hat.

Die Kinder aus South Park begeben sich in ein Fantasy-Abenteuer, um den legendären Stab der Wahrheit.

Wer den Vorgänger-Nachfolger bereits gespielt hat, wird sich bei Der Stab der Wahrheit sofort heimisch fühlen. Erneut betreten wir eine Welt, die sich mit an Perfektion grenzender Präzision in das South Park-Universum eingliedert, welches durch die populäre TV-Serie geprägt ist. Man merkt in jeder Sekunde, dass auch die Macher der Serie an der Erstellung des Spiels mitgewirkt haben. Die Optik entspricht der Vorlage bis ins kleinste Detail, auch die rudimentären Animationen wurden als prägendes Stilmittel übernommen. Und natürlich bekommen wir auch die Original-Synchronsprecher der Serie zu hören, was in diesem recht dialoglastigen Titel einen wichtigen Teil zur Atmosphäre beiträgt. Im Gegensatz zum Nachfolger müssen wir allerdings auf die deutschen Stimmen verzichten. Das ist natürlich schade, aber immerhin sorgen deutschsprachige Untertitel für problemlose Verständlichkeit. Zudem gehen bekannterweise manche Gags durch Übersetzung verloren, weshalb ohnehin viele Menschen Original-Versionen bevorzugen. Trotzdem wäre es schön gewesen, die Wahl zu haben.

Inhaltlich wird hier die Geschichte erzählt, an die „Die rektakuläre Zerreißprobe" zu Beginn anknüpft: Ihr übernehmt die Rolle eines neuen Charakters, den ihr selbst optisch gestalten und benennen dürft – zugegeben, der eigene Name hat nicht so viel Bedeutung, zumal die rücksichtslosen Kinder aus South Park euch direkt einen wenig schmeichelhaften Spitznamen verpassen. Aber nein, ich werde mich jetzt dazu nötigen lassen, mich jetzt selbst noch so zu nennen. Ich heiße Roman. Verstanden, Cartman? ROMAN! Aber ich schweife ab. Das neue Kind trifft auf die aus der Serie bekannten Charaktere und taucht mit ihnen in ein Fantasy-Rollenspiel ein. Sie verkleiden sich als Zauberer oder Elfen, bekämpfen sich gegenseitig und wollen unbedingt den namensgebenden Stab der Wahrheit erobern. Dieser ist im Grunde nur ein Stück Holz, das aber mit der Magie der kindlichen Vorstellungskraft zu einem nahezu heiligen Item wird. Überhaupt schafft es South Park ausgezeichnet, den Spieler in die Fantasiewelt innerhalb der Fantasiewelt hineinzuziehen – nur um uns immer wieder mit Augenzwinkern oder auch derben Gags auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

South Park kommt im Spiel wie in der Serie ohne Gürtel(linie) aus.

Derbe Gags ist auch ein Stichwort, das ich bei diesem Spiel mit Sicherheit aufnehmen muss. Wer South Park kennt, weiß auch bei diesem Spiel, worauf er sich einlässt und kann insofern selbst gut einschätzen, inwiefern die eigenen Grenzen von Humor und Toleranz überschritten werden oder nicht. Sollte tatsächlich jemand von euch noch nicht mit dem Stil des South Park-Humors vertraut sein, lasst mich aber eine deutliche Warnung aussprechen: Bei South Park gibt es keine Tabus! Wenn irgendwo ein Tabu entdeckt wird, dann nur um es zu brechen. Hemmungs- und schamlos sind manche Witze, aber – sofern man eben persönlich damit klarkommt – auch sehr lustig. Nicht selten versteckt sich hinter plumpem Fäkal-Humor auch ernsthafte Gesellschaftskritik. Man kann hemmungslos lachen und wird gleichzeitig zum Nachdenken angeregt. Nicht bei jedem Gag, aber immer wieder. So kennen wir South Park. Wer aber nicht gerne eine Tür öffnet, um dahinter einen Charakter in intimen Situationen zu überraschen, der sollte besser nach anderen Spielen Ausschau halten.

Wundervoll eingebettet in das South Park-Universum präsentiert sich das einzige Element, das sich zwangsläufig von der TV-Serie unterscheiden muss: das Gameplay. Im Grunde spielen wir ein klassisches RPG, das viele typische Genre-Elemente beinhaltet: Ihr entscheidet euch für eine Charakterklasse, erfüllt Missionen, steigt im Level auf, sammelt Items, legt euch immer bessere Ausrüstungsgegenstände an und bestreitet immer wieder rundenbasierte Kämpfe. Eigentlich bin ich persönlich kein großer RPG-Fan, aber bei diesem Spiel bin ich trotzdem damit zufrieden. Das Genre ergibt sich geradezu natürlich aus der Story, in der die Kinder selbst ein Rollenspiel bestreiten. Zudem sind das ganze Setting und der Humor so erfrischend, dass ich mir überhaupt nicht vorkomme, wie in einem von unzähligen Standard-RPGs, die im Grunde immer nach demselben ausgelutschten Rezept funktionieren.

Rundenbasierte Kämpfe und derber Humor

Doch wie gesagt: Unter der Haube findet ihr auch hier klassische RPG-Zutaten. Schauen wir uns beispielsweise das Kampfsystem an. Im Vergleich zum Nachfolger gibt es hier keinen Bewegungsradius, innerhalb dessen ihr euch taktisch positionieren könnt. Ihr und eure Gefährten sowie eure Gegner haben eine feste Position und können auch alle anderen Gegner mit ihren Angriffen erreichen. In jeder Runde darf ein Charakter zunächst ein Item Wählen und anschließend einen Angriff starten. Items können zum Beispiel Heiltränke sein oder Mittel, die negative Statuseffekte entfernen. Wenn ihr etwa blutet, kostet euch das immer wieder Lebenskraft, bis ihr euch um die Heilung kümmert. Vielleicht habt ihr aber auch Items, die eure Angriffskraft verstärken oder euch zwei Attacken in Folge bescheren.

Rundenbasierte Kämpfe prägen das klassische RPG-Gameplay.

Die Angriffe selbst führt ihr mit Distanz- oder Nahkampfwaffen aus, die ihr ausgerüstet habt. Ihr wählt eure Waffe und euer Ziel, müsst aber auch etwas Timing etwa mit einem weiteren Knopfdruck beweisen, um hohen Schaden anzurichten. Timing ist auch bei gegnerischen Angriffen gefragt, deren Auswirkungen ihr durch gute Reaktionen abschwächen könnt. Ihr seid also bei jeder Aktion des Kampfes aktiv und müsst nicht wie bei vielen anderen Genre-Vertretern zwischendurch tatenlos zusehen, was die anderen Charaktere anrichten. Neben normalen Angriffen haben die verschiedenen Charaktere auch bestimmte Fähigkeiten. Das sind im Grunde stärkere Angriffe, die aber auch in einer Leiste angezeigte Energie (MP) verbrauchen. Ihr könnt diese Angriffe also nicht unbegrenzt einsetzen. Ansonsten gelten die altbekannten Spielregeln: Es wird so lange gekämpft, bis in einem Team sämtliche Charaktere ihre (ebenfalls in einer Leiste dargestellte) Lebensenergie verloren haben. Diese Spielmechanik ist sicher weder neu noch spektakulär, wurde aber solide und unterhaltsam umgesetzt.

Der Schwierigkeitsgrad dessen steigt im Verlauf des Spiels und ist allgemein auch in den Optionen einstellbar. Allgemein bietet South Park: Der Stab der Wahrheit einige Herausforderungen, ist aber sehr zugänglich, auch für Spieler, die in dem Genre nicht unbedingt zu Hause sind. Auch technisch gibt es nicht viel zu meckern. Natürlich limitiert sich das Spiel selbst, indem es den gewollt einfachen Zeichentrick-Stil der Serie übernimmt. Aber genau das macht ja auch den typischen South Park-Charme aus. Auch die musikalische Untermalung, Soundeffekte und Sprachausgabe sind rundum gelungen und folgen immer dem Ziel, der Vorlage gerecht zu werden. Dazu wurde das Spiel gut an die Nintendo Switch angepasst. Wir werden also nicht mit besonders langen Ladezeiten genervt und nur gelegentlich ist mir ganz leichtes Ruckeln aufgefallen. Ansonsten gibt es keine Neuerungen im Vergleich zu früheren Versionen des Spiels. Wie auch bei den anderen Konsolen-Versionen müssen wir hierzulande mit der USK 16-Fassung vorliebnehmen, die einige Schnitte enthält. Das ist für viele Fans sicherlich ärgerlich, macht es aber nicht zu einem schlechten Spiel.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu South Park: Der Stab der Wahrheit

Meinung von Roman Dichter
Für wen kann ich South Park: Der Stab der Wahrheit empfehlen? Alle, die den Vorgänger beziehungsweise Nachfolger „Die rektakuläre Zerreißprobe“ kennen und mögen, dürfen bedenkenlos zugreifen. Im direkten Vergleich gibt es neben der anderen Story nur kleine Unterschiede, beispielsweise im rundenbasierten Kampfsystem, an dem für den zweiten Teil noch etwas gefeilt wurde. Am Auffälligsten dürfte das Fehlen der deutschen Synchronstimmen sein, die uns erst im zweiten Teil beglücken. Hier müssen wir uns mit Untertiteln zufriedengeben. Wer aber gut Englisch versteht oder sowieso ein Fan der Originalvertonung ist, wird das leicht verschmerzen können. Neulinge sollten sich Fragen, ob sie die Serie und ihren derben Humor mögen. Den Fans von South Park kann ich beide Spiele ebenfalls bedenkenlos empfehlen, da sie den Geist der TV-Serie sehr gut einfangen. Nur wer mit South Park oder dem Rollenspiel-Genre nichts am Hut hat, sollte besser die Finger vom Spiel lassen. Alle anderen erhalten beste und hemmungslose Unterhaltung, die jetzt auch unterwegs genossen werden kann – viel Spaß damit!
Mein persönliches Highlight: Der schonungslose Humor unterhält mich wieder einmal bestens!

Kommentare 6

  • Antiheld Cyberpunk - 01.10.2018 - 20:16

    Da das Spiel in Deutschland stark zensiert ist werde ich zur US-Version greifen müssen. Da ich es sowieso lieber Retail hätte und ich mich nicht extra im US-eShop anmelden möchte, warte ich daher noch etwas auf einen evtl. limitierten Retail-Release.
  • Phreek Turmknappe - 01.10.2018 - 20:59

    Zugegebenermaßen muss ich sagen, dass ich damals zu erst die zensierte und danach erst die uncut Fassung gespielt habe und die zensierte besser fand, da sie es so sympatisch und lustig zensiert haben. Ich war im Nachhinein von den zensierten inhalten eher enttäuscht. Also ich habe es nicht als nachteil gesehen...
  • thehunter Turmfürst - 01.10.2018 - 21:34

    Die "Kinder" treiben sich auch bestimmt auf ntower rum
  • Wowan14 Gamer aus Leidenschaft - 01.10.2018 - 21:37

    Wie @Phreek schon sagte sind Zensuren in dem Spiel garnicht so schlimm, man sollte sich davon nicht so sehr abschrecken (und die wenigen Szenen die zensiert wurden kann man auch getrost im Internet anschauen einfach...)
  • Torben22 Turmfürst - 02.10.2018 - 10:01

    Was viele vergessen, die "Auf anderen Konsolen ists günstiger..." rufen ist dass nicht alle (so wie ich) mehrere Konsolen haben.
    Ich werd mir Stab der Wahrheit definitiv holen, aber wahrscheinlich erst im neuen Jahr oder nach Smash Bros. Bald kommt Mario Party, dann Pokemon Lets Go, dann Smash Bros. Das wird too much ^^
  • camora Werder + Hansa - 04.10.2018 - 09:37

    Stab der Wahrheit habe ich damals in Amerika gekauft. War mit deutscher Tonspur allerdings komplett unszensiert. Die Hitlersachen waren schon mega lustig. Die Abtreibung zwar over the top, irgendwie witzig, aber nicht unbedingt nötig. Ich hatte mit dem 1. Teil deutlich mehr Spaß, als mit dem 2. Natürlich macht der 2. alles besser, aber eben auch viel retorte. Sogar einige Jokes waren die selben. Natürlich ist der 2. Grundsätzlich besser, aber der erste war eben frisch^^