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Test zu Into the Breach - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Into the Breach
  • USA USA: Into the Breach
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
28.08.2018
Vertrieb
Subset Games
Entwickler
Subset Games
Genre
Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Open a breach

Von Maik Dallherm () Nach dem großen Erfolg von FTL: Faster Than Light entschied sich Subset Games für einen neuen Titel. Entsprungen ist daraus Into the Breach. Auch hier bricht die Beliebtheit nicht ab, was dem Spiel schließlich eine Veröffentlichung auf der Nintendo Switch erlaubte. Dabei haben wir es mit einem rundenbasierten Strategiespiel zu tun, das sich auf einem zweidimensionalen Spielfeld abspielt. Englischkenntnisse sind bei diesem Titel sehr von Vorteil, da keine andere Sprache unterstützt wird. Als reiner Solotitel ist Into the Breach für einen Spieler ausgelegt und beinhaltet keine Mehrspieler-Funktionen.

Mehrere feindliche Einheiten wollen sich einen eingewebten Panzer vorknöpfen. Was können wir jetzt tun?

Die Vek, außerirdische, scheinbare Rieseninsekten, haben die Erde erobert und die Menschheit ausgelöscht. Dies ist momentan der Fall. Hier könnt ihr nichts mehr retten. Die Betonung liegt dabei auf "Hier". Zum Glück besteht eure Truppe, anfangs die Rift Walkers, zunächst angeführt von Pilot Ralph Karisson, aus Zeitreisenden. Also sucht ihr euch eine neue Zeitlinie, in der ihr vielleicht bessere Chancen habt. Das Prinzip von Into the Breach setzt wie schon in FTL auf einen speziellen Wiederspielwert. Denn ein Durchgang ist kurz und dauert in der Regel nicht länger als fünf Stunden. Dafür sollt ihr euch das Ziel setzen, mit jedem Durchlauf neue Piloten, Teams und zugehörige Maschinen freizuschalten, andere Möglichkeiten durchzugehen und eventuelle Fehler von früher zu vermeiden. Into the Breach betont dies hier sogar explizit mit den Zeitstrahlen, die ihr nach und nach in Angriff nehmt. Und das in der erneuten Hoffnung, die Vek in zufallsgenerierten Missionen zurückzuschlagen und die Menschheit zu retten.

Nachdem ihr eines von drei möglichen Profilen pro Account erstellt habt, startet ihr also ein neues Spiel. An dieser Stelle wählt ihr einen Piloten aus. Am Anfang gibt es wie zu erwarten nur einen davon. Dieser leitet für den Durchlauf ein Team, welches drei Kriegsmaschinen bedient. Der Pilot wird eine dieser Maschinen bedienen und hat je nach Charakter einen bestimmten Vorteil gegenüber dem restlichen Squad. Auch bei diesen gibt es zunächst nur ein Set zur Auswahl: Bestehend aus einem Mech, einem Kampfpanzer und einem Artilleriefahrzeug. Das Freischalten weiterer Piloten obliegt euren Handlungen während des Spiels. Neue Fahrzeug-Sets erkauft ihr euch mit verdienten Münzen. Die Fahrzeugtypen inklusive Bewaffnung bestimmen unter anderem die Bereiche, welche attackiert werden können. Sie werden daher auch klassifiziert, als Haupteinheiten oder für den Fernkampf, zum Beispiel als Artillerie.

Artilleriefahrzeuge können weit entfernte Ziele unter Beschuss nehmen.

Ein Einstiegskampf bietet die Möglichkeit, euch das Spiel näher zu bringen. So offensichtlich es zunächst klingen mag, das Bekämpfen der Vek ist nicht das Hauptziel. Eure Aufgabe ist es, über die angegebene Anzahl an Runden die Gebäude des Sektors vor ihnen zu beschützen. Jeder Durchlauf kommt mit einem bestimmten "Power Grid" daher. Jedes Mal, wenn ein Gebäude zerstört wird, sei es durch die Vek oder Freundesbeschuss, verliert ihr ein Power-Segment. Solltet ihr über die gesamte Timeline hinweg alle vorgegebenen Punkte verlieren, werden eure Maschinen nicht länger mit Strom versorgt und fallen aus. Nun obliegt es den Piloten, über einen Zeitriss in eine andere Zeitlinie zu gehen und es nochmal zu versuchen. Dabei könnt ihr jedoch nur einen Piloten auswählen, den ihr für den nächsten Durchlauf mitsamt seiner Erfahrung (Piloten können in Stufen aufsteigen) mitnehmen möchtet. Nun ist das Spiel hiermit vorbei. Bestimmte Sekundärziele können euch jedoch auch Punkte für die Energieversorgung wiederbeschaffen.

Wie sieht eine solche Mission aus? Ein Kontinent ist in mehreren Missionen, acht an der Zahl, eingeteilt. Eine Mission findet auf einer zufällig generierten Landschaft statt, die gekachelt ist. Ein Kachel bedient sich zunächst an einem Terraintyp. Das könnte eine leere Fläche sein, ein Wald oder Wasser. Eure Einheiten, Gebäude, Verbündete und Feinde besetzen solche Felder. Ab jetzt geht die ganze Geschichte in Zügen weiter. Nachdem ihr eure Einheiten auf das Spielfeld abgesetzt habt, rücken die Vek vor und werden je nach Gelegenheit oder Priorität verbündete Ziele ins Visier nehmen. Nun liegt es an euch, den Feind von ihrem Vorhaben abzuhalten. Nach der Weise eines Fire Emblems oder Advance Wars bewegt ihr eure Einheiten zunächst über eine begrenzte Reichweite. Einheiten können nicht die von Feinden belegten Felder passieren, daher müsst ihr euch auf viele Blockaden einstellen, gern auch mal selbst verschuldet. Vor oder nach dem Vorrücken geht ihr mit eurer Einheit, falls sinnvoll, in den Angriff über und nehmt ein Feld unter Beschuss. Wie schon oben erwähnt, ist die Reichweite eines Angriffs von der Einheit abhängig.

Bedenkt eure Optionen

Viele Angriffe wirken sich auch auf umliegende Felder aus. Ein weggeschlagener oder seitlich beschossener Feind nimmt nicht nur Schaden, sondern wird auch auf das hintere Feld verschoben. Befindet sich dort bereits etwas, nehmen stattdessen beide zusätzlichen Schaden. Vor einem Angriff simuliert euch das Spiel bereits eine Vorschau, was passieren würde. Damit wisst ihr auch bei unvorhergesehenen Konsequenzen im Voraus Bescheid. Eventuell werdet ihr dann den Angriff umplanen wollen. Keine Sorge: Solange kein Angriff erfolgte, kann der Bewegungszug jederzeit rückgängig gemacht und neu ausgeführt werden. Die Zeitschleife des Spiels erlaubt es euch sogar, einmal pro Kampf eine komplette Runde zurückzusetzen, weil ihr zum Beispiel unerwartet eine wichtige Einheit oder ein wichtiges Gebäude verloren habt. Denkt nur daran, dass ihr euch nach einem Zug nicht versehentlich in den Angriffsbereich eines anderen Gegners begebt, weil ihr etwa einen weggeschubst habt.

Bedenkt: Ihr könnt nicht jeden retten!

Neben dem Schutz der Gebäude habt ihr oftmals Sekundärziele, laut denen ihr weitere Elemente beschützen sollt, bestimmte Dinge zerstören dürft oder Objekte sicherstellen müsst. Diese Ziele seht ihr bereits in der Missionsauswahl. Euch wird auffallen, dass manche Missionen mehr oder weniger mit den Sekundärzielen belohnen werden. Dafür aber variiert auch der Schwierigkeitsgrad. Missionen mit drei Belohnungen halten eine größere Bedrohung bei sich, wobei Missionen mit nur einer Belohnung hingegen beispielsweise die Gebäude mit einem zusätzlichen Schutzschild ausstattet. Seid also ruhig wählerisch mit der nächsten Mission, denn ihr werdet nicht jedes Gebiet machen können, bevor ihr euch um den Boss kümmern müsst! Eine erfolgreich abgeschlossene Mission schaltet die Gebiete frei, welche daran angrenzen. Es ist daher sinnvoll, euch möglichst schnell vorzuarbeiten, damit ihr die wenigen, verbleibenden Missionen effektiv auswählen könnt. Die Kontinente selbst müssen zwar in einer festen Reihenfolge freigeschaltet werden, doch habt ihr sie erst einmal, könnt ihr sie in zukünftigen Zeitlinien in beliebiger Reihenfolge spielen. Der Zufallsgenerator für die Missionen passt den Schwierigkeitsgrad dynamisch daran an, in welcher Reihenfolge sie gespielt werden.

Into the Breach macht nicht nur wegen dem Prinzip der Züge deutlich, was als Strategiespiel in ihm steckt. Auch die Umgebung trägt entscheidend dazu bei. Bereits der erste Kontinent, basierend auf der "Alten Erde", macht euch eventuell mit einem Damm vertraut, dessen Zerstörung das Spielfeld flutet (die meisten landlebenden Vek können im Wasser nicht überleben, euren Einheiten macht es aber nicht viel aus). Auch in anderen Fällen ist Wasser oft als Vorteil verwendbar. Warum sollte man widerstandsfähige Vek langfristig unter Beschuss nehmen, wenn man sie bei passender Gelegenheit auch einfach ins kühle Nass schubsen kann? Man merkt, dass die Nutzung des Terrains je nach Kontinent eine ganze Menge ausmachen kann. Aufwirbelnder Sand, der weiterführende Handlungen verhindert oder Waldstücke, die von Gegnern besetzt sind, welche bei Beschuss in Brand gesetzt werden. Durch letzteres nehmen alle Teilnehmer des Kampfes pro Runde darin Schaden. Auch Fahrzeuge werden dadurch beschädigt und geraten in Flammen. In einer solchen Situation ist es angebracht, das Fahrzeug zurückzuziehen und den Brand zu löschen, anstatt die Ausführung eines Angriffs zu befehlen. Einheiten können auf Kosten ihres Zuges repariert werden.

Außeneinwirkungen der Natur können das Geschehen entscheidend beeinflussen. Leider nicht immer zu euren Gunsten.

Außerhalb einer Schlacht könnt ihr euch ganz der Ausrüstung der Maschinen widmen. Damit ihr spätere Gefechte überstehen könnt, sind Upgrades unabdingbar. Jedes Fahrzeug ist mit einem Reaktor ausgestattet, der aber nur Energie für die Startausrüstung liefert. Reaktor-Upgrades erhöhen die Kapazität einer Maschine, worauf sich damit eine Komponente aufrüsten lässt. Energiekosten sind im Menü ablesbar. Manche Waffen oder Fähigkeiten funktionieren für die Basisstufe aber auch ohne zusätzliche Energie. Upgrades sind besonders nach dem Abschluss eines Kontinentes lohnenswert, denn dann könnt ihr alle erhaltenen Rufpunkte für zusätzliche Verbesserungen und neue Waffen ausgeben.

Einen einfacheren Eindruck bekommen wir unter der Haube des Spiels. Subset Games sind für ihre Spiele in deren speziellem Retro-Look bekannt. Die Grafiken sind daher nicht sonderlich kompliziert. Ein großer Vorteil für die Leistung also. Auch der Soundtrack von Ben Prunty weiß zu überzeugen, denn dieser macht ebenso den guten Ruf von Subset Games aus. Spielbar ist Into the Breach mit der Joy-Con-Halterung und dem Nintendo Switch Pro Controller. Der Touchscreen wird nicht unterstützt.

Redaktionswertung

8

Spiele-Hit

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Unser Fazit zu Into the Breach

Meinung von Maik Dallherm
Einfach, aber genial. So könnte man die Indie-Spiele aus dem Hause Subset Games beschreiben. Into the Breach könnte vielleicht auf den ersten Blick komplizierter aussehen, aber einmal eingespielt, ist das Prinzip schnell verstanden. Die größte Hürde bereitet eigentlich das eigene, logische Denken. Welche Konsequenzen folgen auf eure Züge selbst abseits der Vorschau? Bereits beim Absetzen eurer Einheiten sollte man sich Gedanken darüber machen. Auch auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad ist das Spiel nicht zu unterschätzen, also nehmt euch die Zeit, die ihr für eure Züge braucht. Und solltet ihr einmal nicht weiter wissen, dann gönnt euch für eine Minute eine Auszeit mit dem stimmungsvollen Soundtrack. Da Into the Breach in vielen kurzen Durchläufen gespielt werden soll und angesichts der Tatsache, dass jeder Zug unverzüglich gespeichert wird (Reset-Cheaten ist hier nicht), eignet sich Into the Breach auch für kurzfristige Sessions. FTL-Spieler werden trotz des anderen Gameplays einige Parallelen feststellen können oder sich sogar gleich wie Zuhause fühlen. Übrigens: FTL: Faster Than Light erhielt neuerdings acht offizielle Übersetzungen und eine teils leserlichere Schrift. Vielleicht wäre es der richtige Zeitpunkt für eine Switch-Version?
Mein persönliches Highlight: Der Soundtrack

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