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Test zu Gal Metal - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Gal Metal
  • USA USA: Gal Metal
  • Japan Japan: Gal Metal!
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
02.11.2018
Vertrieb
Marvelous
Entwickler
DMM Games
Genre
Simulation, Musik
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Metal up your ***!

Von Matthias Ksoll () Gal Metal ist ein Musikspiel, genauer gesagt ein Rhythmus-Musikspiel. Das Spiel besitzt drei verschiedene Modi: einen Story-Modus, „Practice“ und „Free Play“. Von diesen ist Ersterer der wichtigste und größte Modus des Spieles, weswegen wir unser Augenmerk anfänglich darauf richten. Die Story wird durch Manga-Comic-Sequenzen vorangetrieben, regelmäßig aber auch durch Smartphone-Chat-Gespräche, in denen ihr ab und zu zwischen zwei Antworten entscheiden dürft. Diese transportieren die Geschichte sehr schön und sind stimmig gezeichnet. Die regelmäßig auftauchenden Chats hingegen langweilen manchmal ein wenig, da dieses Konzept der Dialogwiedergabe doch recht trocken wirkt. Habt ihr keine Lust auf das ganze Drumherum und wollt einfach nur drauflostrommeln, könnt ihr alle Zwischensequenzen im Spiel überspringen. So entgeht euch aber eine sehr nette, lustige und herrlich japanisch-verrückte Rahmengeschichte. Folgend erläutere ich erstmal den Anfang ebendieser.

Zum Start des Spiels wird ein Schüler von einer Untertasse gekidnappt. In ihr befindet sich auch ein Mädchen. Fahrer dieses Ufos sind Oktopus-Aliens, die die Erde erobern wollen, weil ihr Planet durch uns Menschen zerstört worden ist. Die vermeintliche Waffe, die wir Erdenbewohner dabei verwendet haben, ist die Raumsonde Voyager, die mit einer goldenen Schallplatte, gefüllt mit Nachrichten für außerirdisches Leben, eben dieses erreichen sollte. Damit war jedoch nicht geplant, ganze Planeten zu vernichten. Da ist wohl etwas gehörig schiefgelaufen! Es waren aber nicht alle Musikstücke auf der Schallplatte, die für das Oktopus-Armageddon gesorgt haben, es war eine ganz bestimmte, lärmende Musikrichtung: METAL!

Die Oktopusse wollen anscheinend fair um den Planeten kämpfen, warum sonst hätten sie uns wohl über ihren Plan informiert und uns ihre größte Schwäche verraten, sehr nett von Ihnen! Aber aus irgendeinem Grund kann nur eine der beiden Schüler deren „Abgesandter“ sein, also werden sie kurzerhand zu einer Person fusioniert. Unser Charakter wacht am nächsten Morgen auf, alles wohl nur ein Traum….aber Nein! Der junge Schüler ist im Körper der Schülerin gefangen und die Seele des Mädchens ist ebenso noch darin. Der Junge hat aber als Einziger die Kontrolle über ihren Körper. Erst einmal in der Schule angekommen, müssen die beiden einen Weg finden, die angekündigte Alien-Invasion zu stoppen.

Die Geschichte wird mit Manga-Zeichnungen vorangetrieben.

Wie der Zufall es will, ist das Mädchen Schlagzeugerin einer Schul-Metal-Band im „Metal Club“ ihrer Schule. Dort angekommen, treffen wir die anderen Mitglieder und Freunde von ihr und lernen den Namen des Mädchens kennen: Prez. Recht schnell bekommen auch die anderen Bandmitglieder vom Ernst der Situation Kenntnis und sind bereit, die Erde vor den Oktopus-Aliens zu retten. Wie sich aber schnell herausstellt, sind diese nicht die einzige außerirdische Gefahr. Ein großes Hindernis gefährdet die Rettungsmission aber ganz gehörig: Der Junge in Prez‘ Körper kann kein Schlagzeug spielen, also heißt es üben, üben und nochmals üben!

Und so könnt ihr endlich als Prez/Junge Schlagzeug spielend das eigentliche Spiel beginnen. Das Tutorial im Story-Modus, eine erste Band-Probe, erklärt euch die Steuerung des Spieles sehr genau und führt euch leicht in euren neuen Job ein. Doch wie steuert ihr die Schlagzeugpassagen in Gal Metal überhaupt? Grundsätzlich gibt es, im Optionsmenü jederzeit einstellbar, drei Steuerungsarten. Per Bewegungssteuerung mit beiden Joy-Con in den Händen, per Finger auf dem Touchscreen der Nintendo Switch oder ganz gewöhnlich mit einem Nintendo Switch Pro Controller. Das Schöne an diesen drei Möglichkeiten ist, dass jede ein wirklich anderes Spielgefühl vermittelt und jeder seinen persönlichen Liebling heraussuchen kann.

Je nachdem, mit welcher Steuerungsart ihr spielt, gibt es zwei verschiedene Interfaces, während ihr auf dem Schlagzeug trommelt. Nutzt ihr den Touchscreen oder den Controller, seht ihr auf dem Bildschirm ein optisch vereinfachtes Schlagzeug-Interface mit allen Trommeln und Becken. Von der großen Trommel über die Snare bis hin zum Hi-Hat ist alles vorhanden. Während ihr per Touchscreen einfach nur auf das entsprechende Schlagzeugteil mit dem Finger drücken müsst, hat auf dem Controller jedes Teil seinen eigenen Knopf zugeteilt bekommen. Nutzt ihr die Gyro-Sensoren der beiden Joy-Con, fehlt dieses Interface und am Ende auch die Varianz, dafür habt ihr das realistischste Schlagzeuggefühl beim Spielen. Ihr seht rechts auf dem Bildschirm den roten, links den blauen Joy-Con abgebildet. Welche Trommel jetzt genau getroffen wird, entscheidet das Spiel selbst.

Das Schlagzeug an sich ist aber nicht die einzige Interface-Komponente. Wenn ihr übt, seht ihr oben auf dem Bildschirm verschiedene Drum-Patterns, die ihr während ein Song gespielt wird, ausüben könnt. Dort seht ihr dann den jeweiligen Namen des Patterns, diese scheinen an verschiedene Genre-Größen angelehnt zu sein. So gibt es z.B. das Pattern „Entersand“, welches auf Metallicas „Enter Sandman“ anzuspielen scheint. Richtig bestätigen kann ich das als Nicht-Metaler jedoch nicht. Diese Patterns zeigen dann, je nach Takt, die verschieden angelegten Punkte auf der Anzeige in rot oder blau an. Zusätzlich unterstützt euch ein Metronom beim Üben. Mir persönlich hat die Touchscreen-Steuerung am besten gefallen, da sie für mich am genauesten ist und man mit ihr am schnellsten reagieren kann. Bei Verwendung der Bewegungssteuerung hatte ich kein völliges Kontrollgefühl, da die Gyro-Sensoren jede einzelne Bewegung sehr genau wahrnehmen. So dürfen während des Spielens mit ihnen keine unnötigen Bewegungen entstehen, da diese sonst mitgezählt werden und euer Rhythmus-Pattern nicht eingehalten werden kann. DMM Games hat dies jedoch bedacht und so könnt ihr bei den Optionen die Sensitivität der Joy-Con frei einstellen. Jedoch bedeutet dies viel Ausprobiererei, bis ihr das für euch am besten passende Ergebnis erreicht habt.

So sieht der Bildschirm aus, wenn ihr per Touchscreen oder Controller spielt.

Stures üben ist bei Gal Metal an der Tagesordnung, wenn ihr das Spiel wirklich genießen wollt. Dies ist dank den zwei anderen oben genannten Modi „Practice“ und „Free Play“ auch immer möglich, macht davon Gebrauch! Denn das ist das Schöne an diesem Spiel: Anders als in Musikspielen wie z.B. Guitar Hero gibt es kein auf euch zulaufendes Band mit den jeweiligen Rhythmus-Punkten, die ihr treffen müsst. Das Spiel lässt euch die komplette Freiheit. Wann ihr startet, welche Patterns ihr benutzt ist eure Sache und diesen Aspekt finde ich toll, da es eurer Kreativität und wie ihr an die Songs herangeht, herausfordert. Und je taktvoller ihr werdet, je mehr verschiedene Patterns ihr in einem Auftritt unterbringen könnt, desto mehr Punkte gibt es am Ende. Und dieses immer besser werden macht den Reiz von Gal Metal aus.

Die drei Hauptelemente des Spieles sind: Üben, seine Stats verbessern (darauf komme ich gleich zu sprechen) und ein, ich nenne es jetzt einmal „Endboss-Konzert“ spielen, um die Alien-Schar zurückzuschlagen. Dann müsst ihr eine bestimmte Punktzahl erreichen, um die Runde zu gewinnen. Gerade am Anfang braucht ihr dafür sehr wenig Punkte, das Spiel macht es auch für Anfänger leicht zu bestehen. Trotzdem müsst ihr mindestens die Basics kennen. Denn während ihr bei den Proben die Anzeige der verschiedenen Rhythmen immer im Blick habt, ist dies beim Konzert nicht mehr der Fall und ihr müsst diese auswendig kennen! Außerdem gibt es jedes Mal einen neuen Song, der von der Band gespielt wird.

Gerade habe ich die Verbesserung der eigenen Status-Werte erwähnt, nach dem ersten Endboss-Konzert kommt im Spiel eine weitere kleine Gameplay-Komponente dazu, die man aus vielen Visual Novels kennt. Zwischen den Endboss-Kämpfen seht ihr jetzt eine Karte, eure Stats und eine Aktivitäten-Liste vor euch. Je nachdem, welche Aktivitäten ihr auswählt, verstärken oder verschlechtern sich eure fünf Stat-Parameter. Habt ihr z.B. eine höhere Moralität, gibt euch ein akkurateres Schlagzeugspielen eine höhere Punktzahl. Ihr habt immer eine bestimmte Anzahl Stunden pro Tag zur Verfügung, um eure Stats zu verbessern oder eine Runde im Proberaum einzulegen. Pro Aktivität werden euch Stunden und Energie abgezogen, sodass ihr dies nicht ewig machen könnt und der Tag zum Endboss-Konzert immer näherrückt. Trefft ihr bei einer Aktivität eure Bandmitglieder, gibt es Bonus-Punkte für eure Stats, also immer darauf achten! In den Bandproben bekommt ihr auch immer wieder neue Rhythmus-Patterns zu Gesicht, es lohnt sich also immer, einmal am Tag vorbeizuschauen und sich auf die nächsten Konzerte vorzubereiten.

Optisch präsentiert sich das Spiel vor allem während der Endboss-Konzerte ordentlich.

Sehr wichtig in einem Spiel wie Gal Metal ist die Songauswahl und hier macht sich ein wenig Ernüchterung breit. Innerhalb des Story-Modus‘ spielt ihr 13 Songs frei. 5 mehr bekommt ihr, wenn der DLC erworben wird. Kauft ihr das Spiel in der Retail-Fassung, sind die 5 zusätzlichen Songs bereits enthalten. Mangels Lizenzen bekommt ihr hier auch keine bekannten Metal-Klassiker zu hören, sondern eigene Metal-Kompositionen zu klassischer Musik. Dabei ist beispielsweise van Beethovens „Ode an die Freude“. Das Spielen der Songs macht nichtsdestotrotz Spaß, mehr Songs wären aber doch wünschenswert gewesen. Genug Langzeitmotivation macht sich da wirklich nur für die breit, die jeden Song mit verschiedenen Rhythmen perfekt meistern wollen.

Die Grafik im Spiel besteht aus einem Anime-Look und ist Standardkost. Besonders während der Endboss-Konzerte wird eure Band beim Spielen schön in Szene gesetzt. Nach den Songs könnt ihr euch passend inszenierte Videos eures Auftrittes ansehen. Alles in allem ist das aber zweckmäßig, was okay ist, denn während ihr spielt, ist die Grafik für einen selbst nur Nebensache. Zum Schluss noch ein Hinweis, der aber auch im Spiel explizit betont wird. An manchen Fernsehern/Soundanlagen kann es zu Verzögerungen zwischen der Musik und euren Bewegungen kommen, sollte dies der Fall sein, bitten euch die Entwickler, am Fernseher mit Kopfhörern zu spielen, die ihr in den Eingang der Nintendo Switch steckt, um ohne ärgerliche Delays spielen zu können. Des Weiteren sei angemerkt, dass das Spiel nur in englischer Sprache spielbar ist, auf eine deutsche Lokalisation wurde verzichtet.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Gal Metal

Meinung von Matthias Ksoll
Gal Metal ist kein Musikspiel für jedermann, schon alleine wegen dessen Eingrenzung auf ein Musikgenre. Metal-Fans, die die Lust verspüren auf der Nintendo Switch die virtuellen Drumsticks zu schwingen, dürfen aber einen Blick riskieren. Dabei sind jedoch die relativ geringe Songauswahl sowie fehlende „Metal-Hits“ zu berücksichtigen. Der optische Anime-Style und dessen umrahmende Geschichte samt ihrer Präsentation ist liebevoll und gelungen. Wundervoll ist die spielerische Freiheit, die einem Gal Metal liefert. Ihr könnt an die Songs rangehen und die Patterns auswählen, die ihr möchtet. Das ist anfangs vor allem für Nicht-Musiker gewöhnungbedürftig und eine kleine Hürde. Hat man diese jedoch überwunden, entfaltet sich das Spiel. Durch Übung wird man besser und verspielter und nichts schlägt das Gefühl, während des Replays seinen eigenen gelungenen Beat zu verfolgen. Drei verschiedene Steuerungsarten sorgen dafür, dass jeder seinen Liebling darunter findet, auch wenn ich die Bewegungssteuerung nicht als perfekt erachte. Wer ein rockiges Musikspiel für die Nintendo Switch sucht und die nötige Geduld mit sich bringt, den wird dieser kleine Geheimtipp überzeugen.
Mein persönliches Highlight: Das Gefühl, das einen überkommt, wenn man die ersten gelungenen Kombinationen hinlegt.

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