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Test zu Velocity 2X - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Velocity 2X
  • USA USA: Velocity 2X
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
20.09.2018
Vertrieb
Curve Digital
Entwickler
FuturLab
Genre
Action, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Nummerierte Schalter 2X

Von David Pettau () Nachdem man einige Zeit mit dem Titel verbracht hat, kann man sich zweifelsohne eingestehen, dass “Velocity 2X“ ein findiger Name für den Genre-Mix aus Shoot ’em up und Platformer ist, den Curve Digital seit Ende September auf Nintendo Switch-Besitzer loslässt. Es ist wohl nur einer von zwei potenziellen Titeln, die für das Spielprinzip infrage gekommen wären – der andere Name wäre wohl “Nummerierte Schalter“. Denn wenn ihr in Velocity 2X nicht gerade mit Hochgeschwindigkeit durch immer komplexer werdende Level fliegt oder rennt, dann seid ihr meist damit beschäftigt, nummerierte Schalter in der richtigen Reihenfolge abzuschießen. Doch beginnen wir mal von vorne.

Die Rahmenhandlung des Spiels wird in Form von Bildern und Dialogen erzählt.

Innerhalb der ersten von insgesamt 50 Leveln, die die Hauptkampagne des Spiels umfasst, könnte man noch meinen, bei Velocity 2X handle es sich um einen klassischen Shoot ’em up-Titel in Top-Down-Ansicht. Nach wenigen absolvierten Level offenbart Velocity 2X dann allerdings seinen Clou: Nahezu jedes Level besteht sowohl aus Flug-, als auch aus 2D-Platformer-Passagen, in denen die Protagonistin des Spiels ihr Raumschiff verlässt. Diese voneinander losgelösten, dynamisch ineinander übergehenden Abschnitte spielen sich sehr unterschiedlich, auch wenn natürlich sie dieselben Thematiken und generellen Gameplay-Ideen teilen. Im Fokus liegt die angesprochene Geschwindigkeit: Nicht nur könnt ihr eurem Raumschiff dank eines Boosts einen ordentlichen Temposchub verleihen und zu Fuß dank einer Sprint-Taste ordentlich an Momentum aufnehmen, in beiden Spielabschnitten könnt ihr euch außerdem über kurze oder längere Distanzen teleportieren, was simpel per Knopfdruck erfolgt. Zwar können die Level theoretisch auch in gemächlichem Tempo durchgespielt werden, da euch nur selten ein Zeitdruck im Nacken sitzt, doch ist das Leveldesign spürbar auf Hochgeschwindigkeit ausgelegt – und so habt ihr mit Velocity 2X auch am meisten Spaß. Nun, zumindest ist dies meistens der Fall.

Die Level gewinnen nach und nach deutlich an Komplexität, was sich vor allem am eingangs bereits angeschnittenen Schalterwahnsinn bemerkbar macht. In nahezu jedem Level gibt es verschiedene Schalter, die in einer nummerierten Reihenfolge zerstört werden müssen. Diese Schalter gibt es zusätzlich in verschiedenen Farben – jede Farbe mit eigener Nummerierung. Zunächst werdet ihr in leicht zu verstehenden, linearen Passagen mit diesem Spielprinzip vertraut gemacht – so offenbaren sich euch die Schalter nach und nach in richtiger Reihenfolge, während ihr durch den Level streift.

Ein Beispiel einer Levelkarte eines der späten, komplexeren Level.

Auf diese Art werden nach und nach immer mehr Spielmechaniken eingeführt – eine andere Kernmechanik erlaubt es euch beispielsweise, einen Teleportationspunkt innerhalb eines Level zu platzieren, zu dem ihr daraufhin jederzeit wieder zurückkehren könnt. In Verbindung mit den Schaltern wird dieses Spielelement in den komplexen, späten Level dazu verwendet, um euch wahre Labyrinthe vorzusetzen. Gut durchdacht bleiben die Level dabei stets, doch seid ihr ab einem gewissen Zeitpunkt oftmals mehr damit beschäftigt, auf einer Übersichtskarte nach den Schaltern zu suchen, die ihr als nächstes angehen müsst, anstatt mit der namensgebenden Geschwindigkeit durch die Level zu heizen. Gerade in Raumschiff-Passagen ist das teilweise nicht so spaßig, wie es eigentlich sein könnte, da ihr euch nur von unten nach oben durch den Level begeben könnt – um zu einer bereits passierten Stelle zurückzukehren, müsst ihr zu einem eurer Teleportationspunkte springen, wozu ihr in den meisten Fällen zuallererst die Karte aufrufen müsst, was den Spielfluss natürlich unterbricht. Einzig zum letzten Teleportationspunkt, den ihr platziert habt, könnt ihr ohne einen Kartenaufruf zurückkehren.

Das ist ziemlich schade, denn wenn ihr in Velocity 2X richtig Fahrt aufnehmt, dann ist der Spielspaß kaum noch zu bremsen. Das setzt allerdings auch ein hohes Maß an Konzentration voraus, und nicht nur wegen des hohen Spieltempos. Vor allem zu Beginn oder nach längeren Pausen neigt die Steuerung des Spiels dazu, ein wenig zu überfordern. Dies liegt nicht an der Steuerung per se, sondern schlicht daran, dass das Spiel in zwei voneinander losgelöste Spielabschnitte aufgeteilt ist. Beim konstanten Wechsel zwischen Raumschiff- und Platformer-Passagen kommt es hier und dort gerne einmal vor, dass ihr aus Versehen die falsche Taste betätigt. Für Frust sorgt das allerdings nur dann, wenn ihr auf einen Geschwindigkeitsrekord aus seid. Der aus dem falschen Tastendruck oftmals resultierende Bildschirmtot wird nicht bestraft – stattdessen werdet ihr, meist direkt vor der Stelle, an der ihr gestorben seid, wiederbelebt, ohne dass der Spielfluss nennenswert unterbrochen wird. Ihr verliert lediglich wenige Sekunden, solltet ihr einen Highscore in Sachen Abschlusszeit eines Levels aufstellen wollen.

In eurem Raumschiff könnt ihr euch über weite Strecken hinweg teleportieren und somit auch Hindernisse überwinden.

Für jeden absolvierten Level werdet ihr nach verschiedenen Kriterien bewertet – von Bedeutung sind dabei eure Abschlusszeit, die Anzahl der Sammelgegenstände, die ihr eingesackt habt und eure Gesamtpunktzahl, die ihr beispielsweise durch das Erledigen von Gegnern in die Höhe treiben könnt. Zwar wird der durchschnittliche Spieler nicht darauf aus sein, jeden Level perfekt abzuschließen, doch ist diese Bewertung dennoch nicht unwichtig – neue Level schaltet ihr stehts nur dann frei, wenn ihr eine Mindestgesamtpunktzahl erreicht habt. Um alle 50 Level der Haupthandlung spielen zu können, müsst ihr einige Passagen also eventuell mehrmals spielen, um eure Bewertungen zu verbessern.

Audiovisuell präsentiert sich Velocity 2X sehr stilsicher. Die Optik ist sicherlich eine Frage des persönlichen Geschmacks, doch kommt der sehr klar definierte, zweidimensionale Look des Spiels dem schnellen Gameplay sehr zugute. Auch die Musik weiß euch dabei stets anzutreiben. Neben den 50 Hauptmissionen dürft ihr euch zusätzlich auf einige Extras freuen – allen voran bietet Velocity 2X noch einige Extralevel, die auf verschiedenen Thematiken basieren. In einigen dieser Level steuert ihr beispielsweise zwei Raumschiffe gleichzeitig.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Velocity 2X

Meinung von David Pettau
Grundsätzlich ist Velocity 2X ein tolles Spiel und vor allem ein gelungener Genre-Mix, der insbesondere durch sein meist hohes Spieltempo und seinen tollen Spielfluss zu überzeugen weiß. Am besten funktioniert dies immer dann, wenn die Level linear und wenig komplex strukturiert sind – so verkommen einige der späten Level leider zur kleinen Geduldsprobe. Kreativ und durchdacht sind diese zwar immer noch allemal, doch wird vor allem die Schalter-Mechanik etwas zu sehr ausgereizt, während es eigentlich um ein hohes Spieltempo gehen sollte. So ist Velocity 2X allerdings insbesondere Highscore-Jägern zu empfehlen – mit genügend Übung und vor allem Verständnis für das Spielprinzip kann man sicherlich auch die komplexen Passagen mit hohem Tempo abschließen.
Mein persönliches Highlight: Der treibende Soundtrack des Spiels, der zum Spielgeschehen wie die Faust aufs Auge passt.

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