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Test zu Valiant Hearts: The Great War - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Valiant Hearts: The Great War
  • USA USA: Valiant Hearts: The Great War
  • Japan Japan: Valiant Hearts: The Great War
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.11.2018
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Geschichtsunterricht mal anders

Von Max Kluge () Die Handlung von Valiant Hearts: The Great War beginnt in einem kleinen Dorf in Frankreich. Hier lebt Emil mit seiner Tochter Marie, die gerade einen Sohn zur Welt gebracht hat, und deren Mann Karl, der Deutscher ist. Als der Erste Weltkrieg ausbricht wird Karl zur deutschen Wehrmacht eingezogen – Emil muss ebenfalls an die Front. Zunächst verfolgt man dabei die Geschichte des Vaters, die ihn an diverse Fronten bringt und schließlich mit dem Hund Walt und dem US-Amerikaner Freddie zusammenbringt. Schließlich entwickelt sich eine spannende Handlung, die von den verschiedenen Motiven der Charaktere beeinflusst wird und euch die Figuren ans Herz wachsen lässt.

Emil und Walt sind nach wenigen Spielminuten unzertrennlich.

Das Spiel ist dabei in Kapitel unterteilt, in denen ihr zunächst nur einen, später meistens mehrere Charaktere steuern müsst. Jede 2D-Umgebung, die ihr erkunden könnt, weißt hierbei Rätsel auf, die stets logisch aufgebaut sind – stellenweise aber auch einmal ein wenig kniffeliger ausfallen können. So gibt es zum Beispiel simple „Bring-Aufgaben“, bei denen ihr gewisse Items bei NPCs abliefern müsst, oder Situationen, in denen ihr bestimmte Gegenstände in die richtige Reihenfolge bringen müsst. Die Varianz der Rätsel ist hierbei ziemlich ausgeprägt, sodass eure Motivation hochgehalten wird. Es gibt sogar Bosskämpfe, die mittels Rätsel- und ein paar Geschicklichkeitseinlagen funktionieren.

Solltet ihr trotzdem einmal nicht weiterkommen, gewährt euch das Spiel nach gewissen Zeitabständen immer mehr Hinweise. Diese werden euch schließlich als Bild präsentiert, sodass euch die Lösung nicht 1:1 dargestellt wird und ihr immer noch ein bisschen eure grauen Zellen anstrengen müsst.

Neben den Rätseln, die das Gameplay in den Leveln dominieren, gibt es auch immer wieder kleinere Collectibles, die teils gut versteckt sind. Diese alle zu finden, ist meist kein einfaches Unterfangen, es macht aber durchaus Spaß, sich in den entlegenden Ecken einer Umgebung mal umzuschauen. Hinzu kommen die Tagebucheinträge, die euch die aktuelle Gefühlswelt der Charaktere schildern und euch noch tiefer in ihre Motive und Belange abtauchen lassen. Ihr baut somit wirklich eine engere Beziehung mit ihnen auf. Ebenfalls interessant ist der historische Hintergrund, über den der Titel aufklärt. Im Menü könnt ihr euch so die geschichtlichen Fakten zur jeweiligen Situation durchlesen, welche durch reale Fotos anschaulich präsentiert wird.

Valiant Hearts: The Great War ist ein bewegendes Point and Click-Adventure mit einer dichten Atmosphäre

Ein weiterer Punkt, der in Valiant Hearts: The Great War wirklich sehr gut gelungen ist, ist die optische Präsentation des Titels. Hierbei bedienen sich die Entwickler eines Comic-Stils, der so umgesetzt ist, dass man denkt, man liest eine Graphic Novel. Auch die Inszenierung könnte eigentlich kaum besser sein: Die Umgebungen, in denen ihr euch bewegt, sind äußerst abwechslungsreich und rangieren von zerbombter Stadt bis hin zu nächtlichem Wald, der nur von Lagerfeuern erhellt wird – alles äußerst stimmig.

Ab und zu kommt es zu Geschicklichkeitspassagen, in denen ihr eure Fahrkünste unter Beweis stellen müsst.

Was meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr unterstrichen hätte werden können, ist der Horror des Krieges. Dieser wird zwar in Valiant Hearts: The Great War auch kritisiert, diese Kritik hätte aber durchaus noch eine Ecke schärfer ausfallen können. Trotzdem watet ihr nicht selten durch Leichenberge, findet Verletzte oder getrennte Familien vor, die allesamt ein furchtbares Trauma erlitten haben – seelisch und körperlich. Leider wird dies manchmal ein bisschen von den leichtherzigen Animationen der Charaktere aufgehoben. Was allerdings äußerst schön gemacht ist, ist der Fakt, dass mehrere Vertreter der verschiedenen Nationen eine positive Rolle für die Handlung spielen und der Titel den Krieg so sehr aus einer menschlichen Perspektive darstellt.

Rein vom Umfang her wird einem hier ebenfalls eine runde Sache geboten. Mit der Handlung sollte euch der Titel rund sieben Stunden beschäftigen. Besonders für ein Spiel dieses Formats geht das in Ordnung. Man sollte das Ganze als Verschmelzung zwischen Graphic Novel und Point and Click-Adventure ansehen, welches man hauptsächlich für die Geschichte spielt. Übrigens: Man kann den Titel auch komplett mittels Touchscreen der Nintendo Switch steuern. Das ist zwar manchmal ein bisschen hakelig, funktioniert aber über weite Strecken ziemlich gut.

Redaktionswertung

9

Geniales Spiel

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Unser Fazit zu Valiant Hearts: The Great War

Meinung von Max Kluge
Valiant Hearts: The Great War ist ein äußerst gelungenes Point and Click-Adventure, welches mit einem großartigen Grafikstil, einer dichten Atmosphäre und interessanten Charakteren aufwarten kann. Die Rätsel sind zu Beginn noch relativ simpel, werden aber immer anspruchsvoller, je weiter man in der Handlung fortschreitet. Ebenfalls interessant ist, dass der Titel über die historischen Fakten des Verlaufs des Ersten Weltkriegs aufklärt und somit eine ganz eigene Geschichtsstunde abhält. Das Grauen des Krieges wird häufig durch leichtherzige Animationen oder Aktionen seitens der Charaktere ein wenig aufgehoben, was durchaus eine angenehme Mischung darstellt, dem ein oder anderen allerdings vielleicht ein wenig zu „unernst“ sein dürfte.
Mein persönliches Highlight: Die spannende Handlung, die tollen Charaktere und die atmosphärische Präsentation

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