Echte Ninja spielen unterwegs

Panic Button sollte all jenen ein Begriff sein, die schon einmal Wolfenstein, DOOM oder Rocket League auf der Nintendo Switch gespielt haben. Digital Extremes hat gemeinsam mit Panic Button den nächsten Shooter auf Nintendos tragbare Konsole gebracht, und wie nicht anders zu erwarten, haben sie auch hier ganze Arbeit geleistet. Warframe wird seit dem Erscheinen auf dem PC im Jahre 2013 stetig weiterentwickelt und erweitert, sodass es mittlerweile einiges an Inhalten vorzuweisen hat. Neben einer Vielzahl an Waffen, Warframes und Planeten, erwarten den Spieler eine packende Story und einiges an Gameplay.


Als Tenno, Krieger einer alten und mystischen Zivilisation, erwacht ihr nach Jahrhunderten aus dem Kälteschlaf. Ohne Gedächtnis erwacht, greift ihr zu den Waffen und tretet in den Kampf gegen kriegsführende Fraktionen. Schutzlos seid ihr ihnen nicht ausgeliefert. Neben einem Arsenal an Waffen seid ihr die alleinigen Träger der Warframes, einer Rüstung, die nur von den Tenno getragen werden kann. Mit eurem Raumschiff bereist ihr die verschiedenen Planeten und mehr. Ob das Weltall-Ninja-Leben etwas für euch ist, erfahrt ihr hier.


Free-to-play und jede Menge Grinding


Digital Extremes setzt bei Warframe voll und ganz auf das Free-to-play-Konzept. Das bedeutet, dass das Spiel gratis im Nintendo eShop heruntergeladen werden kann. Nur wenige Dinge müssen tatsächlich mit echtem Geld bezahlt werden, wie zusätzliche Warframes zum Beispiel. Aber das Besondere ist, dass ihr fast alles mit genügend Zeit und Ehrgeiz selbst erspielen könnt.


Im Markt zu stöbern lohnt sich.

Einzig der Zeitfaktor, also wie lange ihr gewillt seid für einen Gegenstand zu grinden, spielt hier eine Rolle. Dabei kann es vorkommen, dass man dieselbe Mission ein paar Mal spielen muss, denn es läuft alles über Ressourcen und Blaupausen ab. Blaupausen sind Pläne, um Waffen, Ausrüstung oder Warframes zu schmieden. Diese können im Markt gegen Credits gekauft oder während Missionen erhalten werden. Auf ihnen wird die Anzahl und die Art der Ressource angezeigt. Die benötigten Ressourcen gilt es auf den Planeten zu finden oder sie werden als Belohnung nach einer Mission verteilt. Um an eine der begehrten Blaupausen zu gelangen beziehungsweise die benötigten Ressourcen zusammenzutragen, können mitunter einige Stunden vergehen. Auf der einen Seite spielt das Glück eine große Rolle, auf der anderen Seite benötigt man für bestimmte Blaupausen erst einige Items. Void-Relikte beherbergen Blaupausen, die man nur in speziellen Missionen einsetzen kann. Diese erhält man nur, wenn in manchen Missionsarten bestimmte Bedingungen erfüllt werden.


Wer seine Zeit nicht dafür aufwenden will, kann über den Nintendo eShop Platinum kaufen. Platinum ist die In-Game Währung, welche nur mittels echtem Geld erworben werden kann. Im Markt kann Platinum genutzt werden, um Ausrüstung, Waffen, Warframes oder Sonstiges direkt zu kaufen. Auch für den Handel mit anderen Spielern kann Platinum genutzt werden. Wenn ihr also tüchtige Geschäftsmänner oder Geschäftsfrauen seid, könnt ihr auch ohne einen Cent auszugeben an Platinum herankommen.


Aller Anfang ist schwer


Eines vorweg, der Einstieg in Warframe kann komplex und verwirrend sein. Gerade Neulinge, welche Warframe vorher nicht kannten und einen spaßigen 08/15-Sci-Fi-Shooter erwarten, werden enttäuscht. Der Grund dafür ist, dass es viele verschiedene Mechaniken gibt mit einer großen Zahl an Anpassungsmöglichkeiten. Neben dem Mod-System gibt es noch jede Menge Waffen, Begleiter, Sammelgegenstände und vieles mehr. Wer die ersten paar Spielstunden hinter sich gebracht hat und sich darauf einlässt, wird ein Spiel erhalten, in das man viel Zeit investieren kann. Was das Spiel zu bieten hat und wieso es anfangs etwas an Überwindung kostet, werde ich hier in einigen Punkten kurz erläutern. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass es sich hier nur um eine kleine Zusammenfassung handelt, im späteren Spielverlauf werden noch andere Mechaniken hinzufügt.


Zu Spielbeginn muss man sich einen von drei Warframes aussuchen. Mag, Excalibur und Volt stehen dabei zur Auswahl. Keine Sorge, die anderen zwei Warframes können im weiteren Spielverlauf geholt werden. Jeder Warframe hat eigene Stats und jeweils vier verschiedene Fähigkeiten. Mag hat beispielsweise die Fähigkeit Gegner heranzuziehen oder sie zu magnetisieren. Die Stats werden mit jedem Levelaufstieg verbessert, oder man setzt Mods ein, um bestimmte Stats zu ändern.


Am Schiff könnt ihr euch Ausrüstung und Warframe ansehen.

Ein Warframe kann bis zu drei Waffen mitführen, eine Hauptwaffe, eine Sekundärwaffe und eine Nahkampfwaffe. In der ersten Mission muss man sich zwischen einem Bogen und einem Gewehr entscheiden. Der wesentlichste Unterschied ist, dass ein Bogen nicht alarmierend wirkt und nur Einzelschüsse abgeben kann. Man kann also aus dem Hinterhalt angreifen, ohne entdeckt zu werden. Bei der Sekundärwaffe entscheidet man sich zwischen einer Pistole und einem Wurfmesser. Die Sekundärwaffe kann in einer Hand gehalten werden. Einige Sekundärwaffen können auch als Doppelwaffen, also in jeder Hand eine, geführt werden. Bei der Nahkampfwaffe fällt die Auswahl auf einen Stab oder ein Schwert. Die Nahkampfwaffe hat den Vorteil, dass sie Gegner sofort eliminieren kann, wenn man sie von hinten angreift. Jede Waffe kann im Level steigen und wird dadurch stärker. In Sachen Waffen sollte für jeden etwas dabei sein. Von Bögen, verschiedenen Gewehren, Wurfmesser, Pistolen, Stäben, Schwertern und Hämmern ist alles dabei was das Herz begehrt. Jede Waffe verfügt, wie der Warframe, über eigene Stats, welche ebenfalls mit Mods geändert werden können. Zum Freischalten neuer Warframes werden Blaupausen benötigt, diese können in Missionen, Quests oder über den Markt erhalten werden. Wie schon erwähnt, können diese auch mit Platinum gekauft werden, dadurch entfällt das Ressourcensammeln und Schmieden und ihr könnt somit gleich die neue Rüstung verwenden.


Gute Quest – Nächste Mission


Erst einmal muss der Unterschied zwischen einer Quest und einer Mission erläutert werden. Quests verfolgen eine Handlung und bestehen aus mehreren Missionen. Oftmals spielen NPCs eine wichtige Rolle, für die man gewisse Tätigkeiten vollbringen muss. Missionen hingegen könnt ihr unabhängig und so oft ihr wollt erledigen. Während die Hauptquest im Spielverlauf ständig erweitert wird, kann man von NPCs ebenfalls Quests erhalten. Missionen liegen verstreut auf den Planeten und verfolgen meist kein Ziel, bis auf die Missionsart selbst.


Auf dem Planeten könnt ihr Missionen auswählen und Ressourcen ansehen.

Es gibt insgesamt 16 verschiedene Missionsarten, die ihr entweder allein oder in einer Gruppe mit bis zu drei weiteren Spielern in Angriff nehmen könnt. Die Art der Mission verdeutlicht, was zu tun ist, um die Mission abschließen zu können. Darunter gibt es zum Beispiel die Auslöschung, in der eine bestimmte Anzahl an Gegner eliminiert gehört. Bei Spionage müssen geheime Daten extrahiert werden, ohne dabei entdeckt zu werden. Oder Abfangen, in der man feindliche Sendestationen besetzen und halten muss, um feindliche Übertragungen abzufangen. Darüber hinaus gibt es noch die "Conclave", einen Spieler vs. Spieler-Modus, bei dem in 1v1 oder 2v2 Wettkämpfen gegeneinander angetreten werden kann. Und natürlich dürfen die Prüfungen beziehungsweise Raids nicht fehlen. Das sind spezielle Missionen mit neuen Umgebungen und Mechaniken. Prüfungen sind erheblich schwerer und sollten nur von erfahrenen Tenno angenommen werden, hier können bis zu acht Tenno beitreten.


Die Missionslevel werden alle per Zufall generiert und sind labyrinthartig aufgebaut. Einzelne Abschnitte erkennt man zwar immer wieder, der Aufbau der Level sieht bei jedem Betreten anders aus. Je nach Mission sind die Level entweder großflächig angelegt oder sind nur einige Abschnitte groß. Für Entdecker gibt es genug zu tun. Kisten, Pflanzen, Datenfragmente und vieles mehr gilt es zu suchen.


Loot ist gut


Jeder Planet verfügt über Ressourcen, das sind sammelbare Gegenstände, welche für die Herstellung von Gegenständen benötigt werden. Dabei findet ihr manche Ressourcen nur auf bestimmten Planeten. Es kann also vorkommen, dass eine Blaupause eine Ressource benötigt, welche ihr noch nicht gesammelt habt. Zu finden sind sie in Kisten, Behältern oder wenn es natürliche Ressourcen sind, wachsen sie als Kristalle im Boden.


In den Blaupausen erhaltet ihr alle nötigen Infos.

In der Schmiede werden sie mithilfe von Blaupausen verarbeitet. Dieser Vorgang nimmt einige Stunden in Anspruch. Erst nach Ablauf der Zeit erhält man den gewünschten Gegenstand. Wer nicht warten will, kann sich den jeweiligen Gegenstand auch über den Markt mit Platinum kaufen. Wie ihr bereits gemerkt haben solltet, läuft in dem Spiel also nichts, wenn ihr keine Ressourcen sammelt. Auf Planeten findet ihr aber nicht nur Ressourcen, Mods können ebenso von Gegnern fallengelassen oder in Kisten gefunden werden. Credits oder sogar Blaupausen können während einer Mission ergattert werden. Wer einen Scanner mit sich führt, kann auch noch die herrliche Flora scannen, manche Pflanzen lassen sich nur so mitnehmen. Auch diese werden für manche Blaupausen benötigt, etwa um die Gesundheit wiederherstellen zu können. Scanner werden auch dazu benötigt, um den Codex zu vervollständigen. Der Codex beherbergt eine Fülle an Informationen zu Gegnern, Waffen, Ausrüstung und mehr. Diese können dem Spieler helfen, Schwachpunkte von Gegnern oder mehr über die Welt und die Geschichte der Tenno und der Warframes herauszufinden. Es lohnt sich also eine Mission öfters zu beenden, denn ihr könnt nie genug Ressourcen haben. Für das Abschließen von Missionen erhaltet ihr ebenfalls einige Belohnungen. In einigen Missionsarten, welche mit der Zeit immer schwerer werden, erhaltet ihr Void-Relikte, welche in speziellen weiteren Missionen eingesetzt werden können.


Mods sind Module, welche ihr auf Warframes, Waffen, Archwings sowie Begleiter anbringen oder austauschen könnt. Dadurch werden die jeweiligen Stats oder Fähigkeiten geändert. Mehr Schaden oder Gesundheit, höhere Reichweite oder Elementarschaden kann damit erreicht werden. Dadurch ist es möglich, sein Warframe und die Ausrüstung nach dem eigenen Spielstil anzupassen. In den ersten Spielstunden sind die Mods noch überschaubar und man kann beruhigt die Mods automatisch zusammenstellen lassen. Später allerdings, sobald ihr mehr Mods anbringen könnt, solltet ihr euch mit dieser Mechanik beschäftigen, um euren Warframe oder eure Waffe effizienter zu gestalten.


Der viele Loot, die Waffen, Warframes und Planeten sind nur ein kleiner Teil des Spiels. Im weiteren Spielverlauf erhaltet ihr die Möglichkeit, Begleiter mitzunehmen. Sie können euch im Kampf gegen Gegner unterstützen oder helfen euch auf andere Weise. Dabei stehen euch drei verschiedene Begleiter zur Auswahl, welche entweder keine oder viel Pflege bedürfen: Wächter, Kubrows oder Kavats.


Mit dem Archwing kann man Gegner aus allen Richtungen angreifen.

Wächter sind schwebende, roboterhafte Gefährten, welche auf den Fernkampf spezialisiert sind. Sie können aber vielfältig eingesetzt werden. Entweder werden sie als Unterstützungsdrohne oder als Angriffsdrohne eingesetzt. Mods können ebenso angebracht werden, um dem Wächter mehr stärke oder Widerstandsfähigkeit zu verleihen. Kubrows sind hundeartige Begleiter, welche durch ein Kubrow-Ei und einen Inkubator herangezüchtet werden müssen. Kubrows benötigen einiges an Pflege, da sie sonst nicht optimal im Kampf helfen können. Dafür ist es nötig, ständig auf ihre Gesundheit zu achten und sie gegebenenfalls zu heilen. Wenn ein Kubrow stirbt, muss ein neuer gezüchtet werden. Für die Katzen-Fans unter euch gibt es die Kavats, diese sind etwas komplexer in der Züchtung, da der genetische Code von wilden Kavats gescannt werden muss. Auch sie benötigen einiges an Pflege, da der Kavat sonst stirbt. Einzig der Wächter benötigt keine ständige Fürsorge, er kann zwar auch sterben, taucht aber wieder auf, sobald man sich wiederbelebt oder die Mission abschließt.


Wem die Bodenmissionen zu langweilig sind, der kann im All mit einem Archwing auf Jagd fliegen. Archwings sind mechanische Flügel, die es einem ermöglichen, im All zu manövrieren. Die passenden Waffen dürfen nicht fehlen und sind im Vergleich zu den anderen Waffen gewaltiger. Aber nicht nur im All darf damit geflogen werden. Auf der Erde gibt es die Ebenen von Eidolon, eine große offene Welt, die erkundet werden kann, mit zahlreichen und starken Gegnern, Höhlen und vielem mehr. Vor den Ebenen befindet sich Cetus, ein kleines Fischerdorf in dem Handel betrieben wird und wo man andere Tenno treffen kann. Es gibt neben Cetus noch andere Hub-Areale, in denen man andere Spieler treffen oder sich einer Fraktion anschließen kann.


Einer für alle, alle für einen


Multiplayer wird in diesem Spiel großgeschrieben. Wirklich alles ist so konstruiert, dass mehrere Spieler gemeinsam Spaß haben können. Das bedeutet, dass das gesamte Spiel entweder allein oder mit bis zu drei weiteren Mitspielern gespielt werden kann. Um sich mit anderen Mitspielern zu koordinieren, wird allerdings nicht die Nintendo Switch Online-App benötigt. Warframe bedient sich hier bei einem integrierten Voice-Chat, es ist also nicht nötig, andere Dienste in Anspruch zu nehmen.


Nicht nur Warframes haben Freunde.

Im Spiel könnt ihr auswählen, ob ihr öffentlich, mit Freunden oder privat spielen möchtet. Die Grundeinstellung ist auf öffentlich. Dadurch seht ihr andere Mitspieler in den Missionen und könnt euch gegenseitig unterstützen, wenn ihr wollt. Meistens verfolgen die anderen Mitspieler ihre eigenen Ziele und helfen nur selten. Das Problem daran, wenn man mit Fremden spielt, ist, dass man am Abholpunkt warten muss, bis alle versammelt sind. Das kann mitunter einige Minuten dauern. Wer diesem Umstand entgegenwirken will, sollte die Option umstellen. Entweder können nur Freunde beitreten oder man spielt allein. Die Freundesliste in Warframe ist unabhängig von der Liste auf der Nintendo Switch. Ihr müsst eure Freunde also erneut im Spiel hinzufügen. Wer Missionen mit seinen Freunden spielt, wird merken, dass der Schwierigkeitsgrad erhöht wird. Für eine Gruppe an Spielern bietet sich ein Clan an. Clans können gegründet werden und bieten einige Vorteile. Warframe stellt euch hier ein eigenes Raumschiff zur Verfügung, welches ihr nach euren Vorstellungen auf- und ausbauen könnt. Neue Räume, Gänge und vieles mehr könnt ihr platzieren, wie ihr wollt. Der Vorteil eines Clans ist, sofern die Forschungsabteilung gebaut wurde, dass man Warframes, Waffen und mehr erforschen kann und dadurch die jeweilige Blaupause erhält. Dabei sollte jedes Mitglied seinen Teil dazu beitragen und Ressourcen spenden. Manche Dinge sind erst durch eine Erforschung im Clan zugänglich.


Warframe bietet auch die üblichen Multiplayer-Modi wie Vernichtung (einer gegen alle), Team Vernichtung (4 vs. 4) und Cephalon Eroberung (Capture the Flag). Wer etwas sportlicher unterwegs ist, kann sich in Lunaro versuchen, einem Ballsport mit einer handschuhartigen Waffe, in dem sich zwei Teams von jeweils drei Spielern gegenüberstehen und versuchen die meisten Tore zu erzielen.


Bevor man Zugriff auf die Schmiede, den Markt, die Waffen und alles andere bekommt, muss man sich ein Schiff besorgen. Dieses erhält man im Laufe der ersten Quest und es hört auf den Namen Liset. Nach und nach werden die einzelnen Terminals freigeschalten. Das Schiff ist sozusagen eure Kommandozentrale, auf dem ihr eure Ausrüstung checkt, Mods verwaltet und Blaupausen einsehen könnt. Dabei darf das Schiff nahezu frei begangen werden. Es besteht aus einem Cockpit und einigen Räumen, die ebenfalls erst im Laufe des Spiels freigeschalten werden.


Auf der Liset bekommt ihr Zugang zu allen Stationen.

Die Sternenkarte befindet sich im Cockpit. Über die Sternenkarte könnt ihr euer nächstes Reiseziel bestimmen, Planeten- und Missionsbeschreibungen lesen. Des Weiteren wird man hier auch auf Events und besondere Missionen aufmerksam gemacht. Anfangs steht nur die Erde zur Verfügung. Um auf neue Planeten vordringen zu können, müsst ihr die Brücke zwischen den Planeten erreichen und einnehmen. Es ist also nicht möglich, von der Erde direkt auf dem Mars zu landen. Wie die Oberwelt in den alten Super Mario-Titeln, sind die Missionen miteinander verbunden und sind erst anwählbar, wenn ihr die vorherige Mission beendet habt. Ihr müsst euch also bis zur Brücke durchschlagen. Nach und nach könnt ihr weitere Planeten wie Mars, Jupiter oder Neptun bereisen. Insgesamt 18 verschiedene Orte können angesteuert werden, jeder Planet besticht durch ein eigenes Design und Thema. Auf der Erde zum Beispiel findet man riesige Wälder und Ruinen, der Mars besticht durch viel roten Sand und Höhlensysteme. Auch eisige Landschaften und verschiedene Raumschiffe können betreten werden. Und dank des Archwings kann man das Weltall ebenso unsicher machen.


Wie eure Warframes und Waffen, kann auch das Schiff farblich verändert werden. Sowohl das Innenleben als auch die Hülle könnt ihr nach euren Vorstellungen neu lackieren. Dabei stehen anfangs nur einige wenige Farben zur Verfügung. Weitere Farben oder Skins können im Markt gekauft werden. Wem das immer noch zu langweilig ist, der kann sein Schiff auch mit Wackelkopf-Statuen, Pflanzen und sonstigen Gegenständen dekorieren. Im Markt können auch andere Bautypen des Schiffs erworben werden.


Ein gelungener Port?


Jetzt wo die ersten Spielstunden und einige wichtige Begrifflichkeiten abgedeckt wurden, stellt sich nur eine Frage: Hat Panic Button einen guten Port veröffentlicht? Die Antwort ist ein klares: Ja. Es spielt sich wie auf den anderen Systemen und hat in grafischer Hinsicht kaum Abstriche machen müssen. Einzig in den Hub-Arealen geht die Framerate und die Auflösung spürbar runter. Während der Missionen gibt es nur gelegentliche Lags, wenn wirklich viel am Bildschirm passiert. Ein kleiner Tipp am Rande: In den Grafik-Optionen können Unschärfe, Bloom und Partikel angepasst werden. Damit kann man den Lags entgegenwirken, wenn es einem doch zu viel ist.


Warframe hat einiges zu bieten.

Natürlich kann Warframe in jedem Modus der Nintendo Switch gespielt werden. Im Handheld-/Tisch-Modus nimmt die Übersicht zwar ein klein wenig ab, was auf die Größe des Bildschirms zurückzuführen ist. Allerdings sieht es visuell immer noch sehr ansprechend aus. Der Akku wird beim Spielen sehr beansprucht, nach einigen Missionen fällt die Prozentanzeige. Je nach Einstellung schafft ihr maximal 2-3 Stunden, bevor die Nintendo Switch wieder an den Strom muss.


Bei so einem schnellen und zielintensiven Spiel darf die Steuerung auch nicht zu kurz kommen. Wie in anderen Ports von Panic Button, wird hier ebenfalls die Bewegungssteuerung unterstützt. Leider fühlt sie sich etwas träge an, selbst wenn der Regler auf Maximum gestellt wurde. Für ein kleines Nachjustieren reicht es. Zum richtigen Zielen wie bei Splatoon ist es dann doch zu langsam. Ganz ausgereift ist diese Möglichkeit der Steuerung allerdings nicht, was in Anbetracht der vorherigen Ports von Panic Button etwas ernüchtert wirkt. Bei starker Vibration des Controllers verzieht sich das Fadenkreuz ein wenig. In manchen Fällen musste ich sogar den Controller neu mit der Konsole verbinden. Alles in allem wirkt die Steuerung am Anfang etwas kompliziert, da es einige Manöver gibt, in die man sich erst einarbeiten muss. Nach einigen Spielstunden rutscht, springt und schwebt ihr aber ohne Probleme durch die Level.


Im Spiel könnt ihr eure Waffen und Warframes so gestalten, wie ihr wollt und an euren Spielstil anpassen. Wenn ihr lieber lautlos agieren wollt, holt euch Waffen, die keinen Alarm schlagen oder die passenden Mods dazu. Wenn ihr lieber schnell durch Level sprinten wollt oder alles abknallt, was euch entgegenkommt, ist das auch kein Problem. Nur in einigen wenigen Mission werdet ihr bestraft, wenn euch die Gegner entdecken. Heißt, dass ihr keinen Nachteil habt, wenn der Alarm losgehen sollte. Es ist somit egal, wie ihr spielt, ihr werdet dafür selten bis gar nicht bestraft. Abgesehen davon, dass das Gegneraufkommen erhöht wird. Leider besteht hier die Gefahr, schnell durch die Level zu sprinten und das Missionsziel zu erledigen. Was natürlich darin resultiert, dass man weniger Ressourcen und Erfahrung sammelt.


Bei Regen und Dunkelheit kann es auf den Ebenen von Eidolon auch mal ungemütlich werden.

Wie schon öfters erwähnt, kann das Aussehen von Warframes, Waffen und Co. geändert werden. Bei den farblichen Anpassungen stehen einige Farben zur Verfügung, dabei könnt ihr die Primär-/Sekundärfarbe und vieles mehr anpassen. Von auffallend Pink mit gelber Umrandung, bis hin zu den Farben eurer Lieblings-Sportmannschaft kann alles eingestellt werden. Wem das nicht ausreicht, der kann über den Markt weitere Skins beziehen. Dies gilt im Übrigen für alles, egal ob Warframes, Schiff, Waffen oder Begleiter. Auch Accessoires können angebracht werden. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Im Clan gibt es ebenfalls einige nette Sachen diesbezüglich, die man nur über die Forschung erlangen kann.


Der größte Nachteil des Spiels ist gleichzeitig sein größter Vorteil. Mit jedem neuen Planeten, den man freischaltet, erhält man Zugang zu mehr Ressourcen und kann sich endlich die Waffen schmieden, die man schon lange als Blaupause im Inventar hat. Man erhält Zugriff auf spezielle Missionen, die einem noch selteneren Loot geben oder sogar Blaupausen für Warframes oder Waffen. Leider kommt die Story etwas zu kurz, nicht dass sie nicht gut wäre, das ist sie nämlich. Durch wiederholtes Anspielen von Missionen vergisst man allerdings schnell, dass es eine Story gibt. Deswegen wird der Kodex, ein Terminal auf eurem Schiff, euer bester Freund werden. Über dieses Terminal erhaltet ihr allgemeine Informationen über die Story, Waffen und Missionen.


Zu guter Letzt komm ich noch schnell auf den Nintendo Switch Online-Service zu sprechen. Spieler, die diesen Service nicht in Anspruch nehmen, können beruhigt aufatmen. Für Warframe wird kein Abo benötigt, es ist also möglich, das volle Spiel zu genießen. Allerdings nur, wenn eine ständige Internetverbindung vorhanden ist. Wenn ihr unter gelegentlichen Verbindungsabbrüchen leidet, wird jedes Mal das Spiel abgebrochen und ihr müsst euch neu verbinden. Nutzer des Nintendo Switch Online-Service gehen aber nicht leer aus. Eure Speicherdaten des Spiel könnt ihr in der Cloud speichern und sie werden regelmäßig synchronisiert.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Marco Primmer

Bei meinen ersten Spielstunden mit Warframe hatte ich viele große Fragezeichen über meinem Kopf schweben. Nach und nach habe ich mich mit den einzelnen Mechaniken auseinandergesetzt und muss gestehen, dass ich immer noch nicht den Durchblick habe. Aber genau das gefällt mir an diesem Spiel. Auch nach meinen vielen Spielstunden entdecke ich Neues. Mit jedem neuen Planeten, den ich freispiele, gibt es neue Sachen zum Ausprobieren. Als ich das erste Mal auf den Ebenen von Eidolon gewesen bin, war ich erstaunt, wie gut alles ausgesehen hat. Und die Möglichkeiten erst. Hinzu kommt noch, dass das Spiel regelmäßig mit neuen Inhalten erweitert wird. Es wird also selbst für Langzeitspieler nicht langweilig. Leider schreckt dies auch viele Spieler ab, da es nicht nur ein „Waffen anlegen und losballern“ ist. Wer bei Warframe am Ball bleibt, bekommt ein Spiel geboten, was seinesgleichen auf der Nintendo Switch sucht und das vollkommen gratis. Egal ob allein oder mit Freunden, ob im TV- oder Handheld-Modus. Warframe ist ein Spiel, welches man gespielt haben muss.
Mein persönliches Highlight: Das erste Mal die Ebenen von Eidolon zu erkunden.

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

19 User haben bereits bewertet

Kommentare 11

  • Splatterwolf

    Weg seit 1889

    Sehr schön geschrieben.

    Zitat

    Eines vorweg, der Einstieg in Warframe kann komplex und verwirrend sein.

    Ich glaub, das ist auch so der einzige Knackpunkt für mich. An den Rest könnte ich mich sicher gewöhnen, das Setting finde ich nicht allzu spannend und das Gameplay wirkt auch sehr repetetiv. Aber ich war so dermaßen überfordert, da auf dem HUB mir viele Möglichkeiten angeboten wurden irgendwas zu modifizieren, ohne dass ich das Gefühl hatte, das Spiel würde mir das ausreichend erklären.


    Grundsätzlich bin ich solchen Spielen, die "nur" daraus bestehen, dass man lootet und levelt, um besser zu werden, damit man besseres Zeug looten und noch mehr leveln kann, nicht abgeneigt, aber da habe ich echt schnell kapituliert, bevor ich überhaupt in den Strudel kam.


    Vermutlich wäre mein Fazit da deutlich ernüchterter ausgefallen, aber dafür fehlt mir auch die Erfahrung mit Shootern und Online-MMOs, um da angemessene Vergleiche anzustellen.

  • SAM

    Conkers bester Freund

    Total geniales Spiel, das einarbeiten lohnt sich wirklich! Und manches wirkt komplizierter als es ist, einfach mal spielen, super Test! :)

  • alfalfa

    Turmknappe

    Danke für den sehr ausführlichen Test!


    Habe das Spiel letztens im eShop entdeckt, es ausprobiert und war erstaunt, dass es ziemlich gut aussieht und sich auch ziemlich gut steuern lässt.


    Und dann kostet es auch noch keinen Cent - Hut ab!

  • Brokenhead

    Turmfürst

    Schade das es keine crosssave funktion gibt. Zuhause in 4K auf er Xbox und unterwegs bzw im urlaub auf der switch weiterzocken

  • USER0815

    SMM2-ID: VT6-K90-7SG

    Hab nur 400 Stunden gespielt. Ist ganz nett. Ich spiel mal weiter. :P

  • Muki

    Turmknappe

    Ich bleibe erstmal bei ARK auf der Switch. Da gibt es genug zutun bis nächstes Jahr Weihnachten...

  • Zentriefugal

    Turmknappe

    Diese Bewertung kann ich absolut nicht nachvollziehen. So gut das Spiel Ansicht ja seien mag, auf der Switch schaut es einfach nur schrecklich aus. Mache Spiele sollten einfach nicht portiert werden.

  • alfalfa

    Turmknappe

    @Zentriefugal


    Wenn man die gleichen Spiele auf Switch und PS4 Pro / XOne X oder gar PC vergleicht, dann sieht auf der Switch alles "schrecklich" aus.
    Aber betrachtet man die Switch Spiele unter sich, dann ist Warframe noch eines von den Spielen, das für die Möglichkeiten der Switch noch ziemlich gut aussieht.
    Einen PC-Spieler lockst du damit nicht hinterm Monitor vor, aber für jemanden, der es nur auf der Switch spielt, geht das vollkommen in Ordnung.

  • Zentriefugal

    Turmknappe

    @alfalfa


    Das sehe ich ganz anders. Es gibt nämlich viele Spiele die trotz technischer Einbuße auf der Switch Spaß machen. Nimm Skyrim, Wolfenstein oder L.A. Noir, alles gut portierte Spiele die auf der Seitch zwar nicht so doll aussehen aber trotzdem Spaß machen. Warframe aber schaut einfach nur schrecklich aus.

  • alfalfa

    Turmknappe

    @Zentriefugal


    Ich glaube, es ist eine Frage des Geschmacks.
    Wolfenstein und Doom kenne ich vom PC und würde ich auf der Switch nicht spielen wollen.
    Und die mussten auch per Patch ordentlich nachbessern, damit es auf der Switch ok aussieht.
    Warframe ging auf dem PC an mir vorbei und ich finde, dass es durchaus gut aussieht auf der Switch. Ich kann mich damit anfreunden und Spaß daran haben, trotz Controller statt Mouse.
    Hätte ich das vorher auf dem PC mit 4K DSR und 60 FPS gespielt, würde ich vielleicht so wie du denken.
    Aber ich finde nicht, dass Wolfenstein oder Doom auf der Switch besser aussehen als Warframe.
    Eher im Gegenteil - Warframe sieht toll aus und für mich sogar noch einen Tick besser als die anderen beiden.

  • DiaAT | Marco

    Moderator

    @Zentriefugal Warframe ist für seine Größe und Umfang wirklich gut portiert. Ich hab vor einem halben Jahr auf der xbox one angefangen zu spielen. Klar auf der Switch ist es lang nicht so poliert wie auf der xbox, aber grafisch spielt es sicher in der oberen Liga mit, wenn man es mit anderen switch spielen vergleicht. Und ansonsten gibt es keine Nachteile zu anderen Version. im Gegenteil, aufgrund der optimalen Bewegungssteuerung.


    Zudem wird das Spiel mit weiteren Updates versorgt. Erst vorkurzem ist ein neues Update gekommen, in dem man weitere Einstellungen in der Grafik vornehmen kann.


    Aber was genau stört dich an der Grafik? Bzw, hast Warframe bereits soweit auf der Switch gespielt um das wirklich beurteilen zu können?