Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu Kingdom: Two Crowns - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Kingdom: Two Crowns
  • USA USA: Kingdom: Two Crowns
  • Japan Japan: Kingdom: Two Crowns
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
11.12.2018
Vertrieb
Raw Fury
Entwickler
Raw Fury
Genre
Strategie
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Ein Königreich, zwei Kronen und viele Monster

Von Holger Wettstein () Ein Königreich aufzubauen und zu managen ist eine gigantische Aufgabe, die nicht einfach so von jedermann bewerkstelligt werden kann. Für solch ein Unterfangen benötigt es einen mutigen Helden, einen echten Anführer, einen wahrhaftigen König. Dies gilt auch für das vor kurzem für die Nintendo Switch erschienene Kingdom: Two Crowns. Die Indie-Reihe hatte mit den beiden Vorgängern Kingdom: Classic und Kingdom: New Lands bereits einige Erfolge und Auszeichnungen verbuchen können.

Auf der Erkundung eures zukünftigen Königreiches.

So baut ihr auch in Kingdom: Two Crowns ein eigenes Reich auf. Doch das Game ist kein komplexes Aufbau-Strategie-Epos, wie man es anfangs vielleicht vermuten würde. Es handelt sich eher um ein sogenanntes Micro-Strategiespiel. Das ist die erste Besonderheit. Die Zweite ist, dass die gesamte Ansicht in der klassischen 2D-Jump ’n’ Run-Perspektive stattfindet.

Ihr steuert einen mittelalterlichen Monarchen, der stets zu Pferd (und später auch auf anderen Tieren) umherreitet. Primäres Ziel ist es, eine Siedlung aufzubauen und diese gegen finstere Gestalten zu verteidigen, die euch in der Nacht heimsuchen. Das komplette Gameplay läuft recht passiv ab. Nach einem wirklich minimalistischen Tutorial seid ihr komplett auf euch alleine gestellt. Mit eurem Startgeld heuert ihr umherlaufende NPCs an, die daraufhin Bäume fällen, Verteidigungsanlagen aufstellen und Farmen errichten. All diese Bauten wollen stets verbessert, repariert und erweitert werden, da die gegnerische Scharr von Nacht zu Nacht größer wird. Des Weiteren müssen auch Rohstoffe, wie beispielsweise Bäume, zum Fällen markiert werden, damit alle Bauten errichtet werden können. Es werden natürlich Waffen benötigt. Diese werden wiederum von rekrutierten Gehilfen genutzt, um nach Hasen zu jagen und die eigene Festung zu verteidigen. Der Tag und Nacht-Rhythmus erzeugt einen gewissen Zeitdruck, da man immer rechtzeitig in die Basis zurückkehren sollte. Schließlich haben die fiesen Eindringlinge es auf eure heißgeliebte und wertvolle Krone abgesehen. Verliert ihr diese, ist das Spiel zu Ende.

Das große Monster-Portal muss zerstört werden.

Das alles klingt schon recht spannend. Umso spektakulärer ist, wie minimalistisch die Indie-Entwickler von Raw Fury die Steuerung und das komplette Gameplay konstruiert haben. Insgesamt benötigt ihr nur das Steuerkreuz und die A-Taste, um alle wichtigen Abläufe zu bewerkstelligen. Ihr lauft in einem, vorerst begrenzten, Bereich ausschließlich von rechts nach links und wieder zurück, sammelt Geld ein, rekrutiert neue Bürger und investiert die erwirtschafteten Moneten in die Weiterentwicklung eures Königreichs. Das Userinterface ist genauso minimal gestaltet und auch Texte sind äußerst selten zu finden. Geschickte Ressourcenplanung und eine Trial and Error-Erfahrung sind die Kernelemente des Spiels, dies kann gerade anfangs wiederum frustrieren. Macht ihr einen strategisch-elementaren Fehler, ist dieser nur schwer zu beheben. Auch das Timing, wann ihr beispielsweise euer Gefolge in den Wald schickt, um Bäume abzuholzen, will gut durchdacht sein. Passiert das zu spät und die Nacht bricht ein, wird eure Gefolgschaft, bestehend aus Bauern, Handwerkern und Soldaten, schnell vom Gegner zur Strecke gebracht. Ich würde neuen Spielern empfehlen, nach spätestens einer Stunde einen neuen Versuch zu wagen. Da man quasi keinerlei Unterstützung von Seiten des Spiels erhält, ist man schon beinahe gezwungen, negative Erfahrungen zu sammeln, um das Abenteuer später meistern zu können. Gerade die anfänglichen Fehler schmerzen später umso mehr.

Eure heilige Krone muss beschützt werden

Relativ zügig findet ihr auch das Grundgerüst eines Bootes, welches fertiggestellt und bemannt werden will. Daraufhin setzt ihr die Segel, um weitere Areale und andere Länder zu erkunden. Hier erwarten euch brandneue Settings, fremde Kulturen, sehr teure Edelsteine sowie weitere Spielelemente und Gimmicks. Euer Ziel ist es, auf den insgesamt fünf Inseln die Hauptquelle der Monster ausfindig zu machen, und diese zu zerstören. Bis ihr allerdings soweit seid, müssen höhere Technologiestufen freigeschaltet werden. Dies geschieht, indem ihr Steinbrüche errichtet und Eisenminen erkundet. Die Entdeckung neuer Welten erweitert die bereits enorme Spieldauer um viele weitere Stunden. Generell kann man im neuesten Kingdom-Teil schnell 30-40 Std. verbringen.

Der kooperative Zweispielermodus macht enormen Spaß.

Ein weiteres Highlight ist der kooperative Zweispielermodus. Im Splitscreen-Modus kann jederzeit ein zweiter Königshelfer in das Spiel springen. Es entsteht so die Möglichkeit für eine gelungene Teamplay-Erfahrung, denn so kann man die zahlreichen Aufgaben untereinander aufteilen. So bereist ein Spieler zum Beispiel die Welt, während der andere die Basis bewacht. Angeblich soll der Zweispielermodus später per Update um eine Online-Variante erweitert werden. Wir sind gespannt, ob dies genauso gut funktioniert wie der lokale Modus.

Visuell ist Kingdom: Two Crowns ein zweischneidiges Schwert. Einmal mehr bekommen wir eine sehr grobe Pixelwelt spendiert. Und ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr sehen. Der Trend ist einfach ausgelutscht. Trotzdem bringt die vermeintlich einfach gehaltene Grafik und die hölzernen Animationen die Nintendo Switch ein wenig ins Schwitzen, denn der Teufel steckt im Detail. Stets wird die Welt im Wasser gespiegelt, außerdem machen sich Tag und Nacht-Effekte, Wetterwechsel und eine schöne Beleuchtung ab und zu in Form einer niedrigeren Framerate bemerkbar. Meiner Meinung nach sollte das auch nicht auf der Nintendo Switch passieren. Man merkt es besonders im TV-Modus, während das Spiel in der Handheld-Ansicht gefühlt besser läuft. Ebenfalls störend ist die enorm lange Ladezeit, wenn man das Spiel startet. Zwischendrin bleibt der Ladebalken für einige Sekunden einfach hängen, sodass man sofort an einen Absturz denkt. Vielleicht helfen da die Entwickler später noch per Patch nach. Trotz allem versprüht die sehr liebevoll gepixelte Mittelalter-Welt ihren eigenen Charme, der einen sehr schnell in den Bann zieht. Von der Spielatmosphäre handelt es sich also um ein sehr gutes Spiel. Das gilt auch für die gelungenen Retrosounds und den märchenhaften Soundtrack, der trotz des gelegentlich auftretenden Stresses einen immer wieder erdet.

Genauso verspielt wie die retroartige Optik, ist die Liebe zum Detail, die sich im gesamten Spiel erkennen lässt. Um noch mehr Abwechslung zu gewährleisten, wurden zwei Szenarios integriert. Ihr dürft neben dem klassischen europäischen Mittelalter das Setting auch gegen eines tauschen, welches im fernen Japan spielt. Die Asia-Optik verändert zudem auch ein wenig die grundlegenden Verhältnisse im Gameplay. So findet ihr im schönen Asien viele kleine Bambus-Bäume und nicht die großen europäischen Bäume, die deutlich ergiebiger sind. Das gesamte Spielprinzip bleibt natürlich gleich, doch die vielen kleinen Veränderungen erzeugen eine frische Brise, die zum erneuten Zocken anregt.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu Kingdom: Two Crowns

Meinung von Holger Wettstein
Ein minimalistisches Aufbau-Strategiespiel in einer pixeligen Jump 'n' Run-Optik ist wirklich eine Besonderheit. Das funktioniert auch blendend auf der tragbaren Heimkonsole Nintendo Switch. Auch wenn es hier und da zu gelegentlichen Framedrops kommt. Die intuitive Steuerung und das auf den ersten Blick einfache Gameplay entpuppen sich als echter Zeitfresser. Nur dass sich Kingdom: Two Crowns so gut wie überhaupt nicht erklärt, führt gerade anfänglich zu einigen Frustmomenten. Kleine Fehler können manchmal große Auswirkungen mit sich bringen, die wiederum nur sehr schwer zu beseitigen sind. Aber das ist auch so gewollt. Ihr werdet gerade am Anfang zwei, drei Mal das Spiel von vorne starten müssen. Übersteht ihr diese Hürde, gibt es kein Entkommen mehr. Das Scheitern, sowie der daraus resultierende Erfahrungsgewinn, sind ein elementarer Bestandteil des Gameplays. Wer die gelegentliche Frustration teilen möchte, darf mit Freunden im Splitscreen-Modus zusammen die Inseln erkunden und die fiesen Monster jagen. Die tolle Atmosphäre und die Liebe zum Detail sind ein Sog, der immer wieder zum gelegentlichen Weiterspielen einlädt. Kingdom: Two Crowns ist nicht einfach, macht aber enormen Spaß.
Mein persönliches Highlight: Das enorm zugängliche Strategie-Gameplay

Kommentare 2

  • TheEdge Turmknappe - 09.01.2019 - 10:48

    Ich liebe das Spiel im coop mit meiner Frau. Auf der xbox gab es das Spiel zum Release im gamepass sonst hätte ich mir die switch Version geholt. Frag mich wie sich sowas für den Entwickler lohnen kann?
  • flxwitte Turmheld - 09.01.2019 - 11:16

    @TheEdge

    Bekommen die Entwickler ja erstmal einen netten Festbetrag und dann vor allem Werbung dadurch, dass das Spiel halt im Gamepass oder PS+ ist.

    Wenn das Spiel dann auch noch gut ist, verstärkt sich der Effekt sogar noch durch Weiterempfehlungen/Positive Reviews etc.