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Test zu Mercenaries Wings: The False Phoenix - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Mercenaries Wings: The False Phoenix
  • USA USA: Mercenaries Wings: The False Phoenix
  • Japan Japan: Mercenaries Wings: The False Phoenix
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
08.11.2018
Vertrieb
Circle Entertainment
Entwickler
Rideon
Genre
Strategie, RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Umständliches Taktieren

Von David Pettau () Mit Mercenaries Wings: The False Phoenix findet nach Mercenaries Saga Chronicles, der drei Teile der Mercenaries-Reihe in sich vereint, ein weiterer und gänzlich neuer Ableger der Taktik-RPG-Reihe seinen Weg auf die Nintendo Switch. Wie auch seine Vorgänger orientiert sich der neueste Ableger dabei an Genre-Klassikern wie Fire Emblem, die Nintendo-Spielern bestens bekannt sein dürften. Bislang gelang es der Mercenaries-Serie allerdings auch nie wirklich, einen gänzlich eigenen Akzent zu setzen und sich über seine Genre-Kollegen hinweg zu erheben – ob das mit Mercenaries Wings: The False Phoenix geklappt hat, klären wir nun in unserem Spieletest.

Vor einem Angriff werdet ihr genauestens über eure Trefferchance und den potenziellen Schaden aufgeklärt.

Genre-Kenner dürften sich im grundlegenden Spielprinzip von Mercenaries Wings: The False Phoenix schnell zurechtfinden. Zu Beginn eines jeden Kapitels entscheidet ihr euch für die Charaktere, mit denen ihr in den Kampf ziehen wollt, bevor ihr deren Stärken und Schwächen strategisch so ausspielt, bis ihr das Schlachtfeld von feindlichen Einheiten bereinigt habt. Dabei läuft das Spielgeschehen wie üblich in Runden ab: Jede Einheit kann pro Runde einen Zug beziehungsweise eine Aktion vollführen, wahlweise gekoppelt an eine Bewegung. So könnt ihr eure Einheiten beispielsweise in Richtung eines Feindes schicken, um diesen daraufhin zu attackieren. Die Positionierung eurer Kämpfer ist dabei von strategischer Wichtigkeit: Ebenso wie das Ausnutzen von Höhenunterschieden auf dem Schlachtfeld ist die Ausrichtung eurer Einheiten zu Abschluss eines Zuges von Bedeutung – steht ihr mit dem Rücken zum Feind, während dieser euch attackiert, so nimmt die entsprechende Einheit mehr Schaden. Im Umkehrschluss könnt ihr dies natürlich auch zu eurem Vorteil nutzen, um Feinde hinterrücks oder von der Seite anzugreifen.

Die verschiedenen Charaktere und feindlichen Einheiten kommen mit unterschiedlichen Statuswerten daher, in die sich erfahrene Strategen schnell einfuchsen. Diese fallen bei Weitem nicht so umfangreich aus, wie in beispielsweise einem Disgaea, lassen aber genügend Spielraum für verschiedene taktische Ansätze. Geprägt werden diese Werte vor allem von den verschiedenen Charakterklassen, die unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen. Magier teilen über größere Distanzen ordentlich aus, verfügen aber über schwache Verteidigungswerte, während Kämpfer etwa den Nahkampf suchen müssen, dort aber sowohl austeilen, als auch einstecken können.

Hinzu gesellen sich einige, kleinere Spielelemente, die den Schlachten zusätzliche taktische Tiefe verleihen. So steigt beispielsweise der Aggro-Wert der Einheiten, die an vielen Aktionen beteiligt sind, was sie generell leistungsfähiger macht, solange ihr deren Aggro-Wert hochhaltet. Zu Beginn einer Schlacht könnt ihr euch auf einen Anführer unter euren Truppen festlegen, was verschiedene Boni mit sich bringt, solltet ihr eure Strategie daran anpassen. Derart kleine Details halten sich allerdings sehr im Hintergrund und schaffen es nur bedingt, Mercenaries Wings: The False Phoenix eine gänzlich eigene spielerische Note zu verleihen.

In den Menüs des Spiels tummeln sich genretypisch natürlich haufenweise Charakterwerte.

Genretypisch ist Mercenaries Wings: The False Phoenix zwar darauf ausgelegt, ohne Eile gespielt zu werden, doch ist der Spielfluss innerhalb der Schlachten leider oftmals zäh und stockend. Einige etablierte Komfortfunktionen populärer Genrevertreter vermisst man in Mercenaries Wings schmerzlich. Das Spielgeschehen präsentiert sich beispielsweise in einer festgesetzten isometrischen Perspektive, wodurch korrekte Richtungseingaben zunächst sehr gewöhnungsbedürftig vonstattengehen, da eure Eingaben nicht exakt dem entsprechen, wie sie schlussendlich übernommen werden. Ebenfalls resultieren aus dieser isometrischen Perspektive oftmals Schwierigkeiten, korrekt abschätzen zu können, wie eure Einheiten im Verhältnis zu euren Feinden positioniert sind, wenn es beispielsweise darum geht, eure Einheit in einer geraden Linie in Relation zum Feind aufzustellen. Eine Dreh- oder Zoom-Funktion sowie die Möglichkeit, ein Gitter über dem Schlachtfeld einzublenden, hätten hier große Dienste geleistet.

Auch geht das gesamte Navigieren eurer Einheiten stets etwas umständlicher als eigentlich nötig vonstatten. Gefühlt erfordert jede Aktion einen oder zwei Tastendrücke mehr, als in direkten Genre-Konkurrenten, worunter der Spielfluss spürbar leidet. Vor allem in Runden, in denen kein Taktieren erforderlich ist, fällt dies merklich auf – all eure Einheiten zu Beginn einer Schlacht in einer geraden Linie nach vorne zu bewegen, dauert schon einmal 20 bis 30 Sekunden, obwohl ihr gedanklich eigentlich schon bei den folgenden Zügen seid. So steht die Umständlichkeit der Bedienung dem eigentlichen Reiz des Spiels, dem Taktieren, gerne einmal ein wenig im Weg.

Zwischen den einzelnen Kapiteln verbringt ihr sehr viel Zeit damit, eure Einheiten in Menüs umzurüsten oder aufzuwerten. Unter anderem habt ihr hier auch die Möglichkeit, neue Gegenstände für eure Truppen zu kaufen, um diese für die im Schwierigkeitsgrad zunehmenden 22 Kapitel zu rüsten. Auch dies gestaltet sich stellenweise allerdings etwas umständlicher als unbedingt nötig, so könnt ihr neu erworbene Waffen beispielsweise nicht direkt ausrüsten, sondern müsst dazu erst einmal erneut das Untermenü wechseln.

Während Dialogen zwischen den Charakteren werden die entsprechenden Illustrationen der Figuren eingeblendet.

Sprechen wir zuletzt die Präsentation des Spiels an: Bei der Geschichte des Spiels handelt es sich um ziemliche J-/Taktik-RPG-Standardkost. Diese wird in Form von englischen und textbasierten Dialogen erzählt, die es vor und nach jedem Kapitel zu lesen gilt – wahlweise können diese Sequenzen allerdings auch komplett übersprungen werden. Innerhalb von Dialogen werden die Charaktere mittels hübscher Illustrationen repräsentiert, im Spielgeschehen präsentiert sich Mercenaries Wings: The False Phoenix allerdings sehr simpel. Die Charaktersprites verfügen zwar über den notwendigen Wiedererkennungswert und insbesondere die Darstellung der feindlichen Einheiten lässt schnell auf deren Klasse schließen, doch wirken insbesondere die isometrisch dargestellten Schlachtfelder etwas lieblos. Auch der untermalende Soundtrack reißt während des Spielgeschehens sicherlich keine Bäume aus, dabei handelt es sich aber natürlich um eine reine Geschmacksfrage. Schmerzlich ist allerdings, dass Mercenaries Wings: The False Phoenix trotz seiner simplen Präsentation nicht immer gänzlich rund läuft – kleine Ruckler sind hier und dort deutlich spürbar, stören die ruhige Natur des Spielflusses dabei aber nicht wirklich.

So bietet das Spiel also Taktik-RPG-Standardkost, die eine eigene Identität ein wenig vermissen lässt. Fehlende Komfortfunktionen erschweren insbesondere Genre-Neulingen den Einstieg, sollten Fans von Taktik-RPGs allerdings nicht daran hindern, vielleicht doch einen Blick auf Mercenaries Wings zu werfen.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Mercenaries Wings: The False Phoenix

Meinung von David Pettau
Zwar würde ich mich nicht als ultimativen Genre-Fan bezeichnen, doch habe ich stets großen Spaß mit Titeln von Spielereihen wie Fire Emblem oder Disgaea. Was Mercenaries Wings: The False Phoenix in erster Linie fehlt, ist Polishing. Natürlich handelt es sich bei hierbei um ein deutlich kleineres Projekt als bei den genannten Alternativen, doch sollte man auf gängige Standards nicht verzichten, zumindest nicht dann, wenn man auch Neulinge mit dem entsprechenden Titel ansprechen will. Mercenaries Wings: The False Phoenix gelingt dies nicht, und so richtet sich das Spiel schlussendlich einzig an diejenigen, die sich nach mehr Taktik-RPG-Kost auf ihrer Nintendo Switch sehnen.
Mein persönliches Highlight: Die Illustrationen der im Grunde sehr hübsch designten Charaktere.

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