Test zu Onimusha: Warlords - Nintendo Switch

Dämonen haben das feudale Japan übernommen!

Wir befinden uns in der Zeit der streitenden Reiche, 16. Jahrhundert, Japan. Das Land ist in viele Fürstentümer unterteilt, die um die Vorherrschaft kämpfen. Oda Nobunaga, einer jener Fürsten und Feldherren, ist eine aufsteigende Persönlichkeit und verspricht dem Land die Einigung zu bringen. Doch was kaum jemand weiß: Er ist von Dämonen besessen. Jene finsteren Gestalten haben den Clan der Oni unterdrückt und versuchen ihre finsteren Machenschaften durchzudrücken. Mit der letzten Kraft wenden sich die Oni an den Samurai Samanosuke, der einen magischen Handschuh von ihnen bekommt. Dieser stattet ihn mit magischen Fähigkeiten aus, die ihn dazu befähigen, die Dämonen zu besiegen. Als schließlich die Tochter seines Herren von den Kreaturen entführt wird, zieht er mit dem weiblichen Ninja Kaede aus, um sie zu retten.

Die Cutscenes von Onimusha: Warlords sind gut in Szene gesetzt und konfrontieren euch mit interessanten Charakteren.

Die Handlung von Onimusha: Warlords startet mit einer opulenten Videosequenz, die sich selbst heute noch sehen lassen kann. Natürlich ist die Grafik ein wenig in die Jahre gekommen. Lässt man sich aber auf den Charme der unbeweglichen Hintergründe und der etwas klobigen Charaktermodelle ein, gewöhnt man sich schnell daran und kann die Optik sogar von einem gewissen Standpunkt aus genießen. Immerhin wird hier die aufgehübschte Version eines Spiels präsentiert, welches mittlerweile 18 Jahre (!) auf dem Buckel hat. Der Ansatz des Remasters ist es also, das alte Spielgefühl auf den aktuellen Plattformen zu vermitteln. Wer auf ein Remake hofft, welches mit detailreichen und gestochen scharfen Grafiken aufwarten kann, wird vermutlich enttäuscht werden.

Dieser Fakt wird auch an anderen Stellen unterstrichen, besonders bei der Kameraführung. Die Perspektive, aus der ihr euren Charakter betrachtet, ist stets fix und bewegt sich nicht. Betretet ihr einen Bereich, der nicht von der Kamera erfasst wird, kommt es zu einem Schnitt oder auch Szenenwechsel, und ihr seht die gleiche Umgebung aus einem anderen Blickwinkel. Hier merkt man dem Gameplay sein Alter auf jeden Fall an. Besonders in Kämpfen kommt es so häufig dazu, dass die Kamera hektisch hin und her springt und ihr den Überblick verliert oder Feinde, die euch angreifen, nicht zu Gesicht bekommt. Damit kann man sich arrangieren, es fühlt sich aber dennoch sehr tradiert an.

Die Grafik sieht zwar altbacken aus, kann aber trotzdem hübsche Umgebungen aufweisen.

Was hingegen ziemlich gut gelungen ist, sind die Cutscenes und die Gesichtsanimationen – natürlich gemessen am Alter des Spiels. Besonders das Zusammenspiel von Handlungen, Bewegungen und Musik wirken sehr energetisch und actionreich. Ein kleines Manko, das man hier ansprechen sollte, ist, dass man besagte Videosequenzen nicht abbrechen oder überspringen kann. Das führt dazu, dass man vor diversen Bosskämpfen öfters mal die gleiche Cutscene über sich ergehen lassen muss – natürlich besonders dann, wenn man öfters ins Gras beißt. Das Spiel präsentiert sich übrigens in einer englischen und einer japanischen Tonspur, die jeweils mit deutschen Untertiteln daherkommen.

Das Kampfsystem spiegelt ebenfalls eine ältere Epoche der Videospiele wider. Im Endeffekt gibt es nur eine Kombo, die ihr einsetzen könnt. Ihr drückt also munter den Angriffsknopf und gebt den Dämonen, die vor eure Linse laufen, ordentlich eins auf die Nuss. – möchtet ihr besonders viel Schaden austeilen, bietet sich euch pro Waffe eine Oni-Fähigkeit. Liegt ein Feind am Boden, könnt ihr noch auf ihn einstechen. Das war es im Endeffekt auch schon. Die Varianz kommt mit den verschiedenen Waffen, die euch mit zunehmender Spieldauer in die Hände fallen. So gibt es zum Beispiel eine Gleve, die schnell angreift, ein Katana, welches sehr taktil ist, und ein Breitschwert, das besonders viel Schaden macht. Was hier wiederum recht umständlich ist, ist der Fakt, dass ihr zum Wechseln eures Stahls stehen bleiben müsst. Zumindest das hätte man fürs Remaster eigentlich abändern können. So wirkt das Kampfgeschehen doch stellenweise sehr hakelig.

Jeder Feind, den ihr besiegt, hinterlässt euch schließlich verschiedene Arten von Seelen-Kugeln: rote, blaue und gelbe. Rote könnt ihr sammeln, um schließlich an Speicherpunkten eure Waffen oder Items zu verbessern. Blaue geben euch Oni-Kraft zurück, mit der ihr Spezialangriffe einleiten könnt, und gelbe geben euch Lebenskraft wieder. Ihr solltet jedoch aufpassen, dass sie nicht im Nichts verschwinden. Damit ihr sie erhaltet, müsst ihr sie mittels eures Oni-Handschuhs einsaugen. Dies erschafft eine schöne Zwickmühle, bei der ihr stets entscheiden müsst, ob ihr zunächst alle Feinde dem Erdboden gleich macht, oder die Seelen schon während des Kampfes zu euch kommen lasst.

In manchen Abschnitten steuert ihr Samanosukes Ninja-Gefährtin Kaede.

Ein interessantes Element in Onimusha: Warlords sind die kleinen Rätsel, die überall in der Spielwelt versteckt sind. Einige Truhen, die ein Zahlen-Schieberätsel aufweisen, sind davon obligatorisch. So testet das Spiel nicht nur eure Geschicklichkeit im Kampf, sondern auch eure grauen Zellen. Wirklich anspruchsvoll sind die Rätsel zwar nicht, aber lockern das Spielgeschehen durchaus auf. Zudem gibt es noch kleine Schatullen, die ihr finden könnt. Diese öffnen sich erst, wenn ihr die passende Losung in einer verschlüsselten Schrift herausfindet. Diese wiederum findet sich in verschiedenen Büchern, die ihr während eures Abenteuers finden könnt. Öffnet ihr eine der kleinen Kisten, belohnen euch diese meistens mit wertvollen Gegenständen, wie Ausrüstungen oder Items, die euer Leben oder eure Onikraft dauerhaft in die Höhe treiben.

Ein kurzer Abschnitt noch zur Spieldauer: Onimusha: Warlords ist kein sonderlich langer Titel. Je nachdem, auf welchem Schwierigkeitsgrad ihr spielt und wie sehr ihr die Spielwelt erkundet, braucht ihr rund fünf bis sieben Stunden, um das Spiel abzuschließen. Das Spielerlebnis fühlt sich dabei allerdings nicht unbedingt zu kurz an. Vielmehr ist es eine runde Erfahrung, die aufgrund des doch recht limitierten Kampfsystems ohnehin nicht länger hätte sein sollen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Max Kluge

Onimusha: Warlords ist ein gelungenes Remaster für all jene, die den Charme der Action-Spiele der 90er-Jahre erfahren möchten. Das Kampfsystem ist recht oberflächlich und kommt mit nicht sonderlich viel Varianz daher. Die Kamera, beziehungsweise der häufige Perspektivenwechsel, macht euch nicht selten einen Strich durch die Rechnung und verwirrt ganz schön. Trotzdem fesselt der Titel aufgrund seines Retro-Charmes, des epischen Soundtracks und des flotten Spielgeschehens. Ein paar mehr Komfortfunktionen hätten den Titel sicherlich noch zugänglicher gemacht und die Wertung nach oben getrieben.
Mein persönliches Highlight: Der tolle Soundtrack und das kurzweilige Gameplay

Communitywertung

5 User haben bereits bewertet

Auszeichnungen

Onimusha: Warlords hat von uns bisher keine Auszeichnung erhalten

Kommentare 15

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  • DLC-King

    27. Januar 2019 um 16:12

    Witzig und irgendwo beängstigend dass so viele Leute heute (meistens sicher jüngere) mit feten Kameras nicht klar kommen und sich dann verwirrt fühlen.

    Für mich fühlt sich alles immer logisch und gut an.
    Ich liebe feste Kameras bei Onimusha,Resident Evil oder Dino Crisis.

    Kann nicht nachvollziehen was daran schwer sein soll oder verwirrt?
    Absolut griffig und gut.

  • Schnurres

    Meister des Turms 27. Januar 2019 um 16:15

    Da das Remake ne moderne Steuerung hat, ist es ja auch gut spielbar. Aber so verdammt kurz... glaub 4h brauchte ich letzte Woche auf der PS4.

  • Windwaker

    Switcher & SteamDecker 27. Januar 2019 um 16:56

    Machte früher Spass, macht auch heute Spass.Tolles Spiel.Hoffentlich erscheinen die Nachfolger auch auf der Swich.Teil 3 war sogar mit Jean Reno meine ich.

  • Weitenrausch

    Meister des Turms 27. Januar 2019 um 19:38

    Onimusha ist kein 90iger titel sondern frühe 00er

    @Schnurres
    Es ist ein remasterd und kein remake. Remake bedeutet es ist von grund auf neu entwickelt, was es ja nicht ist sondern nur bischen aufgebessert

  • Raveth

    27. Januar 2019 um 19:40

    @DLC-King

    Feste Kamera wurde doch damals schon bei unteranderem Resident Evil bemängelt.
    Ohne den Test jetzt gelesen zu haben.

  • Schnurres

    Meister des Turms 27. Januar 2019 um 19:47

    @Brokenhead

    Weiß ich, verschrieben, da ich nun zwei Tage im Resi 2 Remake-Fieber war.

    Onimusha hat leider keine überspringbare Zwischensequenzen, hat höhere Auflösung und ne neue Steuerung. Fertig.

  • Max Kluge

    Damn Good Coffee... 27. Januar 2019 um 19:49

    @Brokenhead

    Habe nirgendwo behauptet, dass es ein 90er-Titel ist, sonder nur, dass er sich wie einer spielt ;) Mir kam als Assoziation halt sofort der erste Resident Evil-Teil in den Sinn. Besonders wegen der Kamera, der Menüstruktur und sogar gewisser Items (Kraut).

  • Schnurres

    Meister des Turms 27. Januar 2019 um 19:55

    Spielt sich dank Steuerung halt deutlich besser und einfacher als das Original. Denn da gab es Panzersteuerung, weswegen man deutlich behutsamer vorgehen musste.

    Kurzes Vergnügen hatte ich damit letzte Woche.., nun bitte die anderen Teile und irgendwann ein Remake.

  • DLC-King

    27. Januar 2019 um 20:45

    @Raveth

    Joa und ich halte es grundlegend falsch.
    Und jetzt?

    :facepalm:

  • Raveth

    28. Januar 2019 um 05:11

    @DLC-King

    Das dein jüngere kommen damit nicht mehr klar einfach grundlegend falsch ist, da ältere das schon bemängelt haben?

    Du kommst damit vielleicht klar. Aber wenn Testern das einfach über Jahre hinweg auffällt, scheint da einfach auch was wahres dran zu sein.

    Mit anderen Worten dein subjektives Gefühl wird vermutlich eher falsch sein.

  • Caramarc

    Turmbaron 28. Januar 2019 um 09:41

    Feste Kamera wurde doch damals schon bei unteranderem Resident Evil bemängelt.

    ...und ist heute immer noch ein Grund warum ich die Titel nicht anfasse. Dieser ständige Perspektivwechsel empfinde ich als extrem störend.

  • Raveth

    28. Januar 2019 um 10:03

    @Caramarc

    Kann ich verstehen.
    Sagen wir so ja es geht technisch besser, aber habe sie trotzdem gerne gespielt.
    Bei älteren Games kann man das bemängeln, aber da find ich es dann auch noch okay.

  • DLC-King

    28. Januar 2019 um 18:36

    @Raveth

    Naja du sagst die Tester denken so aber es gab und gibt genug tester die das genau anders herum sehen.
    Da viele meine Antwort darauf geliket haben spricht auch nicht dass ich wirklich alleine damit bin.

    Überhaupt schau dich im Internet um das sheen sehr viele so.

    Es ist subjektiv wenn man damit verwirrt ist.
    Die Regel ist das einfach nicht.

  • Raveth

    28. Januar 2019 um 19:41

    @DLC-King

    Noch nie gelesen daß sich das jemand zurück wünscht, vor allem in den früheren Tests nicht.
    Aber heut zu Tage würde ich deine Aussage nicht ausschließen, da viele die frühere Zeit sehr verklärt sehen. Also gut möglich.

  • DLC-King

    28. Januar 2019 um 20:22

    @Raveth

    Sorry aber dann musst du ehr wenig bzw 1 Dimensional lesen.
    Zu hauf sieht man das und wie gesagt selbst hier hat ein halbes duzent mein Kommentar geliket.