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Test zu Swords & Soldiers - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Swords & Soldiers
  • USA USA: Swords & Soldiers
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
25.01.2019
Vertrieb
Two Tribes
Entwickler
Two Tribes, Ronimo Games
Genre
Action, Strategie, 2D
Spieleranzahl
Lokal: 2 - Online: 0
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Solide Alternative für das Gemetzel zwischendurch

Von Chris Holletschek () Ein 2D-Echtzeit-Strategiespiel für die Nintendo Switch? Mit Wikingern, Azteken, Chinesen und einer … riesigen Chilischote? Das klingt nicht nur merkwürdig, sondern ist es auch. Dennoch wird in Swords & Soldiers versucht, diese Komponenten mit viel Witz miteinander zu verbinden. Ob das gelungen ist, sollen euch die folgenden Zeilen zeigen.

In bester Side-Scroller-Manier schickt ihr beim ursprünglich von Ronimo Games entwickelten und von Two Tribes für die Nintendo Switch umgesetzten Titel Swords & Soldiers eure Einheiten von links nach rechts, um die Festung des Gegners am Ende des rechten Bildschirmrands zu zerstören. Dumm nur, dass der Feind dasselbe Ziel hat und so ebenfalls seine Kämpfer euren Leuten auf den Hals hetzt. Eure willenlosen Soldaten ziehen dementsprechend automatisiert ihre Bahnen und vernichten alles, was sich ihnen entgegenstellt – oder sie werden vernichtet. Ihr habt zudem die Wahl, dem Gemetzel tatenlos zuzusehen oder euren Einheiten mit diversen Zaubern den Weg freizuräumen.

Aller Anfang ist Gold. Bei den Wikingern versorgen euch offensichtlich schlagkräftige Damen mit der wertvollen Währung.

Doch zurück auf Anfang. Beim ersten Starten des Spiels wurde ich zunächst mit mehr Inhalt überrascht, als ich im Vorfeld erwartet hatte. So gliedert sich der Einzelspieler-Modus bereits in vier Kategorien: Beim „Feldzug“ stehen euch vier Kampagnen mit je zehn Leveln zur Auswahl. Kennzeichnend sind dabei die nicht immer ganz sinnvollen, aber stets mit viel Witz gespickten Geschichten, die mit dem Fortschreiten der Kampagnen erzählt werden. So wollen die Wikinger beispielsweise das größte und beste Grillfest auf die Beine stellen, der sehr junge chinesische Kaiser hat nur seine Spielzeuge im Sinn und bei den Azteken … nun, Gottkomplex war selten eine treffendere Bezeichnung. Natürlich sind an dieser Stelle keine Meisterwerke der Erzählkunst zu erwarten. Vielmehr dienen die einzelnen Geschichten als ausführlicheres Tutorial, da sich die verschiedenen Level häufig nur mit der Bekanntmachung neuer Einheiten oder magischer Fähigkeiten befassen.

Seid ihr bereits ein Profi in dem Spiel oder generell weniger an einer Handlung interessiert, dürfte das „Geplänkel“ etwas für euch sein. In drei Schwierigkeitsstufen könnt ihr dort mit einer Fraktion eurer Wahl gegen eine ausgesuchte gegnerische Fraktion antreten. Intensive Gemetzel garantiert. Weiterhin finden sich unter den „Herausforderungen“ diverse Minispiele. Ihr wollt den Lone Survivor spielen und mit nur einem Kämpfer möglichst lange überleben? Oder seid ihr doch eher darauf aus, mit einer riesigen Steinkugel eine möglichst große Horde an Gegnern platt zu walzen? Hier bleibt fast kein Gelüst unbefriedigt. Tatsächlich habe ich letztgenanntes Minispiel immer mal wieder zwischendurch für eine Runde angeschmissen. Nicht zuletzt durch die passende audiovisuelle Gestaltung wird der Spaßfaktor hier in die Höhe getrieben.

Bei dem einen oder anderen dürften die „Erfolge“ zudem für eine ungeahnte Motivation sorgen. Ein von Nintendo-Fans sehnlichst herbeigewünschtes Feature sind die klassischen Achievements, wie man sie von den Konkurrenzprodukten aus den Häusern Microsoft oder Sony schon lange kennt. Ronimo Games haben die Sache zumindest für ihr eigenes Spiel selbst in die Hand genommen und zahlreiche zu erfüllende Aufgaben implementiert. Den Abschluss des für diese Preisklasse doch gut gefüllten Inhaltspakets bildet der lokale Mehrspieler-Modus. Ähnlich wie beim Geplänkel gebt ihr euch dort nun im Splitscreen ordentlich auf die Mütze.

Die kleinen aztekischen Nervensägen gehen euch und euren Einheiten mit ihren Giftpfeilen ordentlich auf die Nerven.

So klar der Inhalt strukturiert ist, so einfach ist die Geschichte hinter dem simpel anmutenden Titel leider nicht ganz nachzuvollziehen. Hinter Swords & Soldiers für die Nintendo Switch steckt nämlich eigentlich die HD-Version des Ursprungstitels von 2009 für die Wii inklusive der Erweiterung „Super Saucy Sausage Fest“, welche 2012 für die PC-Version des Spiels veröffentlicht wurde. Drei Jahre später wurde ein zweiter Teil für die Wii U herausgebracht, der dann vor wenigen Monaten mit dem Zusatz „Shawarmageddon“ neuveröffentlicht wurde – allerdings nur für den PC und die PlayStation 4. Eine Nintendo Switch-Version ist seit jeher zwar ebenfalls angedacht, aus dem zunächst geplanten Release im Dezember wurde dann aber erst einmal nichts. Stattdessen gab man den Besitzern der Hybridkonsole nun eben überraschend die Neuauflage des ersten Teils an die Hand, so viel dazu.

Spannender wird es dann, ruft man sich in Erinnerung, dass es sich bei Swords & Soldiers trotz aller Witzeleien und des comichaften Looks um ein ernsthaftes Echtzeit-Strategiespiel handelt. Bei der Begrifflichkeit RTS wird den meisten aber zunächst ein ganz anderer Titel einfallen: StarCraft. Dass zwischen den beiden Spielen jedoch durchaus Berührungspunkte bestehen, kommt nicht von ungefähr. So machen die Entwickler auch keinen Hehl daraus, dass man sich stark von dem legendären Blizzard-Titel hat inspirieren lassen. Das System mit den Fraktionen wurde beispielsweise direkt übernommen. Mit den Wikingern, den Azteken und den Chinesen hatte man im Ursprungsspiel wie in StarCraft drei „Rassen“ zur Auswahl, die im Kern zwar alle dasselbe können – Einheiten produzieren und Zauber wirken – aber sich darüber hinaus nicht nur visuell stark voneinander unterscheiden, sondern auch über stets einzigartige Kämpfer und Fähigkeiten verfügen. Ein Beispiel: Mana ist eine stets knappe Ressource, die von allen Klassen benötigt wird, um Magie zu wirken. Während die Wikinger klassische Runen erforschen, die je nach Größe schneller Mana reproduzieren, müssen bei den Chinesen Buddha-Statuen gebaut und bei den Azteken sogar die eigenen Männer geopfert werden. Seit der bereits angesprochenen Erweiterung verfügt das Spiel zwar über eine vierte Fraktion, dem Gefolge von Schlachter Schnetzel, aber das System wurde grundsätzlich beibehalten.

Ohne Controller wird das Wahren der Übersicht schwierig

Sehr angenehm sind sowohl das Gameplay als auch die Performance. Auf der Nintendo Switch läuft das Spiel zu jeder Zeit reibungslos, selbst wenn viel auf dem Bildschirm los ist. Das ist insofern nicht verwunderlich, als dass der Titel früher auch eine Portierung für iOS- und Android-Geräte erhalten hat. Zudem wird eine Unterstützung jeglicher Eingabemöglichkeiten geboten. Sowohl mit einem oder beiden Joy-Con, mit dem Nintendo Switch Pro Controller als auch mit der Touchfunktion lässt sich Swords & Soldiers theoretisch einwandfrei bedienen. Allerdings werden bei letztgenannter Möglichkeit viele Auswahlmöglichkeiten zur selben Zeit auf dem Bildschirm dargestellt, die deutlich zulasten der Übersicht gehen. Deshalb sei euch ein Controller eurer Wahl ans Herz gelegt.

Ein seltenes Patt: Unser verbliebenes Skelett ist alleine zu schwach, um das Gebäude des Gegners, der nur noch nicht angreifende Goldschürfer rausschickt, zum Einsturz zu bringen.

Früher oder später werdet ihr die Kampagne abgeschlossen, und auch den Computer im höchsten Schwierigkeitsgrad in einer oder mehreren Schlachten in seine Schranken gewiesen haben. Was bleibt dann noch übrig? Der Mehrspielermodus bietet euch zwar lokal die Möglichkeit eines epischen Couch-Duells, allerdings liegt die Einstiegshürde bei Swords & Soldiers auf einem erhöhten Level – und das ist bei einem so kurzweiligen Titel schon ein recht großes Manko. Wollt ihr also euren Freunden dieses Spiel zeigen, solltet ihr bei all den Einheiten und Zauberkräften durchaus etwas Zeit einplanen. Und auch im späteren Verlauf macht es euch der Strategie-Titel nicht leichter, denn die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten werden während eines Gefechts nur als unbeschriftete Icons dargestellt, sodass ich nach einer Spielpause immer einen kurzen Moment der Orientierung benötigte und mir nicht selten die Frage stellte: „Was macht das hier noch einmal?“

Ein weiterer kleiner Kratzer an dem sonst sehr solide wirkenden Erscheinungsbild sind manche Texte, die gerade im Bereich der Erfolge mit teils sehr schiefen Übersetzungen daher kommen. Eigentlich schade, denn gerade die deutsche Lokalisierung ließe sich ansonsten auch positiv hervorheben. So haben die Verantwortlichen bei U-TRAX gewiss keine schlechte Arbeit abgeliefert. Gerade die Übersetzung von komödiantischen Inhalten ist sehr anspruchsvoll, da viele Witze eben nur in der Originalsprache funktionieren. Bei diesem Titel finden sich dann aber wiederum einige Späße, die nur im deutschen Raum verstanden werden können, was für einen ausländischen Titel durchaus bemerkenswert ist.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Swords & Soldiers

Meinung von Chris Holletschek
Zusammengefasst ist Swords & Soldiers ein toller kleiner Mix aus Witz und überraschender strategischer Tiefe. So werdet ihr zwar zu Beginn des Spiels gewiss noch mit der „So viele Kämpfer wie möglich produzieren“-Taktik durchkommen, aber spätestens wenn der Gegner anfängt, mit Magie um sich zu werfen, wird das Austüfteln einer eigenen kleinen Strategie unabdingbar. Das kann durchaus eine Herausforderung darstellen, ist aber zum Glück noch weit von jeglicher Frustration entfernt, da das Spiel zu keinem Zeitpunkt unfair wirkt. So verbleibe ich mit Freude auf den zweiten Teil der Reihe, der nun bereits im kommenden März erscheinen soll und als größte Neuerung einen Online-Modus im Gepäck hat.

Kommentare 4

  • 0cr4m Turmheld - 08.02.2019 - 12:07

    Ich finde es durchaus interessant und hatte es gar nicht auf dem Schirm. Von daher Danke für den Test.

    Ich hatte mal ein ähnliches Spiel auf dem SNES. Weiß aber leider nach 25 Jahren nicht mehr wie es heißt. Setting war glaub ich Mittelalter. Kennt es jemand zufällig? Habe mal probiert es zu finden und mich durch ein Video mit allen SNES spielen durchgequält aber es nie wieder entdeckt.
  • Splatterwolf Flop-Weltstar seit 1889 - 08.02.2019 - 12:42

    Zitat von 0cr4m:

    Setting war glaub ich Mittelalter. Kennt es jemand zufällig?
    King Arthur's World :D
  • 0cr4m Turmheld - 08.02.2019 - 13:23

    @Splatterwolf Du bist der BESTE! Danke!
  • Fabinho84 Turmheld - 09.02.2019 - 04:17

    Da wollte ich gerade schauen ob es das Spiel auch auf Steam gibt und dabei habe ich es in meiner Bibliothek und wusste es nicht (zu viele Games:))Gut das es hier Tests gibt.Teste ich direkt morgen mal an